Adventskalender – Türchen 2

Brasch & Buch

Heute soll an dieser Stelle ein Blogtipp stehen. Der Blog, um den es heute geht, steht in meiner Leseliste immer ganz oben – die Rede ist von Brasch&Buch, der von Thomas Brasch gepflegt wird. Dieser hat trotz der Namensdopplung nichts mit dem DDR-Schrifststeller Thomas Brasch zu tun, sondern ist ein in München beheimateter Blogger. In der von Frauen bevölkerten Bloggosphäre stellt er eine Ausnahme dar und weiß mit ausgewählten und durchdachten Rezensionen und Gedanken zu überzeugen.

Seine Rezensionen sind immer lesenwert und bieten neue Blicke auf Bücher und sind somit im besten Sinne anregend. Seine Auswahl an besprochenen Monographien ist eine bunter Mix und umfasst von Klassikern bis zu Titeln aus den Bestsellerlisten so gut wie alles. Eine echte Fundgrube und ein wirklich toller Blog-Tipp. Reinschauen lohnt sich!

Hier noch einmal der Link auf die Seite von Thomas Brasch: https://thomasbrasch.wordpress.com/

Adventskalender – Türchen 1

Jean-Christophe Grangé – Purpurne Rache

Auch wenn der deutsche Titel eine Verwandschaft zu Grangés Meisterwerk Die purpurnen Flüsse nahelegt – das Buch hat damit nichts zu tun. Stattdessen verknüpft der Franzose in seinem Buch eine Familiengeschichte mit der Suche nach einem Serienmörder, genannt Der Nagelmann. Diesen hatte in den 70ern der Vater von Erwan Moran im Kongo gestellt. Seitdem wurde sein Vater zur grauen Eminenz in der Grande Nation und zieht gekonnt die Strippen. Als nun in einer Flugschule in Brest eine fast vollständig zerstörte Leiche auftaucht, entsendet er seinen Sohn Erwan in die Bretagne. Seine umfangreichen Ermittlungen bringen schon bald ein unschönes Bild zum Vorschein, denn es sieht aus, als wäre der Nagelmann zurück. Doch dieser verstarb schon vor Jahren in einer Haftanstalt in Frankreich – oder doch etwa nicht?

Mit Purpurne Rache findet Jean-Christophe Grangé wieder in seiner alte Erfolgsspur zurück. Eine Fortsetzung des Titels ist in Frankreich bereits erschienen. Hoffentlich muss man hier nicht allzu lange darauf warten, denn nachdem das Buch in Fahrt gekommen ist, wird es wie gewohnt spannend, blutig und exotisch.

Der gebloggte Adventskalender

Ab morgen ist es soweit, der Dezember steht ins Haus. Die Vorweihnachtszeit hat begonnen, und damit auch die Zeit der Adventskalender. Diese Gelegenheit möchte ich nutzen, um hier auf dem Blog ebenfalls einen kleinen digitalen Adventskalender zu veröffentlichen. Jeden Tag ein neues Türchen, hinter dem sich alles Mögliche verbergen kann – mal sollte es ein empfehlenswerter Blog sein, der vorgestellt wird, mal ein kleiner Veranstaltungstipp. Für Bücher, für deren Besprechung während des Jahres keine Zeit blieb, wird es Kurzrezensionen geben und vielleicht wird auch einmal ein Buch verlost.

Gerne könnt ihr den Blog schon einmal vorsorglich abonnieren (auf der rechten Seite bietet sich diese Möglichkeit) oder ein Lesezeichen für den Adventskalender einrichten.

Viel Spaß beim Entdecken wünsche ich euch!

Joe Ide – IQ

Der Sherlock Holmes aus dem Ghetto

Ein Nachbarschaftsdetektiv in den Ghettos von Los Angeles, das ist Isaiah Quintabe, genannt IQ. Mit seinem induktiven Denken und seinem enormen Wissen ist der DIE Anlaufstelle für alle Menschen im Ghetto, denen Unrecht geschehen ist oder die anderweitig seine Hilfe brauchen. Doch all diese Aufträge werden – wenn sie denn dotiert sind – IQ eher in Naturalien denn in Geld ausbezahlt. Und auf Geld wäre IQ dringend angewiesen. Deshalb reaktiviert er widerwillig seinen alten Kumpel Dodson, der ihm einen lukrativen Auftrag verschaffen soll. Und dieser hat es dann prompt in sich:

iq

Der Rapper Murda One engagiert den Detektiv ohne Lizenz, denn mithilfe eines monströsen Pitbulls wurde ein Anschlag auf den Musiker verübt. Irgendjemand will den Rapper tot sehen und so wendet der sich an Isaiah und Dodson, damit sie den Schuldigen ermitteln. Doch nicht jedem aus dem Umfeld des Musikers gefällt es, dass die beiden die Drahtzieher des Anschlags ermitteln wollen. Bei ihrer Suche kreuzen sie die Wege von Rappern, Pitbullzüchtern und Kartellmitgliedern. Eine schwierige Melange, in der sich die beiden schon bald tödlichen Gefahren ausgesetzt sehen. Doch wo ist das Motiv der Auftraggeber zu suchen, die Murda One nach dem Leben trachten?

Schon in der Exposition zeigt Joe Ide verdichtet, zu welchen Großtaten IQ fähig ist. So schaltet er im Alleingang einen Pädophilen derart gekonnt aus, dass es den Jungs aus Alarm für Cobra 11 eine Freude wäre. Autoverfolgungsjagden, explodierende Granaten – um seinen Helden einzuführen wählt der Autor das ganz große Kaliber. Der folgende Fall, um den sich das ganze Buch dreht, hält sich da dann etwas zurück. Parallel erzählt Ide von den Ermittlungen des kriminalistischen Doppels Quintabe/Dodson und der Detektiv-Werdung des jungen IQ. Dies ist zwar gut gemacht, bremst aber phasenweise die Ermittlungen im Rapper-Milieu etwas aus.

Joe Ide ließ sich bei IQ sicherlich von Arthur Conan Doyles ikonischem Sherlock Holmes inspirieren, ein platter Abklatsch dieses schon 1373 mal variierten Themas ist das Buch allerdings keinesfalls. Dagegen spricht schon die Erzählperspektive, die hier die Personalperspektive ist und nicht die Doyle’sche Ich-Erzählerperspektive aus der Sicht Watsons (dessen phonetische Ähnlichkeit zu Dodson auch kein Zufall ist). Joe Ide beherrscht das filmreife Schreiben sehr gut, immer wieder schneidet er die Perspektiven von IQ und anderen gegeneinander, baut Szenen spannungstechnisch sauber auf und installiert mit IQ einen Helden mit Potential. Weitere Fälle für diesen Ghetto-Detektiv dürfen gerne folgen, vor allem da sich der Detektiv von seinem historischen Ballast freigeschwommen hat!