Carl-Johan Vallgren – Deine Zeit wird kommen

In den Wäldern, da lauert die Gefahr. Mit seinem neuen Krimi Deine Zeit wird kommen nimmt der schwedische Autor Carl-Johan Vallgren mit in die düsteren Wälder Schwedens und erzählt von verlassenen Bunkeranlagen, verschwundenen Jugendlichen und einer verzweifelten Suche.


Auf dem deutschen Buchmarkt ist Carl-Johan Vallgren kein Unbekannter. Im Suhrkamp-Verlag erschienen schon vor über zwanzig Jahre Romane des schwedischen Autors. So tat er sich mit Geschichte einer ungeheuerlichen Liebe auf dem Feld des historischen Romans um, lieferte dann mit Kunzelmann & Kunzelmann die Lebensgeschichte eines Konservators und Kunstfälschers, der mit vielen Tricks und Täuschungen das Nazireich überlebte und zum erfolgreichen Kunstexperten aufstieg.

Vor gut zehn Jahren erschienen dann zwei Krimis des Schweden bei Heyne und dem mittlerweile schon wieder eingestellten Label Heyne Encore. Sie erzählten vom drogensüchtigen Ermittler Danny Katz, der bei seiner Suche nach Verschwundenen und den Ermittlungen in einem Mordfall tief in die Abgründe der schwedischen Gesellschaft schaute.

Preis für den besten schwedischen Krimi 2024

Carl-Johan Vallgren - Deine Zeit wird kommen (Cover)

Nun, wiederum eine Dekade später, hat Carl-Johan Vallgren erneut im Suhrkamp-Verlag in dessen Krimiprogramm ein editorisches Zuhause gefunden. Deine Zeit wird kommen ist ein Krimi aus dem Jahr 2024, der in Vallgrens Heimat Schweden den Preis für den besten Krimi des Jahres errang.

Ähnlich düster wie in den beiden Bänden um Danny Katz blickt Vallgren auch hier auf ein Schweden, das weit weg ist von Midsommar-Helle und Astrid-Lindgren-Idylle. Sein Schweden ist ein waldreiches, menschenleeres, dunkles Land zwischen verlassenen Bunkeranlagen, heruntergekommenen Nerzfarmen und leerstehenden Sommerhäusern. Menschlich gesehen ist Vallgrens Welt auch nicht viel behauster, wie Deine Zeit wird kommen durchaus eindrucksvoll zeigt.

Alles beginnt bei ihm mit dem Fund einer Frauenleiche in einem Fluss im Jahr 1993. Geschoren und völlig abgemagert findet der Insasse einer nahegelegenen Psychiatrie nahe Falkenberg im Südwesten Schwedens die tote Frau, was die lokalen Polizisten um den ansässigen Kommissar Björling auf den Plan ruft. Zusammen mit seinem Kollegen Håkansson übernimmt er die Ermittlungen. Unterstützung gibt es aus dem fernen Stockholm, von wo aus die Ermittlerin Johanna zu den Polizisten stößt.

Verschwunden in den Wäldern Schwedens

Wo könnte die Frau gefangen gehalten worden sein? Wie kam sie in den Fluss – und wer könnte hinter dem Mord stecken? Während sich Johanna in die Vergangenheit der Region hineingräbt, durchsuchen Björling und Håkansson die Umgebung, was viele Touren durch Wälder, leerstehende Sommerhäuser und menschenverlassenen Bunkeranlagen dort in der Region bedeutet.

Unerwartet brisant wird der Fall durch das Verschwinden von Björlings Tochter. Diese wollte eigentlich mit ihrem Freund eine Kanutour durch die Wildnis unternehmen, gerät dabei allerdings in höchste Not, wie der dritte Erzählstrang des Krimis verrät. Fortan besteht nun also die Spannung nicht nur in der Frage, was es mit der Toten aus dem Fluss auf sich hat, sondern vor allem, ob Malin die Torturen überstehen wird…

Carl-Johan Vallgrens Krimi wirkt wie eine Weiterentwicklung eines Genres, das sich vor einigen Jahren noch größter Beliebtheit erfreute, an dem das Interesse nach den Hypewellen um Regio-Krimis, Domestic Noir und Cozy Crime aber wieder etwas abgeflaut ist: die Rede ist vom Schwedenkrimi, wie ihn vor allem Henning Mankell popularisierte.

Eine Vitalisierung des Scandinavian Noir

Dessen Kommissar Wallander feierte in Deutschland im Jahr 1993 seinen Einstand im Krimi Mörder ohne Gesicht – jenem Jahr, in dem auch Carl-Johan Vallgren seinen Krimi verortet. Tatsächlich verbindet Mankells Buchreihe und Deine Zeit wird kommen der Hang zum Scandinavian Noir, die Inszenierung Schwedens als dunkel-dräuender Ort, an dem das Verbrechen gedeiht und deutlich zu oft übersehen wird.

