Arne Dahl – Neid

Die OPCOP-Truppe zum Dritten

Mit „Neid“ beschert Arne Dahl seiner OPCOP-Truppe den dritten von vier geplanten Einsätzen. Nachdem der zweite Band eher „Zorn“ ein Durchhänger war, gelingt es Arne Dahl mit seinem neuen Buch an der Qualität des Quartett-Erstlings „Gier“ anzuknüpfen.

Menschenhändler und Lobbyismus

„Neid“ ist ein komplexer Thriller, der erst ein wenig braucht, um Fahrt aufzunehmen. Nachdem man einer Observation eines Menschenhändlerringes beiwohnte, schickt Dahl seinen Ermittler Paul Hjelm auf eine geheime Sondermission. Die französische EU-Kommissarin Marie Barrière wird erpresst – und ihre Gegner scheinen vor nichts zurückzuschrecken. Auch der Tod eines hochrangigen Wissenschaftlers in Schweden scheint in Verbindung mit der Erpressung zu stehen.

Verschiedene Stränge führen zum Ziel

Wer die Romane Arne Dahls kennt, weiß dass diese Fälle zusammenhängen müssen – wie sie dies tun, wird aber erst im spannungsgeladenen Finale deutlich. Dahl legt viele Fäden aus und behält sie immer in der Hand, auch wenn es zwischenzeitlich nicht immer danach aussehen mag. Seine einzelnen Ermittler hetzen zwischen Chios, Amsterdam und Berlin hin und her – die Kenntnis der Vorgängerbände bzw. des schwedischen A-Teams erleichtert hier vieles. Man muss manchmal aufpassen, den Überblick über die ganzen Handlungsstränge und Ermittler nicht zu verlieren.

(c) Sara Arnald

Wie schon in „Totenmesse“ beschäftigt sich Dahl in „Neid“ auch mit dem Ende des Öls und mit regenerativen Energien, die eine nicht unbedeutende Rolle im Roman einnehmen. Andere Subthemen wie Menschenhandel und Entscheidungen der EU fließen ebenso in die Erzählung ein, ohne dass die Spannung an den Exkursen übermäßig zu leiden hätte.
Seine Metaphernwut und den unbedingten Willen zur stilistischen Brillanz kann Dahl diesmal ganz gut einbremsen und so wird aus „Neid“ abermals ein komplexer und spannender Thriller. Wer dem ersten OPCOP-Roman „Gier“ etwas abgewinnen konnte, dürfte auch mit „Neid“ warm werden- Ein Buch, das meine hohen Erwartungen vollkommen zufriedenstellen konnte!
Und hier auch die gute Nachricht für alle OPCOP-Fans, die überlegen, wie es mit dem Team weitergeht – Hass heißt die Antwort auf diese bange Frage. Ein Buch, das sämtliche Vorgängerbände schlüßig bündelt und zum Finale bringt!

Hinterlasse deine Meinung!