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Anja Gmeinwieser – Wir Königinnen

Zwei Frauen, ein Laster und jede Menge Kühe. In ihrem Debütroman Wir Königinnen erzählt Anja Gmeinwieser von einem ungewöhnlichen Roadtrip bis an die Grenze zur Türkei.


So gehetzt und unruhig wie die namenlose Erzählerin in Anja Gmeinwiesers Debüt war zuletzt wohl nur Marie unterwegs, die Heldin von Katharina Köllers Wild wuchern, die gleich zu Beginn des Buchs überhastet auf einen Berg hinaufrannte.

Auch der namenlosen Frau in Gmeinwiesers Roman begegnen wir beim Aufstieg auf einem Berg irgendwo in Norditalien. Mit Genuss oder Sport hat dieser Bergersteigung bei ihr allerdings nichts zu tun. Vielmehr quält sich die Frau in der größten Hitze ohne ausreichendes Trinken auf den Berg und kollabiert fast am Gipfel. Warum sie es tut, was sie im Innersten antreibt, das erfährt erst einmal nicht, man merkt nur, dass da etwas ist, dass sie vorwärtstreibt und in Unruhe versetzt.

Die Protagonistin ohne Namen, sie ist getrieben — und die Prosa ist es auch. Um ihre Geschichte auszukleiden, wählt Anja Gmeinwieser nämlich einen höchst fiebrig-energiegeladenen Erzählton, der mal ratlos, mal fast hyperaktiv scheint und der seine Figuren fast wie mit einer doppelten Ladung Koffein auflädt.

Auftritt mit Schuss

Bestes Beispiel ist dieser kurze Ausschnitt, der die zweite Erzählfigur in das Geschehen hineinkatapultiert, oder besser gesagt: hineinschießt:

Oben halte ich inne, bücke mich, schnüre meine Schuhe neu. Drehe mich etwas um im Aufstehen. Auf der Kuppe gegenüber zeichnet sich die Silhouette des Menschen gegen die hellgrauen Wolken ab. Ich hätte mich früher umdrehen sollen. Ich gehe schnell weiter, und fast sofort höre ich aus der Richtung der Person einen Schuss. Ich fahre herum. Noch immer steht da die Person, die geschossen hat, die auf mich geschossen hat.
Warte! Hat sie wirklich geschossen? An der Silhouette nicht, was darauf hinweist. Sie hat nicht geschossen. Sie hat geschossen. Hat sie nicht, warum sollte sie. Vielleicht Einbildung oder mein Trommelfell, vielleicht ein Scherz, vielleicht hat etwas die Schallmauer durchbrochen, vielleicht ist ein Stück Fels aufgeschlagen.

Anja Gmeinwieser – Wir Königinnen, S. 27

Die Frau, die hier mit dem sprichwörtlichen Knall ins Geschehen eingreift, ist die LKW-Fahrerin Anna. Sie ist für einen Tiertransport mit zahlreichen Kühen verantwortlich, die in die Türkei gebracht werden wollen.

Weiter, immer weiter

Anja Gmeinwieser - Wir Königinnen (Cover)

Was mit einem alles andere als harmonischen Kennenlernen der beiden Frauen beginnt, wird dann zu einem gemeinsamen Roadtrip, da sich die spontane Mitnahme der geschwächten Wanderin als immer dauerhaftere Angelegenheit erweist.

So geht es vom Piemont durch halb Europa, immer im Ton der Rastlosigkeit, bei dem das Verarbeiten kaum mit dem Wahrnehmen Schritt halten kann, geschweige denn einmal einen Punkt zum Verweilen findet, auch orthografisch.

…, auch hier ein Verkaufsschild, diesmal auch auf Englisch, for sale — weiter — kleine Dörfer stehen mit eingezogenem Bauch zwischen Hand und Straße, sie wirken lebendiger hier unten, alles intakt, die Farben satter — Markisen ohne Löcher — Schirme vor Restaurants und Tafeln, auf denen Pizza steht, die Kreide so frisch, dass ich es glaube — weiter — eine Bushaltestelle — die Gedanken hängen dem Gesehenen immer hinterher, das Sehen läuft am Fließband — mein Denken gleicht dem Versuch, auf einer zu schnellen Rolltreppe gegen die Fahrtrichtung zu laufen — irgendwann trägt mich das Sehen wieder fort — weiter — hupend überholt uns das erste Auto, das ich seit Tagen sehe — am Eingang der ersten Ortschaft ein Hund, er springt auf, als er den Laster sieht, du siehst, er bellt, ein schnappendes Maul im geblichen Fellgesicht ….

Anja Gmeinwieser – Wir Königinnen, S. 67 f.

Und so stürmen die Gedanken und Eindrücke auf die Erzählerin ein, während die beiden Frauen mit dem Transporter Kilometer um Kilometer fressen und sich dabei langsam näherkommen. Doch kann eine Geschichte, die so stürmisch begann, auch ein gutes Ende finden?

