Tag Archives: Augsburg

Literatur-Soiree mit Ingo Schulze

Heute auf den Tag vor einhundert Jahren wurde die Stadtbücherei Augsburg gegründet. Ein Umstand, für den ich sehr dankbar bin, schließlich versorgen mich die Bücherei und ihre Zweigstellen nicht nur mit den neuesten Medien, sondern auch mit Lohn und Brot. So ein runder Geburtstag muss natürlich auch gefeiert werden. Morgen und am Samstag geschieht das dann. Am Freitag nur für geladene Gäste, am Samstag dann aber für alle Augsburger*innen. Am Abend findet nämlich wieder eine Literatursoiree in Zusammenarbeit mit der Augsburger Allgemeine statt.

Gast ist diesmal der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller Ingo Schulze. Wikipedia zählt über 20 Ehrungen auf, die Schulze im Laufe seiner Schrifststellerkarriere sammeln konnte. So zählt der Brecht-Preis der Stadt Augsburg zu einer seinen vielen Auszeichnungen. Im Jahr 2007 konnte er den Preis der Leipziger Buchmesse erringen. Dieses Kunststück könnte ihm auch dieses Jahr wieder gelingen (wenngleich die Messe und damit auch die Preisverleihung ja erst einmal abgesagt wurden). Mit seinem Roman Die rechtschaffenen Mörder ist er auch in diesem Jahr wieder für den Preis nominiert. Am 07.03.2020 wird er aus diesem Roman in der Stadtbücherei vorlesen und nachher im Gespräch Auskunft über das Buch und sein Schreiben geben. Sicherlich hoch spannend, denn die Kurzbeschreibung seines neuen Romans klingt wie ein Kommentar zum Rechtsdrift unserer Gesellschaft:

Ingo Schulze – Die rechtschaffenen Mörder

Wie wird ein aufrechter Büchermensch zum Reaktionär – oder zum Revoluzzer? Eine aufwühlende Geschichte über uns alle.

Norbert Paulini ist ein hoch geachteter Dresdner Antiquar, bei ihm finden Bücherliebhaber Schätze und Gleichgesinnte. Über vierzig Jahre lang durchlebt er Höhen und Tiefen. Auch als sich die Zeiten ändern, die Kunden ausbleiben und das Internet ihm Konkurrenz macht, versucht er, seine Position zu behaupten. Doch plötzlich steht ein aufbrausender, unversöhnlicher Mensch vor uns, der beschuldigt wird, an fremdenfeindlichen Ausschreitungen beteiligt zu sein. Die Geschichte nimmt eine virtuose Volte: Ist Paulini eine tragische Figur oder ein Mörder?


Im Anschluss an die Lesung gibt es dann wieder einen Literarischen Salon. Mit Kurt Idrizovic von der Buchhandlung am Obstmarkt und Stefanie Wirsching von der Augsburger Allgemeinen diskutiere ich über folgende drei Neuerscheinungen des Bücherfrühlings. Kontroverse Meinungen sind zu erwarten!

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Das Unbeschreibbare beschreiben

Kann man das Unbeschreibbare beschreiben? Wie kann man Flucht, Vertreibung und Heimatlosigkeit in Literatur überführen? Was gibt uns das Recht, über Flucht zu schreiben, die wir hier nie diese Erfahrung machen mussten? Am Samstag, den 08.02.2020, wollen wir genau darüber reden. Im Café Tür an Tür in Augsburg wagen wir einen Literaturabend, der sich um das Thema Flucht und Heimatlosigkeit dreht.

Das Multitalent Florian L. Arnold (Verleger, Sprecher, Zeichner, Autor, etc.) stellt seinen Roman Pirina (Mirabilis-Verlag) vor. Mit dabei ist auch die Augsburger Bloggerin Birgit Böllinger, die den famosen Blog Sätze&Schätze betreibt. Sie wird im Gespräch mit Florian L. Arnold Bücher vorstellen, die sich um die Themen drehen, die auch in Pirina thematisiert werden. Und ich darf den Abend moderieren und vielleicht auch den ein oder anderen Titel einwerfen, der mich stark beeindruckt hat.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist kostenlos. Veranstaltungsort ist das Café Tür an Tür in der Wertachstraße 29, 86153 Augsburg. Wir freuen uns über viele Zuhörer*innen!

