Callan Wink – Der letzte beste Ort

Es sind einfache Menschen, von denen Callan Wink in seinem Kurzgeschichtendebüt erzählt. Und genau das macht seine Erzählungen so packend, die dieser Band unter dem Titel Der letzte beste Ort versammelt.

Das Buch beinhaltet neun Erzählunge, die sich meist im Rahmen von 25-30 Seiten bewegen. Einziger kleiner Ausreißer ist die letzte Erzählung Im Nachhinein, die 65 Seiten stark ist und mit Kapiteln gegliedert wurde.

WinkWenn ich den Inhalt des Buches oder seine Stoßrichtung beschreiben sollte, gelange ich schon an meine Grenzen. Das Buch berichtet einfach von ganz normalen Menschen und den großen und kleinen Dramen des Lebens. Da ist zunächst ein Mann, der einen Hund aus seiner Gefangenschaft befreite und nun vor den Besitzern durch die Nacht davonläuft. Da ist ein Mann, der als Schauspieler an der Nachstellung der Schlacht am Little Big Horn mitwirkt, bei der der berühmte amerikanische Heeresführer Custer starb. Oder der Abschluss des Bandes – hier lässt Callan Wink eine Frau über ihr gelebtes Leben und dessen Höhen und Tiefen räsonieren.

Für mich macht den Reiz dieser hervorragenden Kurzgeschichte das Ausbleiben von Pathos und Überhöhung aus. Callan Wink schreibt auf den Punkt – mit prätentiösen literarischen Ausschmückungen hat er nichts am Hut. Er schreibt über ganz normale Menschen und ganz normale Dramen, die sich in deren Leben abspielen. Und dies gelingt ihm in einer herzzerreißenden Intensität – vor allem die zweite Geschichte Schneeschmelze berührte mich sehr. Hier schreibt ein Autor, den man gerne liest und von dem man gerne mehr lesen würde (Hoffnung gibt da die Info, dass Wink gerade an seinem ersten abgeschlossenen Roman arbeitet).

Ein Wort sollte an dieser Stelle auch noch zur besonders schönen Ausstattung dieses Buchs verloren werden. Hier hat sich der Suhrkamp-Verlag nämlich wirklich Mühe gegeben. Der Buchblock ist in einen kartonierten festen Umschlag eingebunden, der das Bildmotiv gleich aufgeprägt trägt. Das Buch liegt gut in der Hand und macht einfach Freude beim Aufschlagen. Gerne blättert man in das Buch hinein und lässt sich in die Kurzgeschichten saugen.

Hier beweist der junge Autor Callan Wink, dass das ganz einfache Leben und dessen Dramen noch immer am spannendsten sind, wenn man gut über sie zu schreiben weiß. Und Wink weiß das auf alle Fälle!

 

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