Tag Archives: Mord

Simone Buchholz – Mexikoring

Schon mal von Mhallamiye gehört? Höchstwahrscheinlich nicht, genauso wie die Staatsanwältin Chastity Riley aus Hamburg. Doch bekommt sie es bei ihrem mittlerweile achten Einsatz genau mit diesen Mhallamiye zu tun.


Des Rätsels Lösung lautet im Übrigen: eine Volksgruppe aus dem Gebiet zwischen südlicher Türkei und dem Nordosten Syriens. Dort nutzte man den Stamm der Mhallamiye als Söldner, die eine Bastion gegen die christlichen Jesiden bilden sollten.

Wir reden also genau genommen weder von kriminellen Clans noch von Mafia-Familien, sondern von uralten Stammesstrukturen, die über Jahrhunderte dafür bezahlt worden sind, alles außerhalb ihrer Struktur als feindlich wahrzunehmen. Vielleicht möchte jemand mitschreiben?

Buchholz, Simone: Mexikoring, S. 38

Ein Junge aus diesem Mhallamiye-Stamm wird nun zum Fall von Chastity Riley. Denn Nouri Saroukhan aus dem gleichnamigen Clan wird eines Morgens von der Feuerwehr aus einem brennenden Auto am Mexikoring gezogen. Zwar brennen in Hamburg immer mal wieder Autos, aber ein Mensch im Inneren eines solchen brennenden Gefährts, das ist doch etwas Neues.

Von der Alster an die Elbe

Und so beginnt Chastity als verantwortliche Staatsanwältin mit der Routine. Die Polizei ermittelt, sie begleitet die Kollegen und versucht hinter den Fall zu kommen. Denn eigentlich herrscht der Saroukhan-Clan, zu dem auch Nouri gehört, in Bremen. Doch wie kommt der Clan-Sohn nun von der Alster an die Elbe? Steht möglicherweise sogar ein neuer  Clan-Krieg in der Unterwelt Hamburgs bevor?

Besser man ist da auf der Hut, wie das Chastity Riley in Mexikoring fast mustergültig vormacht. Denn abgesehen von Abstürzen in Hamburger und Bremener Kneipen geht Chastitys Team allen verwertbaren Spuren nach. In Hamburg werden die Tatortspuren untersucht, in Bremen auf den Busch geklopft. Chastity befragt den Saroukhan-Clan und taucht in deren schwierige Parallelstrukturen ein. Dabei gibt es an der privaten Front für die Staatsanwältin auch noch genügend Probleme.

Chastity Riley ist diese eine Staatsanwältin, für die das Adjektiv cool erfunden wurde. Als Ich-Erzählerin ist man ganz nah dran an den Gedanken und Sprüchen der Juristin. Man schnodderig, mal böse, mal lakonisch, mal genervt – Chastity Riley ist ein Charakter, der wunderbar zur Hardboiled-Gesamtstruktur des kriminalliterarischen Werks von Simone Buchholz passt.

Simone Buchholz – Beste!

Wie diese Frau schreiben kann, das ist mehr als bemerkenswert. Ich persönlich vertrete ja die These, dass es in der deutschen Kriminalliteratur momentan keine Autorin gibt, die einen klareren und prägnanteren Sound besitzt, als Simone Buchholz.

Wie diese dem Leser die Sätze um die Ohren haut, markante Dialoge von größter Coolness produziert und neben all dem sprachlichen Feuerwerk auch den Plot ihres Buchs nicht vergisst, das ist mindestens ganz oberste Bundesliga (Witze über Hamburg, St. Pauli und der Bundesliga möge jeder bitte selbst je nach Geschmack hier einfügen).

Das Buch ist von der Grundanlage her wunderbar durchkomponiert, mal ist Mexikoring eine Prise Romeo und Julia, mal eine Dosis 4 Blocks – immer aber einhundert Prozent Simone Buchholz. Großartige deutsche Kriminalliteratur, von der es auf diesem Niveau nicht allzu viel gibt!