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Bücher für den Urlaubskoffer

Jedes Jahr die selbe Frage: was soll ich bloß in meinen Urlaubskoffer packen? Ich empfehle ja (wenig überraschend) Bücher – sie entfachen Kopfkino, stabilisieren notfalls ein wackelndes Bett und machen einen vielleicht sogar ein bisschen schlauer. Und selbst, wenn man einfach nur gut unterhalten werden will – die richtigen Bücher schaffen das mühelos.

Buchtipps? Die gibts am Sonntag Abend in der Färberei Augsburg.

Bleibt noch eine Frage: wie finde ich das passende Buch für meinen Urlaub? Was lese ich am besten am Strand? Was in einer Hütte in den Bergen? Oder was, wenn ich meinen Urlaub eher im Biergarten und auf dem Balkon verbringe?

Damit ihr da nicht mehr grübeln müsst, veranstalten wir zum zweiten Mal den Abend Wein, Käse & Literatur – diesmal in der Urlaubsedition. Wir starten am 7.7.2019 ab 18:00 Uhr in einem der schönsten Restaurants Augsburgs, nämlich der Färberei. Der Plan: erst am Sonntag entspannt an den Badesee, dann abends in die Färberei, wo es besten Wein, Käse, Antipasti und zehn Buchtipps geben wird.

Die Färberei von Innen

Ich stelle Bücher vor, die jeden Urlaub noch schöner machen. Mal reisen wir gemeinsam in den Dschungel Vietnams, mal begeben wir uns an die Steilklippen Irlands, wo in einem skurrilen Hotel alles vor sich hinbröckelt (mag mancher auch von AirBnB aus seinem Urlaub kennen). Sozialkritisches, feine Unterhaltung, spannende Krimis; ich habe meinen Empfehlungskoffer vollgepackt und freue mich auf euch!

Abwechslungsreiche Buchtipps, Käse, ein feiner Tropfen im lauschigen Färbergässchen – was braucht man mehr? Vielleicht noch eine Tischreservierung in der Färberei. Man kann diese unter reservierungen@faerberei-augsburg.de veranlassen und bekommt dann gleich seinen Tisch zugewiesen. Klingt nicht nur verrückt, ist es auch!

Wir sehen uns am Sonntag im Färbergässchen!


Bildrechte der Fotos: Johann Oswald

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So war der Auftakt von „Gottschalk liest?“ in Augsburg

Am Aschermittwoch ist bekanntlich ja alles vorbei – manches beginnt allerdings auch. So auch die neue Sendung Gottschalk liest?, die für den BR am Abend im Kurhaus Göggingen in Augsburg aufgezeichnet wurde. Ich war vor Ort.


Vieles hatte Thomas Gottschalk nach seinem Abschied bei Wetten, Dass …? probiert. Doch so richtig wollte nichts mehr funktionieren. Sowohl der Samstagabendshow als auch Gottschalks Karriere war kein Glück beschieden. Seinen Frieden hat der Showmaster damit nicht wirklich gemacht, wenngleich er im Warmup scherzte, er werde an diesem Abend sicher keine Wette präsentieren. Doch schwang auch etwas Nostalgie in seinen Worten nach. Früher sei zu Beginn die Eurovisionshymne erklungen, er habe Deutschland, Österreich und die Schweiz begrüßt, heute begrüße er Göggingen, Landsberg und Augsburg Nordost.

