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Die besten Bücher 2018

Rasend schnell ist das Jahr 2018 vergangen. Gefühlt hat man doch erst den Tannenbaum aus der Wohnung geworfen – und nun steht schon wieder ein neuer Baum im Zimmer. 12 Monate, die sich eher nach Wochen denn Monaten angefühlt haben. Zeit genug also, um Bilanz zu ziehen.

Was waren meine Bücher des Jahres? Welche Titel sind geblieben und konnten aus der Masse an Gelesenem (immerhin etwas mehr als 170 Bücher) herausragen? Im Folgenden habe ich meine besten Bücher des Jahres 2018 gekürt, aufgeteilt nach Kategorien. Viel Freude bei der Lektüre!

Roman des Jahres

Die Entscheidung für diese Kategorie war schon unmittelbar nach dem unmittelbaren Ende der Lektüre klar. Dieser Preis soll und muss an Steffen Mensching für sein Opus Magnum Schermanns Augen gehen. 12 Jahre Arbeit flossen in dieses Buch – und man merkt sie jedem Satz an.

In seinem Roman erzählt er die unglaubliche Lebensgeschichte des Rafael Schermann, der aus dem Schriftbild seiner Mitmenschen schier Unfassliches herauszulesen im Stande war. Dies brachte ihn in der Wiener und Berliner Gesellschaft ganz nach oben, ließ ihn dann aber auch ganz tief fallen. So begegnen wir als Leser Schermann in den 30er Jahren in einem Gulag am Rande der Welt, und zwar im tiefsten Sibirien. Dort wird er von der Lagerleitung und seinen Mitinsassen verhört. Langsam tritt so seine unglaubliche Lebensgeschichte zutage, bei der man nie weiß – ist Schermann nun ein Genie oder ein Schwindler? Welch ein Plot, welch eine Sprache, was für ein Lesegenuss. Der beste Roman des Jahres!

Memoir des Jahres

Diese Kategorie heimst die Britin Vera Brittain für sich ein. Dabei stammt ihr Buch Vermächtnis einer Jugend eigentlich aus dem Jahr 1933 – und ist dabei doch so hochaktuell und alles andere als verstaubt.

Bestechend klar und energisch erzählt sie von ihren Erlebnissen als Hilfskrankenschwester an den Fronten des Ersten Weltkriegs, ihren privaten Schicksalsschlägen und ihrem Werben für Frieden. Mit einer luziden Sicht auf die Dinge schildert sie die Gräuel, die jener Krieg den Menschen auf beiden Seiten der Schlachtenlinien brachte. Auch ihre persönlichen Schicksalschläge bringt sie ergreifend zu Papier, ohne in die Pathosfalle zu tappen. Eine großartige Wiederentdeckung, erschienen bei Matthes&Seitz und übersetzt von Ebba B. Drolshagen (sowie mit einem Nachwort versehen). Auch in Anbetracht der Tatsache, dass sich 2018 das Ende des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal jährte, dringend empfohlen!

Historischer Roman des Jahres

An dieser Stelle geht die Auszeichnung an den Mare-Verlag für das Verlegen von Ian McGuires Nordwasser (Übersetzung von Joachim Körber). Dieser Roman ruft ein schon lange vergangenes Kapitel wieder wach – und zwar das des Walfangs. Man glaubt kaum, dass solch wuchtig-antiquierte Literatur 2018 noch möglich ist – und doch ist sie es.

McGuire erzählt von einer Walfangexpedition, die völlig aus dem Ruder läuft und zu zahlreichen Toten führt. Ein starker Magen ist bei diesem Buch von Vorteil. Hier zeigt sich auch einmal mehr der Vorteil, dass die Lektüre eines Buch doch keine olfaktorische ist: düster, gewalttätig und höchst fesselnd. Kurzum: so wie ich mir einen guten historischen Roman wünsche.

Krimi des Jahres National

Da müssen sich in diesem Jahr zwei Krimis das Treppchen teilen, beide aus dem Hause Suhrkamp.

Da wäre zum Einen André Georgi mit Die letzte Terroristin, einem sprachlich ansprechenden Katz-und-Maus-Spiel rund um die letzte Generation RAF. Geschickt schildert er die Jagd des BKA auf die Überbleibsel jener Terrororganisation, die den Chef der Treuhand ins Visier genommen haben und aus dem Weg schaffen wollen. Und das in einem atemlosen und mitreißenden Stil, der nur so durch die Seiten fliegen lässt.

Nicht minder sprachlich bravourös und auf den Punkt ist Simone BuchholzMexikoring über Clankriminalität, Bremen, Hamburg und ihre Serienfigur, die Staatsanwältin Chastity Riley. Da fliegen die Dialoge wie Pistolenkugeln – bestes deutsches Krimikino, toll in Szene gesetzt. Glücklich ein Land, das solche Stimmen fernab des üblichen Fitzek/Tskokos/Gruber-Trashes hat, der zu meinem Unverständnis die Bestsellerlisten dominiert.

Insofern wirklich verdiente Erste Plätze, die hoffentlich auch beim bald vergebenen Deutschen Krimipreis Beachtung finden.

Krimi des Jahres International

Auch wenn das Buch im Krimi-Verlag Polar erscheint und so gelabelt ist –  Leonard Pitts jr. Buch Grant Park ist weniger ein Krimi denn ein komplexer Gesellschaftsroman, der seine beiden Brückenpfeiler in den Jahren 1968 und 2008 einschlägt.

1968 finden die Proteste der schwarzen Bevölkerung in Memphis ihren traurigen Höhepunkt, als Martin Luther King erschossen wird. 2008 steht mit Barack Obama der erste Schwarze kurz vor seinem Einzug ins Weiße Haus. Ein Umstand, den viele Weiße nicht verwinden können. Über diese beiden entscheidenden gesellschaftlichen Ereignisse erzählt Pitts jr. vom omnipräsenten Rassismus, der zum unüberwindbaren Hindernis der amerikanischen Gesellschaft geworden ist. Sehr reflektiert, ambivalent und (leider) immer zeitgemäßer. Übersetzt wurde das Buch von Andrea Stumpf und Gabriele Werbeck.

Debüt des Jahres

Bei keinem Debüt in diesem Jahr habe ich einen solch gewagten Plot, eine derart passende Sprache und eine Neujustierung der eigenen Wahrnehmung erlebt wie bei Christian Torklers Roman Der Platz an der Sonne.

Er erzählt in seinem Buch eine alte Geschichte, die unsere heutigen Debatten um Flüchtlingsströme und Asyl neu sehen lässt. Bei ihm liegt nämlich Deutschland 1978 in Trümmern, ist in Kleinstaaten zerfallen und von Bürokratie zerfressen. Keine Hoffnung, nirgends. Doch Torklers Ich-Erzähler Josua Brenner beherzigt das alte Motto der Bremer Stadtmusikanten „Etwas besseres als den Tod finden wir überall“ und macht sich auf den Weg, aus Deutschland zu flüchten. Der Kontinent seiner Träume heißt Afrika – denn dort herrscht Wohlstand, die Länder prosperieren. Brenner sieht seine Chance gekommen. Und so tritt er eine waghalsige Flucht an, die Torkler mitreißend und nachdenklich machend schildert.