Rastlosigkeit allerorten

Anja Gmeinwiesers Debüt erzählt von der Rastlosigkeit, die auf den Straßen Europas herrscht und vor allem von der Rastlosigkeit, die im Inneren ihrer Heldin herrscht. Sich verständlich machen und dem Gegenüber mitteilen, das ist eine Fertigkeit, die die beiden Frauen erst langsam erlernen müssen.

Zwischen Google Translator, Pidgin-Englisch, leidenden Kühen im Laster und dem Rückzug ins Innere changiert das Miteinander der beiden Frauen, das zugleich auch zwei unangepasste Frauen zeigt, die sich ihren Platz im Leben erobern mussten oder es gerade tun.

Mit einer vorwärtsdrängenden, tastenden Sprache gibt Gmeinwieser der Unsicherheit Raum und zeigt, wie die Frauen zwischen Liebesbedürfnis und Sorge für die Kühe im Hinteren des LKWs changieren, sich gegenseitig mitteilen wollen und dann doch wieder Distanz benötigen. Bezeichnend auch das Finale des Romans im großen Dazwischen, als der Viehtransporter dann zusammen mit vielen anderen LKWs vor der türkischen Grenze im Nirgendwo ausharren muss, ehe die Einreise in das Land erlaubt wird. Damit lässt sich auch dieser Teil der Reise als Metapher für das zu findende Miteinander der Frauen gelesen werden.
Es ist vieles Dazwischen und Ungefähr in diesem Roman, dessen Sprache ebenso ruppig wie der ungeplante Roadtrip selbst ist.

Fazit

Mag die gezeichnete Kuh auf dem salbeifarbenen Cover auch den Eindruck von Niedlichkeit vermitteln, so umfährt Anja Gmeinwieser diesen Eindruck im Inneren großräumig. Was verbindet uns, wie können wir uns anderen öffnen und mitteilen — und will man das immer? Wir Königinnen ist ein überraschend herber und sprachlich besonderer Roman, mit dem Anja Gmeinwieser hier die literarische Bühne betritt.


  • Anja Gmeinwieser – Wir Königinnen
  • ISBN 978-3-8270-1528-0 (Berlin Verlag)
  • 219 Seiten. Preis: 24,00 €

Alice Brito – Die Frauen der Fonte Nova

Vom ersten Weltkrieg bis hinein in die Diktaturjahre unter Salazar führt der erzählerische Bogen in Alice Britos wahrlich herausforderndem Roman Die Frauen der Fonte Nova, in dem sie vom Wandel des Landes erzählt, der auch vor den Frauen in ihrem Roman nicht Halt macht.


Literatur aus Portugal ist hierzulande spärlich gesät. Umso löblicher der Ansatz des unabhängigen Weidle-Verlags, der sich seit zwei Jahren als Imprint unter dem Dach des Göttinger Wallstein-Verlags befindet und sich seit jeher für die „kleinen“ Sprachen starkmacht.

Mit Die Frauen der Fonte Nova liegt nun ein Roman aus dem Jahr 2012 vor, den der Übersetzer Markus Sahr aus dem Portugiesischen übertrug. Das ist keine leichte Aufgabe, denn neben vielen Anspielungen auf die portugiesische Kultur- und Politikgeschichte, die immer wieder in Fußnoten erklärt werden, ist es vor allem der langsame sprachliche Wandel, der Alice Britos Buch auszeichnet und der in der übersetzerischen Nachzeichnung gewiss keine leichte Aufgabe gewesen sein dürfte.

Leben im Schatten der Konservenfabrik

Angesiedelt ist ihr Roman im südöstlich von Lissabon gelegenen Setúbal, in dem Alice Brito auch geboren ist. Dort erzählt sie vom Wandel, der die Stadt in den 1930er Jahren bis hinein in die 60er Jahre des Jahrhunderts erfasste.

Im Schatten der Konservenfabrik, in der der Fisch aus dem Meer vor den Toren der Stadt verarbeitet wird, verfolgt der Roman das Schicksal einiger Frauen, darunter das von Arminda und Maria João. Vor allem letztere wird zu einem Fixstern des Romans, deren Leben ebenso wechselvoll verläuft, wie es für die Geschichte Portugals im 20. Jahrhundert gilt.

Während sie erst die wenig freudvolle und erst recht finanziell äußerst karge Ehe mit einem Kohlehändler führt, entdeckt sie nach dessen Tod die von ihm gehorteten Reichtümer, die sie zu einer gefragten Geldverleiherin des Viertels rund um das Fonte Nova-Viertel in Setúbal machen.
Doch auch der materielle Wohlstand und der gesellschaftliche Aufstieg können Maria João nicht vor privatem Unglück schützen, als sich nämlich ihr Sohn dem Kampf gegen die Diktatur António de Oliveira Salazars anschließt und so auf die Fahndungsliste der geheimen Staatspolizei PIDE gerät….

