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Svenja Leiber – Nelka

Erinnerung in Form von Apfelbäumen. In ihrem Roman Nelka lässt Svenja Leiber eine gleichnamige Zwangsarbeiterin Jahre nach dem erlittenen Leid im Zweiten Weltkrieg an jenen Ort zurückkehren, den sie mit ihrem Wissen entscheidend prägte — und an dem sie auf einen alten Bekannten trifft.


Genauer besehen ist so ein Baum schon eine merkwürdige Angelegenheit. Nelkas Vater erklärt es der jungen Frau so, als er sie in die Kunst des Okulierens, als des Veredelns von Bäumen, einführt:

„Sieh genau hin“, sagte der Vater noch leiser, „sieh hier“, und damit zog er das weiche Holz von der darunterliegenden Schicht ab, „wohnt sein Herz. Es ist nicht wie beim Menschen. Das Baumherz ist über den Baum gebreitet und nicht in seinem Innern. Alles ist bei ihm umgekehrt. Sein Kopf wächst im Boden, sein Unterteil in den Himmel. Seine Wurzeln sind sein Gehirn, dort unten denkt er. Und oben vermehrt er sich.“

Svenja Leiber – Nelka, S. 42

Das Ergebnis dieser Vermehrung sind Früchte, die Titel wie Roter Herbstkalvill, Flandrischer Rambur, Graf Luxburgs Parmäne oder Blutapfel tragen.
Nelkas Vater hat sich als Baumwärter um die Pflege der Bäume rund um Lemberg verdient gemacht. Doch das sorglose Leben im kosmopolitischen Schmelztiegel Lemberg findet mit der Annektierung der Stadt im Zweiten Weltkrieg ein jähes Ende.

Nelkas Vater wird ermordet und sie selbst als „Fremdarbeiterin“ von den Nazis in den Norden Deutschlands, die „Nordmark“ verschleppt. Sie findet sich neben vielen weiteren galizischen Frauen auf einem Bauernhof wieder, wo die Arbeiterinnen wie Tiere in Baracken gehalten werden und täglichen Frondienst leisten müssen. Kühe melken, Steine schleppen und sich selbst aufarbeiten, so sieht der neue Alltag für die Frauen aus.

Apfelwissen als Lebensretter

Svenja Leiber - Nelka (Cover)

Es ist das von ihrem Vater erlernte Wissen rund um die Äpfel, das Nelka einen Weg aus der Schinderei verschafft. Denn als der Verwalter des Hofs dort erkennt, über welches Wissen Nelka verfügt, macht er sie zur Beauftragten für den Ausbau des Hofs zur ertragreichen Apfelplantage. Damit einhergeht auch eine Verbesserung für die junge Frau, die nun auch im Gutshaus wohnen darf.

Die Äpfel spielen eine wichtige Rolle für die Versorgung der Zivilbevölkerung und der Soldaten — und werden auch über den Krieg hinaus zu einer wichtigen Einkommensquelle für den Gutsherren und seinen Verwalter werden.

Der Verwalter erhebt sich und geht das Fenster schließen.
Kurz sieht er hinaus. Aber nur, um sich zu sammeln, denn diese Frau verstreut ihm den Verstand, als würde sie ihn mit weitem Schwung den Hühnern hinwerfen. So fühlt er sich.
„Ich plane, im Sinne des Nährstandes, eine Obstplantage aufzubauen, und du wirst mir dabei helfen. Du wirst mir alles Notwendige dafür mitteilen“, sagt er, wendet sich um und tritt hinter ihren Stuhl.

Svenja Leiber – Nelka, S. 110

Doch auch wenn der Krieg zu seinem Ende kommt und Nelka damit nicht mehr an den Hof gebunden ist, kann sie nicht vergessen, was ihr das pomologische Wissen zwar für einen Ausweg aus dem Leid ermöglichte, was dieses Wissen aber auch für einen Preis hatte.

Nun, Jahre nach dem Kriegsende, kehrt Nelka ein letztes Mal auf die Apfelplantage zurück, um dem damaligen Gutsverwalter gegenüberzustehen…

Die Nachwirkung von Schuld

Neben seinem Blick auf das Schicksal von Zwangsarbeiter*innen im Zweiten Weltkrieg ist Svenja Leibers Roman besonders spannend in Hinblick auf die Nachwirkung von Schuld und sich verschiebender Machtdynamiken, die Nelkas Wissen ihr einst auf dem Hof ermöglicht.

Komponiert ist ihr Roman aus den Rückblenden auf Nelkas Leben zur Zeit des Weltkriegs auf dem Gutshof und einer ins erzählerische Jetzt gesetzten Rahmenhandlung, bei der Nelka noch einmal auf Marten, den Gutsbesitzer, trifft und ihn so mit dem erlittenen Unrecht konfrontiert.

