Leh-Wei Liao – Glaszeit

Das nennt man wohl Einstand nach Maß. Mit ihrem Debütroman Glaszeit gelingt der Autorin Leh-Wei Liao gleich einmal der Sprung auf die Nominierungsliste des Bayerischen wie auch des Deutschen Buchpreises.
Sie erzählt darin die Geschichte der Ärztin Novana, die nach in Taipei praktiziert, von ihrem Aufwachsen in Köln und von dem schwierigen Verhältnis zu ihrer Mutter, einer vielbeachteten Künstlerin.


Just in einer unterirdischen Mall begegnet die Ärztin Novana auf den ersten Seiten von Leh Wei Liaos Roman Glaszeit ihrer Mutter. Es ist aber keine persönliche Begegnung im hektischen Gedränge, vielmehr entdeckt sie ihre Mutter auf einem Werbedisplay.

Als ich M. an einem lauen Februarabend in der unterirdischen Taipei Mall sehe, erkenne ich sie nicht sofort. Es gibt eine Latenzzeit von mehreren Sekunden. Ihr Körper erscheint vor mir, überlebensgroß und hell erleuchtet.
Es gibt keinen Grund, stehen zu bleiben.
Menschen drängen sich um mich herum. Glänzende Regencapes und tropfende Schirme. Ränder aus Wasser und Schmutz auf den glatten Bodenkacheln, das halbe Profil einer Sohle.
Qīn’ài de bǎobèi.
Eine Handvoll Sekunden. Erinnerungen. Ich zögere. Ich könnte einfach weitergehen, immer weiter den langen Gängen folgen, vorbei am meterlangen Laternenfest-Mosaik, an Modegeschäften, Nintendo-Pop-up-Stores, Wahrsager:innen, Friseur:innen, Masseur:innen, Imbissen mit Beef Noodle Soup, Popcorn Chicken, frittierten Snacks, Currys, Egg Waffles, Tofupuddings, Bubbleteas, Taro Balls, Moon und Sun Cakes und Mochis. Durch hallengroße Bereiche, die die Passagen wie Marktplätze unterbrechen, etagenweise Rolltreppen, Hauptstraßen, Schluchten, Brücken. Irgendwann würden Berge kommen, und dahinter liegt das Meer.
Ich bleibe stehen.
Ein hochaufgelöstes, strahlendes Werbedisplay.

Leh-Wei Liao – Glaszeit, S. 7

Der Umstand, dass Novana vom Anblick ihrer Mutter völlig aus allen Routinen gerissen wird, erklärt sich neben dem ungewohnten Anblick auch durch Novanas Geschichte, die uns Leh-Wei Liao im Folgenden Stück für Stück präsentiert. Denn einst wuchs Novana bei der Familie eines Kindheitsfreundes in Köln auf, nachdem ihre Mutter sie als Kind in der Domstadt zurückgelassen hatte.

Sie, die von Novana nur als M. bezeichnet wird, ist eine radikale Performance-Künstlerin irgendwo zwischen Marina Abramovic und Florentina Holzinger, die dem künstlerischem Werk den Vorzug vor der gelebten Mutterschaft gegeben hat. So ist die Ankündigung zu einer neuen Kunstaktion auch sehr symbolisch zu sehen, bei der M. den eigenen Uterus präparieren und ausstellen will. Mein Uterus ist ein Objekt, das in meiner künstlerischen Praxis einen neuen Kontext finden muss, so drückt es die Aktionskünstlerin selbst aus.

Ein Neuanfang in Taipei

Leh-Wei Liao - Glaszeit (Cover)

Nun hat Novana wiederum fast alle Brücken hinter sich abgebrochen und hat im Heimatland ihrer Mutter den Neuanfang gewagt. In einem Krankenhaus in Taipei arbeitet sie nun auf einer Frühchenstation und betreut dort die kaum lebensfähigen Neugeborenen intensivmedizinisch.

In den wenigen Pausen, die ihr der herausfordernde Job lässt, durchstreift Novana Taipei, wagt sich auf Dates aus und hört in ihrer Freizeit ausgiebig einen Pädiatrie-Podcast zur Entspannung.

Neben allem ruhe- und ziellosen Treiben durch die Stadt gibt ihr der Job als Ärztin halt (ein Beruf, den Novana mit der Autorin Leh-Wei Liao teilt). Dementsprechend finden sich auch viele von medizinischer Fachsprache geprägte Passagen, die Novanas Kampf um das Überleben der Frühchen schildern.

Meirongs Eltern standen beide am Inkubator, als ich Blut abnehmen wollte. An ihrem Körper lagen ein Endotrachealtubus, ein Nabelvenenkatheter sowie Pulsoxymetrie- und EKG-Kabel an. 1515 g wog sie jetzt. Sie hatte ihr Gewicht geschafft und konnte nun doch an die ECMO angeschlossen werden.

