Antonio Hill – Tote Liebe

Die Liebenden von Hiroshima

Tote LiebeDas Setting des neuen Verbrechens, das Hector Salgado in seinem dritten und letzten Einsatz aufklären muss, ist reichlich bizarr. In einem leerstehenden Haus wird ein schon lange vermisstes Pärchen tot aufgefunden, in der Umgebung findet sich ein Koffer mit tausenden von Euros und Gemälde, die das erschlagene Paar zeigen.

Welcher Mörder lässt eine derartig hohe Summe an Geld zurück und arrangiert den Fundort der Leichen? Und was hat es mit der Erzählung Die Liebenden von Hiroshima auf sich, die immer wieder in den Ermittlungen Hectors auftaucht?

 

Der melancholische Ermittler Hector Salgado, der eigentlich aus Argentinien stammt, beginnt den dünnen Spuren zu folgen, während er mit den Dämonen seiner Vergangenheit kämpft. In den beiden Vorgängerbänden Der Sommer der toten Puppen und Der einzige Ausweg kam der Leser langsam hinter das Verschwinden von Ruth Valldaura, der Gattin von Hector. Dass sie aus dem Leben des Ermittlers trat und verschwand, dies verzeiht sich der argentinische Ermittler bis heute nicht. Horizontal erzählt kommt dieser Subplot nun zum Ende – hier wäre die Kenntnis der beiden Vorgängerbände von Vorteil, auch wenn Hill die wichtigsten Fakten noch einmal kurz anreißt.

 

Immer wieder wirft Hill einen Puzzlestein um die damaligen Ereignisse, die zum Verschwinden von Ruth führten, in die Handlung ein, während auch der Fall des ermordeten Pärchens langsam an Klarheit gewinnt.

Ein konventioneller Krimi

 

Tote Liebe ist ein konventioneller Krimi, der nicht viel falsch macht, allerdings hätte ein Personenregister das Lesen des Romans etwas erleichtert, da die vielen spanischen Charaktere nicht so richtig eingängig sind. Von der Tiefe und dem Niveau kommt der neue Roman von Antonio Hill einem klassischen Tatort mit Barcelona-Setting nahe. Der Roman weiß den geübten Krimileser gut zu unterhalten, auch wenn das Buch nicht viel Neues bietet.
Ein Kritikpunkt für mich ist die inkonsistente Gestaltung des Äußeren der Buchreihe. Nach dem Paperbackdebüt von Antonio-Hill wurde die Reihe bei den zwei folgenden Bänden im Taschenbuch weitergeführt und die Gestaltung des Covers und des Titels jedes Mal wieder variiert
Dies bringt keine Einheitlichkeit und sorgte zumindest bei mir für ein kleines Stirnrunzeln. Fans einer Reihe gewinnt man so nicht, aber vielleicht wird die Trilogie ja auch irgendwann einmal in einheitlichem Design aufgelegt.
Sommer

Salgado No. 1

Ausweg

Salgado No. 2

Tote Liebe

Salgado No. 3

 

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