„Menschen sind darauf bedacht, ihre Untaten zu verwischen, Gonda, auch bei uns. Aber die Natur ist wahrhaftig. Die Natur“, sagt Nelka, „spricht immer die Wahrheit. Sie erinnert, ohne dass wir sie dazu auffordern müssen. Nur Menschen sind vergesslich. Die Natur sehen bedeutete, sie zu lesen, auch wenn sie vom Tod handelt.“

Svenja Leiber – Nelka, S. 194

Die Äpfel beziehungsweise die Apfelbäume sind dabei ein gutes Motiv, das sich auf das Unrecht übertragen lässt, das Nelka erfahren musste. Denn Schuld kann sich vielleicht einlagern, wird umschlossen wie die Kerne eines Apfelgehäuses oder die guten und schlechten Jahre in einem Baumring. Die Schuld bleibt aber dennoch da und überdauert die Zeit und kommt über kurz oder lang zum Vorschein, spätestens wenn der Apfel aufgeschnitten oder der Apfelbaum gefällt wird.

Dass bei der Rückkehr Nelkas an den Ort des Schreckens kaum ein Baum mehr steht, fast alle der ehemaligen Apfelbäume gefällt und gesprengt wurden, ist diesbezüglich auch hochsymbolisch zu sehen. Denn mag die Plantage auch anders aussehen, das Land ein anderes geworden sein und Nelka selbst mit ihrem Mann ebenfalls in einem neuen System leben, es zeigt sich, dass William Faulkner mit seinem Diktum über die Unvergänglichkeit des Vergangenen Recht hatte.
Die Vergangenheit ist eben nicht vergangen und lebt immer noch fort. Taten von früher haben auch Generationen später noch Nachwirkungen und werden wieder freigelegt, was Nelka plastisch vor Augen führt.

Ein Apfelbaum als Inspirationsquelle

Es war einst ein Apfelbaum im Nachbargarten des Elternhauses, der von einem oder einer Kriegsgefangenen gepflanzt worden war und der in Svenja Leiber den Wunsch nach einer literarischen Beschäftigung mit dem Thema der Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter*innen in Schleswig-Holstein weckte (immerhin fast 50.000 Gefangene waren alleine in der Landwirtschaft im Jahr 1943 in Schleswig-Holstein in der Landwirtschaft eingesetzt und leisteten damit einen entscheidenden Anteil am Fortbestand der Höfe, wie der Autorin in ihrem Nachwort zu Nelka schreibt).

Aus diesem kleinen Samen ist ein wirklicher literarischer Baum gereift, der fein verästelt den Fragen von Schuld und den Nachwirkungen der Zwangsarbeiter-Schicksale nachspürt und damit auch einen wichtigen Beitrag zur Frage von Aufarbeitung und der Verdrängung von Schuld liefert.


  • Svenja Leiber – Nelka
  • ISBN 978-3-518-43276-1 (Suhrkamp)
  • 200 Seiten. Preis: 24,00 €

Uwe Neumahr – Die Buchhandlung der Exilanten

In seinem Buch Die Buchhandlung der Exilanten – Paris 1940: Zuflucht und Widerstand blickt der Autor Uwe Neumahr auf die Zeit der Besatzung in Paris und erzählt von zwei Buchhändlerinnen, die das literarischen Leben dort auch unter widrigsten Umständen entscheidend prägten.


Schlendert man durch das Viertel rund um die Pariser Sorbonne, dürfte man schnell über einen Buchladen stolpern, dessen Name so gar nichts Französisches an sich hat. Shakespeare and Company heißt der Laden, der in der Rue de la Bûcherie beheimatet ist und der mit seinen verwinkelten Gängen, den bis an die Decke reichenden Regalen und seinen antiquarischen Beständen jenes Ideal verkörpert, das viele Menschen in Sachen der Buchhandlung ihrer Träume haben dürften.

Der Name der 1951 gegründete Buchhandlung ist dabei eine Hommage an die originale Buchhandlung Shakespeare and Company, die einst von der aus den USA stammenden Buchhändlerin Sylvia Beach ein paar Straßen weiter in der Rue de l’Odéon gegründet worden war.
Nach deren Tod im Jahr 1962 benannte der Buchhändler George Whitman seine eigene Buchhandlung als Erinnerung und Referenz an das Wirken seiner Landsfrau ebenfalls in Shakespeare and Company um.
Auch der Name seiner eigenen Tochter ist eine Referenz an die legendäre Buchhändlerin. Sie, die heutige Inhaberin des Ladens, hört ebenfalls auf den Namen Sylvia und führt mit ihrem Wirken das fort, was Sylvia Beach im Jahr 1919 in Paris begann, nämlich Menschen für (anglophone) Literatur zu begeistern.

