Andreas Föhr – Wolfsschlucht

Tödliche Familiengeheimnisse

Im Mangfalltal wird es wieder wild und mörderisch, denn schließlich ermitteln die Polizeibeamten Wallner und Kreuthner in „Wolfsschlucht“ bereits zum sechsten Mal zusammen.
Diesmal sind  die Vorkommnisse, mit denen die beiden konfrontiert werden, noch ein wenig skurriler als bisher, wobei dies ja Kennern der Vorgängerbände beinahe reichlich unwahrscheinlich erscheinen sollte. Doch Föhr schafft es, indem er ein Bestattungsauto samt erschossenem Besitzer in den Fluten der Mangfall versinken lässt und ein Fahrzeug von einem Maibaum aufspießen lässt.
Bei beiden Ereignissen hatte der chaotische Kreuthner die Finger im Spiel, wie sich im Laufe des Buches herausstellt. Doch darüber hinaus verbindet die beiden Geschehnisse auch ein tödliches Geheimnis, das Föhr im Laufe des knapp 400-seitigen Romans routiniert auffächert. Dabei wird es auch für den ewig frierenden Kommissar Wallner persönlicher, als er es vermutet hätte.
„Wolfsschlucht“ ist wieder ein Fest für alle Freunde von spannenden Romanen und Liebhabern der bayerischen Mentalität. Genussvoll seziert Föhr (diesmal sogar mit ein paar verstreuten Fußnoten, für mich Reminiszenzen an den anderen großen bayerischen Krimischreiber Jörg Maurer) die Sprache und die Traditionen Bayerns. Und dies gelingt ihm auch wieder für Nicht-Bayern hervorragend lesbar.
Manche Szenen und Dialoge in „Wolfsschlucht“ sind dabei hart an der Grenze zum Slapstick, der Balanceakt zwischen Spannung und Humor gelingt dabei jedoch durchgehend. So ist der neue Roman mit Kreuthner und Wallner für alle Fans der Reihe genauso wie für Neulinge im Mangfall-Kosmos höchst empfehlenswert und sei hiermit gelobt!

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