Aber auch ein andere Autor aus dem Klett-Cotta-Programm hätte diesen Titel verdient gehabt. Das muss man der Fairness halber anmerken – Kai Wieland heißt er und hat mit Amerika ein Buch geschrieben, das noch vieles erwarten lässt!

Sachbuch des Jahres

Ein provokanter Titel, eine provokante These – für die es von mir vollen Zuspruch gibt. Trennt euch heißt der Essay von Thomas Meyer und ist als Taschenbuch im Diogenes-Verlag erschienen.

Seine These: viele Paare sind in ihren Beziehungen unglücklich. Es passt nicht, man kann sich nicht enfalten – und dennoch hält man in den Beziehungen aus. Aber warum? Meyer plädiert für mehr Trennungen, die Potentiale in einem selbst wieder freisetzen. Warum sich selbst quälen? Denn das Leben ist kurz. Sehr kurz sogar.

Ein nachdenkenswerter Impuls, der viele Beziehungen um einen herum mit anderen Augen betrachten lässt.

Flop des Jahres

Eine Kategorie, bei der ich erfreulicherweise lange überlegen musste. Ein Buch, das schon während der Lektüre völlig an mir vorbeigerauscht ist und dessen Lob ich nicht im Geringsten nachvollziehen kann ist Als die Tauben verschwanden von Sofi Oksanen. Die Lektüre führte zu einem Artikel, in dem ich mich und meine Lesegewohnheiten hinterfragt habe. Insofern steckt in diesem Scheitern auch wieder etwas Produktives.

Andere Bücher wie etwa Jo Nesbos Neuinterpretation von Macbeth oder Gabriel Tallents Mein Ein und Alles bekamen allenorten viel Lob, bei mir konnte sich die Begeisterung nicht wirklich übertragen. Aber ansonsten blieben wirkliche Ärgernisse und Flops aus. Auch eine erfreuliche Erkenntnis, und das bei über 175 gelesenen Büchern im Jahr. Würde 2019 ähnlich erfolgreich, dann würde mich das freuen!



Bleibt noch die Frage nach den Vorsätzen für 2019: für den Blog ist mein Wunsch ein zweifacher: ich will mehr Frauen besprechen und diesen Platz geben. Das Buchbusiness ist ein männliches, in den meisten Chefetagen Männer, in den meisten Programmen Männer, dieser Blog wird von einem Mann gepflegt. Für die Sichtbarkeit will ich mich bemühen, mehr Frauen zu berücksichtigen und deren Bücher besprechen.

Ebenfalls berücksichtigen möchte ich mehr Indie-Verlage. Diese sollen auch mehr Platz bekommen, in Form von Interviews, Buchvorstellungen und Besprechungen. Ob mir das gelingt wird sich dann erst Ende 2019 zeigen. Doch so schnell wie auch dieses Jahr wieder vergehen wird, ist dies eh nur ein Katzensprung entfernt. Bis dahin einen guten Rutsch und frohes Lesen!

Der literarische Frühling 2019

Auf diese Bücher freue ich mich  im neuen Jahr

Gefühlt ist es doch erst ein paar Wochen her, dass ich mich an eine kleine Vorschau der Herbst-Titel 2018 gemacht habe. Doch die Zeit rast, viele Verlage haben schon die Vorschauen für ihr literarisches Frühjahrsprogramm 2019 veröffentlicht. Aus den bislang publizierten Vorschauen habe ich ein paar Titel herausgepickt, auf die ich mich besonders freue (Ankündigungstexte entstammen den Verlagswebseiten). Meine Frühjahrshighlights 2019:

Johanna Holmström – Die Frauen von Själö

In einer Herbstnacht im Jahr 1891 ertränkt Kristina Andersson ihre zwei schlafenden Kinder im Meer. Sie kommt in die Nervenheilanstalt auf Själö, einer Insel im Schärengarten Finnlands – kaum eine der Patientinnen, die hier eingewiesen werden, verlässt die Insel jemals wieder.
Vierzig Jahre später wird die siebzehnjährige Elli ebenfalls dort eingeliefert. Sie wünschte sich mehr vom Leben als die Enge ihres Elternhauses. Sie lief von zu Hause weg, verliebte sich Hals über Kopf und musste vor der Polizei fliehen. Doch zu ihrer Zeit erlaubt man Frauen den Ausbruch aus ihrem Leben nicht. Jetzt ist sie ebenfalls gefangen auf der Insel Själö, wo die Zeit stillzustehen scheint …

Victor Pouchet – Warum die Vögel sterben

In der Normandie regnet es tote Vögel vom Himmel, doch in Paris nimmt man kaum Notiz davon. Nur ein promotionsmüder Student will unbedingt erfahren, was sich da – unter anderem in seinem Heimatort – ereignet hat. Er versucht allerdings ausgerechnet auf einem Vergnügungsdampfer dorthin zu gelangen. Als (weitaus) jüngster Passagier auf der Seine Princess verliebt und schlägt er sich auf diesem ›trunkenen Schiff‹ mit einem Matrosen um die Herzdame … Aber ist seine Reise nicht vor allem ein Versuch, die Familie wiederzufinden und ein wenig Ordnung in seine Notizen und sein Leben bringen?

Alan Carter – Marlborough Man

Nick Chester hat als undercover cop in seiner englischen Heimat eine Gangsterorganisation auffliegen lassen, die ihn daraufhin auf ihre Abschussliste setzte. Bei der neuseeländischen Polizei, an den landschaftlich grandiosen, rauen Marlborough Sounds versucht er nun, mit seiner Familie ein neues Leben zu beginnen. Aber auch die abgelegene Provinz hat ihre Tücken. Ohne seine ortskundige Kollegin, Constable Latifa Rapata, wäre er hilflos. In der dünnbesiedelten Gegend treibt ein unheimlicher Mörder sein Unwesen. Chester und Rapata müssen sich mit der örtlichen Nomenklatura anlegen, Rassenkonflikte werden sichtbar, und Chester darf nie vergessen, dass die britischen Gangster ihn überall auf der Welt finden können. Jederzeit …

Nicola Karlsson – Licht über dem Wedding

Ein Hochhaus in Berlin. Zwischen S-Bahnhof und tristen Grünanlagen prallen Welten aufeinander. Hannah verdient ihr Geld mit einem Modeblog und lebt erst seit kurzem hier. Dem alleinerziehenden Wolf ist von seiner Zeit im Nachtleben nur der Alkohol geblieben. Und seine Tochter Agnes will weder von ihm noch von dem Püppchen aus dem 10. Stock etwas wissen. Und doch kreuzen sich ihre Wege. Sie verbindet die existenzielle Einsamkeit der Großstadt. Sie sind auf der Flucht und zugleich wie getrieben auf der Suche. Sie ahnen, dass es jemanden gibt, der ist wie sie. Und trotzen dem Leben eine Überraschung ab.

