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Der literarische Herbst 2018

Auch wenn uns erst einmal ein hoffentlich großartiger Sommer 2018 bevorsteht – im literarischen Betrieb stehen die Zeichen schon wieder stark auf Herbst. Die aktuellen Vorschauen sind zumeist schon online gegangen – und ich habe die Zeit genutzt, um mir zahlreiche Wunschtitel aus den Programmen herauszupicken, auf die ich mich freue. Deshalb kommt hier eine erste höchst subjektive und vorfreudige Auswahl an Titel für den literarischen Herbst 2018 (genauere Infos über die Titel und deren Erscheinungsdatum verbergen sich hinter den Links im Text). Eine zweite Rutsche wird demnächst folgen:

 

 

Stefan Thome fand sich schon öfter auf Nominierungslisten für den Deutschen Buchpreis wieder. Nach seinen beiden Büchern aus Sicht zweier Ehepartner (Fliehkräfte und Gegenspiel) gibt es nun Neues vom hessischen Autor. In Gott der Barbaren beschäftigt er sich mit einer christlichen Aufstandsbewegung in China im 19. Jahrhundert. Ein geographisches und historisches Kapitel, bei dem ich gerne dazulerne. In der harten Gegenwart landet man dann wieder mit Dodgers von Bill Beverly. Dieser erzählt von vier jugendlichen aus den Ghettos von L.A., die sich auf einen Roadtrip durch die USA machen. Bevor die literarische Vorschau über den großen Teich geht, freue ich mich auf einen weiteren Titel aus den USA. Man sollte mit dem Wort Epos ja vorsichtig sein, gerade da es so inflationär in Vorschauen gebraucht wird. Nach allem, was man von Dark Town allerdings so liest, könnte dies hier tatsächlich zutreffen. Es geht um eine schwarze Polizeieinheit, die 1948 in Atlanta ihren Dienst versieht. Rassismus und Korruption dominieren die Stadt. Da finden zwei der Polizisten die Leiche einer Farbigen – deren Todesumstände niemanden außer die beiden Polizisten interessieren. Das klingt doch nach einer vielversprechenden Mischung aus James Ellroy und Dennis Lehane (von dem später auch noch die Rede sein wird.)

Nun aber wie angekündigt der Sprung über den Teich – zunächst nach England. Dort spielt der neue Roman von Michael Ondaatje (von ihm stammen unter anderem die Werke Der englische Patient und Katzentisch). Dieser erzählt vom jungen Nathaniel, der mitsamt seiner Schwester von seinen Eltern in London 1945 zurückgelassen wird. Erst spät beginnt Nathaniel die Hintergründe für diese Tat zu verstehen. Ebenfalls in England, genauer gesagt im verschlafenen Lynton spielt das neue Buch von Claire Fuller, die mit Eine englische Ehe eines meiner Lieblingsbücher 2016 geschrieben hat. Dort soll Frances ein Gutachten zur Renovierung eines Herrenhauses anfertigen. Sie quartiert sich kurzerhand in dem Haus ein und verbringt einen Sommer in der englischen Provinz.

 

 

Eine ganze Riege von Büchern mit bunten Covern und hoffentlich ebenfalls so bunten Inhalten: Wie man aus dieser Welt verschwindet erzählt von einer Spurensuche in Brasilien. Dort ist eine Autorin verschwunden und ihre Übersetzerin macht sich auf die Suche nach ihr, quer durch ganz Rio (leichte Anklänge an Die Morde von Pye Hall sind hier offenbar nicht ausgeschlossen). In die Schweiz entführt das neue Buch von Verena Roßbacher. In Ich war Diener der Familie Hobbs erinnert sich jener titelgebende Diener der Anwaltsfamilie Hobbs an ein Unglück, das sich in den besseren Kreisen der Zürcher Gesellschaft ereignete. Der KiWi-Verlag verspricht ein „literarisches Ereignis – voller psychologischer Brillanz, umwerfender Poesie und treffsicherem Humor“. Ich bin gespannt.