Eine Amerikanerin in Paris

Sylvia Beach - Shakespeare and Company (Cover)

Verfasste Sylvia Beach selbst schon ein Büchlein über ihre Zeit mit Shakespeare and Company, so fasst der Schriftsteller Uwe Neumahr seinen Blick in Die Buchhandlung der Exilanten deutlich weiter. Denn die Erfahrungen und Erlebnisse, die in Beachs Memoiren ausgespart werden, sind doch eigentlich die spannendsten, wie der Autor nicht nur im Nachwort schreibt, sondern auch vor allem in seinem Text zeigt.
Nicht nur, dass Beachs Buchhandlung zur Zeit der Besetzung von Paris während des Zweiten Weltkriegs in große Gefahr geriet, auch für ihre Besitzerin galt das, fand aber in ihren schriftlichen Erinnerungen dann kaum Platz.

Und auch wenn Aufmachung und Titel von Neumahrs Buch anderes suggerieren: Shakespeare and Company ist nur die eine Hälfte des Buchs, ebenso wie Sylvia Beach nicht die ist, die im Sachbuch im alleinigen Fokus steht.
Einen ergänzenden, mindestens ebenso wichtigen Teil spielt auch die Buchhändlerin Adrienne Monnier, mit der Sylvia Beach nicht nur die Liebe zu den Büchern verband.

Die 1892 geborene Monnier betrieb ihren Buchladen La Maison des amis des livres ebenfalls in der Rue de l’Odeon und leistet Sylvia Beach bei ihrem unternehmerischen Start als Buchhändlerin wichtige Starthilfe. Später wurden die beiden Frauen sogar ein Paar und prägten das literarische Leben der Stadt und weit darüber hinaus, bis zur Zeit des Einmarschs der Nationalsozialisten in Paris.

Die Beziehung zweier Buchhändlerinnen und ihrer Häuser

Uwe Neumahr schreibt im Vorwort zu seinem Buch dazu:

Im Herzen der Stadt befand sich ihre 1915 gegründete Buchhandlung La Maison des Amis des Livres, gegenüber in derselben Straße, in der Rue de l’Odéon 12, Sylvia Beachs wenig später eröffnete amerikanische Buchhandlung Shakespeare and Company. Auf diese Weise konnten die Leserinnen und Leser von der einen Straßenseite zur andern quasi den Atlantik überqueren und literarische Grenzen überschreiten. Grenzüberschreitungen waren Programm der beiden Frauen, nicht nur wegen ihrer Unabhängigkeit von gesellschaftlichen Konventionen und ihrer sexuellen Identität, sondern auch durch die künstlerische Avantgarde, die sie bevorzugten. André Gide, Paul Valéry, Pablo Picasso, Eric Satie, Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir waren ebenso gern gesehene Gäste der beiden Buchhandlungen wie Ernest Hemingway, T. S. Eliot, Gertrude Stein oder James Joyce. Die Rue de l’Odéon wurde zum Treffpunkt für Schriftsteller, Intellektuelle und Künstler, denen Paris und die lebendige Atmosphäre um die beiden
Frauen zum Mittelpunkt ihres Schaffens wurden.

Uwe Neumahr – Die Buchhandlung der Exilanten, S. 9

So erzählt der Schriftsteller, dem mit seinem Sachbuch Das Schloss der Schriftsteller vor drei Jahren ein großer Bestsellererfolg gelang, von der Entstehung und Wechselwirkung der beiden Buchhandlungen und von ihrer Rolle für das kulturelle Leben, das sich im Spannungsfeld der beiden Häuser entfalten konnte.

Die Szene der Odéonisten

Uwe Neumahr - Die Buchhandlung der Exilanten (Cover)

Nicht nur, dass quasi alles, was im kulturellen Leben der Stadt Rang und Namen hatte, sich bei den beiden Buchhändlerinnen die Klinke in die Hand gab: auch beeinflussten sie mit ihrem eigenen publizistischen Schaffen, der Förderung von Nachwuchs wie auch der Herausgabe von Literaturzeitschriften den literarischen Zeitgeist.
Im Falle von Sylvia Beach reichte das so weit, dass sie für die Erstveröffentlichung von James Joyce‘ epochemachendem Werk Ulysses sorgte, für das sich zunächst kein Verlag hergeben wollte und dessen Autor wie auch sein Werk zu einer Prüfung für Sylvia Beach wurden.

Davon, aber auch den belastenden Jahren während der Okkupation Frankreichs erzählt das Buch, das über Adrienne Monnier und Sylvia Beach auch die ganze Szene der sogenannten Odeonisten in den Blick nimmt. Die zunehmenden Schwierigkeiten, unter denen vor allem Sylvia Beach als US-amerikanische Ausländerin litt, der grassierende Antisemitismus, das Spannungsfeld zwischen Widerstand und Kollaboration, die Restriktionen für die Zivilbevölkerung bis hin zur Befreiung Paris‘ nach dem D-Day und die Zäsur, die das Erlebte für die ganze Szene der Odeonisten bedeutete, davon erzählt Uwe Neumahr umfassend und sehr quellenreich.

