Romain Puértolas – „Die unglaubliche Reise des Fakirs, der in einem IKEA-Schrank feststeckte“

Eine Reise, die ist lustig

Zugegeben – schon der Titel macht klar, an welches Publikum sich „Die unglaubliche Reise eines Fakirs, der in einem IKEA-Schrank feststeckte“ richtet. Nicht nur titeltechnisch dürfte „Der Hundertjährige, der aus einem Fenster stieg und verschwand“ bei diesem Buch Pate gestanden haben. Der Franzose Romain Puértolas schickt darin allerdings keinen Greis auf die Reise sondern wählt sich einen indischen Fakir mit dem Namen Ayarajmushee Dikku Pradash.

Dieser fliegt von seiner Heimat Indien aus nach Frankreich, um sich dort bei IKEA ein neues Nagelbett zu kaufen (sic!). Doch wie der Titel schon erahnen lässt, ist dies nur der Auftakt zu weitaus größeren Odyssee, die Pradash unter anderem nach England, Italien und Spanien führt. Halb Europa wird bereist und immer neue Verwicklungen treiben den Fakir über die Landkarte und durch die Geschichte. Dies ist natürlich nicht wirklich glaubhaft und sehr überdreht – wer auf jeglichen Anflug von Realismus verzichten kann, der wird hier glücklich.

Ebenso eine Geschmacksfrage ist auf der Humor, von dem „Die unglaubliche Reise eines Fakirs, der in einem IKEA-Schrank feststeckte“ durchtränkt ist. Mit dem unbedingten Willen zum Kalauer überzeichnet Puértolas seine Figuren allesamt gnadenlos und grotesk. Gerade die Roma, die der französische Autor in seinem Buch wenig gut dastehen lässt, fallen durch alberne Namen auf: Tom-Cruise Jesus Cortés Santamaria ist nur ein Beispiel der Albernheiten.

Zu loben ist die Übersetzung des famosen Übersetzers Hinrich Schmidt-Henkel, der es schafft, den sehr wortspiel-lastigen Humor des Franzosen wenigstens einigermaßen ins Deutsche hinüberzuretten.
Insgesamt ein Buch, das ganz klar auf die Leserschaft von Jonas Jonassons Mega-Bestseller des Hundertjährigen schielt. Ob das Buch ein solcher Erfolg wie in Frankreich (so verkündet es zumindest der Verlag auf dem Klappentext) wird, bleibt abzuwarten.

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