Tim Raue: Ich weiß, was Hunger ist

Lebenshunger

In „Ich weiß, was Hunger ist“ lässt Tim Raue den Leser an seiner ungewöhnlichen Vita teilhaben. Wie der Titel bereits suggeriert, beschreibt Raue in locker-flapsigem Ton, wie er von der Straßengang 36Boys in Berlin seinen Weg in ein selbstbestimmtes Leben aus Sternekoch fand.
Um es gleich vorweg zu nehmen: „Ich weiß, was Hunger ist“ ist keine dieser Biographien, die durch feine Sprache und gewählte Ausdrucksweise bestechen. Das Buch zeigt eher auch sprachlich einen jungen Mann, der sich von der Straße nach oben gearbeitet hat.
Tim Raue beschreibt anekdotenreich seinen Werdegang und den Weg an die Spitze der deutschen Gastronomie. Das ist für all diejenigen interessant, die sich wenigstens halbwegs für gutes Essen interessieren und neuen Dingen offen gegenüberstehen. Deutlich illustriert Tim Raue seine Kernbotschaft, dass jeder selbst für sein Glück verantwortlich ist.
Und nicht zuletzt ist das Buch eine Hommage an seine Frau Marie, der auch das Buch gewidmet ist – der Koch beschreibt eindringlich, wie ihre Leben zusammenhängen und welche Höhen und Tiefen sie bereits durchgemacht haben.
Eine lesenswerte Biographie für alle Hobbyköche, die sich für die Sterneküche interessieren und die einen Menschen mit Brüchen kennenlernen wollen, der sich in „Ich weiß, was Hunger ist“, in lockerem Ton präsentiert.

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