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Brechtpreis für Nino Haratischwili

Gestern Abend war es im Goldenen Saal der Stadt Augsburg soweit – die gebürtige Georgierin Nino Haratischwili bekam den Brechtpreis zugesprochen. Erhalten hat sie diesen Preis sowohl für ihr dramatisches als auch ihr literarisches Schaffen. Die Jury (unter anderem mit Uwe Wittstock, Hubert Spiegel und Shermin Langhoff besetzt) erkannte ihr den Preis mit folgender Begründung zu: „Nino Haratischwilis Romane und Theaterstücke lassen sich mit den großen Exildramen Bertolt Brechts in Verbindung bringen. Ihre Begabung, komplizierte historische Prozesse, Revolutionen und Kriege ebenso wie menschliches Versagen, Opportunismus und Machtmissbrauch sowie individuelle Katastrophen in sinnliche Geschichte und großartige Frauenfiguren zu fassen, erinnert an Brechts „Mutter Courage“ und seinen Kaukasischen Kreidekreis

Andreas Platthaus bei seiner Laudatio

Die Verbindung zwischen Brechts in Georgien bzw. Grusinien spielendem Kaukasischen Kreidekreis und der dort geborenen Nino Haratischwili zog bereits in seinen Begrüßungsworten der Dritte Bürgermeister der Stadt Augsburg, Stefan Kiefer. Ihm folgte dann Andreas Platthaus, der eine elaborierte, verspielte und treffende Rede auf die Preisträgerin hielt. So attestierte Platthaus Haratischwili, dass wenn Brecht das epische Theater erfunden hätte, dann sei es die Preisträgerin, die die theatralische Epik erfunden hätte. In seiner Laudatio nahm der Literaturchef der Frankfurter Allgemeinen Zeitung die Komposition von Haratischwilis Opus Magnum Das achte Leben (für Brilka) auf und hielt eine Preisrede in mehreren Anfängen. Er näherte sich der Laureatin auf verschiedenen Wegen und schaffte es auch, die Verbindung von Brechts Schaffen und der Poetik Haratischwilis herauszustellen.

Eine Verbindung, die die Autorin nach der Übergabe der Urkunde und dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt dann selber auch bestätigte. Sie erzählte von den Anfängen ihres literarischen und dramatischen Schreibens und welche Einflüsse Brecht dabei gehabt hätte. Passenderweise sei es Der kaukasische Kreidekreis gewesen, der in ihr den Wunsch nach dem eigenen Schreiben und Inszenieren geweckt habe. Als 15-jährige habe sie einer Aufführungen jenes Stückes in Tiflis beigewohnt. Auch wenn der Strom nicht immer für ein ganzes Stück hielt und die Stromausfälle während der Aufführungen schon fast zu den Inszenierungen selbst gehörten, so habe sich eine Magie entfaltet, die ihren künftigen Lebensweg entscheidend geprägt habe.

In der Folge emigrierte Haratischwili aus ihrer georgischen Heimat in den Westen, genauer gesagt nach Hamburg. Sie fand Aufnahme an einer Theaterakademie, entwickelte sich beständig fort, schrieb über 20 Theaterstücke und drei Bücher (das vierte Buch erscheint im Herbst diesen Jahres) – und erhielt nun genau für dieses literarische Schaffen und ihr mit über 1200 Seiten starkes Mammutwerk Das achte Leben den mit 15.000 Euro dotierten Brechtpreis. Eine gute Wahl der Jury – mit dieser Auszeichnung reiht sich die bislang jüngste Preisträgerin ein in eine Schar großer Namen. Bisherige Brechtpreisträger sind unter anderem Robert Gernhardt, Albert Ostermaier, Dea Loher und zuletzt Silke Scheuermann.

