Dennis Lehane – Dunkelheit, nimm meine Hand

Kenzie & Gennaro Nr. 2

Um es gleich einmal vorweg zu nehmen – auch nach 21 Jahren seit dem ersten Erscheinen hat dieses Buch nichts von seiner Klasse eingebüßt – mein Spannungshighlight dieses Monats bislang!

Dankenswerterweise legt der Diogenes-Verlag nun nach und nach die vergriffenen Titel der Kenzie/Gennaro-Reihe wieder auf und spendiert den Büchern eine Neuübersetzung. Diesmal war der Routinier Peter Torberg für die Neuübertragung ins Deutsche verantwortlich – und hat seinen Job gut gemacht.

Dunkelheit, nimm meine Hand ist nach Ein letzter Drink der zweite Teil der Reihe, der die beiden Ermittler Patrick Kenzie und Angie Gennaro dem Leser noch näher bringt. Die beiden werden bei ihrem neuesten Auftrag wieder einmal persönlich in ein undurchdringliches Geflecht verstrickt. Denn diesmal gerät der Ich-Erzähler Patrick Kenzie in den Fokus eines Mörders, der ihn mit den Sünden seines Vaters konfrontiert.

Die Psychologin Diandra Warren erhält eine beunruhigende Nachricht, die ihren Sohn zeigt. Die Arbeitshypothese von Kenzie und Gennaro zerschlägt sich dann doch recht schnell, nachdem sie davon ausgingen, dass die Bostoner Mafia noch eine Rechnung mit Diandra oder ihrem Sohn offen hat. Als dann plötzlich der Sohn der Psychologin tot aufgefunden wird und zudem eine alte Bekannte von Patrick brutal gekreuzigt auf den Straßen Bostons gefunden wird, sitzt das Detektivpärchen in der Patsche. Denn diese beiden Morde sind nur Teil eines weitaus größeren mörderischen Geflechts, das das FBI schon seit unter Beobachtung hat. Jemand möchte Sünden aus der Vergangenheit rächen – und Patricks eigene Weste ist dabei nicht ganz blütenrein.

Der zweite Teil dieser tollen Reihe wirkt heute immer noch frisch, wenngleich sich im Handlungsverlauf natürlich Anachronismen finden. Handys sind eher die Ausnahme, Computer spielen neben Faxgeräten eine Nebenrolle, die Welt dreht sich noch etwas langsamer. Doch davon bleibt der Plot von Dunkelheit, nimm meine Hand völlig unberührt. Lehane montiert eine spannende Killer-Jagd, die besser ist, als was viele Kollegen in den 21 Jahren seit Erscheinen dieses Buchs ersonnen haben, inklusive der Mehrzahl heutiger Krimineuerscheinungen. Die Qualität dieses Buchs ist unbestreitbar!

Grimmiger Humor, tolle Dialoge, liebevoll gezeichnete Charaktere, bildhafte Sprache – Lehane beherrscht sein Handwerk einfach wie kaum ein anderer amerikanischer Spannungsautor. Auch in Dunkelheit, nimm meine Hand zeigt sich über Gebühr – weshalb ich das Buch in dieser tollen Neuauflage unbedingt empfehle! Genauso tut das auch Bri vom Blog Feiner reiner Buchstoff, ihre Rezension findet sich hier.

 

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