Eine literarische Herausforderung

Alice Brito - Die Frauen  von der Fonte Nova (Cover)

Die Frauen der Fonte Nova ist ein Roman, der literarisch herausfordert. Immer wieder springt Alice Brito von Figur zu Figur und erzählt sich mäandernd durch die gut dreißig Jahre der Handlung (der leider ein Personenregister fehlt, das den Überblick über die Figuren erleichtert hätte).
Dazu hat sie einen zweiten Erzähler in den Text geschaltet, dessen Identität sich erst spät am Ende des Romans klären wird und der sich immer wieder kommentierend in das Erzählen einmischt. Mal sind es Fragen, mal Stellungnahmen und einmal ist es sogar eine sehr komische Anekdote, die dieser zweite Erzähler seitenweise ausbreitet.

Neben diesem Kommentar aus dem Off sind auch die wechselnden Erzählregister ein Merkmal von Die Frauen der Fonte Nova.

So beginnt alles zunächst in einem hohen Ton, der die Romantradition des Realismus aufgreift und der viel Platz für Nebensächlichkeiten findet und diese ausführliche zelebriert, hier beispielsweise die Feinheiten der Inneneinrichtung, die Alice Brito wie folgt beschreibt.

Sie sah ihre Winkel, die schmaleren und breiteren Flächen, den Einfall des Lichts, die Dringlichkeit eines Möbelstücks hier, die notwendige Entfernung eines anderen dort.
José bekam nicht einmal den Mund auf, fasziniert von diesem feinen Urteil, dem guten Geschmack und der genauen Vorstellung, und bildete sich so selbst, denn er hatte nichts Linkisches. Er machte nicht einmal Vorschläge, stimmte nur zu, als hätte er ihr eine Generalvollmacht gegeben mit allen Befugnissen, ein unwiderrufliches Mandat.
Palmira gelang so eine bezaubernd schlichte Atmosphäre, ohne neureichen Protz und Firlefanz, das Silber in der Anrichte ließ sich nur ahnen, das Leinen zeigte sich mit der Großzügigkeit, wie sie edlen und natürlichen Rohstoffen eigen ist, in sorgfältig gebügelten Deckchen eines reinen Weiß. Subtil natürlich, natürlich, braucht man es nicht zu unterstreichen

Alice Brito – Die Frauen der Fonte Nova, S. 76

Ein Wandel im Erzählton

Solche Gemächlichkeit herrscht aber nicht überall im 445 Seiten langen Text. Später kehrt sich der Ton mit dem Erstarken der Diktatur und der erfahrenen Gewalt hin zu einem mündlichen, hektischeren und manchmal fast derben Stil. Da fallen dann schon einmal Sätze wie „Der Teufel sollte alle holen, die ihren Arsch nicht vom Sofa hochbekamen, wenn sie da war. (S. 292) oder „Irgendwann kapierte der Bruder, dass die Tochter krank war. Doch er sei da ganz gelassen, sagte er. Die Mama, die Patentante, werde das schon wieder richten. (S. 317).

Hier wird also auch literarisch der Wandel nachgezeichnet, den die Frauen am eigenen Leib erfahren und der das ganze Land erfasst.
Leider ist das nicht an allen Stellen nur subtil gestaltet. In einigen Passagen fällt der literarische Überschwang besonders ins Auge, wenn sich Alice Brito in ihren Satzkonstruktionen verliert und dabei unklaren Bezüge und schiefe Metaphern produziert, die leider auch Ergebnis ihres Erzählstils sind.

Er begegnete ihr oder führte scheinbar zufällige Treffen herbei, wenn wieder zwei oder drei Tage vergangen waren. Die Fangschlingen des Lichts um fünf Uhr nachmittags, wenn die Umrisse ganz deutlich wurden, und, befriedet vor Beginn der Dämmerung, wie geflügelt zu sein schienen, übten auf José keinen wohltuenden, beruhigenden Einfluss aus, man wurde in diesen Augenblicken von Licht nahezu übersprüht, doch er wollte sie sehen, berühren, ihr sagen, komm mit, schnell.

Alice Brito – Die Frauen der Fonte Nova, S. 270

Schiefe Metaphern und unklare Bezüge

Was sind die Fangschlingen des Lichts, wie können diese geflügelt sein und einen beruhigenden Einfluss ausüben, wenn das Licht zugleich übersprüht und die Dämmerung Einzug hält? Immer wieder lassen solche Passagen stutzen und werden trotz mehrfacher Lektüre nicht ganz klar. Auch hinterlassen schiefe Metaphern wie die Folgende mehr Fragen als Antworten:

Die starken Gefühle wurden in diesem Raum eines Zusammenseins zu dritt vom Filter der Vernunft untersagt, besser besagt, von der eingeforderten Loyalität. Schlimm wird es, wenn er Filter reißt.