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Lutz/Wilhelm/Kellerhoff – Die Tote im Wannsee

Auch wenn man es beim Blick auf das Cover vermuten könnte – hinter Lutz Wilhelm Kellerhoff steckt kein neuer Autor, vielmehr sind es drei Männer, die diesen Krimi zusammen verfasst haben. Martin Lutz und Sven Felix Kellerhoff sind Journalisten und Autoren, die sich in ihren Bücher mit Themen aus der deutschen Geschichte auseinandersetzen.

Für ihren ersten Krimi haben sie sich mit Uwe Wilhelm zusammengetan, der Drehbuchautor und Krimischriftsteller ist (z.B. Die sieben Kreise der Hölle). Als Trio legen sie nun ihren ersten historischen Krimi um den jungen Kommissar Wolf Heller vor, dem noch weitere Bücher folgen sollen, wenn man den Verlagsankündigungen Glauben schenken darf.

Das Buch führt zurück in eines der richtungsweisenden Jahre, das die Bundesrepublik in ihrer jüngsten Geschichte erlebte. Die Rede ist vom legendären 1968. Studentenunruhen, gewaltsame Zusammenstöße auf den Straßen, Unter den Talaren, der Muff von tausend Jahren, Kommune 1. Bewegte Zeiten also, in denen Wolf Heller einen Fall lösen muss, der ihm die Verwerfungen des Jahres 1968 eindrücklich vor Augen führt.

Eine junge Frau wurde mit mehreren Messerstichen ermordet, ihre Leiche anschließend im Wannsee entsorgt. Die Identität scheint zunächst unklar, nur ein roter Schuh ist der Frau geblieben. Doch schon bald verbeißt sich Wolf Heller in eine Spur, die ihn direkt ins Vorzimmer der Kanzlei von Horst Mahler führt. Denn dort hat die junge Frau gearbeitet – doch gibt es eine Verbindung ins Kommunen-Milieu?

Die Tote vom Wannsee ist voll mit Farben und Gerüchen der damaligen Zeit. Lutz, Wilhelm und Kellerhoff erzählen in ihrem Roman nicht nur aus dem turbulenten Leben ihres Kommissars, sondern flechten weitere Erzählstränge in den Roman mit ein. So ist man auch in das Geschehen auf der Täter-Seite eingeweiht und bekommt zudem noch eine weibliche Erzählfigur, die sich im Studentenmilieu bewegt. So decken die drei Autoren auch gleich drei unterschiedliche Seiten des Falls und darüber hinausgehend drei Blicke auf das Jahr 1968 ab.

Sprachlich ist das Ganze solide gelöst, die Spannung entwickelt sich langsam und ist durchaus vorhanden, wenngleich das Buch nicht viel Neues bietet. Am Spannendsten sind die zeithistorischen Hintergründe (inklusive Verbindungen zwischen BRD und DDR zu der Zeit), die Die Tote vom Wannsee behandelt.

Ein solider Krimi mit tollen zeithistorischen Bezügen. Gerne empfohlen, vor allem eingedenk der Tatsache, dass sich die anderen Verlage in Sachen belletristischer Aufarbeitung von 1968 in diesem Jubiläumsjahr bislang vornehm zurückhalten.

 

[Titelbild: By Stiftung Haus der Geschichte – 2001_03_0275.0153, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=44807344]

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Jo Nesbo – Macbeth

So viel sei zunächst vorausgeschickt – nein, der neue Roman von Jo Nesbo ist kein Harry-Hole-Roman. Und auch ein wirklicher Thriller ist das Buch nicht – vielmehr entstand das Buch im Rahmen des Hogarth-Shakespeare-Projekts, bei dem AutorInnen wie Anne Tyler oder Margaret Atwood sich den klassischen Stücken Shakespeares annehmen. Anschließend schreiben sie auf Basis dieser Werke eigene Romane, die das Geschehen in die heutige Zeit transportieren sollen.