Der breitbeinige, frauen- und erlebnissüchtige Hemingway, die verzweifelten Walter Benjamin und Siegfried Kracauer, sie alle haben ihren Auftritt im Buch und lösen den Buchtitel der Exilanten wirklich ein. Darüber hinaus ist das Buch auch so spannend, weil Neumahr von den verschiedenen Überlebensstrategien und Anpassungen erzählt, etwa der ebenfalls in einer lesbischen Beziehung lebenden Getrude Stein, die die Okkupationszeit nicht nur durch einflussreiche Gönner überstand, sondern sich auch durch die Übersetzung der Reden von Marschall Petain ins Englische selbst versichern wollte.

Auch die jüdische Fotografin Gisèle Freund, die mit ihrer Arbeit das Bild der Literaten von Paris mitprägte und nach dem Einmarsch der Nazis gezwungen war, bis nach Argentinien zu fliehen, spielt eine große Rolle in diesem Porträt einer ganzen euorpäisch-amerikanischen Künstlergeneration.

Fazit

Von all diesen Schicksalen, von den unterschiedlichen Lebenswegen durch das dunkle Kapitel der Nazizeit und von der lebhaften Kulturszene erzählt Die Buchhandlung der Exilanten neben seinem hauptsächlichen Fokus auf Sylvia Beachs und Adrienne Monniers Buchhandlungen. Dadurch gelingt Neumahr ein breit angelegtes und informatives Panorama der damaligen intellektuellen Szene.


  • Uwe Neumahr – Die Buchhandlung der Exilanten. Paris 1940 – Zuflucht und Widerstand
  • ISBN 978-3-406-84494-2 (C. H. Beck)
  • 320 Seiten. Preis: 26,00 €

George Orwell – Zeilen der Zeit

Obwohl in den Jahren 1943 bis 1949 entstanden, lesen sich George Orwells Kolumnen, die der Herausgeber und Übersetzer Lutz-W. Wolff unter dem Titel Zeilen der Zeit in diesem Band erstmalig auf Deutsch versammelt hat, mehr als aktuell. Die Frage des Faschismus, das Erstarken totalitärer Systeme und gesellschaftliche Spannung sind Themen, die der Brite unbeirrt von Gegenwind und politischen Moden in seinen Texten behandelt – aber auch von der Kunst der richtigen Teezubereitung schreibt. Eine Entdeckung!


Wenn man die Redefreiheit kassiert, vertrocknen alle schöpferischen Fähigkeiten.

George Orwell – Zeilen der Zeit, S. 50

In Zeiten, in denen erbittert über die Meinungsfreiheit gestritten wird und so manch einer behauptet, man dürfe heute nichts mehr sagen, dabei aber doch eher eine Widerspruchsfreiheit denn eine Meinungsfreiheit für radikale Positionen möchte, da kommen Orwells erstmals ins Deutsche übersetzte Kolumnen gerade zu richtigen Zeit.

Denn in Zeilen der Zeit wird man Zeuge eines steten Kämpfers für die Meinungsfreiheit und den öffentlichen Austausch von Positionen, der es in seinen Texten nicht auf Verbindlichkeit und Zustimmung anlegt, sondern im Gegenteil keinem gepflegten Streit aus dem Weg geht und mit Leidenschaft den Wettkampf um das beste Argument sucht.

Kolumnen aus einem Jahrhundert im Umbruch

Beginnend im Kriegsjahr 1943 blickt Orwell in seinen Texten auf die Kriegsgräuel und die Stimmung in seiner britischen Heimat, auf die Fehlbarkeit von Kriegsexperten, auf antibritische und antiamerikanische Ressentiments, Zensur und auf besorgniserregende Entwicklungen national wie international.
Wie geht man mit einem Aggressor um, der einen ganzen Kontinent in Schutt und Asche legt und wie soll ein Frieden ausgestaltet sein, der dauerhaft ist?
Heute, da wir in Bezug auf den Ukrainekrieg wieder die gleichen Fragen debattieren, wirken Orwells Themen und Antworten leider wieder — oder immer noch — höchst aktuell.

Pointiert fasst er seine Ansichten und Positionen in den Texten zusammen und wirkt so manches Mal verzweifelt und fatalistisch ob der Entwicklungen und Ereignisse, derer er Zeuge wird.

Nichtsdestotrotz, wenn ich eine Welt sehe, in der es ein Verbrechen ist, einen einzelnen Zivilisten zu töten, aber völlig rechtmäßig, wenn man tausend Tonnen hochexplosiven Sprengstoff über einem Wohngebiet abwirft, dann frage ich mich schon, ob unsere Erde nicht eine Irrenanstalt ist, die ein anderer Planet als seine Abfalltonne benutzt.