Friedemann Karig – Dschungel

Er muss ihn finden. Seinen besten Freund, der schon immer auf der Jagd nach dem Extremen war – nie wird er vergessen, wie euphorisiert Felix neben ihm vor dem felsigen Abgrund stand, unter ihnen ragten die Klippen hervor wie aufgeklappte Messer. Doch selbst Felix sieht es nicht ähnlich, auf einer Reise in Asien spurlos zu verschwinden. Für den Erzähler steht fest: Nur er kann das rätselhafte Abtauchen aufklären. Dafür setzt er sogar seine große Liebe aufs Spiel. Schließlich verbindet ihn mit Felix eine besondere Freundschaft. Und ein Geheimnis, das sie ebenso eint wie trennt. Immer tiefer dringt der Erzähler auf seiner Suche in das wilde Kambodscha vor, in dieses nie genesene Land ohne Gedächtnis, immer verzweifelter durchforstet er seine Erinnerungen nach einem Hinweis, was passiert sein könnte. Bis er begreift, dass er den Freund nur retten kann, wenn er mit ihm verschwindet.

Katharine Dion – Die Angehörigen

Nach dem plötzlichen Tod seiner Frau Maida quält Gene die Frage, ob sie glücklich gewesen ist mit ihrem gemeinsamen Leben. Er hat sie das nie gefragt. In Gesprächen mit seiner Tochter Dary und seinen langjährigen Freunden Gayle und Ed sucht er in seiner Erinnerung nach glücklichen Momenten, die sie erlebt haben: als Paar, als Eltern, als Freunde. Doch Dary stellt nicht nur seine versöhnliche Darstellung der Vergangenheit infrage, sie lässt ihn auch an seinem Bild von Maida zweifeln. Durch sie tritt Gene eine ganz andere Frau entgegen. Während die seit Langem bestehende Kluft zwischen ihm und seiner Tochter wächst, begreift Gene nach und nach, wie wenig er sein eigenes Kind kennt – und wie geheimnisvoll seine Ehefrau eigentlich war. Neben das Glück, das er stets an Maidas Seite empfunden hat, treten Verletzung und Betrug, die es sowohl in seiner Ehe als auch in seiner Freundschaft zu Gayle und Ed gegeben hat. Und ein entsetzlicher Verdacht ergreift Besitz von ihm und droht alles hinwegzufegen, was er je zu wissen geglaubt hat.

Hanya Yanagihara – Das Volk der Bäume

Der junge Arzt Norton Perina kehrt mit einer unfassbaren Entdeckung von der Insel Ivu’ivu zurück: Hat er wirklich ein Mittel gegen die Sterblichkeit gefunden? Eine uralte Schildkrötenart soll die Formel des ewigen Lebens bergen. So kometenhaft er damit zur Spitze der Wissenschaft aufsteigt, so rasant vollzieht sich die Kolonisierung und Zerstörung der Insel.

Geovani Martins – Aus dem Schatten

Jeder Schritt vor die Tür ein Spießrutenlauf, jede Begegnung mit der Polizei eine Schikane, jeder Blickkontakt ein Todesrisiko: Die Favelas von Rio de Janeiro sind harte Orte. Hier herrschen Armut und Brutalität. Hier leben die Ohnmächtigen und Verdammten. Und hier leben junge Menschen – sind sie Täter? Opfer? –, die mit all dem klarkommen müssen und sich ihre alltägliche Fragen stellen: Die Schusswaffen des Vaters mal ausprobieren? Wie kriegt man eine Frau rum? Wie wird man eine Leiche los? Wie rettet man eine Hexe? Wohin mit den Drogen, wenn eine Sondereinheit das Haus stürmt?


Violaine Huisman – Die Entflohene

Ihr Fahrstil war sportlich, mit quietschenden Reifen fuhr sie über jede rote Ampel der Champs-Elysées, in der linken Hand die Zigarette, in der rechten das Steuer, auf dem Rücksitz die beiden Töchter. Catherine konnte ausrasten, ihre Kinder unflätig beschimpfen, um sie gleich danach in Liebe zu ertränken. Die kleine Violaine und ihre Schwester lieben die Mutter abgöttisch, aber sie ist krank, sie ist manisch-depressiv.

Vea Kaiser – Rückwärtswalzer

Als Onkel Willi stirbt, stehen der Drittel-Life-Crisis geplagte Lorenz und seine drei Tanten vor einer Herausforderung. Willi wollte immer in seinem Geburtsland Montenegro begraben werden. Doch da für eine regelkonforme Überführung der Leiche das Geld fehlt, begibt man sich kurzerhand auf eine illegale Fahrt im Panda von Wien Liesing bis zum Balkan. Auf der 1029 Kilometer langen Reise finden die abenteuerlichen Geschichten der Familie Prischinger auf kunstvolle Weise zueinander.

Lawrence Osborne – Welch schöne Tiere wir sind

Die Luft scheint stillzustehen an diesem heißen Sommertag auf der griechischen Insel Hydra. Dort verbringt Naomi die Ferien in der Residenz ihres Vaters, einem englischen Kunstsammler. Gemeinsam mit der jüngeren Sam entdeckt sie bei einem Küstenspaziergang etwas Ungeheuerliches: Ein bärtiger, ungepflegter Mann liegt auf den Steinen, ein Geflüchteter aus Syrien, Faoud. Für Naomi die perfekte Gelegenheit, es ihrem Vater heimzuzahlen – für seinen obszönen Reichtum, seine hohlen Allüren, seine unerträgliche neue Frau. Doch als sie Faoud dazu anstiftet, bei ihrem Vater einzubrechen, hat das fatale Folgen.

John Ironmonger – Der Wal und das Ende der Welt

Erst wird ein junger Mann angespült, und dann strandet der Wal. Die dreihundertsieben Bewohner des Fischerdorfs St. Piran spüren sofort: Hier beginnt etwas Sonderbares. Doch keiner ahnt, wie existentiell ihre Gemeinschaft bedroht ist. So wie das ganze Land. Und vielleicht die ganze Welt. Weil alles mit allem zusammenhängt.

Kena Cusanit – Babel

1913, unweit von Bagdad. Der Archäologe Robert Koldewey leidet ohnehin schon genug unter den Ansichten seines Assistenten Buddensieg, nun quält ihn auch noch eine Blinddarmentzündung. Die Probleme sind menschlich, doch seine Aufgabe ist biblisch: die Ausgrabung Babylons. Zwischen Orient und Okzident bahnt sich gerade ein Umbruch an, der die Welt bis in unsere Gegenwart hinein erschüttern wird. Wie ein Getriebener dokumentiert Koldewey deshalb die mesopotamischen Schätze am Euphrat; Stein für Stein legt er die Wiege der Zivilisation frei – und das Fundament des Abendlandes.

Don Winslow – Jahre des Jägers

Art Keller, der berühmte US-Drogenfahnder, steht vor der Aufgabe seines Lebens: die amerikanische Anti-Drogen-Politik ist gescheitert, die Menge des jährlich importierten Heroins hat sich vervielfacht. So viele Amerikaner wie noch nie sind opiatabhängig. Die mächtigen mexikanischen Drogenkartelle versuchen, die amerikanische Regierung zu unterwandern – an deren Spitze ein umstrittener neuer Präsident steht. Art Keller folgt den Spuren des verschwundenen legendären Drogenbosses Adan Barrera und findet sich in einen brutalen und gnadenlosen Kampf gegen beide Seiten verstrickt. Er muss feststellen, dass Drogen- und Waffengeschäfte unfassbare Dimensionen angenommen haben. Dabei kommt der Feind aus einer ganz unerwarteten Richtung. Es beginnt ein entfesselter Krieg mit epischem Ausmaß, in dem die Grenzen zwischen Gut und Böse schon längst verschwunden sind.