Macbeth von Jo Nesbo

Bislang las ich einen Beitrag aus der Reihe, nämlich Margaret Atwoods Hexensaat. Sie knüpfte sich darin Shakespeares The Tempest also Der Sturm vor, den sie kurzerhand in ein Gefängnis erlegte. Jo Nesbo bleibt in Macbeth Shakespeares Originalschauplatz in Schottland treu. Er siedelt seine Erzählung in einer anonymen Stadt an,die eigentlich auch Sin City sein könnte. Ständig nieselt es, alles liegt im Halsbschatten und das Verbrechen hat die Stadt fest im Griff.

Dem Verbrechen entgegen stellt sich Macbeth. Mit seinem mobilen Einsatzkommando lässt er Dealer hochgehen und sorgt für Gerechtigkeit. Allerdings ist er auch selbst eine sehr fragile Figur. Der frühere Drogenkonsum ist ein Menetekel und zudem steht er unter dem Einfluss seiner Lady. Diese ist eine Kasinobesitzerin und verfügt über ebensoviel Einfluss wie Machtwillen. Sie bestärkt Macbeth darin, für seine Karriere sprichwörtlich über Leichen zu gehen. Und wer eine Ahnung vom Original Shakespeares hat, der weiß, wie das endet.

Nichts ist gewonnen, alles ist dahin, Stehn wir am Ziel mit unzufriednem Sinn.

3. Akt, 2. Szene / Lady Macbeth

Eine gelungene Neuinterpretation?

Konnte mich Nesbos Version des klassischen Shakespeare-Stoffs überzeugen? Leider nein. Trotz der immer wieder im Text verwendeten Zitate Shakespeares (ins Deutsche übertragen von André Mumot) und der schönen Grundidee – so wirklich lösen kann sich Nesbo zu keinem Zeitpunkt von seiner Vorlage. Seine Charaktere tragen alle die Originalnamen, der Plot ist eine 1:1-Kopie von Shakespeares Stück. Und leider – für mich der wichtigste Punkt: Jo Nesbo vermag es auch nicht, dem Stoff etwas Neues abzugewinnen. Alles wird einfach nacherzählt – bei Shakespeare sind es drei Hexen, die Macbeth ihre berühmte Prophezeihung überbringen. Bei Nesbo sind es drei Abgesandte des lokalen Drogendealers. König Duncan wird einfach zu einem Polizeichef, aber sogar der Tod erfolgt bei Nesbo noch per Dolch. Mal erscheint Macbeth der Geist Banquos auf dem Thron, bei Nesbo taucht dieser dann einfach in einem Ampellicht auf und verwirrt den Titelhelden. Um es kurz zu machen: Für mich las sich die Neuinterpretation einfach wie eine etwas fantasielose Kopie des großartigen Originals, die man einfach nur anders angestrichen hat, ohne zu sehen, ob die Fläche darunter auch eine Bearbeitung verdient hätte. Schade drum.

Fazit

Nesbo hat sich nicht freischwimmen können vom Übervorbild Shakespeare – man kann es ihm angesichts der Vorlage nicht wirklich verdenken. Überzeugen kann er so leider aber ebenfalls nicht. Ich warte lieber auf einen neuen Harry-Hole-Krimi vom Meister und lese den Macbeth dann im Original.

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Fernando Aramburu – Patria

Es sind die großen Fragen, die Fernando Aramburu in seinem gewichtigen Roman Patria verhandelt (Deutsch von Willi Zurbrüggen). Schuld und Sühne, Taten und Vergebung – all geschieht bei Aramburu auf der Folie des jahrzehntelang dauernden Kampfs der Basken um Selbstbestimmung. Die Grundlage seines Romans bilden dabei zwei Familien aus dem Baskenland, exemplarisch eine Opferfamilie auf der einen Seite und gegenüber eine, aus deren Kreis ein Urheber des ETA-Terrors stammt. Eine Familiensaga mit Terrorhintergrund sozusagen.