George Orwell – Zeilen der Zeit, S. 22

Erstarkender Antisemitismus, die Kriegsgräuel und die Angst, unter der Großbritanniens ob des Vernichtungswillens der Nationalsozialismus leidet, es sind die Themen, die er in der diesen Kolumnen umkreist, die parallel zu den beiden literarischen Solitären 1984 und Die Farm der Tiere entstanden. Auch musste er persönliche Schicksalsschläge wie den Tod seiner Frau verwinden, wie Herausgeber und Übersetzer Lutz-W. Wolff in den Kommentierungen zu den Kolumnen erläutert.

Ein Streiter für das freie Wort

George Orwell - Zeilen der Zeit (Cover)

Niedergeschlagen und fatalistisch sind die Texte allerdings keineswegs. Zeilen der Zeit zeigt einen hellsichtigen und liberalen Beobachter, der unbedingt für das freie Wort und die Debatte einstand. Das unbedingte Eintreten für das bessere Argumente und einen bereichernden Meinungsaustausch fällt über alle Texte hinweg auf. Seine Kolumnen vermitteln den Eindruck eines klugen und debattenfreudigen Kopfes, für den Gegenrede und protestierende Leserbriefe als Reaktionen auf seine Kolumen das Zündmittel waren.

Nicht umsonst ist Zeilen der Zeit das Zitat des Herausgebers der Zeitschrift Tribune vorangestellt, in der der Großteil von Orwells Kolumnen erschien. Dieser bemerkt, dass es sich bei Orwell mit As I please (so der wunderbar egozentrische Titel von dessen Kolumne im Original) wohl um den einzigen Kolumnist des ganzen Londoner Zeitschriftenviertels handeln dürfte, der es erkennbar darauf anlegte, mit seinen Texten Woche für Woche einen möglichst großen Teil seiner Leserschaft vor den Kopf zu stoßen.

Provokant, politisch und debattenfreudig sind seine Texte, aber keineswegs moralinsauer. Denn Orwell mengt in seine Texte auch immer wieder Ironie und Humor. So äußert er sich auf eine Leserinnenbeschwerde, seine Texte seien so voller Kritik, ausführlich über die Rosen bei Woolworth. Auch gehen seine Kolumnen mal der Frage der perfekten Teezubereitung in mehreren Schritten nach (bloß kein Zucker!), mal schildert er seine Wunschvorstellung des perfekten Pubs und bittet um Publikumsbeteiligung ob dieser Frage – oder widmet sich der Betrachtung des Laichverhaltens von Kröten (nicht ohne vor dort wieder auf das das politische große Ganze zu kommen).

George Orwell als Prophet unserer Gegenwart

Hellsichtig auch etwas seine Prognosen über die Zukunft der Medien, die sich Orwell in einem Text in Bezug auf den Totalitarismus ausmalte, die sich aber nun auch in unserer Gegenwart zu bewahrheiten scheint, angefangen von mit KI generierten Kinderbüchern bis hin zu einem kollabierenden Literaturmarkt:

Aber es ist zweifelhaft, ob die große Masse des Volkes in den Industriestaaten das Bedürfnis nach irgendeiner Form von Literatur haben wird. Auf jeden Fall werden die Leute nicht annähernd so viel Geld dafür ausgeben wolen, wie sie für andere Freizeitunterhaltungen auszugeben bereit sind. Wahrscheinlich werden Romane und Erzählungen vollständigen von Filmen und Hörspielen abgelöst werden. Vielleicht wird es auch eine mindere Sensationsliteratur geben, die am Fließband hergestellt wird und keines menschlichen Zutuns bedarf.
Der menschliche Erfindergeist wird sicher bald Maschinen hervorbringen, die selbstständig Bücher schreiben.

George Orwell – Zeilen der Zeit, S. (S. 153)

Man könnte auch selbst leicht fatalistisch werden, wenn man die wahrgewordenen Prophezeihungen Orwells liest und den ausgebliebenen Fortschritt in Sachen Frieden, Fortschritt und Abrüstung sieht, der in den letzten 80 Jahren seit dem Erscheinen dieser Kolumnen ausgeblieben ist.

Die Hoffnung auf Frühling

Dennoch lässt Orwell in diesem lesens- wie bedenkenswerten Buch auch die Hoffnung nicht fahren, wie wir es auch nicht tun sollten, denn der Frühling, er lässt sich nicht verhindern. So formulierte es der Brite im April 1946 und die Hoffnung bleibt, dass sich seine Worte nicht nur in jahreszeitlicher Hinsicht bald bewahrheiten sollen!