Zugleich kreuzt Vallgren die klassischen Krimielemente um die Ermittlung in Sachen der Frauenleiche mitsamt den typischerweise psychologisch vorbelasteten Ermittler*innen mit Suspense und Thriller, die aus der Gefangenschaft des Mädchens resultiert. Es ist ein Kniff, wie ihn beispielsweise auch schon der Däne Jussi Adler-Olsen in seinem Krimi Erbarmen anwendete und der aus den Ermittlungen eine Art Wettlauf gegen die Zeit macht.

Begleitet vom düsteren, zeittypischen Soundtrack von Nirvana stolpern, jagen und fliehen die Menschen hier durch die dunklen Wälder Schwedens, was einen großen Lesesog erzeugt und das Genre des Scandinavian Noir gehörtig vitalisiert.

Wer in dieser Sommertagen eine Abkehr von Sonne und Hitze sucht, dessen Zeit ist nun mit Carl-Johan Vallgrens Schwedenkrimi beziehungsweise Schwedenthriller definitiv gekommen!


  • Carl-Johan Vallgren – Deine Zeit wird kommen
  • Aus dem Schwedischen von Hanna Granz
  • ISBN 978-3-518-47551-5 (Suhrkamp)
  • 352 Seiten. Preis: 18,00 €

Maria Reva – Ein Königreich für eine Schnecke

Der Roman als Jurte. In ihrem Debütroman Ein Königreich für eine Schnecke nimmt uns die die in Kanada lebende Autorin Maria Reva mit in ihre Geburtstland, die Ukraine. Sie erzählt von linksgewundenen Schnecken, entführten Junggesellen und einem Land im Krieg. Leider meint sie es dabei mit postmodernen Spielereien etwas zu gut…


Nach hundertdreiundneunzig Seiten ist Maria Revas Buch eigentlich am Ende angelangt, das macht zumindest das schriftgewordene ENDE denken, das den Text auch optisch beschließt. Eine Danksagung für Inspirationsquellen, unter anderem Lisa Hallidays Roman Asymmetrie und Deb Olin Unferth und ihr Roman Happy Green Family schließen sich an, nach biografischen Informationen und Anmerkungen zur verwendeten Schriftart ist Schluss mit dem Buch.

Doch da gibt es nur einen kleinen Haken. Auch wenn alles nach Ende aussieht, so weist Maria Revas Roman doch eigentlich noch weitere 275 Seiten auf, die dem Ende noch folgen sollen. Und auch der Text hat bis zu seinem vorläufigen Ende einige seltsame Wandlungen durchgemacht. Denn Revas Buch hört plötzlich nicht mehr auf den Titel Ein Königreich für eine Schnecke, sondern trägt den Titel Eine glückliche Familie ist nur ein vorgezogener Himmel, wofür sich die Autorin dann auch in der vorgezogenen Danksagung bei einigen Personen erkenntlich zeigt.

Wie das kam, dass das Buch plötzlich einen anderen Titel trägt, ist genauso wie das mitten ins Buch hineingepflanze Ende eine der vielen postmodernen Spielereien, mit denen Reva ihren Text auflädt. Denn ändernde Titel, Zwiegespräche mit einem Jurtenbesitzer, ein aus der Perspektive einer Schnecke geschildertes Kapitel oder die aus dem Text heraustretende Autorin sind nur einige Elemente in diesem Roman, der obgleich inhaltlich recht exzentrisch, zumindest auf der Erzählebene recht konventionell beginnt.

Drei Frauen, ein Bus und dreizehn Junggesellen

Maria Reva - Ein Königreich für eine Schnecke (Cover)

Zunächst stehen zwei Frauen im Mittelpunkt des Romans. Jewa ist ein junge Frau, die sich dem Erhalt von Schnecken verschrieben hat. Einen Kleinbus hat sie zum mobilen Labor umgebaut, mit dem sie die ganze Ukraine bereist, um seltene Schnecken zu finden und diese mithilfe ihres rollenden Labors vor dem Aussterben zu bewahren. Das Geld für diese Missionen verdient sie bei sogenannten Liebestouren.

Diese Liebestouren werden von einer Agentur durchgeführt, bei der Junggesellen aus dem Ausland auf organisierten Touren in Kontakt mit ukrainischen Frauen gebracht werden, auf dass sie dort unter Zuhilfenahme von Dolmetscherinnen die Liebe ihres Lebens finden.
Auf die Liebe kann Jewa zwar verzichten, nicht aber auf das Geld, das ihr diese Liebestouren bescheren. Und noch eine zweite wichtige Begegnung beschert ihr die Liebestour, nämlich die Bekanntschaft mit den Schwestern Nastja und Sol.