Vor Jahren wurde Txato, der Ehemann von Bittori, vor der eigenen Haustür erschossen. Schon länger zuvor wurde er anonym bedroht und fand sich inmitten einer Verleumdungskampagne wieder. Sein Reichtum als Unternehmer zog die Neider auf sich, die ETA erpresste Gelder von ihm, beschmierte das ganze Dorf mit Parolen und denunzierte ihn als Spitzel. Bittori konnte den Verlust ihres Mannes nie verarbeiten, zu den eigenen Kindern pflegt sie seit dem Mord ein distanziertes Verhältnis. Auch hat sie ihre Verbindungen zu Miren gekappt, einer alten Freundin aus Jugendtagen, deren Familien einst unzertrennlich waren. Doch nun beschließt sie, wieder in das Dorf zurückzuziehen, aus dem ihre Familie einst geflüchtet war.

Damit brechen alte Wunden auf. Erinnerungen an den Terror der ETA werden wieder zurück ans Tageslicht gespült – sowohl bei Bittori als auch bei Miren. Denn deren Sohn Joxe Maria sitzt schon jahrelang im Gefängnis, da er den bewaffneten Kampf der ETA um ein autonomes Baskenland unterstützte und dafür auch zu den Waffen griff. Aramburu beleuchtet nun Stück für Stück die Wahrheit über die damaligen Ereignisse, indem er sich den Mitgliedern in Mirens und Bittoris Familie annähert und in Rückblenden alle Geschehnisse aufdröselt. Immer wieder kehrt Bittori dabei an das Grab ihres ermordeten Gatten zurück und erzählt aus ihrem Leben, sodass wir als Leser einer Art Puzzle beiwohnen. Immer weiter fügen sich Teilchen von Vergangenem und Gegenwärtigem zusammen, bis schlussendlich ein Mosaik über Schuld, Sühne und Vergebung entsteht.

Die sich über mehrere Jahrzehnte erstreckende Familiensaga zeichnet dabei ein präzises Bild von der Unruhe, die das Baskenland im Zuge der Unabhängigkeitsbewegung erfasste. Auch wenn das Interesse und der Fokus auf diesem brutalen Konflikt schon wieder lang verschwunden ist – Aramburu schafft es, die Geschehnisse wieder ins Bewusstsein zu rufen und zu sensibilisieren (schließlich endete offiziell der bewaffnete Kampf der ETA erst im Jahr 2011 und hinterließ weit über 900 Opfer).

Sehr vielschichtig zeigt Aramburu in Patria , was hinter dem schlichten Wort des ETA-Terrors steckt. Eindringlich illustriert der Autor, wie sich Risse durch Gesellschaften, Familien und sogar einzelne Personen ziehen. Ein Buch der Fragilität und des Verlustes. Denn eigentlich kennt der Konflikt nur Verlierer, auf Seite der Opfer wie auch der Täter. Besonders deutlich wird das am Schicksal von Miren, die in einigen Passagen bitter konstatieren muss, dass es das Schicksal auch mit ihrer Familie nicht gut gemeint hat. Zu hoch ist der Preis, den auch sie für die Taten ihres Sohnes bezahlen musste.

Ganz groß ist dieser Roman auch in der Montage und darin, wie er seine Geschichte erzählt. Aramburu springt immer wieder von Figur zu Figur, um alle Familienmitglieders aus dem Bittori- und Miren-Clan für eine gewisse Spanne zu begleiten und auszuleuchten, ehe die nächsten Personen an der Reihe. Das ist geschickt gelöst und bringt viel Abwechslung in Aramburus Text – bei über 760 Seiten eine wirkliche Kunst, für die man dem Autor sehr dankbar ist.

Fazit

Fazit: IRA-Konflike oder ETA, bewaffnete Kämpfe mit dem Ziel der Abkapselung gab und gibt es viele, egal ob in Nordirland oder eben im Baskenland. Die Qualität von Aramburus Text besteht nun darin, von den bloßen Schlagzeilen auf das Leben und die Konsequenzen dahinter zu blicken. Gerade da seine Familien so nuanciert gezeichnet sind, gewinnt dieses Buch unglaublich an Tiefe und Intensität. Ein großer Wurf!