Ebenfalls im KiWi-Verlag erscheint der Debütroman von Philip Schwenke, der als Reporter für die Neon und Capital schreibt. In Das Flimmern der Wahrheit über der Wüste widmet er sich Karl May. Dieser machte mit seinen Büchern die Leser Glauben, dass er den Wilden Westen mindestens ebenso gut kannte wie seine Figuren Old Shatterhand und Winnetou. Dabei hatte Sachsen nie verlassen. Doch dann bricht er im Alter von 60 Jahren zu einer Orientreise auf – und muss zahlreiche Enttäuschungen erleben.

Zurück nach Samthar geht es für die Ich-Erzählerin in Anna Katharina Fröhlichs Rückkehr nach Samthar. Dort in der indischen Provinz existierte einst ein Königreich – doch bei der Rückkehr muss die Errzählerin erfahren, das alles vergangen ist und vom einstigen Glanz kaum mehr etwas übriggeblieben ist. Mit Glanz und Verfall in Indien beschäftigt sich auch ein weiteres Buch in diesem literarischen Herbst, nämlich Ghachar Ghochar von Vivek Shanbag. Darin schildert er den Aufstieg und Verfall einer indischen Familie, die ins Gewürzgeschäft einsteigt. Das klingt für mich nach einer indischen Variante der Buddenbrooks. Ich bin auf alle Fälle gespannt!

 

 

Ein vielversprechendes deutsches Debüt kommt vom jungen Lukas Rietzschel, der in Mit der Faust in die Welt schlagen vom Aufwachsen zweier Brüder in der Provinz Sachsens erzählt. Weiter gehts in puncto verheißungsvoller Debüts aus Deutschland mit Das weiße Schloss, das Unterhaltung im Stile von Kazuo Ishiguros Alles, was wir geben mussten verspricht. Alles andere als ein Debütant ist der Österreicher Wolf Haas, der mit Junger Mann vier Jahre nach Brennerova wieder von sich hören lässt.

Den Wettbewerb in puncto schönstes Cover könnte in diesem Herbst Jess Kidd gewinnen, deren zweites Buch auf Deutsch im DuMont-Verlag erscheint. Es trägt den Titel Heilige und andere Tote und erzählt von einem geheimnisumwitterten Messie, der in einem herrschaftlichen Anwesen im Westen Londons residiert. Und auch ein alter Bekannter veröffentlicht zehn Erzählungen unter dem Titel Die Wahrheit über das Lügen – die Rede ist von Benedict Wells. Sein Roman Vom Ende der Einsamkeit hat sich zu einem richtigen Longseller entwickelt – nun also Prosa in Kurzform von Wells.

 

 

Neues von der Altmeisterin Jane Gardam gibt es ebenfalls in diesem Herbst zu entdecken. Beziehungsweise neues Altes. Weit weg von Verona ist das Debüt der inzwischen schon 90-jährigen Britin. Im Mittelpunkt des Buches ein junges Mädchen, das immer die Wahrheit sagt. Persönlich freue ich mich auch sehr auf Der Erzähler, der neue Roman von Richard Flanagan, einem meiner absoluten Lieblingsautoren. Der Plot seines neuen Buchs klingt spannend. Ein mittelloser Autor soll die Memoiren eines berühmten Kriminellen verfassen – und das bevor der Prozess beginnt. Unter Druck beginnt der Schriftsteller einfach seine eigene Version der Dinge zu erfinden (im Übrigen scheint das Thema Wahrheit und Lügen einer der großen literarischen Trends dieses Herbstes zu sein).

Auch etwas gehobener und gut gemachter Blödsinn, Absurdität und Tragikomik darf gerne einmal sein. Guten Morgen, Genosse Elefant könnte genau das bieten. Ab Herbst 2018 wissen wir mehr. Einen Generationenroman, der den Niedergang einer ganzen Familie zwischen Den Haag und Riga verspricht, das ist Der Stammhalter von Alexander Münninghoff. Das Buch erscheint im C.H.Beck-Verlag. Und einer der schönsten Titel der kommenden Saison stammt für mich schon jetzt von Thomas Klupp. Sein neues Buch trägt den Titel Wie ich fälschte, log und Gutes tat.

 

So viel zunächst zu den kommenden Büchern, die mein Interesse wecken konnten. Gibt es Titel, die bei euch absolute Muss-Titel im Herbst 2018 sind?