Alice Brito – Die Frauen der Fonte Nova, S. 223

Ein Raum mit einem Filter der Vernunft, der etwas untersagen und reißen kann? Zumindest ich kann mir unter solchen Bildern recht wenig vorstellen, was den Lesefluss von Britos Roman leider ein ums andere Mal hemmte.

Fazit

So leidet Die Frauen der Fonte Nova unter der literarischen Ambition von Alice Brito, der ihre Geschichte leider des Öfteren behindert, statt sie zu vorwärts zu tragen.
Erinnert ihr Roman thematisch unter anderem an die Erzählung La Storia von Elsa Morante, so fehlt dem Buch doch der erzählerische Zug und eine gewisse Ordnung, die eine Übersicht über die Geschichte ermöglicht, wie sie beispielsweise die schon zitierte Elsa Morante bietet.

Vieles geht durcheinander in diesem ausnehmend schön gestalteten Buch des Weidle-Verlags, das trotz seines vielversprechenden Inhalts und der sprachlichen Registerwechsel den Leser nach der Lektüre leider etwas unbefriedigt zurücklässt.


  • Alice Brito – Die Frauen von der Fonte Nova
  • Aus dem Portugiesischen von Markus Sahr
  • ISBN 978-3-8353-7600-7 (Weidle)
  • 445 Seiten. Preis: 26,00 €

Louise Kennedy – Das Ende der Welt ist eine Sackgasse

Gute Laune bescheren sie nicht unbedingt, die Kurzgeschichten von Louise Kennedy, die der Band mit dem Namen Das Ende der Welt ist eine Sackgasse versammelt. In Sackgassen finden sich viele von Kennedys Figuren wieder, Hoffnung und Zuversicht sind rar gesät. Es sind Geschichten, die einen Blick in ein Irland abseits von Grüner Insel-Romantik geben.


Vor zwei Jahren erschien mit Übertretung der fabelhafte Debütroman der irischen Autorin Louise Kennedy. Darin erzählte sie von mannigfaltigen Übertretungen, die das Leben der jungen Cushla Lavery kennzeichneten. Ihre Affäre mit einem deutlich älteren, protestantischen Anwalt und ihr Einsatz für einen Schüler weit über das übliche Engagement hinaus brachten der Lehrerin viele Probleme ein, was Louise Kennedy vor dem Hintergrund der irischen Troubles zur Hochzeit der 70er Jahre schilderte.

Schon damals war gute Laune nicht unbedingt das Motiv, das sich durch ihren Roman als erzählerisches Programm zog. Zumeist war die Lebenswelt von Kennedys Figuren grau, gewaltgesättigt und wenig hoffnungsstiftend. Ebenjenen tristen bis düsteren Realismus findet man nun auch in den Geschichten, die Das Ende der Welt ist eine Sackgasse versammelt.

Bonjour Tristesse

Louise Kennedy - Das Ende der Welt ist eine Sackgasse (Cover)

Fast immer gilt das Motto Bonjour Tristesse, wenn man mit Louise Kennedy in die kurzen Ausschnitte aus dem Leben ihrer Figuren hineinblickt. Da ist eine Frau in der titelgebenden Geschichte, die den Auftakt des Erzählungsbandes bildet. Von ihrem Mann verlassen sitzt die Frau auf Schulden und in der trostlosen Siedlung aus leerstehenden Häuser, wo sich nur mal der Esel eines benachbarten Bauern in eines der Musterhäuser verirrt. Eine trostlose Affäre mit diesem Bauern, Drogen, trostloser Sex – und dann wieder Bonjour Tristesse. Willkommen in der Welt von Kennedys Figuren.

Dominante und herrische Männer, deprimierte Frauen – und wenn eine Geschichte mal aus dem auf Irland zentrierten Schema ausbricht wie in der Erzählung Hinter Karthago, in der zwei Freundinnen eigentlich in einem warmen Ferienort wie Ägypten reisen wollten, dann aber nur in einer seelenlosen, grauen Betonbunkeranlage in Tunesien abseits der Saison landen, wo sich so gar nichts einstellen mag von der erhofften Exotik und Ablenkung. Stattdessen ruft der Besuch bei einer der beiden Frauen Erinnerungen an ihre Brustamputation wach und vereint die beiden Frauen in der Tristesse, von der sie sich trotz aller ostentativ zur Schau getragenen Lust auf Ablenkung und Urlaub nicht freimachen können

Auch Gewalt spielt eine Rolle, mal deutlicher etwa in der stark mit Farben arbeitenden Erzählung Im Gegenlicht, in der der Bruder einer Kosmetikerin im Zuge des Nordirlandkonflikts getötet wird, mal subtiler, als die Suche und der ausstehende Fund einer Leiche eine zentrale Bedeutung spielt (Schongebiet).