Diese sind eigentlich auf der Suche nach ihrer Mutter, einer bekannten ukrainischen Aktivisten im Stile von Pussy Riot oder Femen. Sie ist verschwunden, weswegen die Schwestern einen waghalsigen Plan entwickelt haben.
Mithilfe von Jewa und ihrem mobilen Labor wollen sie Junggesellen entführen, um mit der spektakulären Aktion ihre Mutter auf sich aufmerksam zu machen oder wenigstens ihre Fährte aufzunehmen.
Doch aus den anvisierten hundert gekidnappten Junggesellen wird nicht nur eingedenk des mangelnden Platzes in Jewas Bus nichts, dreizehn Teilnehmer des Liebestouren können die drei Frauen dann aber doch in ihren Bus locken.

Die letzten Schnecken ihrer Art

Vollends wild wird diese Geschichte, als nun ein Bekannter Jewa auf die Existenz einer weiblichen Schnecke hinweist, die zur letzten noch lebenden Schnecke in Jewas Besitz, ein sogenannter Endling, passen könnte. Die außergewöhnliche linksgewundene Schneckenform macht die Tiere dergestalt außergewöhnlich, dass Jewa kurzentschlossen mit den Schwestern und den Entführten an jenen Ort aufbricht, an dem der Bekannte die Schnecke gesichtet hat.
Es ist ausgerechnet Cherson im Süden der Ukraine, die jede Minute im Begriff steht, in die Hände der heranrückenden russischen Truppen zu fallen. Doch davon lässt sich Jewa nicht aufhalten, schließlich geht es um das potentielle Überleben einer Schneckenart…

Ist der Plot von Ein Königreich für eine Schnecke mit seiner Engführung von Endzeit für die seltene Schneckenart und die Endzeit für die Ukraine schon extravagant genug, wird es durch den Entführungsplot noch einmal gesteigert. Doch es scheint, als hätte Maria Reva ein wenig der Mut verlassen, nur auf diese besondere Konstruktion zu vertrauen, weil sie diese Erzählung dann kurz vor Ende des ersten Buchs selbst implodieren lässt. Sie hinterfragt selbstkritisch die Tragfähigkeit ihrer Erzählanlage und biegt in einem zweiten Teil in eine völlig andere Richtung ab, als sie ihre Rolle als Schriftstellerin im Ausland reflektiert, die auf die Geschehnisse in ihrem Geburtstland schaut und hierzu einen Essay verfassen will, dessen Einreichung dem herausgebenden Magazin nicht ins Konzept passt.

Plötzlich will sie eine alternative Geschichte zu ihrer eigentlichen Erzählung um Jewa, die Schnecken, die zwei Schwestern und zehn Junggesellen schreiben, ehe dann ein Interview wieder die vierte Wand durchbricht und sich dem etwas rappeligen Ende des Buchs im zweiten Teil dann ein Dialog mit einem Jurtenmacher anschließt.
Das sind alles nette Spielereien, die den Fluss ihres Buchs unterbrechen, Ein Königreich für eine Schnecke in meinen Augen aber auch unnötig schwächen.

Zu viele Spielereien und erzählerisches Brimborium

Denn die ungewöhnliche Annäherung über die Schnecken und entführten Junggesellen ist eigentlich dazu angetan, einen interessanten Zugang zur Erzählung einer überfallenen Ukraine zu leisten, den man so noch nicht gelesen hat und der die Schrecken, das Groteske und die Falschheit dort vor Ort eindrücklich miterleben lässt (wodurch Ein Königreich für eine Schnecke auch an die jüngsten Erzählungen Serhij Zhadans und seinen großen Wurf Internat erinnert).

Alles weitere erzählerische Brimborium stört da eigentlich nur, auch wenn man argumentieren könnte, dass die konsequente Brechung des Erzählflusses auf stilistischer Ebene den Krieg nachbildet, der alle Normalität und Ordnung zerstört.
Und doch nimmt er in diesem Falle überwiegend nur den Fokus von der Wucht ihrer Geschichte weg, die gerade durch die Absurdität des Ganzen so gut geeignet ist, dem Wahnsinn der realen Welt erzählerisch zu trotzen. Hätte sich Reva mehr auf den Kern ihrer Geschichte verlassen, wäre Ein Königreich für eine Schnecke vielleicht noch ein besseres Buch geworden.

Eine weitere Perspektive auf Maria Revas Debüt gibt es in der Kulturzeit von 3sat, dort schildert die Literaturkritikerin Miriam Zeh ihre Perspektive auf den Roman.


  • Maria Reva – Ein Königreich für eine Schnecke
  • Aus dem Englischen von Stephan Kleiner
  • ISBN 978-3-423-28548-3 (dtv)
  • 479 Seiten. Preis: 26,00 €


Tamara Štajner – Luft nach unten

Die Familie in Nord-Mazedonien, der Kinderwunsch in Wien. Tamara Štajner spannt in ihrem Roman Luft nach unten ein Netz um ihre Protagonistin, das diese zwischen familiären Kindheitswunden, Begehren und Unsicherheit einzuschnüren droht.