Veranstaltungstipp: Georg Klein in Augsburg (10.03.2018)

Bereits zum dritten Mal findet in der Stadtbücherei Augsburg eine Literarische Soiree in Zusammenarbeit mit der Augsburger Allgemeinen statt. Und diesmal treffen einige günstige Voraussetzungen zusammen: am Samstag, 10.03.2018 (ab 19:00 Uhr) ist nämlich ein waschechter Augsburger Literat auf der Bühne zu erleben. Georg Klein wuchs in Augsburg-Oberhausen auf, verfasste mehrere preisgekrönte Romane (unter anderem den Roman unserer Kindheit, für den er den Preis der Leipziger Buchmesse erhielt) – und am Samstag Abend wird er nun aus seinem jüngst erscheinenden Roman Miakro lesen. Für jenes Buch wurde er im Übrigen abermals für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Das lässt doch hoffen!

Im Anschluss gibt es wieder einen Überblick über neue Kinder- und Jugendbücher, ehe wir dann mit einer Spezialausgabe des literarischen Salons starten. Zusammen mit Stefanie Wirsching und Wolfgang Schütz von der Feuilletonredaktion der Augsburger Allgemeinen und Kurt Idrizovic von der Buchhandlung am Obstmarkt diskutiere ich über folgenden drei Neuerscheinungen:

Für alle Interessierten hier noch die Links für weitere Informationen über die Bücher: Arno Geiger – Unter der Drachenwand, Sayaka Murata – Die Ladenhüterin und Bernhard Schlink – Olga.

Karten für den Literaturabend zu 12 Euro gibt es bei der Buchhandlung am Obstmarkt, in der Stadtbücherei oder direkt bei mir in der Stadtteilbücherei Göggingen.

Ich würde mich freuen, möglichst viele Literaturfans (und Blogleser) an diesem Abend willkommen zu heißen!

Veranstaltung mit Sten Nadolny

Am kommenden Samstag, 7. Oktober 2017, kommt der preisgekrönte Schriftsteller Sten Nadolny zu einer Literarischen Soiree in die Fuggerstadt. Die Lesung, die von der Augsburger Allgemeinen veranstaltet wird, beginnt um 19:00 Uhr in der Stadtbücherei Augsburg (Eintritt 12 €). Nadolny wird aus seinem jüngst erschienenen Roman Das Glück des Zauberers lesen. Das Buch erzählt vom Zauberer Pahroc, der mit 106 Jahren beschließt, sein Leben aufzuschreiben, um seine Enkelin als Erbin seiner Kunst zu gewinnen.

Im Anschluss gibt es ein moderiertes Gespräch, in dem der Autor Auskunft über sein Schaffen und Schreiben geben wird. Das wird sicherlich höchst hörenswert, gehen doch solche Erfolge wie der Ullsteinroman oder Die Entdeckung der Langsamkeit auf das Konto des 1942 geborenen Autors.  Moderiert wird das Ganze von Michael Schreiner.

 

Im Anschluss an die Lesung und das Gespräch gibt es dann eine Neuausgabe des Literarischen Salons. Zusammen mit Wolfgang Schütz und Stefanie Wirsching (beide Augsburger Allgemeine) und Buchhändler Kurt Idrizovic werde ich über folgende drei Neuerscheinungen diskutieren:

 

Zwei der Bücher fand ich fabelhaft – eines wirklich unterirdisch (fleißige Blogleser können sich hier schon ein Bild machen, welches Buch von meinem Zorn getroffen werden wird …). Die Diskussion wird von daher auf alle Fälle kontrovers, bunt und regt im besten Falle hoffentlich zur Lektüre an. Und auch Bücher gibt es im Anschluss noch zu gewinnen …

 

Karten für den Literarischen Abend gibt es bei uns in der Stadtbücherei, bei der Buchhandlung am Obstmarkt und beim AZ-Ticketservice, Maximilianstraße 3, Augsburg. Ich würde mich freuen – eine Blogleser an diesem Abend zu treffen!

Wilhelm Genazino in Augsburg

Heute gibt es an dieser Stelle wieder einmal einen Veranstaltungshinweis für alle LiteraturfreundInnen rund um Augsburg.