Brechtpreis für Nino Haratischwili

Gestern Abend war es im Goldenen Saal der Stadt Augsburg soweit – die gebürtige Georgierin Nino Haratischwili bekam den Brechtpreis zugesprochen. Erhalten hat sie diesen Preis sowohl für ihr dramatisches als auch ihr literarisches Schaffen. Die Jury (unter anderem mit Uwe Wittstock, Hubert Spiegel und Shermin Langhoff besetzt) erkannte ihr den Preis mit folgender Begründung zu: „Nino Haratischwilis Romane und Theaterstücke lassen sich mit den großen Exildramen Bertolt Brechts in Verbindung bringen. Ihre Begabung, komplizierte historische Prozesse, Revolutionen und Kriege ebenso wie menschliches Versagen, Opportunismus und Machtmissbrauch sowie individuelle Katastrophen in sinnliche Geschichte und großartige Frauenfiguren zu fassen, erinnert an Brechts „Mutter Courage“ und seinen Kaukasischen Kreidekreis

Andreas Platthaus bei seiner Laudatio

Die Verbindung zwischen Brechts in Georgien bzw. Grusinien spielendem Kaukasischen Kreidekreis und der dort geborenen Nino Haratischwili zog bereits in seinen Begrüßungsworten der Dritte Bürgermeister der Stadt Augsburg, Stefan Kiefer. Ihm folgte dann Andreas Platthaus, der eine elaborierte, verspielte und treffende Rede auf die Preisträgerin hielt. So attestierte Platthaus Haratischwili, dass wenn Brecht das epische Theater erfunden hätte, dann sei es die Preisträgerin, die die theatralische Epik erfunden hätte. In seiner Laudatio nahm der Literaturchef der Frankfurter Allgemeinen Zeitung die Komposition von Haratischwilis Opus Magnum Das achte Leben (für Brilka) auf und hielt eine Preisrede in mehreren Anfängen. Er näherte sich der Laureatin auf verschiedenen Wegen und schaffte es auch, die Verbindung von Brechts Schaffen und der Poetik Haratischwilis herauszustellen.

Eine Verbindung, die die Autorin nach der Übergabe der Urkunde und dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt dann selber auch bestätigte. Sie erzählte von den Anfängen ihres literarischen und dramatischen Schreibens und welche Einflüsse Brecht dabei gehabt hätte. Passenderweise sei es Der kaukasische Kreidekreis gewesen, der in ihr den Wunsch nach dem eigenen Schreiben und Inszenieren geweckt habe. Als 15-jährige habe sie einer Aufführungen jenes Stückes in Tiflis beigewohnt. Auch wenn der Strom nicht immer für ein ganzes Stück hielt und die Stromausfälle während der Aufführungen schon fast zu den Inszenierungen selbst gehörten, so habe sich eine Magie entfaltet, die ihren künftigen Lebensweg entscheidend geprägt habe.

In der Folge emigrierte Haratischwili aus ihrer georgischen Heimat in den Westen, genauer gesagt nach Hamburg. Sie fand Aufnahme an einer Theaterakademie, entwickelte sich beständig fort, schrieb über 20 Theaterstücke und drei Bücher (das vierte Buch erscheint im Herbst diesen Jahres) – und erhielt nun genau für dieses literarische Schaffen und ihr mit über 1200 Seiten starkes Mammutwerk Das achte Leben den mit 15.000 Euro dotierten Brechtpreis. Eine gute Wahl der Jury – mit dieser Auszeichnung reiht sich die bislang jüngste Preisträgerin ein in eine Schar großer Namen. Bisherige Brechtpreisträger sind unter anderem Robert Gernhardt, Albert Ostermaier, Dea Loher und zuletzt Silke Scheuermann.

Ein Verlag wird gegründet | Nordverlag

Auch wenn der Indie-Bookday schon wieder ein paar Tage her ist – hier ein Interview mit Camilla Zuleger vom neugegründeten Nord-Verlag. Der Nord-Verlag hat sich dieses Jahr gegründet und beschäftigt sich mit nordischer Literatur. Auf der Leipziger Buchmesse gab es eine Release-Party für die ersten übersetzen Bücher des Verlags. Was genau der Nord-Verlag so treibt und welche Ziele Camilla mit ihrem Verlag verfolgt – das und mehr wollte ich von ihr wissen …

 

Nehmt uns doch mal mit: wie kommt man von der Idee zu einem Verlag?