Verwiesen sei an dieser Stelle noch auf die hervorragende Beiträge der sachkundigen Isabella Caldart vom Blog Novellieren, die sich in mehreren Beiträgen der Geschichte des Baskenlandes und der baskischen Literatur im Allgemeinen widmet, sowie ein Glossar zum Roman liefert. Mehr als lesenswert und große Empfehlung!

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Anthony Horowitz – Die Morde von Pye Hall

Bei diesem Buch freut sich jeder Sparfuchs – denn statt einem Krimi erhält der Leser von Die Morde von Pye Hall gleich zwei Krimis in einem Buch. Da lohnt sich die Lektüre gleich doppelt!

Anthony Horowitz bleibt nach seinem Holmes-Pastiche Das Geheimnis des weißen Bandes und Der Fall Moriarty dem klassischen Krimi treu. Im Kern von Die Morde von Pye Hall steckt nämlich ein waschechter Landhauskrimi des fiktiven Bestsellerautoren Alan Conway. Dieser hat seinem Detektiv Atticus Pünd schon eine ganze Reihe von Fälle auf den Leib geschneidert. Auch der neueste Fall ist ganz althergebracht: Im verschlafenen Dörfchen Saxby-on-Avon ist die Haushälterin von Sir Magnus Pye umgekommen. Ein Mord, so mutmaßen einige, ein Unfall, so die offizielle Verlautbarung. Im Dörfchen schießen die Verdächtigungen schon ins Kraut – doch der weltberühmte Detektiv Atticus Pünd tritt erst auf den Plan, nachdem nun auch Sir Magnus Pye umgekommen ist. Denn die Todesart des Hausherren von Pye Hall ist mehr als spektakulär. Er wurde mit einem Schwert aus einer im Haus befindlichen Ritterrüstung geköpft. Wer hatte eine Motiv für den Mord an Pye? Und eventuell an dessen Haushälterin?

Über diese Frage grübelt auch Susan Ryeland, die Lektorin von Alan Conway. Denn dieser hat ein unvollständiges Manuskript abgeliefert. Dem schön gemütlichen cozy Krimi fehlt die Auflösung – das letzte und damit entscheidende Kapitel ist spurlos verschwunden. Sue macht sich an die Nachforschung, wo Conways Kapitel abgeblieben sein könnte. Doch mitten in ihre Nachforschungen hinein platzt eine Nachricht wie eine Bombe – Alan Conway ist tot, verstorben bei einem Unfall, wie es heißt. Bei Susan klingeln alle Alarmglocken – und plötzlich findet sie sich selbst in einem waschechten Krimi wieder. Was ist Wahrheit, was ist schriftstellerische Fiktion?

Mit Die Morde von Pye Hall hat Anthony Horowitz einen echten Meta-Krimi abgeliefert. Doppelbödig erzählt er zunächst einen klassischen Whodunnit-Landhauskrimi aus den 40er Jahren,  in den er raffiniert Falltüren einbaut. Denn die Nachforschungen Susans und die Handlung aus Die Morde von Pye Hall treten in Wechselwirkung. Aus dem Text extrahiert die Lektorin immer wieder neue Erkenntnisse, muss selbst wie weiland Atticus Pünd die Alibis aller Verdächtiger überprüfen und damit zum weiblichen Gegenstück des Gentleman-Detektivs werden.

Horowitz Buch ist eine gelungene Verbeugung vor dem Whodunnit, wie ihn Agatha Christie und Arthur Conan Doyle großgemacht haben – und bietet mit zahreichen Anspielungen und Verweisen allen Krimifans großes Rätselvergnügen. Dass Horowitz unter anderem Drehbücher für die britische Serie Inspector Barnaby geschrieben hat, das merkt man Conways Buch im Mittelpunkt des Buchs immer wieder an. Ein aus der Zeit gefallenes und trotzdem durch die Meta-Ebene sehr aktuelles Buch.

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