Von hoher Dringlichkeit sei der Text namens Luft nach unten gewesen, den Tamara Štajner beim Wettlesen im Rahmen des Klagenfurter Bachmannpreises 2024 vorgetragen habe. Das bescheinigte ihm die Jurorin Mara Delius, was Juryvorsitzender Klaus Kastberger gar mit dem Lob ergänzte, der Text sei einer der besten, den er je in Klagenfurt gehört habe. Brigitte Schwens-Harrant, die den Text zu den 48. Tagen der deutschsprachigen Literatur eingeladen hatte, sah besonders in der Beziehung der ambivalenten Mutter-Tochter-Beziehung imponierende Qualitäten. Denn der Text stellt eine literarische Konfrontation einer Tochter mit ihrer Mutter, den vererbten Traumata und dem Versuch einer Emanzipation von Erlebtem dar.

Dem Lob für Štajners Text unisono folgte dann folgerichtig auch die Vergabe des von der Kärntner-Elektrizitäts-Aktiengesellschaft. kurz KELAG, gestifteten Preises in Höhe von 10.000 Euro, den Štajner errang.
Dass dieser Gewinn aber keineswegs der Schlusspunkt für den Text war, das beweist der nun vorliegende Roman von Tamara Štajner. Denn jene Beschau eines komplizierten Mutter-Tochter-Verhältnisses, die die im slowenischen Novo Mesto geborene Autorin damals vortrug, ist nun zu einem Roman gereift. Dieser ist schlüssigerweise allen Töchtern und Müttern gewidmet und schließt auch einen Dank an Brigitte Schwens-Harrant ein, die das Potential von Štajners Prosa schon im Vorfeld des Bachmann-Wettbewerbs erkannt hatte und diesen folglich ins Rennen schickte.

Aus Klagenfurt nach Nord-Mazedonien

Tamara Štajner - Luft nach unten (Cover)

Die Beziehung von Müttern und Töchtern ist noch immer großes Thema, das Tamara Štajner nun aber deutlich ausgebaut hat, obgleich der Kern ihres Textes noch Bestand hat. So laboriert Iva noch immer am Verhältnis zu ihrer Mutter. Deren psychologischer Druck in Form eines ständigen Wiegens auf der schwarzen Waage zuhause hat sie zwar hinter sich gelassen, so ganz verdrängen kann sie das Erlebte aber nicht. Die tief in sie eingeschriebenen Erinnerungen sind in der Zwischenzeit aber auch zu einer künstlerischen Quelle geworden, denn Iva reüssiert als Musikerin. Sie hat erneut ein ein neues Album vorgelegt, dessen künstlerisches Potential sich auch aus dem Spannungsverhältnis mit ihrer Mutter speist.

Ihren Mann Felix und das etablierte Leben in Wien lässt sie aber gleich zu Beginn für eine kurze Zeit hinter sich, als sie sich in die alte Heimat nach Nord-Mazedonien begibt, wo ihr früheres Kindermädchen verstorben ist.
Was mit einer eindrücklichen Szene auf dem Friedhof beginnt, weckt auch bei Iva vergrabene Erinnerungen. Denn als Aufenthaltsort für den Abschied vor Ort erwählt sie sich ein Hotel aus ihrer Kindheit, in dem auch ihre Verwandtschaft lebt.

Das bringt Iva viele Erinnerungen und neue Erkenntnisse in Bezug auf ihre Familie, obschon sie eigentlich im fernen Wien gerade selbst mit ihrem Mann eine Familie gründen will. Doch Erinnerungen und Messengerdienste sorgen für eine Bindung an Themen, mit denen sich die Musikerin vor Ort eigentlich gar nicht so vertieft beschäftigen wollte.

Zwischen Zeugungskraft und Mutterproblemen

Denn nicht nur, dass sich schon die Prüfung der Zeugungsfähigkeit ihres Mannes als großes Problem herausstellt, es gibt auch noch einen Geliebten, mit dem Iva eine amour fou verbindet. Auch das Thema ihrer Mutter ist noch nicht aus der Welt und so wohnt man im Falle von Luft nach unten einem ganzen Bündel an Themen und Problemen bei, das Iva zu umfangen droht wie ein ganzer Wald aus Schlingpflanzen, der einem beim Baden unter Wasser festzuhalten droht.

Was macht eigentlich eine Familie aus, was erzählt man sich, wie löst man sich von ihr und emanzipiert sich? Und ist es wirklich eine gute Idee, die eigene Familienplanung stur voranzutreiben, wenn viele eigene Themen noch gar nicht aufgearbeitet sind?

Diese Fragen stellt Tamara Štajners Text, der obschon auf den ersten Blick vielleicht in manchen Passagen vermeintlich etwas zu seicht ist (hier sind die die seitenweise ausgewalzten Themen der Abgabe einer Spermaprobe zwecks Untersuchung oder die für mein Empfinden etwas zu klischeebeladene Affäre zu nennen).