Ich, Camilla, die den Verlag gegründet hat, habe Literatur an der Uni studiert. Von Beginn an, wollte ich in einem Verlag arbeiten. Aber da Dänemark ein minikleines Land ist, und nicht jeder Däne liest, ist es nicht so einfach einen Job in einem Verlag zu bekommen. Und eigentlich wollte ich immer auch selber entscheiden wie alles funktioniert. Erstmal überlegte ich, einen Verlag in Dänemark für deutsche Literatur zu gründen, aber es gibt schon so viele kleine Verlag hier und relativ wenige Leser, so ich dachte: Das wird wohl zu schwierig. Dann aber sagte ein Freund von mir: Warum denn nicht einen Verlag in Deutschland für nordische Literatur? Und seitdem hat es sich 100 % richtig gefühlt.

Was unterscheidet euch von anderen Verlagen?

Ich würde erstmal sagen, dass wir mit anderen Verlagen viel gemeinsam haben. Wir sind aber eher ein Nischenverlag, und werden mit aller Wahrscheinlichkeit das Sortiment nicht auf nicht-übersetzte Literatur ausweiten. Aber unter den Nischenverlagen sind wahrscheinlich einer der wenigen die auf neue, nordische Literatur auf Deutsch fokussieren. Und was uns auch noch unterscheidet, ist der Ort. Wir sind in Kopenhagen, und nicht in Deutschland. Ich würde sagen, dass die meisten Verlage durch eine große Liebe an Literatur in allen Formen verbunden sind, und in dem Sinn sind wir genau so wie alle andere Verlage nur hoffentlich mit einer etwas anderen Ausgangslage und besonderem Ausdruck.

Gedichte von Ingrid Lothe

Was macht die skandinavische Literaturszene aus?

Die skandinavische Literaturszene, d.h. die norwegische, dänische und schwedische Literatur, ist besonders dadurch gekennzeichnet, dass wir eine Art gemeinsame Sprache haben. Obwohl es drei unterschiedliche Sprachen sind, können wir uns mit ein bisschen Mühe gegenseitig verstehen. Das bedeutet, dass es eine starke Bewegung innerhalb der nordischen Autoren gibt; sie studieren auf Autorenschulen in anderen Ländern, auf anderen Sprachen als ihrer eigentlich Muttersprache. Und dadurch beeinflusst die Literatur der verschiedenen nder sich gegenseitig, und wird deswegen auch in gewissen Hinsichten ähnlich. Das finde ich, ist das Einzigartige an der Szene. Dazu kommt, dass es hier auch ein gutes Milieu für Debütanten gibt nicht zuletzt in Form von Förderung, was ermöglicht, dass Debütanten überhaupt arbeiten und veröffentlichen können.

Wie seid ihr auf eure Debütautorinnen gestoßen?

Sowohl Victor als auch Ingvild sind im Norden keine Geheimtippsweit davon entfernt sogar. Sie waren mit ihren Bücher überall, als sie herauskamen. Über Ingvild hat man auch in Kopenhagen viel geredet, obwohl sie gar nicht offiziell in Dänemark erschienen ist. GOLD von Victor Boy Lindholm brachte etwas Neues in die Szene. Zusammen mit ein paar anderen jungen Autoren, hat er sich getraut, eine andere Sprache innerhalb der Lyrik zu benutzten, die davor als unpoetischoder unschön” galt. Damit hat Victor es salonfähig gemacht, der modernen Pop- und Jugendkultur eine Rolle in der Poesie zu geben. Außerdem war er nur 22 Jahre alt, als sein Debüt erschien, was natürlich auch etwas besonderes war. Ingvild Lothe, glaube ich, hat über etwas sehr Aktuelles, und früher extrem Tabuisiertes, mlich die dunklere Seite des Frauseins geschrieben – vor #metoo. Und das hat sie auf einer Art und Weise gemacht, die so einzigartig ist, dass es bald sowas wie ein neuer Stil war.

Wieso diese Bücher als erste? Was haben sie uns zu sagen?