Solange man nicht krank , hungrig, voller Angst oder in einem Gefängnis oder Ferienlager eingesperrt ist, bleibt der Frühling immer noch Frühling. In den Fabriken stapeln sich jetzt die Atombomben, die Polizei lauert überall in den Straßen, die Lügen ergießen sich aus den Lautsprechern, aber die Erde kreist immer noch um die Sonne, und — sosehr sie ihn auch hassen — weder die Diktatoren noch die Bürokraten können den Frühling verhindern.

George Orwell – Zeilen der Zeit, S. 190

  • George Orwell – Zeilen der Zeit
  • Ausgewählt und aus dem Englischen übersetzt von Lutz-W. Wolf
  • ISBN 978-3-15-011577-0 (Reclam)
  • 267 Seiten. Preis: 25,00 €

Maggie Stiefvater – Grand Hotel Avalon

Ein Luxushotel in Appalachen, Ströme von Süßwasser und dazu noch drei Dackel, die der Hoteldirektorin auf Schritt und Tritt folgen. Maggie Stiefvater kreuzt in ihrem Roman Grand Hotel Avalon einen Hotelroman mit Zeitgeschichte und Mysteryelementen. Das Ergebnis? Überzeugt leider nicht vollumfänglich.


Wenn man einen Ort für Luxus sucht, dann ist das Grand Hotel Avalon und Spa sicherlich ein Ort, den man dafür in Betracht ziehen sollte. Denn in dem von Maggie Stiefvater erfundenen Hotel in den Bergen der Appalachen fehlt es sich an nichts. Drei Bibliotheken, eine große Küche, die für die Wünsche der Kunden da ist, dazu vier Badehäuser, genannt Avalon I bis Avalon IV, ein ganzes Heer an Zimmermädchen, Aufzugspersonal und dergleichen mehr, nebst Luxussuiten im Haus und Cottages auf dem Gelände. Als Hotelgast ist man hier wirklich König oder Königin.

Doch selbst eine solch abgelegene Gegend wie die der Appalachen bleibt nicht von den großen Zeitläufen verschont. Das muss die Hoteldirektorin June Hudson feststellen, als die Vorbereitungen zum jährlichen Ball rüde unterbrochen werden. Statt sich weiter den Abstimmungen mit Musik und Service und den an den Lüster des Ballsaals applizierten Gedichte Robert Burns widmen zu können, stehen plötzlich FBI-Beamte vor dem Portal des Hotels, die verfügen, dass normalen Gäste auf Geheiß der Regierung das Avalon sofort verlassen müssen.

Besonderer Besuch im Grand Hotel Avalon

Maggie Stiefvater - Grand Hotel Avalon (Cover)

Anstelle der üblichen Besucher*innen steht dem Hotel nun besonderer Besuch ins Haus. Dreihundert Diplomaten und deren Angehörige sollen im Grand Hotel Avalon einquartiert werden, darunter Japaner, Italiener und Deutsche. Wir schreiben nämlich das Jahr 1942 und der Weltkrieg ist nun in vollem Gange, nachdem Japan kurz zuvor die US-amerikanische Pazifikflotte in Pearl Harbor angegriffen hatte.

An June und ihrem Team ist es nun, die verfeindeten Nationen unter dem Hoteldach zu beherbergen, während die FBI-Agenten von den Internierten Kenntnisse über bevorstehende Angriffe und militärische Winkelzüge ihrer Nationen zu erlangen versuchen. Mit viel Disziplin versucht June vor allem in Form ihres Alter Ego „Hoss“ die Hotelmannschaft auf Linie zu bringen und persönlich für das Wohl des Hauses zu sorgen.

Dieses Wohl, so zeigt es uns Maggie Stiefvater, hängt dabei nicht nur mit der Personalführung zusammen. Auch das Süßwasser, das unter dem Hotel hindurchströmt und in Form von Brunnen der Bäder überall im Hotelkomplex anzutreffen ist, spielt eine entscheidende Rolle und sorgt für die ganz besondere Atmosphäre, die das Grand Hotel Avalon kennzeichnet.

Maggie Stiefvaters literarischer Hintergrund

Neben der realistischen Schilderung des Hotels und seiner Gäste weist Grand Hotel Avalon auch eine hohe Mysterydichte auch. Das rätselhafte Wasser, auf das June einwirken kann, dazu noch Glasschnecken, die überall im Haus anzutreffen sind und die mit dem Wasser in Zusammenhang zu stehen scheinen, sie weisen eher in die Richtung eines Fantasyromans.

Das kommt nicht von ungefähr, denn bislang trat Maggie Stiefvater fast ausschließlich mit Fantasyromanen für jüngere Leserschichten in Erscheinungen.

Romane wie der Raben-Zyklus um magiebegabte „Ravenboys“ einer Privatschule oder die im Urban-Fantasy-Genre verhafteten Dreamer-Trilogie waren bislang die Domäne von Stiefvater, die nun die Fantasy-Elemente ihres Schreibens mit Zeitgeschichte kreuzt.