Ian McEwan – Maschinen wie ich

Charlie ist ein sympathischer Lebenskünstler Anfang 30. Miranda eine clevere Studentin, die mit einem dunklen Geheimnis leben muss. Sie verlieben sich, gerade als Charlie seinen ›Adam‹ geliefert bekommt, einen der ersten lebensechten Androiden. In ihrer Liebesgeschichte gibt es also von Anfang an einen Dritten: Adam. Kann eine Maschine denken, leiden, lieben? Adams Gefühle und seine moralischen Prinzipien bringen Charlie und Miranda in ungeahnte – und verhängnisvolle – Situationen.

Lou Berney – Destination Dallas

November 1963: Amerika befindet sich in Schockstarre. Präsident Kennedy ist gerade in Dallas erschossen worden.
Auch den sonst nie um ein Wort verlegenen Frank Guidry macht die Nachricht sprachlos. Einige Tage zuvor hat er seinem Boss, der Mafiagröße Carlos Marcello, einen Gefallen getan und unweit des Tatorts ein Auto abgestellt. Ein Fluchtwagen, wie es nun scheint.
Da Frank weder verhaftet, noch als Mitwisser zum Schweigen gebracht werden will, muss er die Stadt schnellstmöglich verlassen.
Die junge Charlotte flieht ebenfalls, zusammen mit ihren Töchtern – vor ihrer trostlosen Ehe, der Enge ihres Zuhauses, der Chancenlosigkeit ihres Lebens. In einer Notsituation trifft sie auf den weltgewandten Frank, der vorschlägt, den Rest des Weges durch die USA gemeinsam fortzusetzen.
Schnell stellen Frank und Charlotte fest, dass sie einander auf ihrer Reise brauchen werden.

William Kent Kueger – Für eine kurze Zeit waren wir glücklich

Im Sommer des Jahres 1961 kommt der Tod in vielen Formen nach New Bremen. Als Unfall. Als Selbstmord. Und als Mord. Zusammen mit seinem kleinen Bruder Jake scheint der dreizehnjährige Frank immer am falschen Ort zu sein – oder am richtigen, schließlich liefert eine Leiche auch Stoff für gute Geschichten. Bis das Sterben auch Franks Familie heimsucht. Plötzlich tut sich vor den Brüdern die ganze Welt der Erwachsenen auf, und der Tod fordert von allen eine Entscheidung: für die Familie, die Freunde und das Leben.

Zinzi Clemmons – Was verloren geht

„Du bist ja keine richtige Schwarze“, sagt ihre weiße Mitschülerin eines Tages zu Thandi. Die Worte hallen nach, bis sie eine junge Frau wird. In Pennsylvania wächst sie auf, schließt Freundschaften, beginnt Liebschaften, doch sie gehört nie richtig dazu. Johannesburg ist die Heimat ihrer Mutter – für Thandi unendlich weit entfernt. Bis ihre Mutter an Krebs erkrankt, das Sterbebett zu Hause aufgebaut wird und Thandi sich mit ihrem Vater die Pflegestunden teilt. Es beginnt eine schmerzliche Reise zu ihren Wurzeln und eine erhellende Suche nach Halt, nach Liebe, nach einer eigenen Familie.

Peter Hoeg – Durch deine Augen

Simon hat versucht, sich das Leben zu nehmen. Peter will ihm helfen und nimmt Kontakt mit der Therapeutin Lisa auf. Die drei waren einst Kindergartenfreunde, doch daran kann Lisa sich nicht mehr erinnern. Als Forscherin hat Lisa eine Methode gefunden, wie man das Bewusstsein eines Menschen als Hologramm sichtbar machen kann. So will sie Patienten helfen, wieder in eine echte Beziehung zu anderen zu treten. In ihrem Bemühen, den völlig in sich verschlossenen Simon zu retten, kommen sich Peter und Lisa näher. Auch die verschüttete Kindheit steigt wieder vor Lisa auf.

Juan S. Guse – Miami Punk

Der Atlantik hat sich über Nacht von der Küste Floridas zurückgezogen und eine Wüste hinterlassen. Kreuzfahrtschiffe rosten im Sand vor Miami, die Hotels bleiben leer, der Hafenbetrieb ist eingestellt und selbst die Dauerwerbesendungsindustrie liegt am Boden. Mittendrin eine überambitionierte Indie-Game-Programmiererin, eine strauchelnde Arbeiterfamilie, eine junge Soziologin und ein E-Sport-Team aus Wuppertal.

Michael Römling – Pandolfo

Mailand 1493: Der junge Pandolfo wird schwer verletzt und ohne Gedächtnis von dem Seidenhändler Bernadino Bellapianta auf der Straße gefunden. Nun arbeitet er für den reichen Unternehmer und Abenteurer. Auf der Suche nach seiner Vergangenheit steigt Pandolfo mit einem Flugmaschinenbauer in die Lüfte auf, stolpert über einen toten Osmanen, verliebt sich zum zweiten Mal in dieselbe Frau, überlebt einen weiteren Mordanschlag und kommt langsam dahinter, dass sein Wohltäter nicht ganz so tadellos ist, wie er scheint.

Kamel Daoud – Zabor

Ismaël, der sich selbst Zabor nennt, verliert früh seine Mutter. Der Vater verstößt ihn, Stiefmutter und Halbgeschwister wollen das Kind nicht im Haus haben. Zabor wächst bei seiner altjüngferlichen Tante und dem stummen Großvater auf. Trost und Zuflucht findet er in der Literatur, er verschlingt alles, was er in die Finger kriegen kann. Viel ist das jedoch nicht in einem algerischen Dorf, das im Süden bereits an die Sahara grenzt, und so beginnt Zabor, seine eigenen Geschichten zu schreiben und entdeckt dabei schon früh ein besonderes Talent: Er hat die Gabe, das Leben von Sterbenden zu verlängern. So lange er über die Leute schreibt, so lange hält er den Tod auf Abstand. Wenn der Arzt und das Heilige Buch nicht mehr helfen können, dann holt man Zabor. So auch, als eines Tages sein Vater im Sterben liegt.

Joel Dicker – Das Verschwinden der Stephanie Mailer

Es ist der 30. Juli 1994 in Orphea, ein warmer Sommerabend an der amerikanischen Ostküste: An diesem Tag wird der Badeort durch ein schreckliches Verbrechen erschüttert, denn in einem Mehrfachmord sterben der Bürgermeister und seine Familie sowie eine zufällige Passantin. Zwei jungen Polizisten, Jesse Rosenberg und Derek Scott, werden die Ermittlungen übertragen, und sie gehen ihrer Arbeit mit größter Sorgfalt nach, bis ein Schuldiger gefunden ist. Doch zwanzig Jahre später behauptet die Journalistin Stephanie Mailer, dass Rosenberg und Scott sich geirrt haben. Kurz darauf verschwindet die junge Frau …

Preti Taneja – Wir die wir jung sind

Der alte Devraj, ehemaliger Maharadscha und Chef eines mächtigen indischen Mischkonzerns, der nur ehrfürchtig „The Company“ genannt wird, ist alt geworden und will sein Erbe verteilen. Er hat drei Töchter, Ranjit Singh, sein Berater, Teilhaber und Wegbegleiter, hat zwei Söhne, die ebenfalls mit bedacht werden sollen.Wer wird sich durchsetzen in diesem umfassenden Machtkampf, der auch ein Geschlechterkampf ist?