Weibliche Perspektiven

Mit ihren überwiegend aus weiblicher Perspektive geschilderten Geschichten liest sich Louise Kennedys Kurzgeschichtenband fast wie ein Gegenentwurf zu Zach Williams´ ebenfalls in diesem Jahr erschienenen Kurzgeschichten, die allein um Männer kreisten.

Louise Kennedy hingegen erkundet jene Schattierungen von Weiblichkeit, die in der Literatur sonst eher ausgespart werden. Neben den Gewalterfahrungen sind es auch die Erfahrung von Untreue und Betrug, denen sich Kennedys Figuren immer wieder ausgesetzt sehen. Erlebte Abtreibungen, Vergewaltigungen oder der Rückzug von Männern aus der erzieherischen Verantwortung – am eindrucksvollsten mündet letzterer Aspekt in der Erzählung Brüchiges, in der Ciara an ihrer Rolle als Mutter des in seiner Entwicklung zurückgebliebenen Ferdia verzweifelt und dennoch zumindest die Fassade eines Familienidyll aufrecht erhalten will.

Junge Figuren wie der Cian, der mit seinen Händen bei Heilungen helfen soll oder die aus Nordirland stammende Róisín, deren Alltag durch die Ankunft eines neuen Paares aus England auf den Kopf gestellt wird (Belladonna), sie alle ergeben einen Erzählreigen, der auf die Brüche und Abgründe blickt, Irland Noir gewissermaßen.

Fazit

Genau beobachtet und eingefangen (so treffend wie konkret etwa die Wahl des Begriffs des Malzgeruchs, der die Atmosphäre eines ungelüfteten Schlafzimmers nach einer Nacht beschreibt) räumt Louise Kennedy in Das Ende der Welt ist eine Sackgasse all dem einen Platz ein, für das sich die romantisierende Literatur über Irland nicht immer interessiert. Drogen, lieblose Beziehungen, Konflikte mit Rollenerwartungen mit Platz auch für Abgründiges, gehalten in Moll, das kennzeichnet diese Geschichten, die die Erwartungen jener in eine Sackgasse führen dürfte, die „einfach mal etwas Schönes“ lesen wollen.

Alle anderen, die einen Blick auf sonst eher ausgesparte Themen werfen möchten, die weibliche Perspektiven und Literatur mit genauem und unbestechlichem Blick schätzen, die dürften wie schon mit Übertretung auch mit dem erneut von Claudia Glenewinkel und Hans-Christian Oeser übersetzten Das Ende der Welt ist eine Sackgasse glücklich werden


  • Louise Kennedy – Das Ende der Welt ist eine Sackgasse
  • Deutsch von Claudia Glenewinkel und Hans-Christian Oeser
  • ISBN 978-3-96999-458-0 (Steidl)
  • 256 Seiten. Preis: 25,00 €

Anna Prizkau – Frauen im Sanatorium

Wenn es eine auffällige Häufungen eines speziellen Schauplatzes in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur in diesem Frühjahr und Sommer gibt, dann ist es der der Psychiatrie.
Nach Svealena Kutschke und kurz vor dem Erscheinen von Leon Englers Debüt Botanik des Wahnsinns schickt auch Anna Prizkau ihre Heldin Anna in ein Sanatorium in psychiatrische Behandlung. Dort trifft sie auf eine ganze Gruppe von Frauen im Sanatorium, die allesamt von ganz eigenen Dämonen heimgesucht werden.


Weckt der Name des Sanatoriums auch unweigerlich Erinnerungen an Thomas Manns Der Zauberberg, so hat die Hans-Lewitt-Klinik in Anna Prizkaus Romans herzlich wenig mit Davos, Lungenkranken und Entschleunigung zu tun. Vielmehr versammeln sich dort eine ganze Riege an Figuren, die allesamt mit eigenen Dämonen zu kämpfen haben.

Frauen im Sanatorium, Schicksale im Blick

Anna Prizkau - Frauen im Sanatorium (Cover)

Da ist Elif, deren Verlobter Baschir nicht mehr ist und die sich trotzdem nicht von der Arbeit im familiären Feinkostladen vor einem Kaufland abhalten lassen wollte, bis sie nun in der Klinik gelandet ist. Die Exhibitionistin Veronika, die als Rettungssanitäter in der Nacht auf der Wache so lange die Kleidung fallen ließ, bis es zu einem Gespräch mit den Vorgesetzten kam. Marija, die in jeder Therapiesitzung durch ungezügelte Ich-Bezogenheit auffällt – oder eine Gruppe von sieben Soldaten, deren Gravitationszentrum und Anführerin Katharina ist, die nicht nur in Sachen Alkoholkonsum die Patienten der Klinik zu Hochleistungen anstacheln will.

