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Arne Dahl – Hass

Finale furioso

Hass

Hass – Arne Dahl

Nun ist Arne Dahl also nach dem Ende seiner A-Gruppe auch beim Ende des OPCOP-Quartetts angelangt und bereitet seiner europäischen Supergroup ein Finale – und was für eines: Nach „Gier“, „Zorn“, „Neid“ kommt nun „Hass“, ein Band der die Erzählstränge aus den drei Vorgängerbänden zusammenführt und die Dichte des Plots der wahrlich nicht einfach gestrickten Vorgänger noch einmal toppt. Am Ende des Buchs ist ein Dramatis personae aufgeführt, und gerade wenn man mit diesem Thriller in den Dahl’schen Kosmos einsteigen will, empfiehlt sich die Lektüre dieses Personenverzeichnisses wirklich.

Von Kalabrien bis China

Dahl schickt die OPCOP-Truppe unter der Leitung von Paul Hjelm um den ganzen Globus, um es mit dem internationalen Verbrechen aufzunehmen. Ohne zu viel vom fintenreichen Plot verraten zu wollen. Seine multinationale Gruppe muss sich in Pärchen aufgesplittet unter anderem mit der ‚Ndrangheta in Kalabrien, Chinesischen Forschern in Shanghai und Aufständen in Spanien befassen. Denn es scheint, als seien die Geschehnisse, die in den drei Vorgängerbänden geschahen, nur das Präludium für ein weitaus größeres Verbrechen. Und so haben auch die Charaktere aus diesen Büchern wieder Auftritte genauso wie das gefürchtete Sicherheitsunternehmen Asterion, dessen Rolle sich durch die ganzen Bände wie ein roter Faden zieht.

Das letzte Puzzlestück

Wie Dahl seine verschiedenen Erzählstränge in der Hand hält und ein verästeltes Netz des Verbrechens zeichnet ist höchst meisterlich und auf dem Krimimarkt wirklich ein Alleinstellungsmerkmal. Dies erfordert vom Leser natürlich auch einen langen Atem, wenn Dahl immer wieder von Pärchen zu Pärchen springt, die Erzählebenen wechselt und alte Plots wieder aufgreift. Wer den Atem mitbringt, der wird mit einem würdigen Finale belohnt, das wie eine gute Fernsehserie von Cliffhanger zu Cliffhanger springt und den Leser mitzittern lässt.

Für den optimalen Genuss von „Hass“ empfiehlt es sich meiner Meinung nach, die drei Vorgängerbände zu kennen. Zwar erklärt Dahl in Rückblenden immer wieder essenzielle Geschehnisse, besser für das Verständnis des komplexen Plots ist es allerdings, die Bücher selber gelesen zu haben (und außerdem sind diese ja auch wirklich starke Krimilektüre, die man sich nicht entgehen lassen sollte). Ein packendes Finale furioso und der Schlusspunkt eines Krimiquartetts, das seinesgleichen sucht!

Zur Übersicht für alle Interessierten hier noch einmal die Reihenfolge des OPCOP-Quartetts:

Arne Dahl: Zorn

Mörderisches Europa

Bereits zum zweiten Mal schickt Arne Dahl sein Europol-Superteam Opcop quer durch den europäischen Kontinent (und diesmal noch viel weiter), um die Zusammenhänge zwischen mysteriösen Morden zu ergründen.

Das OPCOP-Team zum Zweiten

ZornNachdem das europäische OPCOP-Team im Debütband „Gier“ seinen Einstand feiern durfte, geht es nun mit Zorn gleich Schlag auf Schlag weiter.

Mit dem Selbstmord eines Schönheitschirurgen in Belgien nimmt alles seinen Lauf. Dieser beging nur vermeintlich Suizid, denn wie das Team unter Leitung von Paul Hjelm herausfindet ist alles deutlich komplizierter.
Zudem sterben in Stockholm in einer Kneipe mehrere Menschen und es hat darüberhinaus den Anschein, dass ein Serienkiller europäische Inseln besuchen und sich dort seine Opfer suchen würde.
An vielen Baustellen wird das OPCOP-Team wieder gefordert, das sich dem Kampf gegen das internationale Verbrechen stellen muss. Die multiethischen Polizistinnen und Polizisten müssen an verschiedenen Fronten kämpfen und teils hohe Preise für ihren Einsatz zahlen.
Dafür wird der Leser des Thrillers abermals mit einem spannenden Roman belohnt!

Komplexität hat einen Namen

Ähnlich wie im ersten Band braucht der Leser ein gutes Gedächtnis, um den Überblick über zahllose Charaktere, Handlungsstränge und Orte zu behalten. Wem dies gelingt wird mit einem Thriller der Extraklasse belohnt. Zwar muss sich Arne Dahl immer den Vorwurf der konstruierten Handlungen gefallen lassen – auch dieses Buch macht in dieser Hinsicht keine Ausnahmen – doch das Ergebnis überzeugte mich vollkommen. Schnelle Handlungsstränge, ein äußerst hinterhältiger Mörder und dazu eine Sprache, die sich vom Gros der Thrillerautoren abhebt. Wie bereits bei der zehnbändigen A-Team-Reihe stattet er jeden der internationalen Polizisten mit eigenen Persönlichkeiten und Stimmen aus, lässt in Zwischensequenzen den Leser lange im Dunkeln tappen und überrascht schlussendlich mit einigen Twists.
D

ies kann dem einen oder anderen Leser durchaus zu viel werden oder man könnte sich an manchen Formulierungen des Schweden (respektive der etwas lieblosen Übersetzung durch Antje Rieck-Blankenburg) stören. Doch das Bild, das am Ende von „Zorn“ steht, ist mit dem Adjektiv komplex wahrlich noch untertrieben. Arne Dahl schafft es erneut, ein Abbild der heutigen länderübergreifenden Kriminalität zu zeichnen, dass sowohl anspruchsvoll als auch höchst spannend ist. Wer Lektüre sucht, die endlich einmal komplexer als die übliche Krimi-Dutzendware mit Pathologe oder Regio-Krimi-Schnüffler ist, der dürfte mit „Zorn“ glücklich werden. So müssen Thriller des 21. Jahrhunderts geschrieben sein!

Für alle Fans des OPCOP-Teams gibt es derweil schon gute Nachrichten – das Quartett findet mit „Neid“ seine Fortsetzung. Auch hier wieder eine klare Empfehlung meinerseits!