Rachel Kushner – Ich bin ein Schicksal

Romy Hall tritt eine zweimal lebenslängliche Haft in der Stanville Women’s Correctional Facility an, tief in Kaliforniens Central Valley. Draußen die Welt, von der sie nunmehr abgeschnitten ist: San Francisco, wo sie aufwuchs und wo ihr kleiner Sohn Jackson lebt. Drinnen eine ganz neue: Hunderte Frauen, die um das Nötigste zum Überleben kämpfen; ständiges Bluffen und Katzbuckeln und die beiläufige Gewalt durch Aufsichtspersonal wie Gefangene. Aber es gibt auch einen Hoffnungsschimmer am Horizont: einen noch an Ideale glaubenden Sozialarbeiter, der sich der jungen Frau annimmt…

Ralph Ellison – Der unsichtbare Mann

Der namenlose Ich-Erzähler verliert sein Stipendium, weil er einem Förderer des von Weißen eingerichteten Südstaaten-Colleges für Schwarze nicht die gewünschte Kulisse, sondern die Realität der Farbigen vor Augen führt. Er muss sein Glück dort suchen, wo es Arbeit gibt, und landet in Harlem, einem brodelnden Hexenkessel, inmitten von schwarzem Glamour und Blue Notes, Swing und Spirituals, politischen Aufwieglern und verlorenen Spinnern.

Herbert Kapfer – 1919

Soldaten, Rückkehrer, Revolutionäre, Minister, Freikorpskämpfer, Gymnasiasten, Matrosen, Monarchisten, Vertriebene, Verliebte, ein Vagabund, eine Zeitungsverkäuferin: In ihren Geschichten präsentieren sich die tausendfachen Probleme einer Zeit, die von den Explosionen des Krieges erschüttert und von der katastrophalen Niederlage geprägt ist, von Hunger, Massenelend und Kriegsgewinnlern, von fanatischem Nationalismus und sozialrevolutionären Ideen, von militärischer Gewalt und Fantasien freier Liebe. In 1919 fließen Hunderte von Splittern, Szenen und Handlungsverläufen aus zeitgenössischen Romanen, Berichten und Aufsätzen zusammen. Ein Erzählstrom in 123 Kapiteln, der aus den Ideen und Kämpfen der Zeit schöpft, aus trivialen, völkischen, utopischen, dadaistischen, reaktionären, politischen, literarischen und fotografischen Quellen. Ein Spiel mit historischen Möglichkeiten und literarischen Figuren, imaginierten Geschichten und realen Ereignissen, kollektivem Wahn und individuellen Wirklichkeiten. Eine Fiktion, die extreme Positionen vorführt und die Widersprüche der Weimarer Republik zuspitzt, die von Kaiser Wilhelms Glück und Ende erzählt, von der Bruderschaft der Vagabunden und dem Untergang einer Flotte, von den Träumen der Kunst und der Rückkehr deutscher U-Boote.

Johan Harstad – Max, Mischa & die Tet-Offensive

Max Hansen wächst in Norwegen auf. Genauer: im Stavanger der 80er Jahre, wo die Väter für Monate auf Ölplattformen verschwinden, während die Kinder im Märchenwald Vietnamkrieg spielen. Ein Idyll – bis Max‘ Familie in die USA emigriert.
Während der Vater nun von Long Island aus um die ganze Welt fliegt und so selten zu Hause ist, dass die Ehe der Eltern daran zu zerbrechen droht, rücken Max und seine ebenso einsame Mutter näher zusammen. Bis Mordecai kommt, der zunächst Max‘ bester Freund und später ein bekannter Schauspieler wird. Er macht ihn auch mit Mischa bekannt, einer sieben Jahre älteren bildenden Künstlerin. Max und Mischa verlieben sich ineinander. Sie ist es auch, die Max anstiftet, sich auf die Suche nach seinem geheimnisvollen Onkel zu machen, einem Vietnam-Kriegsveteranen, mit dem sein Vater vor langer Zeit gebrochen hat. Sie finden ihn im Apthorp-Building in Manhattan und ziehen schon bald bei ihm ein. Die unkonventionelle WG, in der man einander mit Großmut und Verständnis begegnet, wird zum Epizentrum des Lebens von Max, Mischa, Mordecai und Onkel Owen. Für einen Moment scheint es, als hätte Max ein Zuhause gefunden…

John Lanchester – Die Mauer

Joseph Kavanagh tritt seinen Dienst auf der Mauer an, die England seit dem großen Wandel umgibt. Er gehört nun zu jener Gruppe von jungen Menschen, die die Mauer unter Einsatz ihres Lebens gegen Eindringlinge verteidigt. Der Preis für ein mögliches Versagen ist hoch. Schaffen es Eindringlinge ins Land, werden die verantwortlichen Verteidiger dem Meer – und somit dem sicheren Tod – übergeben. Das Leben auf der Mauer verlangt Kavanagh einiges ab, doch seine Einheit wird zu seiner Familie, und mit Hifa, einer jungen Frau, fühlt er sich besonders eng verbunden. Gemeinsam absolvieren sie Kampfübungen, die sie auf den Ernstfall vorbereiten sollen. Denn ihre Gegner können jeden Moment angreifen. Und die sind gefährlich, weil sie für ein Leben hinter der Mauer alles aufs Spiel setzen.

Jean-Baptiste del Amo – Tierreich

Während Europa von Kriegen und Umwälzungen erschüttert wird, kämpft eine Familie von Schweinezüchtern um ihr Fortbestehen – und nutzt die in immer größerem Maßstab stattfindende Ausbeutung des Rohstoffs Tier, um sich in unsere heutige, hochindustrialisierte Welt hinüberzuretten.
Éléonore, Kind eines kranken Vaters und einer lieblosen Mutter, erbt Anfang des 20. Jahrhunderts von ihren Vorfahren Schweine und die Gewissheit, dass Gewalt gegen Mensch und Tier zum Leben dazugehört. Mit Disziplin und unbändiger Härte gegen sich selbst allen Schicksalsschlägen trotzend, hält sie den landwirtschaftlichen Betrieb aufrecht und versteht es, ihn über die Jahrzehnte hinweg zu vergrößern und später ihrem Sohn Henri zu übergeben. Achtzigjährig erlebt die erschöpfte Matriarchin schließlich, wie dieser mit ihren Enkeln Serge und Joël den familiären Zuchtbetrieb zu einer gigantischen, die Ressource Tier grausam ausbeutenden Tierfabrik ausbauen. Das anonymisierte Elend der Schweine spiegelt nicht nur den Wahnsinn dessen, was die Menschheit unter Fortschritt versteht, sondern wirft auch die Frage auf: Wer sind die eigentlichen Bestien?