Wir haben sehr lange überlegt. Denn wenn man näher darüber nachdenkt, sind zwei Gedichtbände auf ein Mal vielleicht eine vollkommen blöde Idee. Aber ich wollte gern zeigen und zwar sehr deutlich dass es eine andere Seite der nordischen Literatur gibt. In den Regalen der Buchhandlungen gibt es nämlich viele Bücher von nordischen Autoren, und auch mehrere sehr gute. Aber meistens sind das Krimis, Romane oder große Familiendramen; sozusagen die klassischencher. Was ich gern präsentieren will, sind die Experimente; die Bücher, die vom Stil und Ausdruck her, neu und einzigartig sind; die Publikationen, die einen neuen Weg definiert haben. Und das machen sowohl GOLD als auch Warum bin ich so traurig, wenn ich doch so süß bin” auf ihre Art und Weise. Das sie keine „klassischen“ Bücher sind, hat eine große Rolle spielte, weil davon haben wir schon genug, oder?

Gedichte von Victor Boy Lindholm

Welche Rolle spielt die äußere Gestaltung?

Eine sehr große! Die nordische Kultur, die Nord Verlag vermittelt, wird sehr von einer visuellen Identität geprägt. Ich hatte das Glück, mit zwei so fantastischen Designern arbeiten zu dürfen: Matilde Juul und Fie Lindholm, die beide eine unglaublich tolle Arbeit mit Lothe bzw. Lindholm geleistet haben. Ich bin auf das Resultat sehr stolz. Es ist aber auch sehr wichtig, da die Umschläge ja die erste Begegnung mit den potentiellen Lesern sind. Außerdem sind wir auch Papier-Nerds, und beide Bücher sind nicht nur aus beliebigem Papier, sondern aus sorgfältig ausgewählten Papiersorten, die alle umweltfreundlich sind und einem unvergleichbares Gefühl haben.

Was ist noch so alles geplant? Welche Autoren und Themen wollt ihr präsentieren?

Gerade schauen wir erstmal von einem Tag zum nächsten. Was in der Zukunft passieren wird, kann ich noch nicht genau sagen, aber Ideen haben wir genug. Erstmal liegt der Fokus auf den beiden ersten Büchern, und dann schauen wir mal. Doch kann ich sagen, da Norwegen nächstes Jahr Gastland bei der Frankfurter Buchmesse ist, dass man sich vorstellen könnte, dass man weitere norwegische Literatur sehen wird. Und dann werden wir auch weiter mit der visuellen Kunst in verschiedenen Formen arbeiten.

 

Wer jetzt neugierig geworden ist: zu den Büchern und der Webpräsenz des Verlags geht es hier entlang. Instagram und die Facebookseite finden sich hier. Zudem kuratieren die Macher aus dem Verlag immer wieder passende Songlisten auf Spotify, bieten Plakate und vieles mehr an. Eine große Empfehlung meinerseits!

#verlagebesuchen 2018

Eine schöne Aktion rund um den Welttag des Buches wird 2018 wiederholt: #verlagebesuchen

Die Idee dahinter ist das Konzept der Offenen Tür. Vom 20.-23. April 2018 öffnen Verlage aus ganz Deutschland ihre Türen und gewähren der breiten Öffentlichkeit Einblicke in ihre Arbeit. Ob Verlagsführung, Lesung, Werkstattgespräch oder einfach Kaffee und Kuchen mit dem Verleger. Überall kann man sich beteiligen und erhält an diesem Wochenende Einblicke hinter die Kulissen.

Eine tolle Aktion, die ich im letzten Jahr schon einmal genutzt habe. Damals habe ich mich nach München aufgemacht, um dem Piper-Verlag einen Besuch abzustatten. Ein kleiner Bericht mit Eindrücken findet sich an dieser Stelle.

Das gesamte Programm von diesem Jahr findet sich auf der Homepage #verlagebesuchen. Viele unterschiedliche Aktionen, nach Veranstaltungsorten gebündelt lassen sich dort schon entdecken.

Ich wünsche euch auch schon einmal viele spannende Aktionen und Erlebnisse – vielleicht sieht man sich ja bei einer Veranstaltung?