Auch könnte man Luft nach unten vorwerfen, dass er in Teilen zu sehr an der Oberfläche bleibt (die Geschehnisse in Nord-Mazedonien und die Rolle ihres Vaters, die dann im Mittelteil gar keine Rolle mehr spielt oder die immer wiederkehrenden digitalen Wutausbrüche Ivas, die irgendwann recht repetitiv werden, zählen hierzu).

Der Bruch zwischen Nord-Mazedonien und dem neuen Leben in Wien, er gäbe auch noch deutlich mehr her, als es uns Tamara Štajner zugesteht. Dennoch hat der Text durchaus Unterströmungen und einige Schlingpflanzen, die beim literarischen Bad in Luft nach unten lauern und die man sich gerne verheddert.

Fazit

Vermeintlich leicht und in Teilen komödiantisch, auf den zweiten Blick dann doch intensiver als zunächst gedacht, so ist Luft nach unten von Tamara Štajner, das die das Thema konfliktbeladener Mutter-Tochter Beziehungen, der Frage nach der Loslösung des Alten innerhalb von Familien und die Frage der Weitergabe von Mustern und Traumata an die eigenen Kinder verhandelt.
Legt man den in Klagenfurt präsentierten Text und den nun ausgearbeiteten Roman nebeneinander, so zeigt Luft nach unten eindrücklich, wie sich ein Text weiterentwickeln und noch reifen kann, wenn man ihm genug Raum und Zeit gibt.
Schön, dass Tamara Štajner sich für diese Reifung die Zeit genommen hat!


  • Tamara Štajner – Luft nach unten
  • ISBN 978-3-552-07582-5 (Zsolnay)
  • 333 Seiten. Preis: 25,00 €

Emma Stonex – Sunshine Man

Gelb in allen Schattierungen bietet Emma Stonex in ihrem zweiten Roman Sunshine Man auf. Dabei erzählt sie vom Rachewunsch einer Frau und von der Schwierigkeit, sich dem Stigma der eigenen Familiengeschichte zu entziehen.


Mit ihrem Debüt Die Leuchtturmwärter gelang der Britin Emma Stonex ein Überraschungserfolg. Das Buch, das vom mysteriösen Verschwinden gleich mehrerer Männer von einer abgelegenen Insel vor der Küste Cornwalls erzählte, entwickelte sich nicht nur im englischen Sprachraum zu einem vielgelesenen Bestseller.

Nun, fünf Jahre später, gibt es Nachschub von Stonex. In der Übersetzung von Eva Kemper erzählt die Britin nun vom Sunshine Man – beziehungsweise zunächst erst einmal von Birdie Keller, die uns einen der eindrücklichsten Eingangssätze an den Kopf wirft, der in letzter Zeit auf dem hiesigen Buchmarkt zu lesen war:

Die Woche, in der ich einem Mann in den Kopf schoss, fing ganz normal an.

Emma Stonex – Sunshine Man, S. 11

Was und wie es dazu kam, das dröselt Stonex‘ Text erst ganz langsam auf. Denn warum Birdie Keller sich plötzlich eine lange gelagerte Waffe schnappt, ihren Mann und ihre zwei Kinder kurzerhand verlässt und sich auf eine fiebrige Jagd begibt, an deren Ende ein Schuss in den Kopf steht, das erklärt der Blick zurück auf ihre eigene Vergangenheit.

Die Wunden der Vergangenheit

Emma Stonex - Sunshine Man (Cover)

So wuchs Birdie bei einer Pflegemutter in Devon auf. Ihre Mutter übergab sie dieser nach ihrer Geburt im Jahr 1947 und machte sich daraufhin für lange Zeit aus dem Staub. Später kehrte sie kurzzeitig in Birdies Leben zurück, aber nur um ihrer Pflegemutter und ihr ein zweites Kind zu übergeben, ihre Halbschwester Providence. Gemeinsam wuchsen die beiden Frauen dort in Devon auf und knüpften freundschaftliche Banden.

Doch dann kam es zum grausamen Mord an Providence, der auch Birdies Leben auf den Kopf stellte. Die Gründung einer eigenen Familie und achtzehn Jahre, die seit diesem Ereignis vergangen sind, erweisen sich als dünne Tünche, die die darunterliegenden Verwerfungen in ihrer ganzen Drastik wieder zutage fördern, als Birdie einen entscheidenden Anruf erhält.

Der Mörder ihrer Halbschwester wird aus dem Gefängnis entlassen. Und so greift Birdie zur Waffe, um nun Selbstjustiz zu üben. Das erweist sich allerdings als deutlich komplizierter, als sie es sich zuvor in ihrer Fantasie ausgemalt hat. Der Wunsch nach Rache, er lässt sich nämlich nicht so leicht befriedigen, vor allem wenn auch der potentielle Mörder James Maguire seine eigene Geschichte zu erzählen hat.