Josephine Rowe – Ein liebendes, treue Tier

Eine abgelegene Kleinstadt im Südwesten Australiens, Anfang der Neunzigerjahre. Jack Burroughs hat den Krieg, an dem er vor mehr als zwanzig Jahren teilgenommen hat, nie überwunden. Als sein geliebter Hund eines Nachts von einem wilden Tier buchstäblich in Stücke gerissen wird, verliert er endgültig die Kontrolle über sein verpfuschtes Leben. Vor Weihnachten verschwindet er spurlos – genau wie früher schon, nur fürchtet seine Tochter Ruby, dass es diesmal endgültig ist. Schließlich funktioniert die Familie schon lange nicht mehr. Evelyn, Jacks Frau, fühlt sich um das bessere Leben betrogen, das sie eigentlich hätte leben sollen. Früher hat sie ihre ältere Tochter Lani losgeschickt, wenn Jack sich davongemacht hatte, weil er die Schreie der Vergangenheit nicht mehr aushalten konnte. Heute verkauft Lani auf Partys die Beruhigungstabletten ihres Vaters und ist vor allem darauf aus, in Schwierigkeiten zu geraten …
Jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich, aber nicht immer ist das Schicksal einer Familie unausweichlich.

Ben Aaronovitch – Die Glocke von Whitechapel

Constable und Zauberlehrling Peter Grant steht vor seiner größten Herausforderung: Das Schicksal Londons steht auf dem Spiel. Der gesichtslose Magier, verantwortlich für grauenvolle übernatürliche Verbrechen, ist zwar endlich demaskiert und auf der Flucht. Doch er verfolgt einen perfiden Plan, der ganz London in den Abgrund stürzen könnte. Um den Gesichtslosen zu stoppen, muss Peter all seine magischen Kräfte aufbieten – und einen bösen alten Bekannten kontaktieren: Mr. Punch, den mörderischen Geist des Aufruhrs und der Rebellion.


Gibt es Bücher, auf die ihr euch besonders freut? Oder Autor*innen, die mal wieder von sich hören lassen? Bin auf eure Tipps und Meinungen sehr gespannt!

Benjamin von Stuckrad-Barre in der Kantine Augsburg

Je näher das Ende des Clubs am Exerzierplatz rückt, umso hochkarätiger das Booking der Augsburger Institution. Als einer der letzten Acts las nun Benjamin von Stuckrad-Barre in der Kantine. Wobei der Begriff Lesung den Abend nur unzureichend erschlägt.

Zum Abschied des Kiepenheuer-und-Witsch-Verlegers Helge Malchow widmete die Wochenzeitung Die Zeit dem Kölner ein ganzseitiges Interview. Die Eingangsfrage, die Malchow gestellt wurde, lautete wie folgt:

Mal angenommen, jeder Verlag hätte seine spezifische Droge, dann ging es früher im Suhrkamp-Verlag eher um den Alkohol, während bei Kiepenheuer&Witsch Kokain die symbolische Droge wäre, oder?

Helge Malchow; Ach die Popliteratur

Der Mann, der für dieses Bild prägend gewesen sein dürfte, ist KiWi-Hausautor Benjamin von Stuckrad-Barre. Früher stets als Popliterat gelabelt, machte er Anfang der 00er von sich reden. Genau vor zwanzig Jahren erschien einem Paukenschlag gleich sein Debüt Soloalbum. Es machte den Autoren schlagartig berühmt und ließ das Feuilleton aufhorchen.

Behauptete er bei seiner Lesung in Augsburg zwar unter einigem Gelächter, er hätte das Buch abgeschrieben, da er den Film mit Matthias Schweighöfer so toll fände, war es doch in Wahrheit anders herum. Das Buch war der Wellenbrecher für die Renaissance der Popliteratur, zu deren führenden Vertretern Stuckrad-Barre neben Alexa von Henning-Lange und Christian Kracht zählte.

Die Lesung und das Kokain

Doch der Erfolg, er stieg Stuckrad-Barre im wahrsten Sinne zu Kopfe, wovon er auch bei seinem Lesungsabend erzählte bzw. vorlas. Bei einer Abstimmung des Publikums gewann nämlich ein Text aus seinem Livealbum gegen einen Soloalbum-Text. Gegenstand des Textes war eine Lesung in Göttingen vor genau 20 Jahren, die er zusammen mit Christian Kracht bestritt.

Die beiden jungen Männer waren dort als Doppellesung gebucht, das Feuilleton berichtete intensiv über die jungen wilden Literaten. Und Christian Kracht und Stuckrad-Barre zelebrierten diesen Erfolg mit Drogen. Mit vielen Drogen. Weswegen die Lesung in Göttingen zu einem surrealen Trip auf Kokain und Pillen wurde, der sich in der Nacherzählung von von BvSB in eine pointensatte Story verwandelte, die beständige Heiterkeitsanfälle aus dem Publikum evozierte.

Stuckrad-Barre in der Kantine Augsburg

Generell war es ein Abend, der in Sachen Humor keine Gefangenen machte. Stuckrad-Barre hatte sich nur die komischen Absturzgeschichten und Eskapaden ausgesucht. Der einzige ernste Text des Abends war gleich die Lesung aus seinem Büchlein Nüchtern am Weltnichtrauchertag (mit lediglich 8 Euro Einkaufspreis ein perfektes Nikolausgeschenk, wie der Autor die kleine Monographie anzupreisen wusste). Sein großer Comeback-Roman, Therapiebericht und die Udo-Lindenberg-Hagiographie Panikherz blieb an diesem Abend außen vor.

Michael Michalsky, Sebastian Fitzek und Tattoos

Stattdessen streute BvSB in und zwischen die Texte immer wieder aktuelle Betrachtungen, Sebastian-Fitzek-Lästereien und Anekdoten. Mal über den Zustand der SPD oder mal über jene Geburtstagsparty von Michael Michalsky in Los Angeles, auf der BvSB den Moment verpasste, in dem sich Heidi Klum und Tom Kaulitz annäherten.  Das war hochkomisch und von einer sehr genauen Beobachtungsgabe geprägt, die ja generell die Qualität von Stuckrad-Barres gesamtem literarischen Oeuvre kennzeichnet.

Ansonsten kamen zwei Texte aus dem aktuellen literarischen Sammelsurium Ich glaub mir geht’s nicht so gut. Ich muss mich mal irgendwo hinlegen. Remix 3 zum Vortrag. Eine hochpoetische Erzählung über einen verliebten Besuch beim Tätowierer und der Frage, was am Ende von der Liebe bleibt. Und die andere Erzählung war eine Reportage von einem Madonna-Konzert, die eine ganz neue Ebene eröffnete. Dies gelang, indem BvSB konsequent Madonnas Namen durch den von Annegret Kramp-Karrenbauer ersetzte. Klingt wild, war im Endeffekt aber eine sehr lustige da surreale Angelegenheit.