Seitenblicke in Fürth | 22.03.2018

In der kommenden Woche darf ich wieder einmal das machen, was ich am liebsten tue: mich mit anderen über gute (oder schlechte) Literatur unterhalten. Dies tue ich im Rahmen der halbjährlich stattfindenden Veranstaltung Seitenblicke in der Volksbücherei Fürth.

Am 22.03.2018 werden wir ab 19:30 in den Räumen der Innenstadtbibliothek Carl Friedrich Eckart Stiftung (Friedrichstraße 6a, 90762 Fürth) über diese drei Bücher diskutieren:

Emily Ruskovich: Idaho

Ein flirrender Sommertag in Idaho, USA: eine Familie im Wald, die beiden Mädchen spielen, die Eltern holen Brennholz für den Winter. Die Luft steht, die Mutter hat ein Beil in der Hand – und innerhalb eines Augenblicks ist die Idylle zerstört. Ist es Gnade, dass der Vater, Wade, langsam sein Gedächtnis verliert? Bald wird er nicht mehr wissen, welche Tragödie sich an jenem Tag abgespielt hat, wie seine Töchter hießen und seine Frau, Jenny, die zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Auch Ann, die Frau, deren Liebe groß genug ist, um zu Wade in das leere Haus zu ziehen, wird nie den Hergang der Tat erfahren. Aber mit jedem Tag an Wades Seite erkundet sie genauer, was damals geschehen ist, und nimmt schließlich Kontakt zu Jenny auf …

Hans Pleschinski: Wiesenstein

Der alte Mann, eine Berühmtheit, Nobelpreisträger, verlässt mit seiner Frau das Sanatorium, wo beide Erholung gesucht haben, und wird mit militärischem Begleitschutz zum Zug gebracht. Doch es ist März 1945, das Sanatorium Dr. Weidner liegt im eben zerstörten Dresden und der Zug fährt nach Osten. Gerhart und Margarete Hauptmann nämlich wollen nirgendwo anders hin als nach Schlesien, in ihre Villa „Wiesenstein“, ein prächtiges Anwesen im Riesengebirge. Dort wollen sie weiterleben, in einer hinreißend schönen Landschaft, mit eigenem Masseur und Zofe, Butler und Gärtner, Köchin und Sekretärin, ein immer noch luxuriöses Leben für den Geist führen inmitten der Barbarei.
Aber war es die richtige Entscheidung? Überhaupt im Dritten Reich zu bleiben? Und was war der Preis dafür? Können sie und ihre Entourage unbehelligt leben, jetzt, da der Krieg allmählich verloren ist, russische Truppen und polnische Milizen kommen? Und das alte Schlesien untergeht?

Janet Lewis: Die Frau, die liebte

Als Martin Guerre nach langjähriger, rätselhafter Abwesenheit endlich zu seiner Frau zurückkehrt, ist Bertrande de Rols, eine Frau von 30 Jahren, von Sinnen vor Glück. Der inzwischen zehnjährige Sohn weicht dem Vater nicht mehr von der Seite, das Gut blüht auf, die große Familie ist wieder vereint. Acht Jahre lang hatte Bertrande sich gesehnt, hatte gebangt und gezürnt, war weder Witwe noch frei gewesen, und jetzt – endlich – kann sie sich hingeben. Der Liebe, ihrer Sinnlichkeit, seinem Begehren. Welcher Dämon treibt ihr plötzlich Zweifel ins Herz? Ist der Mann, den sie liebt, wirklich Martin? Hin- und hergerissen zwischen ihrer Sehnsucht nach Zugehörigkeit und einer düsteren Ahnung, entfesselt sie eine richterliche Untersuchung – und eine Tragödie.

 

Über diese drei Bücher darf ich mit Doris Höreth von der Buchhandlung Pelzner und Sibylle Brunner von der Buchhandlung Edelmann streiten.

Im Anschluss gibt es noch einen Überblick über weitere lesenswerte Neuerscheinungen in diesem Bücherfrühling.

Ich würde mich über zahlreiche Zuschauer bzw. Zuhörer freuen, wenn ich schon mal wieder in meiner fränkischen Heimat weilen darf – der Eintritt ist natürlich selbstverständlich kostenlos!