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Vorschaufieber Frühjahr 2026

Das Jahr geht den Tagen mit den längsten Nächten entgegen, die Temperaturen fallen unter die Null-Grad-Marke, das Ende des Jahres rückt näher. Grund genug, sich mit verheißungsvollen Büchern zu beschäftigen, die im Fühling des kommenden Jahes erscheinen, wenn die Tage wieder länger werden und die Temperaturen in angenehmere Höhen klettern.

Wieder einmal ist es eine bunte Mischung geworden, die Titel vorstellt, die die großen Themen des Lebens ebenso wie die kleinen bearbeiten. Es finden sich lange Erzählungen neben der kurzen Form, neue Stimmen stehen neben eingeführten Namen, dazu reicht der Bogen von kleine Independent-Verlagen hin zu den großen Verlagshäusern.

Eingeteilt ist das Ganze wieder einmal in die Kategorien National, International und Krimis. Die Links hinter den Covern und Titeln führen zu den Verlagsseiten, die weiterführende Informationen über die Bücher bereitstellen – verbunden mit der Bitte, im Fall eines käuflichen Erwerbs der Titel den lokalen, unabhängigen Buchhandel anstelle von digitalen Monopolisten zu bedenken.

National

Petra MorsbachOrion (Penguin). Ulrich WoelkHellere Tage (C. H. Beck). Johann Reißer – Pulver (Frankfurter Verlagsanstalt). Nadine Schneider – Das gute Leben (S. Fischer). Cihan AcarCasino (Hanser Berlin).

Lukas RietzschelSanditz (dtv). Thomas Hettche Liebe (Kiepenheuer & Witsch). Hannah Häffner – Die Riesinnen (Penguin). Robert SeethalerDie Straße (Claassen). Walter Fabian Schmid – Schattenwurf (Nagel & Kimche).

Wilhelm Bartsch – Meckels Messerzüge (Wallstein). Gabriele Reuter – Das Tränenhaus (Reclam). Iwan Heilbut – Zugvögel (Claassen). Regina Denk – Der Fährmann (Droemer). Nicola Denis – Wo die Kaffeekirschen leuchten (Friedenauer Presse).

International

Liz MooreDer andere Arthur (aus dem Englischen von Cornelius Hartz, C. H. Beck). Andrew O’HaganMaifliegen (aus dem Englischen von Manfred Kempf und Gabriele Kempf-Allié, Claassen). Karine TuilDie Liebeshungrigen (aus dem Französischen von Maja Ueberle-Pfaff und Alexandra Baisch, dtv). Safae el Khannoussi – Oroppa (aus dem Niederländischen von Stefanie Ochel, Hanser). Pilar Adón – Von Vieh und Vögeln (aus dem Spanischen von Susanne Lange, Wallstein).

R. C. SherriffVor uns die Zeit (aus dem Englischen von Rainer Moritz, Unionsverlag). Radka Denemarková – Schokoladenblut (aus dem Tschechischen von Eva Profousová, Hoffmann & Campe). Megan Hunter – Tage des Lichts (aus dem Englischen von Judith Schwaab, C. H. Beck). Robbie ArnottDusk (aus dem Englischen von Nikolaus Hansen, Piper). Lucie Rico – GPS (aus dem Französischen von Milen Adam, Matthes & Seitz Berlin).

Hal Ebbott – Unter Freunden (aus dem Englischen von Jan Schönherr, Claassen). Carys DaviesDas Pfarrhaus (aus dem Englischen von Eva Bonné, Luchterhand). Elspeth Barker – O Caledonia (aus dem Englischen von Verena von Koskull, Piper). John Horne Burns – Galleria Umberto (aus dem Englischen von Gregor Hens, Die Andere Bibliothek). Xu Zechen – Der große Kanal (aus dem Chinesischen von Daniel Fastner, Matthes & Seitz Berlin)

Rachel Khong – Real Americans (aus dem Englischen von Tobias Schnettler, Kiepenheuer & Witsch). Colin Walsh – Kala (aus dem Englischen von Andrea O’Brien, Gutkind). Alice Brito – Die Frauen der Fonte Nova (aus dem Portugiesischen von Markus Sahr, Weidle). Dario Ferrari – Die Pause ist vorbei (aus dem Italienischen von Christiane Pöhlmann, Wagenbach). Rabih Alameddine – Die wirklich wahre Geschichte von Radscha, dem Gutgläubigen (und seiner Mutter) (aus dem Englischen von Werner Löcher-Larence, C. H. Beck).