Vor allem ist da aber die Erzählerin Anna, aus deren Augen wir auf die Figuren in der Klinik blicken und die regelmäßig im angeschlossenen Park die Flamingos aufsucht, wo sie einem von ihr auf den Namen Pepik getauften Flamingo ihre Sorgen und Nöte anvertraut. Die Flucht ihrer Familie nach Deutschland, ihr Schicksal, das sie ins Sanatorium gebracht hat, die Sitzungen bei Doktor „Ich verstehe“ Fauner, all das vertraut sie Pepik und uns als Lesenden an.

Über alle Porträts und Schilderungen hinweg bleibt dabei immer ein Zweifel ob der Verlässlichkeit von Anna als Erzählerin. Was stimmt, was ist ausgedacht? Diese Frage steht hinter vielen Lebensgeschichten, besonders der von Elif, die sie in Heften niedergeschrieben hat und die Anna immer wieder liest und auf Ungereimtheiten stößt. Aber auch hinter die Wahrhaftigkeit der Erzählerin Anna, die wie einst wie ihre Schöpferin Anna Prizkau aus Russland nach Deutschland migrierte, gilt es Fragezeichen zu setzen.

Unzuverlässigkeit aller Figuren

Frauen im Sanatorium ist ein geschmeidig erzählter Roman, dessen Gravitationszentrum die Figuren und ihr Miteinander im Sanatorium sind. So begehrt Anna Mitpatient David und entwickelt eine Abhängigkeit zu diesem. Aber auch durch die neu zur Gruppe hinzugestoßenen Soldaten wird die Patientin auf eine ungute Bahn gelenkt. Immer wieder unterbrechen Vignetten über die Schicksale der Figuren den Fluss und machen so auch die Unrast und Unzuverlässigkeit der Figuren klar.

Nun steht Prizkaus Werk aber wie eingangs schon erwähnt in einer ganzen Riege weiterer Romane mit dem Handlungsort Psychiatrie – und muss sich so auch dem Vergleich mit diesen Romanen stellen. Besonders dem Vergleich mit dem über hundert Jahre ausgreifenden und auf Personal wie Patienten gleichermaßen blickenden Gespensterfische von Svealena Kutschke hält Frauen im Sanatorium leider nicht ganz stand.

Obgleich deutlich gefälliger erzählt als Kutschkes anspruchsvolle impressionistische Prosa geht das zu Lasten der Intensität und Figurengestaltung. Bei Anna Prizkau sind es eher Typen oder lebende Krankheitsgeschichten, deren Leid sie beschreibt, aber nicht ganz in die wirkliche Tiefe ihrer Figuren vordingen kann, dazu ist der Blick der Erzählerin Anna zu unsicher

So kennzeichnet eine stets über dem Text schwebende Unzuverlässigkeit das Geschehen in der Hans Lewitt-Klinik, darunter leidet aber auch die Übersichtlichkeit. Wenn alle lügen oder sich die Wahrheit verbiegen, wem kann man da noch trauen? Frauen im Sanatorium ist in dieser Hinsicht ein wilder Ritt, um sich von den Figuren nicht verführen zu lassen, um wenigstens die Ahnung von Übersicht und Zuverlässigkeit zu bewahren. Wie es sich als Patient in so einem Haus anfühlen mag, aus Prizkaus erzählerischem Schütteln der Realität lässt es sich erfahren.

Fazit

Wer sich also von einem gut geschriebenen, gefällig geschilderten Roman wieder einmal an die Hand nehmen lassen will, um kurz darauf von dieser Hand in ein unübersichtliches Feld aus möglichen Wahrheiten geschubst zu werden, der greife gerne zu Anna Prizkaus Roman. Weniger anspruchsvoll als Svealena Kutschke richtet sich Frauen im Sanatorium an eine breitere Leserschaft, deren Sympathie zu Figuren und Vertrauen zu ebenjenen von ihr auf eine Probe gestellt wird, denn: we’re all a bit mad here.


  • Anna Prizkau – Frauen im Sanatorium
  • ISBN 978-3-498-00732-4 (Rowohlt Hundert Augen)
  • 299 Seiten. Preis: 24,00 €

Bernardine Evaristo – Mädchen, Frau etc.

Einen ganzen Teppich aus Frauenleben webt die britische Autorin Bernardine Evaristo in ihrem Roman Mädchen, Frau etc.. Mit diesem Bogen an weiblichem, schwarzem Leben gelang der Autorin im Jahr 2019 eine Sensation: nach genau fünfzig Jahren seit Bestehen des Preises errang mit Bernardine Evaristo erstmals eine schwarze Frau diesen Preis. Nicht nur angesichts ihres Themas eine mehr als fällige Entscheidung – die im Lichte unserer Tage besehen auch zeigt, wie schnell sich der Zeitgeist wieder wandeln kann.