Am Freitag, 17.03.2017, kommt der Büchnerpreisträger Wilhelm Genazino zu einer Literarischen Soiree in die Fuggerstadt. Auf Einladung der Augsburger Allgemeinen wird der Autor ab 19:30 Uhr im Foyer der Stadtbücherei Augsburg aus seinen Werken lesen und im Anschluss im Gespräch Rede und Antwort stehen.

Zudem gibt es nach der Lesung von Wilhelm Genazino eine Neuauflage des Literarischen Salons, der bislang immer im Stadttheater stattfand. Diesmal diskutieren Buchhändler Kurt Idrizovic von der Buchhandlung am Obstmarkt, Stefanie Wirsching von der Augsburger Allgemeinen sowie meine Wenigkeit über folgende drei Neuerscheinungen: Hanya Yanagihara Ein wenig Leben, Jonas Lüscher Kraft sowie Elena Ferrante – Die Geschichte eines neuen Namens. Konträre Meinungen sind zu erwarten. Die Moderation des Abends hat Wolfgang Schütz inne, ebenfalls Augsburger Allgemeine.

Auch Kinder- und Jugendbücher werden an diesem Abend vorgestellt, dies übernimmt Birgit Müller-Bardorff. Zudem gibt es als Abschluss noch eine Verlosung von Lesestoff – das Kommen lohnt sich also!

 

Karten für 10 Euro gibt es an folgenden Vorverkaufsstellen: Stadtbücherei Augsburg, der Buchhandlung am Obstmarkt und beim AZ-Ticketservice, Maximilianstraße 3, in Augsburg.

 

Ich würde mich freuen, wenn wir uns an diesem Abend sehen!

Jochen Distelmeyer in der Kantine

Songs from the Bottom, Vol. 1

 

Hey Folks, der old Nobody Jochen Distelmeyer (Blumfeld) gibt sich in meiner Stadt Augsburg die Ehre. Zur Info für alle Nachgeborenen: Der Chefmelancholiker vom Dienst war mal mit Blumfeld die Spitze der Hamburger Schule und schenkte der deutschen Indieszene großartige Hits wie etwa Tausend Tränen tief vom Album L’etat et moi. Nun hat sich Distelmeyer daran gemacht, zeitgenössische und durchaus schon abgenudelte Songs in seinem Album Songs from the bottom, Vol 1 zu covern und damit den Liedern neues Leben zu geben. Ein durchaus gelungenes Album, auch wenn die Musikauswahl erst einmal stutzen lässt. Al Green neben Avicii, Britney Spears neben Radiohead? Was komisch klingt, funktioniert auf dem Tonträger hervorragend, zusammengehalten durch Distelmeyers prägnant-sehnsuchtsvolle Stimme und die doch recht schmalen und minimalistischen Orchestrierungen.

U1_978-3-498-01203-8.inddGrundlage für dieses Album war Distelmeyers Lesereise zu seinem Roman Otis (leider von mir noch nicht gelesen), der von einem Mann und seinem irrlichternden Taum durch Berlin berichtet. Bei den Lesungen zum Roman packte Distelmeyer des Öfteren die Gitarre aus, um Songs zu covern, die ihn begleitet haben und die bei ihm geblieben sind. Und nun ist daraus das erste Album entstanden, dem noch weitere folgen dürften, wenn man der Titel nicht trügt.

 

KantineUnd nun zum großen Highlight. Jochen Distelmeyer kommt in die Kantine Augsburg zum Konzert und zum Erzählen, und im Gepäck hat er die Gitarre und Lust auf einen tollen Abend. Und das noch größere Highlight kommt jetzt – ihr könnt hier bei mir zwei Gästelistenplätze gewinnen für diesen Abend. Wie funktioniert das? Einfach einen Kommentar hier hinterlassen oder mir direkt über das Kontaktformular schreiben, warum ihr gerne Kollege Distelmeyer lauschen würdet. Und schon seid ihr im Topf und könntet am Eingang der Kantine ohne zu bezahlen passieren. Wäre das was? Dann schnell die Feder gespitzt und losgeschrieben. Viel Erfolg!