Die Geschichte von Birdie und die Geschichte von James, Emma Stonex stellt sie in Sunshine Man gegenüber. Sie tut dies, indem sie über mehrere Großkapitel immer wieder die Perspektive wechselt. Vor allem die männliche Perspektive fällt dabei mit stilistischer Vielfalt auf. Denn nicht nur, dass Stonex aus der 3. Person auf ihn blickt, auch montiert sie noch Tagebucheinträge und Briefe, die mal gesendet und ein andermal nie abgeschickt wurden, in den Text.

Fragen von Rache und sozialer Vorbestimmung

So entstehen zwei Perspektiven, die tief in die Seelen blicken lassen. Das Aufwachsen Birdies und der nie wirklich versiegende Schmerz ob des Mordes an ihrer Halbschwester, dazu die Schmerzen von James Maguire, der aus einer aufgrund ihrer kriminellen Mitglieder gemiedenen Familie stammt. und diesen Makel nie wirklich loswird, Stonex erzählt anschaulich davon.
Manchmal wagt sie dabei sogar einen perspektivischen Gegenschuss, der die beiden zentralen Figuren noch genauer konturiert.

Dabei spart die britische Autorin auch nicht mit Drastik. Ein Mord, eine Vergewaltigung und der brodelnde Wunsch nach Rache, der James‘ Wunsch nach einem Neuanfang gegenübersteht, Stonex packt dies alles in ihren Text hinein.

So ist Sunshine Man auch ein Buch, das die Frage der Resozialisierung behandelt und der die sozialen Dynamiken der beiden Figuren beleuchtet, während die Rahmenhandlung ebenfalls einer gewissen Dynamik unterliegt. Denn von Exeter und Cornwall bis nach Devon reicht der Weg, den James und Birdie zurücklegen, während sie auch immer stärker das Lasten der Vergangenheit auf sich spüren.

Mal erinnert dieser Text an Louise Doughty, mal weckt Sunshine Man auch Assoziationen zu Megan Nolans Debüt oder dem US-Amerikaner Eli Cranor. Kann man der Vergangenheit und seiner Herkunft entkommen?

Gelb in allen Schattierungen

Diese Fragen wirken über den Text hinaus, dem im Ganzen vielleicht auch ein wenig dezenterer Einsatz der Signalfarbe Gelb gut getan hätte. Gefühlt auf jeder zweiten Seite taucht die Farbe Gelb auf, und das in allen Schattierungen. Gelbe Werbeplakate, gelbe Socken, goldene bis schmutzig-gelbem Ockertöne bevölkern den Text, bis auch der letzte Leser verstanden hat, dass diese Farbe ein Leitmotiv ist.

Hier wäre vielleicht etwas mehr Zurückhaltung angebracht gewesen, vor allem da Stonex Text ansonsten sprachlich durchaus nuanciert gearbeitet ist (Übersetzung aus dem Englischen von Eva Kemper). Von solchen Einwänden abgesehen ein starkes Buch, mit dem sich Emma Stonex nun zurückmeldet!


  • Emma Stonex – Sunshine Man
  • Aus dem Englischen von Eva Kemper
  • ISBN 978-3-7587-0040-8 (S. Fischer)
  • 395 Seiten. Preis: 24,00 €

Iwan Heilbut – Zugvögel

Wahrscheinlich werde niemals mehr jemand seine Schriften drucken, so mutmaßte Hans Magnus Enzensberger in einem Zeitungsartikel aus dem Mai 2006 über Iwan Heilbut. Bei einer Ausstellung zur Eröffnung des Literaturmuseums in Marbach war Enzensberger über ein Gedicht des 1898 geborenen Heilbuts gestolpert und veröffentlichte in der Folge in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung einen Artikel, in dem er den spärlichen Spuren des heute nahezu vollkommen vergessenen Dichters nachspürte (Heilbut? Nie gehört! – Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.05.2006, Nr. 119, S. 39).

Dass selbst große Geister wie Enzensberger irren konnten, darauf weist Herausgeber Peter Graf in seinem Nachwort zu Zugvögel hin, dessen Erscheinen zwanzig Jahre nach Enzensbergers Artikel diese Einschätzung ad absurdum führt.
Zugvögel ist eine wirkliche Entdeckung, die den vergessenen Heilbut und dessen Schicksal eindrücklich wieder ans Licht der literarischen Öffentlichkeit zurückholt. Zum Glück!


Längst hat sich Peter Graf auf dem deutschen Literaturmarkt einen Namen als Entdecker von Unbekanntem und Vergessenem speziell in Bezug auf Exilliteratur gemacht. So ist er einer der Herausgeber des fabelhaften, preisgekrönten Verlag Das Kulturelle Gedächtnis, in dem zuletzt das von ihm wiederentdeckte Londoner Tagebuch der jungen Lili Cassel-Wronker erschien. Ebendort sorgte er für die Wiederentdeckung Susanne Kerckhoffs und ihrer Berliner Briefe, ebenso wie die Werke weiterer Autorinnen und Autoren wie Lilli Körber oder Bruno Frank, die andernfalls dem Vergessen preisgegeben wären.