So viel (schwarzes) Frauenleben in einem Buch ist selten. Jedes der ersten vier Kapitel von Bernardine Evaristos Buch stellt drei ganz unterschiedliche Frauenleben vor, ehe im fünften Kapitel dann viele der vorgestellten Frauen auf der Premierenparty zum neuen Stück der Theatermacherin Amma im National Theatre in London zusammenfinden.

Es ist ein großer Bogen oder besser ein literarischer Teppich aus Leben und Schicksalen, den Evaristo in ihrem Roman knüpft. Da ist die schon erwähnte Amma, die als schwarze, lesbische Künstlerin zunächst gegen das althergebrachte System revoltierte. Sie „schleuderte als Rebellin Handgraten auf das Establishment, das sie ausschloss“ (S. 12), hat jetzt aber doch den Weg in die Institutionen angetreten. Als gefeierte Regisseurin aus dem Off reüssiert sie auf der größten Theaterbühne des Landes, wo sie ihr Stück Die letzte Amazone von Dahomey inszeniert.

Weiter geht es dann mit Ammas Tochter Yazz; darauf folgen weitere Frauen wie die im Laufe ihres Lebens zunehmend desillusionierte Lehrerin Shirley, die aus Nigeria stammende Akademikerin Bummi, die sich in London trotzdem als Putzfrau durchschlagen muss oder deren Tochter, deren Leben dann wiederum Berührungspunkte mit der Lehrerin Shirley aufweist.

Ein erzählerischer Teppich schwarzer Frauenleben

Bernardine Evaristo - Mädchen, Frau, etc. (Cover der Büchergilde-Ausgabe)

Immer wieder gibt es kleine Querverweise, berühren sich Leben, gibt es Überschneidungen der Lebensthemen, denen sich die Frauen gegenüber sehen. Dabei ist es die Unterschiedlichkeit, die ihre schwarzen Frauen ein. Mögen sie auch höher oder tiefer auf der gesellschaftlichen Leiter stehen, mögen sie scheinbar aller materiellen Sorgen enthoben sein oder sich genau damit herumschlagen. Es sind doch Fragen der Perspektivlosigkeit, des Rassismus und der Aussicht auf gesellschaftlichen Aufstieg, der über Generationen hinweg die Frauen vor Herausforderungen stellt.

Ausgreifend bis ins 19. Jahrhundert hinein ist Mädchen, Frau etc. das Manifest weiblicher Widerstandskraft und zeigt den vielgestaltigen Kampf um Selbstbehauptung für Evaristos Frauen.

Ebenso vielgestaltig, was Frauenleben und Themen anbelangt, ist auch Bernardine Evaristos Sprache. Die Professorin für Kreatives Schreiben wählt einen schnellen, manchmal fast nur angerissenen Stil, der sich gar nicht erst mit so etwas wie Zeichensetzung und eigentlich grammatikalisch gebotener Großschreibung innerhalb eines Satzes aufhält.

Rhythmisiert und vorwärtsdrängend ist ihr Stil, den Tanja Handels wunderbar ins Deutsche übertragen hat. Schnell hat man sich eingewöhnt in diese Erzählweise, die auch mit Rückblenden arbeitet und in manchen Passagen an ein Langgedicht erinnert.

Gewinner des Booker Prize 2019

Evaristos Sprache und der so vielstimmige Blick von schwarzen Frauen auf ihr Leben in Großbritannien fügt der britischen Literaturgeschichte eine notwendige und aufschlussreiche Perspektive hinzu. Insofern ist die Auszeichnung mit dem Booker Prize mehr als gerechtfertigt, den Evaristo im Jahr 2019 zusammen mit Margaret Atwoods Die Zeuginnen erhielt.

Nun, sechs Jahre später, lässt sich konstatieren, dass Evaristos Auszeichnung wirklich gerechtfertigt war und vielleicht auch nur die singuläre Zuerkennung des Preises verdient hätte. Atwoods Werk war ein solides, aber eben auch nur durchschnittlich erzähltes, am Actionerzählhandwerk aktueller Bücher orientiertes Sequel zu ihrer eigentlichen Großtat Der Report der Magd, das angesichts der zeitgeschichtlichen Entwicklungen seine ganze Prophetie und Klasse nach wie vor entfaltet, wohingegen das deutlich jüngere Werk der kanadischen Autorin dem Vergleich mit dem Vorgängerroman nicht Stand gehalten hat.

Doch der Blick zurück stellt nicht nur die wahre Klasse von Evaristos Werk und dessen Zeitlosigkeit in Sachen Themen und Erzählabsichten unter Beweis. Vor allem ist das Buch – so paradox es klingen mag -aufgrund dieser Zeitlosigkeit in gleichem Maße auch eine Kenngröße für die Zeit, die seit der Auszeichnung des Buchs verstrichen ist.

