Gerd Schilddorfer – Heiß

Einmal um die halbe Welt 

Würden Gerd Schilddorfers Protagonisten Kilometergeld für alle in „Heiß“ besuchten Orte erhalten, wären sie wohl Millionäre. Auch im zweiten Band seiner geplanten Trilogie, die er letztes Jahr mit „Falsch“ begann hetzt er seine Helden, allen voran der ehemalige Pilot John Finch und den ehemaligen Geheimdienstmann Llewellyn Thomas quer vom Hindukusch über Europa bis nach Ägypten.
Ihren Anfang nimmt die Geschichte mit einer professionellen Einbruch in die Turbinenhalle der Siemenswerke in Berlin und dem Tod eines alten Künstlers im Hindukusch. Diese und noch viel mehr Ereignisse ereignen sich parallel und erst langsam bildet sich eine Fließrichtung der Geschichte heraus.

Ganz so bunt, packend und mitreißend ist der zweite Band leider nicht geworden. Manchmal überfrachtet der Österreicher seine Erzählung mit zu vielen Strängen, die zudem nicht nur an verschiedenen Ort auf dem Erdball sondern auch zu verschiedenen Zeiten spielen.
Dies fordert vom Leser Aufmerksamkeit und den Willen an der Geschichte dranzubleiben. Mir persönlich gefiel die Grundidee des ersten Trilogiebandes besser, die mit einer einzigen Initiation verschiedene Stränge entfesselte. So steht in „Heiß“ erst einmal alles etwas unverbunden nebeneinander.

Ein großer Stilist ist Schilddorfer nicht und wird es wahrscheinlich auch nicht werden – auch ansonsten finden sich einige kritikwürdige Punkte. Frauen verkommen in „Heiß“ eher zur Marginalie, die Charaktere sind nicht wirklich tief gezeichnet und auch das ständige Herauswinden aus eigentlich ausweglosen Situationen wirkt wenig glaubwürdig. Dennoch kann das Buch trotz dieser Mankos unterhalten.

Das Werk von Gerd Schilddorfer liest sich wie eine deutsche Version der Bücher von Clive Cussler mit einer einer Prise Tom Knox oder Dan Brown. Zwar leidet die Tiefe wegen des hohen Tempos, spannend erzählt ist „Heiß“ dennoch auf jeden Fall. Ein spannender und mit mehr als 650 Seiten langer Reißer!

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