Doch nicht nur im eigenen unabhängigen Verlag publiziert Graf, auch platziert er immer wieder einzelne Neuausgaben von vergessenen Stimmen der Exilliteratur bei großen Verlagen wie etwa das Werk Ulrich Alexander Boschwitzbei Klett-Cotta, wo ebenfalls die von Graf editierten Tagebücher Hermann Stresaus erschienen. Auch seine (leider schon vergriffene) dreibändige Sammlung von Feuilletontexten zur Zeit der Exilliteratur bei der wbg sorgte für viel Aufmerksamkeit.

Nun hat er im Claassen-Verlag in Gestalt von Verlegerin Myriam Schellbach einen weiteren Partner gefunden, der einer dieser vergessenen Stimmen wieder Gehör verschafft. Es ist die Stimme von Iwan Heilbut, dessen Typoskript letzter Fassung Graf nun endlich auch auf Deutsch zugänglich macht. Erschienen war Birds of passage im Jahr 1943 nur auf Englisch, da es Heilbut in seinem New Yorker Exil verfasst hatte.

Iwan Heilbuts Nachlass im Deutschen Exilarchiv

Iwan Heilbut - Zugvögel (Cover)

Graf sichtete nun den Nachlass, bei dem sich das an die in Frankfurt beheimatete Deutsche Nationalbibliothek angeschlossene Deutsche Exilarchiv 1933-1945 abermals als Hort größer literarischer Reichtümer erwies. Denn neben Korrespondenzen und Skizzen befindet sich dort das Original von Birds of passage, über dessen Übersetzung und vor allem die darin vorgenommenen Kürzungen Heilbut alles andere als glücklich war, wie Graf in seinem Nachwort schreibt.

Nun lässt sich Zugvögel auch in Iwan Heilbuts Muttersprache in ganzer Länge von immerhin 632 Seiten entdecken. Darin erzählt er die Geschichte von Edvard und Rahel, die sich in großen Teilen mit der Geschichte ihres Autors decken dürfte. Denn wie Iwan Heilbut selbst sind auch Edvard und Rahel aus Deutschland emigriert und leben zu Beginn des Romans in der Rue de Tournon im 6. Arrondissement in Paris (nur eine Nebenstraße vom intellektuellen Spannungsfeld der Rue de L’Odeon entfernt).
Es ist die Straße, die auch lange Zeit Heilbuts Heimstatt war.

Dort sehen die beiden der Geburt ihres Kindes freudig entgegen. Doch die Zeiten im Jahr 1939 sind alles andere als freudig, denn es liegt auch sehr viel Anspannung in der Luft. Die deutschen Truppen der Nationalsozialisten marschieren gen Frankreich, was sich in Hektik und Unruhe äußert.

Schicksale in Paris

Das junge Paar spürt diese Unruhe am eigenen Leib, denn nicht nur, dass ihr äußerst wankelmütiger Vermieter und das intrigante Mutter-Tochter-Gespann der Cognacs das Paar am liebsten gleich aus ihrer Wohnung in der Rue de Tournon entfernt wüsste. Auch ordnet der Staat die Einberufung Edvards in ein Internierungslager an. Denn alle in Frankreich lebenden Ausländer waren quasi über Nacht zur Gefahr für den Staat geworden. Und so sollten sich Frauen mit nicht-französischen Wurzeln kurzerhand in der Radsporthalle des Velodrome d’Hiver einfinden, Männer hatten das Buffalo-Stadion aufzusuchen, wo sie dann unter Aufsicht versammelt werden sollten.

Ich sagte: „Wir können nicht fort. Das Land hat uns aufgenommen, wir haben fast sieben Jahre hier gelebt, fröhliche Stunden und schwere… Man geht ja auch nicht von seiner Mutter fort, weil das Schwere kommt. Wenn es uns schlecht gelohnt wird, so ist es nicht Frankreich, das uns das tut.
Aber ich dachte: Mein Kind. Der Ungeborene lag so dicht neben mir, dass ich ihn sagen hörte: Ihre werdet mich doch nicht in der Fremde aussetzen? Es soll auf Erden, besonders zurzeit, etwas stürmisch sein. Aber Pardon, ihr habt mich gewollt und nun bleibt ihr bei mir. Ich brauche euch beide.