Nun also die nächste Neuerfindung des Thomas Gottschalk, diesmal als Literaturfreund. Schon einmal durfte er sich in dieser Rolle präsentieren, als er im Literarischen Quartett im ZDF Peter Handkes Die Obstdiebin besprach. Und nun ist er mit seiner Literaturleidenschaft also beim Bayerischen Rundfunk gelandet.

Dort moderiert er seit 2017 wie in Anfangszeiten eine monatliche Radioshow . Zu dieser kommt jetzt dann viermal im Jahr Gottschalk liest? hinzu. Die Aufzeichnungen sollen über den ganzen Freistaat verteilt stattfinden. Den Auftakt machte nun meine Wahlheimat Augsburg, Geburtsort von Bertolt Brecht und von Thomas Bernhard einst als „Lechkloake“ tituliert.

Der erste Veranstaltungsort für Gottschalk liest?: Das Kurhaus in Göggingen

Schon vor der Aufzeichnung wurden Karten verlost, 300 Zuschauer*innen waren eingeladen. Als Aufzeichnungsort hatte man eine der pompösesten Locations der Stadt ausgesucht: das Kurhaustheater im Stadtteil Göggingen. Dabei handelt es sich um das einzige erhaltene Multifunktionstheater aus dem 19. Jahrhundert, dessen Alter und Grandezza man dem Haus an jeder Stelle ansieht.

Nach einigem Anstehen wurden dann die Pforten ins Theater geöffnet, wo sich der Blick auf ein relativ unspektakuläres und für Gottschalk-Verhältnisse untypisch dezentes Bühnenbild ergab. Aus einem mir nicht ersichtlichen Grund wurde ich in der ersten Reihe postiert (vielleicht ist es doch der Blogger-Ruhm? Oder wollte das Produktionsteam doch eher einfach etwas jüngere Gesichter in der ersten Reihe sehen? Es darf munter spekuliert werden).
Dann kurzer WarmUp-Teil mit Gottschalk, Auftaktklatschen und schon konnte es losgehen.

Als Gäste der Auftaktsendung waren geladen: Sarah Kuttner, Ferdinand von Schirach, Vea Kaiser und als Lokalmatador der Fotograf Daniel Biskup. Mit allen vieren wollte er in seiner Funktion als Leser über ihre Bücher sprechen, weniger Literaturkritik denn Hintergrundinfos zu Werk und Wirken. So die Idee, die Gottschalk schon im WarmUp umriss und die er dann auch in die Praxis umsetzte.

Dies führte dann aber dazu, dass trotz kleiner Einspieler zu den Büchern die Inhalte der Titel relativ nebulös blieben. Bei Sarah Kuttners Kurt steht der Tod eines Kindes im Mittelpunkt, in Vea Kaisers Rückwärtswalzer wird eine tiefgekühlt Leiche nach Montenegro überführt. So viel ließ sich noch aus den Gesprächen über die Bücher destillieren. Andere Werke wie Ferdinand von Schirachs Kaffee und Zigaretten und Daniel Biskups Fotoband Wendejahre blieben trotz Gespräch dagegen seltsam unkonturiert. Geschuldet war dies auch dem Tempo, mit dem Gottschalk durch die Gespräche preschte. Alle Gespräche blieben unter zehn Minuten, was in der Folge zu einem wirklich bemerkenswerten Kuriosum führte.

Der Meister der Überziehung unterzieht

In die Abmorderation hinein wurde ein Signal gegeben, dass es doch bitte weitergehen möge. Gottschalk war deutlich unter der veranschlagten Zeit geblieben. Und das beim einstigen König des Überziehens. Daraufhin auch seine konsternierte Rückfrage – „Was ich vergessen hatte zu fragen. Wie lang soll die Sendung eigentlich werden?“.