Krimis

Garry Disher – Zuflucht (aus dem Englischen von Peter Torberg, Unionsverlag). Daniel Faßbender – Heaven’s Gate (Diogenes). Mary Roberts Rinehart – Die Villa am Meer (aus dem Englischen von Eva Sobottka, Oktopus). Henry Wise – Holy City (aus dem Englischen von Karen Witthuhn, Polar Verlag). Ken Jaworowski – What about the bodies (aus dem Englischen von Lea Dunkel, Pendragon).

Vorfreude – neue Belletristik Herbst 2016

Vor einigen Tagen habe ich hier an dieser Stelle bereits neue Krimis aus den Verlagsprogrammen für den Herbst 2016 vorgestellt. Nun soll an hier eine lockere Vorstellung von neuen Büchern aus dem weiten Feld der Belletristik folgen – auf diese Titel freue ich mich besonders:

 

Nathan Hill – Geister

GeisterDas sagt der Verlag: Ein Anruf der Anwaltskanzlei Rogers & Rogers verändert schlagartig das Leben des Literaturprofessors Samuel Anderson . Er, der als kleines Kind von seiner Mutter verlassen wurde, soll nun für sie bürgen: Nach ihrem tätlichen Angriff auf einen republikanischen Präsidentschaftskandidaten verlangt man von ihm, die Integrität einer Frau zu bezeugen, die er seit mehr als zwanzig Jahren nicht gesehen hat. Ein Gedanke, der ihm zunächst völlig abwegig erscheint. Doch Samuel will auch endlich begreifen, was damals wirklich geschehen ist. – Ein allumfassender, mitreißender Roman über Liebe, Unabhängigkeit, Verrat und die lebenslange Hoffnung auf Erlösung, ein Familienroman und zugleich eine pointierte Gesellschaftsgeschichte von den Chicagoer Aufständen 1968 bis zu Occupy Wall Street.

Das sage ich: Ein mir unbekannter neuer Autor, ein zeitgenössischer amerikanisches Gesellschaftsroman (hoffentlich in der Tradition von Franzen und Co.) und ein spannender Klappentext – auf diesen über 800 Seiten starken Brocken freue ich mich wirklich und will da einfach völlig unvoreingenommen hineinstöbern. Das Buch erscheint im Oktober.

 

 

 

Christian Kracht – Die Toten

9783462045543_5Das sagt der Verlag: Christian Krachts neuer Roman »Die Toten« führt uns mitten hinein in die gleißenden, fiebrigen Jahre der Weimarer Republik, als die Kultur der Moderne, besonders die Filmkultur, eine frühe Blüte erlebte. Hier, in Berlin, »dem Spleen einer unsicheren, verkrampften, labilen Nation«, versucht ein Schweizer Filmregisseur, angestachelt von einem gewissen Siegfried Kracauer und einer gewissen Lotte Eisner, den UFA-Tycoon Hugenberg zur Finanzierung eines Film zu überreden, genauer gesagt: eines Gruselfilms, genauer gesagt: in Japan. Das überschneidet sich mit ebensolchen Plänen im dortigen Kaiserreich, mit denen man dem entstehenden Hollywood-Imperium Paroli bieten will …

Das sage ich: Ich habe ja eine Schwäche für die 20er und 30er Jahre der Bundesrepublik – besonders wenn sie in gute Literatur überführt werden, wie etwa bei Kästners Fabian oder den Büchern von Volker Kutscher. Bereits mit Imperium konnte mich Kracht von seinem Talent als Schriftsteller überzeugen, auch wenn die im Feuilleton geführten Debatten etwas am Kern des Buchs vorbeizielten. Nun freue ich mich sehr auf den neuen Streich des Autors, der im September erscheint.

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