Das Ergebnis ist leider etwas halbgar. Denn obschon auf fast jeder Seite das Süßwasser rauscht und June durch die Gänge hastet, plätschert das Buch selbst vor sich hin, ohne auf einen erkennbaren Höhepunkt zuzusteuern.

Rätselhaftes Süßwasser

Die Gäste ziehen ein, das Hotelpersonal gibt sein Bestes, um die Nationen zu beherbergen, ein FBI-Agent ringt um Erkenntnis und June wird zwischen den verschiedenen Parteien aufgerieben, immer drei Dackel im Gefolge, die ihrer Herrin treulich folgen. Dazu kommt noch die Liebe mit ihren unberechenbaren Volten, die June ebenfalls reichlich beschäftigen wird.
Das ist ganz solide geschildert, verschenkt aber enorm viel erzählerisches Potenzial, das in der Grundanlage des Romans stecken würde.

Viele der Figuren bleiben reichlich blass und allzu schematisch gezeichnet. Das deutsche Fliegerass? Gutaussehend. Der Naziarzt mit Spritze? Geheimnisvoll. Einer der FBI-Agenten? Ein Frauenheld.

Über solche Zuschreibungen kommt Maggie Stiefvater in zu vielen Fällen nicht hinaus und belässt die verschiedenen Delegationen zu schemenhaft — dabei wäre das doch eigentlich der spannende Kern des Romans gewesen: das Mit- oder Gegeneinander verschiedener Nationen, die durch den Krieg zu Feinden wurden, nun aber auf engstem Raum irgendwie miteinander auskommen müssen, während die USA als Gastgeber des Ganzen in den Krieg eintreten.

Derlei Dynamiken erkundet der Roman leider fast überhaupt nicht und konzentriert sich auf Junes Hadern mit ihrer Loyalität zur Eignerfamilie des Hotels und ihrer Zerrissenheit zwischen zwei Männern, was mit zunehmender Lauflänge des Romans auch etwas redundant wirkt.

Fazit

Hier bleibt Grand Hotel Avalon leider deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurück. Etwas weniger Süßwasser, mehr Interesse für die Figuren und ihre Interaktionen, das hätte Maggie Stiefvaters Roman deutlich spannender geraten lassen, als sich das Buch nun im Endeffekt präsentiert.


  • Maggie Stiefvater – Grand Hotel Avalon
  • Aus dem Englischen von Sabine Hübner
  • ISBN 978-3-10-397566-6 (S. Fischer)
  • 432 Seiten. Preis: 25,00 €

Lili Cassel-Wronker – A London Diary

Ein bemerkenswertes Kunst-Stück hebt der unabhängige Verlag Das kulturelle Gedächtnis mit Lili Cassel-Wronkers A London diary. Denn darin zeichnet und beschreibt die gerade einmal fünfzehn Jahr alte Lili einen Aufenthalt während des Kriegsjahres 1939/1940 bei ihrem Vater in London – und zeigt damit den Alltag im Krieg aus kindlicher Perspektive. Neben der Gestaltung des Buchs ist auch die Geschichte der Autorin selbst beeindruckend.


Ein Mädchen kommt zu Besuch in die Hauptstadt Großbritanniens und führt darüber Tagebuch. Was so alles andere als außergewöhnlich klingt, ist es im Falle von Lili Cassel-Wronker durchaus. Denn nicht nur, dass das Buch als grafisches Gesamtprojekt konzipiert ist, auch die Begleitumstände des Buchs und die Vita von seiner Verfasserin sind außergewöhnlich.

Denn wir schreiben das Jahr 1939, das sich langsam seinem Ende zuneigt. Hitler hat Großbritannien den Krieg erklärt und überzieht die britische Insel mit Angriffen. Kurz zuvor hatte Lili mit ihrer Schwester ihre Heimat in Deutschland verlassen müssen, da die Nazis jüdische Familien spätestens seit den Nürnberger Rassegesetzen immer stärker verfolgten.

Ihr Vater Josef Cassel, eigentlich ein in Berlin ansässiger Arzt, hatte sich 1938 entschlossen, zusammen mit seiner Familie aus Deutschland zu fliehen. Die Ausreise gestaltete sich allerdings schwieriger als gedacht und so wurde die Familie in verschiedene Richtungen zerstreut.

Während sich Josef Cassel als Arzt in London ein neues Leben aufzubauen versuchte, blieben seine Frau und die Großmutter in Brüssel. Die beiden Töchter indes besuchten eine Schule in Surrey, die speziell für junge jüdische Geflüchtete aus Österreich und Deutschland eingerichtet worden war.