Iwan Heilbut – Zugvögel, S. 38

Doch auch wenn das Paar dieser Gefahr noch trotzen konnte, so kann Edvard einer abermaligen Internierung dann nicht mehr entrinnen. Zusammen mit anderen, dem Staat verdächtig erscheinenden Männern wird er von seiner Frau und dem Neugeborenen getrennt und im Lager mit dem bezeichnenden Titel La Macabre interniert. Ein Diamanthändler, ein Professor und andere höchst unterschiedliche Männer, die alleine ihre Nationalität eint, werden damit zu einer Schicksalsgemeinschaft in dem Internierungslager, das im kleinen Städtchen Angoulême nahe der Bucht von Biskaya im Westen Frankreichs errichtet wurde.

Interniert in La Macabre

Dass Honoré de Balzac einen Teil seines Romans Verlorene Illusionen in ebenjenem Städtchen Angoulême spielen lässt, ist in puncto Titel mehr als bezeichnend. Denn geradezu quälend genau beschreibt Heilbut über mehrere hunderte Seiten hinweg (gespeist aus eigener Erfahrung, der auch er selbst eine Zeit in einem solchen Lager verbringen musste), von der Hoffnungslosigkeit und dem Bangen, der Ablenkung und dem Wahnsinn, die sich im Lager breitmacht, während die Deutschen immer weiter auf das Lager dort vorrücken und sich immer mehr Illusionen zerschlagen.

„Es ist zu viel“, schrie ich mit voller Lungengewalt. Zum ersten Mal seit der Internierung kam mir die Macht zum Bewusstsein, die der Leidende besitzt. „Das ist zu viel! Zu viel! Lasst mich los! Genug! Wer La Macabre erlebt hat, kann nichts mehr verlieren!“

Iwan Heilbut – Zugvögel, S. 521

Selbstmorde, die quälende Ungewissheit über das Schicksal seiner Frau und seines von ihm liebevoll Môme geheißenen Kindes, die Schicksalsgemeinschaft von Intellektuellen und Arbeitern, dazu viele Dialoge und seitenlangen Gespräche, all das führt die Hoffnungslosigkeit dort im Lager eindrucksvoll vor Augen, braucht aber auch Durchhaltevermögen vom Leser.

Auf der Flucht

Geschickt erzeugt Heilbut auch Spannung, was durch ein zeitweises Verschwinden seines eigenen Kindes und die Frage nach dem Schicksal seiner Frau in Paris ins Buch findet. Bang nimmt man Anteil am Schicksal der jungen Familie, was im letzten Teil des Buchs dann auch Erinnerungen an Uwe Wittstock großartiges Fluchtpanorama Marseille 1940 weckt.
Dieser erzählt von der Flucht gen Spanien und Lissabon sowie die finale Rettung auf ein Schiff. Hier bekommt die Erzählung dieser Familie auf der Flucht fast noch etwas Biblisches, gleich dem Schicksal Joseph und Marias mit ihrem Neugeborenen, die den Häschern des Herodes entgehen wollten. Heilbut spart hier nicht mit Symbolik, die die neue Heimatlosigkeit mit fast königlichen Momenten kontrastiert.

Der Môme, das ungebrochene, triumphierende Leben, saß auf dem Arm seiner Mutter, ein Infant voller Macht.

Iwan Heilbut – Zugvögel, S. 619

Besonders berührend wird dieses Schicksal, wenn man weiß, dass auch Iwan Heilbut es teilte. Er war einer der weniger prominenten Namen auf der Rettungsliste, mit der der US-Amerikaner Varian Fry in Marseille arbeitete, wo dieser unter hohem persönlichen Einsatz viele bekannte wie auch unbekanntere Namen mit seinem Emergency Rescue Committee vor dem Zugriff der Nazis retten konnte. Der ebenfalls von Peter Graf wiederentdeckte Bruno Graf war es, der ihm die Flucht und den Neuanfang in Amerika ermöglichte und der damit dafür sorgte, dass Heilbut seine Zugvögel zeitlebens immerhin auf Englisch im Exil veröffentlicht sah.

Das Schicksal dieses vergessenen Autors und die literarische Bearbeitung seiner Erfahrungen in Form dieses Buchs sind ein Mahnmal für die Schrecken des Kriegs, den die Nazis über Europa brachten und unter dem Menschen wie Edvard und Rahel besonders leiden mussten. Der Verlust der Heimat, die Ungewissheit und die Verlorenen Illusionen, all das lässt sich durch die Lektüre Heilbuts eindringlich nachvollziehen und zeigt, dass entgegen der Annahme Hans Magnus Enzensberger die literarische Öffentlichkeit doch auch 54 Jahre nach seinem Tod noch für ihn interessiert.

Es wäre von daher zu wünschen, dass diese Entdeckung Iwan Heilbuts nun eine dauerhafte ist und dessen Roman endlich zur Riege der großen Exil- und Fluchtromane findet, wo Zugvögel unzweifelhaft hingehört!


  • Iwan Heilbut – Zugvögel
  • Editiert, herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Peter Graf
  • ISBN 978-3-546-10159-2 (Claassen)
  • 656 Seiten. Preis: 29,00 €