Dennis Lehane – Mystic River

Wenn aus Freunden Feinde werden

Sean, Jimmy und Dave sind in ihrer Kindheit beste Freunde, obwohl sie aus unterschiedlichen Vierteln stammen. Doch Jahre später müssen die ehemaligen Freunde feststellen, dass ihre Freundschaft die Zeit wohl nicht in Gänze überstanden hat.

Auslöser ist der Fund von Jimmys ermordeter Tochter, die in einem Park entdeckt wird. Sean muss als Polizist die Ermittlungen aufnehmen und sich gegen seine Jugendfreunde stellen. Denn es scheint, als sei Dave in den Mord an Jimmys Tochter verwickelt. Die Freunde finden sich alle auf unterschiedlichen Seiten wieder und kämpfen, um unbeschadet aus den Ereignissen hervorzugehen.

Das umfangreiche Schaffen Dennis Lehanes

Am bekanntesten dürfte Dennis Lehane in Deutschland für seine Vorlagen zu den Kinofilmen „Gone Baby gone“ und „Shutter Island“ sein. Dies ist bedauerlich, da die Bücher des amerikanischen Autors mindestens genauso gut wie die Verfilmungen sind. Neben seinen Ermittler-Bücher um das Detektivpärchen Kenzie und Gennaro schrieb und schreibt Lehane immer wieder eigenständige Titel, zu denen auch „Mystic River“ zählt, der in Deutschland zunächst unter dem Titel „Die Spur der Wölfe“ publiziert wurde und ebenfalls durch Clint Eastwood für das Kino adaptiert wurde. Der Diogenes-Verlag hat nun die Taschenbuchausgabe neu aufgelegt, diesmal mit einer Neuübersetzung durch Sky Nonhoff.

Aus Kindern werden Erwachsene

Der Roman spannt den Bogen von der Kindheit des Triumvirats bis hin zum Familienleben der Protagonisten und erschafft prägnante Figuren. Obwohl auf den insgesamt 620 Seiten doch einige Charaktere auftauchen, schafft es Lehane, jeder Figur eine ganz eigene Tiefe zu verleihen, die noch lange nachhallt. Bei diesem Buch ist keine Seite zu viel, die Perspektivwechsel gelungen und durch die kluge narrative Struktur des Romans erhält sich die Spannung über die vielen Seiten hinweg.
Dennis Lehane ist ein absolut runder Thriller über Schuld und Sühne gelungen. Es ist diesem großartigen Autoren wirklich zu wünschen, dass sein Verlagswechsel hin zum Diogenes-Verlag ihm nun die Aufmerksamkeit beschert, die sein schriftstellerisches Schaffen auf jeden Fall verdient!

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