Ein Besuch in London 1939

Lili Cassel-Wronker - A London diary (Cover)

Zumindest partiell gelang die Familienzusammenführung im Winter 1939/1940, als Lili und ihre Schwester ihren Vater in London besuchten. Zum Glück für die Nachwelt hielt die damals fünfzehn Jahre alte Lili diesen Besuch in Form eines Tagebuchs fest, indem sie mit klarer Schrift und gespitztem Zeichenstift ihre Eindrücke des Großstadtlebens und der Auswirkungen des Kriegs im Stadtbild und Alltag auf Papier bannte.

Nun hat der Peter Graf, verdienter Bergungsspezialist außergewöhnlicher Bücher, diesen im Deutschen Exilarchiv 1933 – 1945 schlummernden Schatz erstmals der deutschsprachigen Leserschaft zugänglich gemacht.

In der Übersetzung von Beate Swoboda und mit einem Vorwort der Büchner-Preisträgerin Ursula Krechel versehen gibt es die bunt illustrierten Seiten zu entdecken, die von den Freuden eines Kinobesuchs erzählen, bei der die Cassels einem amerikanischen Spielfilm mit der jungen Gloria Jean beiwohnen, Weihnachten mit Gesellschaftsspielen feiern oder bei der Hochzeit ihrer Englischlehrerin zugegen sind.

Neben allen touristischen und gesellschaftlichen Eindrücken finden sich inmitten der bunt illustrierten Seiten aber auch immer wieder Echos des Kriegs, der sich zum Entstehungszeitpunkt des Tagebuchs schon zu einem Weltkrieg ausgewachsen hat. Die Verdunklung oder die Sperrballons am Londoner Himmel zeichnet Lili Cassel-Wronker ebenso wie die Anprobe einer Gasmaske, bei der das junge Mädchen hoffnungsvoll notiert, dass sie hoffentlich nie in die Verlegenheit kommen möge, diese Maske anzulegen.

Eindrücke aus einer Hauptstadt im Krieg

Hellsichtig auch, wie sie mit nur wenigen Strichen den Propagandisten Lord Haw-Haw alias William Joyce als distinguiert-dümmlichen Esel darstellt. Dieser überzog von Deutschland aus die Briten mit Falschmeldungen und Propaganda, um deren Moral zu schwächen. Stattdessen ruft der Agitator bei der aus Deutschland geflohenen Lili eher Abscheu und Lächerlichkeit hervor.

Großartig — nicht nur in persönlich-beruflicher Hinsicht — auch die Seite, in der sich Lili Cassel-Wronker den Vorzügen der britischen öffentlichen Büchereien widmet und neben einer zum Schmunzeln anregenden Zeichnung auch die Erkenntnis festhält, dass das Großartige an diesen Bücherhallen ist, dass „du […] die wunderbarsten oder teuersten Bücher lesen und anschauen [kannst] – ganz ohne Geld.“

Schon früh zeigt sich hier eine Künstlerin, deren Strich das genaue Studium von Modezeitschriften verrät und schon in jungem Alter eine enorme künstlerischer Ausdruckskraft an den Tag legt.
In späteren Jahren verfestigte sich dieses Talent nur noch mehr und Lili Cassel-Wronker wurde in den USA zu einer erfolgreichen Illustratorin und Zeichenlehrerin, die gleich für ihr erstes offizielles Buch mit einem Preis als eines der jahrgangsbesten durch das American Institute of Graphic Arts ausgezeichnet, wie Ursula Krechel in ihrem Vorwort erklärt.
Auch später sollte sie sich in ihren Arbeiten immer wieder auch mit ihrem jüdischen Erbe auseinandersetzten.

Eine Fluchtgeschichte mit Happy End

Und auch wenn das junge Mädchen in ihrem Buch angesichts des in der britischen Hauptstadt nicht gefeierten Silversterfests resignierend festhält, dass ihr angesichts des bevorstehenden Jahres eh nicht zum Feiern zumute ist, so erfreut doch die historische Erkenntnis, dass es ebenjenes Jahr 1940 war, das zumindest für Lili und ihre Familie selbst durchaus Positives bereithielt.

In jenem Jahr gelang nämlich die Familienzusammenführung der Cassels, die gemeinsam die Flucht nach New York antreten konnten. So wurde dann auch wahr, was sie ihrem Buch voranstellt.

Gewidmet ist A London diary nämlich einem Ehepaar in New York, ihren „noch unbekannten Freunden“, wie Lili schreibt. Dass sich diesem Abstand mit der Ankunft der Familie in den USA vielleicht dann Abhilfe geschaffen werden konnte, es ist eine schöne Hoffnung, die die Publikation des Buchs zumindest weckt.


  • Lili Cassel-Wronker – A London diary
  • Aus dem Englischen übersetzt von Beate Swoboda
  • Herausgegeben von Peter Graf
  • ISBN 978-3-946990-86-4 (Verlag Das kulturelle Gedächtnis)
  • 32 Seiten. Preis: 22,00 €