Zeitgeist im Wandel

Denn besieht man sich Bernardine Evaristos Sieg mit Mädchen, Frau etc. vor sechs Jahren, so muss man auch unweigerlich feststellen, wie sehr sich der Zeitgeist seit jenen Tagen gedreht hat. Jener Sieg zeigt deutlich, welcher Backlash in Sachen marginalisierter Perspektive, LGBTQI+ und der gesellschaftlichen Stellung der Frau in der Zeit von 2019 bis heute im Jahr 2025 stattgefunden hat.

War die Auszeichnung des Buchs im Jahr 2019 auch Ausdruck eines gestiegenen Bewusstseins für Diversität, Women of Color und bislang vernachlässigter Blickwinkel, so wäre eine Mehrheitsentscheidung für Evaristos Buch in diesen Tagen nicht mehr ohne Weiteres denkbar, davon bin ich überzeugt.

In aktuell tonangebenden Kreisen würde Mädchen, Frau etc. schnell als „identitätspolitisch“ oder gleich stumpf als „woke“ verunglimpft werden (was es natürlich im besten Sinne auch ist). In Zeiten, in denen diese Begriffe als Schimpfworte geführt werden, Firmen in atemberaubenden Tempo ihre Programme zur Förderung von Vielfalt und benachteiligten Personen einkassieren und die „starken“ Männer wieder den Ton angeben, dürfte schon alleine die Widmung des Buchs das Gemüt manch rechtsreaktionären Geistes erheblich zum Kochen bringen. Denn da heißt es:

Für die Schwestern, Sisters & Sistas & Sistahs & Sistren & die Frauen, Women & Womxn & Wimmin & Womyn & unseren Männern, Men & Mandem & die LGBTQI*-Mitglieder unserer Menschenfamilie

Widmung von Bernardine Evaristo – Mädchen, Frau, etc.

Notwendige Lektüre – gerade jetzt

Vor sechs Jahren sprach aus dieser Widmung ein fortschrittlicher Geistes, der ebenso in sprachlichen Experimenten eines Gendersterns oder der Einführung von Sensitivity Readers einen Ausdruck fand. Das Bemühen um den Einschluss von Menschen in ihrer ganzen Vielfalt und die Ermöglichung und Sichtbarmachung von mehr Pluralität in Gesellschaft und Sprache war an vielen Stellen zu greifen.

Davon ist nicht mehr viel übrig. Die über die Jahre mühevoll vorangedrehten Uhren des gesellschaftlichen Fortschritts werden in Rekordtempo zurückgestellt. Die USA als Taktgeber der „antiwoken“ Revolution kassieren erkämpfte Rechte für Trans*-Menschen ein, lassen per Geschlechtseintrag nur noch zwei Geschlechter zu (wie unsinnig dies ist zeigt schon alleine das Buchkapitel Megan/Morgan), unterstützen die Entfernung tausender Bücher aus Schulbibliotheken (darunter das eben schon erwähnte Der Report der Magd von Margaret Atwood, aber auch die Aussonderung von Evaristos Buch ist bestimmt nur eine Frage der Zeit)

Dabei zeigt doch Bernardine Evaristo mit ihrer lässig erzählten Geschichte, wie bedeutend gerade für Menschen, die außerhalb der weißen Mehrheitsgesellschaft stehen, die Sichtbarkeit in Gesellschaft und damit auch in der Literatur ist.

Natürlich ist auch manch linker Furor in Sachen Identitätspolitik zu kritisieren und auch das Buch meint es vielleicht an der ein oder anderen Stelle zu gut damit. Aber, und das ist das Entscheidende: Mädchen, Frau etc. schafft Bewusstsein für die Bedeutung dieses Fortschritts und der Notwendigkeit der gesellschaftlichen Veränderung, mit dem wir uns hinterfragen, uns auf unbekannte Schicksale und Perspektiven einlassen und im Dialog mit anderen Menschen den gesellschaftlichen Fortschritt vorantreiben. Das Buch atmetet diesen Geist, der in der Realität längst schon wieder verpufft zu sein scheint.

Fazit

Aber trotzdem – oder genau deswegen sind solche Bücher wie das von Bernardine Evaristo auch in reaktionären Zeiten so wichtig. Wir sehen, was auf dem Spiel steht, welche Fortschritte wir schon erlangt haben und was dieser Kampf auch für Menschen außerhalb der Mehrheitsordnung bedeutet. Allein schon deshalb lohnt die Lektüre von auch in diesen Tagen, schließlich ist Evaristos Werk eines, das weit über seine Zeit hinaus- und uns den Weg zu einer verständnisvolleren Gesellschaft weist.


  • Bernardine Evaristo – Mächen, Frau etc.
  • Aus dem Englischen von Tanja Handels
  • ISBN 978-3-608-50484-2 (Tropen)
  • Artikelnr. 172844 (Büchergilde Gutenberg)
  • 512 Seiten. Preis: 24,00 €