Doch neben der Lesung in der Kantine bot Benjamin von Stuckrad-Barre auch anderweitig großes Kino. Ohne eine einzige Pause oder einen Abgang vor der Zugabe begann er gleich vom Punkt weg sein Programm. Als Entgegenkommen für das Publikum gab es dabei einen Aschenbecher, der im Lauf der Show ein ganzes Sit-In auf der Bühne hervorrief. BvSBs Analyse der Lage: „Sieht ein bisschen aus wie Kinderquatsch mit Michael“.

Back for good & Angels

Für die lockere Atmosphäre sorgte auch die Hingabe des Autors, der neben der Verlosung für das Erkennen eines Brecht-Zitats in der Brechtstadt zudem zwei musikalische Einlagen gab. Um zurück in die Soloalbum-Zeit und das Gefühl der 90er zu finden, animierte er den kompletten Flammensaal zum Singen des Take-That-Klassikers „Back for good“. Und bei der Zugabe von „Angels“ gab es dann kein Halten auf den Stühlen mehr.

Selten habe ich eine Lesung erlebt, die derartig kurzweilig, von großartigem Humor und so viel Spaß durchzogen war, wie dies beiIch glaub mir geht’s nicht so gut. Ich muss mich mal irgendwo hinlegen. Remix 3 der Fall war. Danke Benjamin von Stuckrad-Barre für diesen Abend. Und für alle anderen – hingehen, wenn er in der Nähe ist!

Veranstaltungstipp: Andere Bücher braucht das Land

Markt der unabhängigen Verlage im Literaturhaus München | 1.&2. Dezember 2018

Mit den Büchern ist es für mich ein bisschen wie mit dem Essen in fremden Städten.

Man kann vorher im Internet Menükarten studieren, man kann sich per Tripadvisor zu empfohlenen Speisestätten lotsen lassen, man kann auch auf Nummer sicher gehen und ein schon bekanntes Restaurant aufsuchen. Nicht zu reden von den Ketten, die sich beliebig geklont immer wieder in fast identischer Anordnung in jeder Stadt finden, sei es jetzt ein Steakhouse- oder eine Burgerkette. Natürlich weiß man schon vorher, was man bekommt. Geschmacklich wird es hoffentlich solide sein, satt macht es auch, aber die Überraschung und das unerwartete Momentum, die bleiben aus.

Man könnte sich aber auch einfach mal überraschen lassen. Nicht genau wissen, was man bekommt, sich einfach durch die Straßen treiben lassen und bei Gefallen einfach dann eine Lokalität aufsuchen. Sich von der Karte und der Zubereitung überraschen lassen und einfach mal einen Blindflug wagen. Schon oft habe ich es so in anderen Städten gemacht – und selten bin ich enttäuscht worden, vielmehr hat es mir neue Erlebnisse und Geschmacksüberraschungen beschert.

Bücher über Bücher im Literaturhaus München

So geht es mir oftmals auch mit Büchern. Natürlich kann ich auf Nummer sicher gehen und bei einem Verlag zugreifen, den ich schon kenne und dessen Produkte mich meistens überzeugt haben. Name und Inhaltsbeschreibungen sprechen für sich – wird schon klappen mit der Lektüre. Zumeist ist man dann nach dem Lesen gesättigt und zufrieden. Aber da muss es doch so viel mehr geben?

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels zählt in Deutschland ungefähr 2000 Buchverlage, mal kleiner, mal größer. Vieles davon sind Konzernverlage, die mal zu Bonnier, mal zu Holtzbrinck oder mal zu Random House gehören. Dann gibt es aber auch die unabhängigen Verlage, die nicht in solche Strukturen eingebunden sind.

Vom Ein-Mann-Verlag bis hin zu größeren Playern reicht die Bandbreite der Unabhängigen, auch neudeutsch Indie-Verlage genannt.

In Zeiten, in denen Autorennamen, Titel und Plots der Bücher austauschbar und durchkalkuliert sind, versuchen die kleinen Verlage einen Gegenentwurf. Sie suchen sich ihre Nischen, fördern spezielle Autoren oder Themen und legen auch oft besonderen Wert auf eine hochwertige Gestaltung. Und das teilweise an der Grenze zur Selbstausbeutung

Am ersten Adventswochenende 2018 bekommen viele dieser Verlage im Literaturhaus München bereits zum 12. Mal die Möglichkeit, sich Bücherfans zu präsentieren. Dann findet unter dem Motto Andere Bücher braucht das Land wieder der Markt der unabhängigen Verlage statt.

Besondere Bücher aus dem Verlag Topalian&Milani beim Markt der unabhängigen Verlage

Eingeladen sind unter anderem so tolle Verlage wie Topalian&Milani aus Ulm, die Lokalmatadoren Liebeskind aus München, der Verbrecher-Verlag aus Berlin, Reprodukt aus Berlin, Jung und Jung aus Salzburg oder der Guggolz-Verlag aus Berlin.

Zudem gibt es eine Illustrationsausstellung mit Werken von Künstler*innen wie Barbara Yelin, Rotraut Susanne Berner oder Florian L. Arnold. Die Werke der Künstler*innen und die präsentierten Bücher kann man im Übrigen zu den Buchmessen auch gleich an Ort und Stelle käuflich erwerben.

Nicht zu vergessen die Lesungen und Gespräche mit Verlegern, Autor*innen und Künstler*innen. So liest am Sonntag beispielsweise Susanne Röckel aus ihrem Roman Der Vogelgott (Jung und Jung), der es auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises 2018 geschafft hat. Auch Susanne Strasser oder Steven Uhly kann man dann im Literaturhaus live erleben.

Der Markt hat am Samstag von 11:00-18:00 Uhr und am Sonntag von 11:00-18:00 Uhr geöffnet. Die Ausstellungsfläche befindet sich im 3. Stock des Literaturhauses – und der Eintritt ist natürlich frei.

Wer all diese Informationen noch einmal gebündelt und übersichtlich haben möchte, dem sie der Internetauftritt des Marktes hiermit ans Herz gelegt.

Sehen wir uns in München? Ich werde auf alle Fälle am Samstag im Literaturhaus anzutreffen sein!

Hanser Blau – und ich seh schwarz

Ein Verlagshaus in der Lehrter Straße in Berlin. Darin ein Konferenzraum, besetzt mit grübelnden Menschen.

Vor einem Jahr hat man von der Konkurrenz die Programmmacherin eines hippen Imprints abgeworben. Die Idee – sie soll nun beim eigenen Verlag ein hippes Imprint machen. Man möchte sich als Verlag breit aufstellen und dafür auch mal Nischen besetzen. Man kennt die Floskeln. Für die Findung eines Verlagsnamens wurde ein eigens modifiziertes Glücksrad bemüht. Darauf alle möglichen Begriffe aus dem Farbspektrum. Der Pinökel zeigte auf Blau – et voilá: „Hanser blau“ war geboren.

Bliebe nur noch die Frage des Inhalts, damit man das neue Label auch mit genügend Leben füllen kann.

Verlagsmitarbeiterin 1: Schön, dass wir uns zum Brainstorming hier eingefunden haben. „Hanser Blau“ soll uns neue Schichten erschließen und dafür braucht es Content, Content, Content. Lasst uns mal überlegen. Was könnten die Leute wollen?