Also noch zehn Minuten auf der Uhr, die dann zur spannendsten Phase gerieten. Denn hier gab es zum ersten Mal auch Interaktion zwischen den Gästen, die ansonsten wie Staffage in der Möbellandschaft saßen. Kann man Bestsellererfolge planen? Lesen Kinder wirklich weniger als früher? Welche Rolle spielt der Tod in den vorgestellten Büchern? Auch wenn ich von Schirachs Thesen nicht immer teile – er war ein Gesprächspartner auf Augenhöhe, der sich auch vor einem maliziösen Lob oder einer rhetorischen Riposte nicht scheute. Aber auch Sarah Kuttner und Vea Kaiser brachten sich immer wieder ein und sorgten und so für eine Belebung der Veranstaltung.

Wo will Gottschalk mit seiner Sendung hin? Wie wird sich die Konzeption der Sendung eventuell noch wandeln? Nach dieser Auftaktveranstaltung weiß man noch nichts sicher. Kann die Sendung Lust aufs Lesen machen? Hier sehe ich auf alle Fälle Potential. Generell ist es ja auch zu begrüßen, wenn man für Literatur Öffentlichkeit schafft und dafür auch Zugpferde wie Thomas Gottschalk einspannt. Hoffentlich ist dieser Sendung ein größerer Erfolg beschieden als den vorherigen Fernsehprojekten, die der Showmaster anpackte. Ich würde es ihm und der Literatur gönnen.


Die Ausstrahlung der ersten Folge Gottschalk liest findet am 19.03.2019 um 22:00 Uhr im Bayerischen Rundfunk statt.

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Literarische Soiree | Augsburger Stadtbücherei | 15.03.2019 | 19:30 Uhr

Wieder einmal ist es soweit: an einem meiner Arbeitsplätze, der Stadtbücherei am Ernst-Reuter-Platz in Augsburg, findet eine neue Literarische Soiree statt. Zusammen mit der Augsburger Allgemeinen und der Buchhandlung am Obstmarkt geht es wieder rund. Am 15.03.2019 ab 19:30 Uhr wird diesmal Ursula Krechel aus ihrem neuen Werk Geisterbahn lesen.

Zwar habe ich das Buch noch nicht gelesen (und wer weiß, wann ich dazu komme), aber der Klappentext klingt auf alle Fälle vielversprechend.

Fast ein Jahrhundert umspannt der Bogen dieses Romans, mit dem Ursula Krechel fortsetzt, was sie, vielfach ausgezeichnet und gefeiert, mit »Shanghai fern von wo« und »Landgericht« begonnen hat. »Geisterbahn« erzählt die Geschichte einer deutschen Familie, der Dorns. Als Sinti sind sie infolge der mörderischen Politik des NS-Regimes organisierter Willkür ausgesetzt: Sterilisation, Verschleppung, Zwangsarbeit. Am Ende des Krieges, das weitgehend bruchlos in den Anfang der Bundesrepublik übergeht, haben sie den Großteil ihrer Familie, ihre Existenzgrundlage, jedes Vertrauen in Nachbarn und Institutionen verloren. Anna, das jüngste der Kinder, sitzt mit den Kindern anderer Eltern in einer Klasse. Wer wie überlebt hat, aus Zufall oder durch Geschick, danach fragt keiner. Sie teilen vieles, nur nicht die Geister der Vergangenheit.

Zudem halte ich Landgericht (das gerechterweise mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet wurde) – für ein wirklich großartiges Buch, weswegen ich auf den neuen Titel und Krechels Präsentation sehr gespannt bin!

Im Anschluss an die Lesung gibt es ein Interview mit der Autorin, ehe wir dann die Bühne entern. Zusammen mit Kurt Idrizovic von der Buchhandlung am Obstmarkt und Stefanie Wirsching von der Augsburger Allgemeinen diskutieren wir diesmal über folgende Bücher:

Eigentlich dachte ich, dass der Kelch Stella an mir vorüber geht. Aber offensichtlich ist dem nicht so. Offenbar haben alle von uns sich ein Buch gewählt, das einen zweisilbigen Buchtitel besitzt. Wenn’s der Diskussion dient … Ich freue mich auf alle Fälle auf die hoffentlich kontroverse Diskussionen!

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