Astrid Rosenfeld: Adams Erbe

Was für ein Debüt

Was für ein Debüt: Mit „Adams Erbe“ hat Astrid Rosenfeld einen Roman vorgelegt, der sofort Anklang bei den Kritikern und Lesern fand. Sogar auf die Longlist des Deutschen Buchpreises hat die junge deutsche Autorin es geschafft. Und um es vorwegzunehmen: Auch mich hat dieses im Diogenes-Verlag erschienene Buch mehr als begeistert.
Geschickt verknüpft Astrid Rosenfeld die Lebensgeschichten von Eddy Cohen, einen Teenager unserer Tage, der mit seiner Mutter und deren Freund herumvagabundiert. Sein Leben erhält eine Wendung, als ihm Dokumente seines verschwundenen Großonkels Adam in die Hände fallen.
Dieser lebte in Deutschland zusammen mit Adams Familie in Deutschland im Dritten Reich, ehe sich die Wege der Familie und Adams trennten.
Man kann die Autorin nur für ihre Prosa bewundern. Wie dahingetupft, mit feinem Humor durchzogen schildert sie zwei Lebensgeschichten ihrer beiden Protagonisten. Mit „Adams Erbe“ zeigt sie auf, wie man auch über die Schicksale von Menschen im Dritten Reich schreiben kann – das Leben im Warschauer Ghetto gerät bei Astrid Rosenfeld zu einem tragikomischen und melancholischen Stück Geschichte, das neu mit Leben füllt, was vielen nur noch als Text aus dem Geschichtsbuch bekannt sein dürfte.
Höchst verblüffend und beeindruckend, wie es Astrid Rosenfeld gelingt, stets souverän die Waage zwischen Ernsthaftigkeit und Humor zu halten und nie an Glaubwürdigkeit einzubüßen. Mit einem klugen Aufbau versehen ist „Adams Erbe“ zurecht zu einem höchstgelobten Roman geworden, der viele Leser verdient. Nicht nur seine Geschichte unterhält, auch die Dialoge und die teils schrulligen Protagonisten sind hervorragend gestalten und machen „Adams Erbe“ zu einem runden Gesamtkunstwerk. Der Roman unterhält auf großartige Weise und ist zu keinem Zeitpunkt belanglos. Eines der stärksten Debüts der letzten Jahre und ein Buch, das man ruhigen Herzens weiterempfehlen kann!

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