Verlagsmitarbeiterin 2: Ich hätte da eine Idee. Heinz Strunk war doch bei Rowohlt unglaublich erfolgreich mit diesem „Der goldene Handschuh“. Hamburg, Kiez, schmuddelige Kneipen, schmuddelige Leute. Der Strunk, der ist doch bei „Studio Braun“, und da ist doch auch dieser Rocko Schamoni dabei. Der schreibt ja sonst für Piper. Wollen wir den nicht einfach abwerben, damit er für uns einen Hamburg-Roman schreibt? So mit St. Pauli, Kiez, Unterweltgröße, Antiheld? Können wir einfach „Große Freiheit“ nennen. Fällt gar nicht auf.

Verlagsmitarbeiterin 1: Das ist ja mal eine spritzige Idee. Machen wir! Ist gekauft. Sonst noch Ideen?

Verlagsmitarbeiterin 3: Das ist ja ganz schön und gut mit diesem schmuddeligen Hamburg. Wir brauchen aber auch was mit gutem Wetter, so bisschen Sommer zwischen den Buchdeckeln. Bisschen Familie, ein wenig Sonne, Meer, Strand, aber jetzt nicht St. Peter Ording, wenn Ihr wisst was ich meine. Vielleicht mal was mit Spanien?

Verlagsmitarbeiterin 1: Klingt ja prima, das kriegen wir gut verkauft. Die Leute LIEBEN Spanien! Pappen wir noch ein paar bunte Blumen vorne drauf. Zack feddich – verkauft sich sicher super. Weitere Ideen? Wir schaffen hier richtig was, das hab ich im Gefühl.

Verlagsmitarbeiterin 2: So Familienerzählungen mit großen Bögen boomen. Macht doch gerade jeder – warum nicht auch wir? So ein bisschen Jeffrey Archer, Lucinda Riley oder Carmen Korn-mäßig? Reißen uns die Leute sicher aus den Händen.

Verlagsmitarbeiterin 1: Gute Idee! Was schlagen Sie vor?

Verlagsmitarbeiteterin 2: Wir wäre es mit drei Generationen Frauen, einem Geheimnis und verschiedenen Kontinenten? Wenn das schon 134 mal geklappt hat, warum sollte es nicht dann auch ein 135. Mal in Buchform klappen?

Verlagsmitarbeiterin 1: Nachvollziehbar. Machen wir! Sonstige Ideen?

Verlagsmitarbeiterin 4 und 5: Wir haben uns da auch was überlegt. Momentan boomt doch das Thema Wald seit Peter Wohlleben. Deutsche Seele, Erholung, Naturschutz und so. Und warum sollten wir da nicht auch was machen? So was Abgefahrenes wie Waldbaden? Und dann haben wir zusammengesessen und uns überlegt, was immer geht: wir sind zum Schluss gekommen: Erziehungsratgeber und Fußball. Warum nicht ein Buch, das erklärt, was Kinder vom Fußball lernen können?

Verlagsmitarbeiterin 1: Meint ihr nicht, dass das doch etwas durchsichtig und fadenscheinig ist? Auch diese ganzen Coverentwürfe – das hat doch alles weder Hand noch Fuß. Habt ihr auch was, was nicht alles schon zu oft dagewesen und ausgelutscht ist, irgendwas, das unsere Kernkompetenz sein könnte? Irgendwas Unverwechselbares? Eine eigene Stimme?

Verlagsmitarbeiterin 2, 3, 4 und 5:

Nach angestrengtem minutenlangen Starren in die Luft der Beteiligten…

Verlagsmitarbeiterin 1: Ach komm, egal, das machen wir jetzt einfach. Wird schon nicht auffallen. Gerade für ein erstes Programm, da sind die Erwartungen nicht so hoch.

Hanser Blau oder – Die Reste von gestern

Hanser macht blau – Das erste Programm

So oder so ähnlich muss es abgelaufen sein in Berlin zur Zeit der Programmfindung. Anders lässt sich dieses mit viel Hype angekündigt, aber völlig belanglose und austauschbare Programm von Hanser Blau nicht erklären. Bücher die wirken, als hätte man zusammengefegt, was bei den Vertretersitzungen anderer Verlag vom Tisch fiel, oder wie es Matthias Warkus in einer Diskussion auf Facebook treffend nannte: die Parodie eines deutschen Verlagsprogramms.

So etwas wie eine eigene Handschrift, ein eigenständiges verlegerisches Profil lässt sich aus diesen Titeln wirklich nicht ableiten, weder inhaltlich noch optisch. Natürlich kann sich das alles über mehrere Programme hinweg entwickeln, das sei eingestanden. Aber ein Programm, das einfach wie von allen momentan Trends und erfolgsversprechenden Titeln abgekupfert wirkt, das ist Hanser in meinen Augen nicht würdig.

Warum man ein Imprint gründet, das ja spezielle Bedürfnisse befriedigen soll, dann aber doch wieder nur die selbe thematische Breite bedient, ohne Tiefe zu bieten, das erschließt sich mir nicht ganz. Braucht man wirklich innerhalb eines Imprints schon wieder Sachbücher und Romane, die von Trennung bis zum Wald und von Hamburg bis Galicien alles bedienen wollen? Warum nicht einfach mal mit einem Imprint einfach eine Nische suchen und mit klarer Ausrichtung besetzen, statt alles für alle zu wollen? Diese hätte man das ja auch im normalen Hanser-Programm irgendwo unterbringen können.

Um dann nicht auch noch von den unsäglich lieblosen und völlig wahllos wirkenden Autor*innenvorstellungen zu reden:

Beatrix Kramlovsky, geboren 1954 in Oberösterreich, lebt als Künstlerin und Autorin in Niederösterreich. Sie liebt ausgedehnte Reisen und die Arbeit in ihrem Garten.

Marlene Fleißig, geboren 1992, wuchs in Bayern auf. Sie studierte Übersetzen und Dolmetschen in Leipzig. Die Idee zu ihrem Debütroman kam ihr bei einem Studienaufenthalt in Galicien.

Anne Cathrine Bomann, geboren 1983, arbeitet als Psychologin. Sie lebt in Kopenhagen mit ihrem Freund, einem Philosophen, und dem Hund Camus. Eine Saison lang spielte sie Tischtennis in Fontenay-sous-Bois, einem Vorort von Paris. Dort lebte sie in der 9, rue des rosettes, genau wie die Hauptfigur aus Agathe.

Es muss ja nicht immer die überkandidelte Vorstellung sein, die Vorstellung, die sich vor lauter Superlativen selbst vergisst. Aber ein bisschen mehr Liebe für die Biographien und die Produkte, die das Programm verkaufen will, das hätte ich schon erwartet. Die meisten Infos von Büchern und Autor*innen klingen, als hätte eher Krake Paul oder ein anderes Orakel die Texte zusammengestellt anstelle eines Verlagsteams.

Oder um es freiheraus zu sagen: ich bin wirklich enttäuscht, was diesen Start von Hanser Blau angeht. Beliebiger als dieses Programm geht es kaum. Vor allem wenn man sieht, was Ulrike von Stenglin zuvor für Ullstein fünf an den Start gebracht und geleistet hat. Für Hanser Blau sehe ich beim jetztigen Stand erst einmal leider schwarz.