Leh-Wei Liao – Glaszeit

Doch nicht nur die Medizin prägt das Leben von Novana und die Sprache des Buchs. Durch die erstarkende Beziehung zur Aktivistin Sihan findet auch eine politische Komponente in Glaszeit. Denn Sihan betätigt sich in der taiwanesischen Unabhängigkeitsbewegung und zieht dadurch auch Novana in den politischen Konflikt hinein, bei dem sich zeigt, dass nicht nur die Beziehung zu ihrer Mutter höchst Fragil ist, sondern auch auf westliche Partner, allen voran die USA, in diesen Zeiten auch kein Verlass mehr ist.

Eine Fülle von Themen

Glaszeit ist ein Roman voller Themen. Die taiwanesische Unabhängigkeitsbewegung, die Frage nach Mutterschaft in all ihren Facetten, die herausfordernde medizinische Arbeit, die immer wieder tief in Novanas Privatleben hineinstrahlt, dazu auch die Fragen nach den eigenen Beziehungen und dem sexuellen Mäandern zwischen Männern und Frauen, Leh-Wei Liao hat in diesem Debütroman wahrlich nicht an Themen gespart.

Ihr Roman fügt sich ein in eine ganze Riege von Mutter-Tochter-Beziehungsromanen, wie sie der deutsche Buchmarkt zuletzt in hoher Schlagzahl hervorbrachte, kann sich aber durch den Schauplatz und die genauen Schilderungen von Novanas Arbeitsleben und den politischen Hintergrund der Erzählung vom Gros anderer Romane abheben. Ob es zum Gewinn des Bayerischen Buchpreises reicht, nachdem Glaszeit bei der Erstellung der Shortlist des Deutschen Buchpreises keine Berücksichtigung mehr gefunden hat, vermag ich nicht zu sagen.

Ein Beweis, dass die deutschsprachige Gegenwartsliteratur mehr als nur Dorfromane und Autofiktion kann, ist Leh-Wei Liaos welthaltiges Debüt aber allemal!

Weitere Besprechungen zu Glaszeit finden sich unter anderem bei Kommunikatives Lesen und Lust auf Literatur.


  • Leh-Wei Liao – Glaszeit
  • ISBN 978-3-630-87839-3 (Luchterhand)
  • 288 Seiten. Preis: 24,00 €

Michael Lichtwarck-Aschoff – Vermessen

Wieder einmal hat sich Michael Lichtwarck-Aschoff tief in die Medizingeschichte eingegraben und präsentiert in Vermessen das Leben des Versicherungsmediziners John Hutchinson, der als einer der Väter der Spirometrie gilt und dessen voltenreiches Leben er aus verschiedenen Perspektiven blickt.


Die Bitte einmal tief einzuatmen, um dann wieder langsam auszuatmen, man kennt sie von ärztlichen Untersuchen hinlänglich. Doch nicht nur die Lunge lässt sich mit dieser Aufforderung gut abhören, auch kann man auf diesem Wege die sogenannte Vitalkapazität ermitteln, die durch das Volumen an maximal ein- und dann wieder ausgeatmeter Luft bestimmt wird.

Einen der Väter dieses medizinischen Parameters stellt der früher ebenfalls als Mediziner tätige Michael Lichtwarck-Aschoff in seinem neuen Romans Vermessen vor. Es handelt sich um den 1811 geborenen Versicherungsmediziner John „Hutch“ Hutchinson, der der Öffentlichkeit im Jahr 1846 seinen sogenannten Spirometer vorstellte und damit die Grundlagen für die Wissenschaftsdisziplin der Spirometrie schuf.

Die Erfindung der Spirometrie

Mithilfe einem kräftigen Atemstoßes in sein Gerät will Hutchinson die Lungenkapazität und damit auch den Gesundheitsstatus seiner Probanden ermitteln. Dem befreundeten Pferdeknecht Ethelbert, einem der Erzähler dieses Buchs, erklärt es „Hutch“ wie folgt:

Nein, Bert. Ich vermesse die Kandidaten. Größe, Gewicht, Alter, und dann kommt auch schon mein Spirometer ins Spiel.
Die kriegen eine Maske über?
Nein, Bert, den Männern gebe ich natürlich keine Maske, sondern ein Mundstück. Habe ich dir doch erklärt. Ich klemme ihnen die Nase ab und sage ihnen, sie müssen durch das Mundstück ausatmen, so fest sie können. In die Lunge gehen so und so viel Kubikzoll Luft hinein, und ebenso viele Kubikzoll kommen auch wieder raus, eine Zahl, präzise bis auf drei Stellen hinter dem Komma. Ich kann fünf- oder zehnmal hintereinander messen, immer annähernd dieselbe Zahl. Sag selbst: Ist das nicht großartig? Über das, was man bloß vermutet, kann man ja endlos streiten. Über Messergebnisse kann man nicht streiten.

Michael Lichtwarck-Aschoff, S, 34 f.

Seine Erfindung präsentiert der findige Mediziner nicht nur seinem Freund Ethelbert stolz, vor allem dessen Tochter erweist sich als höchst verständige und talentierte Naturwissenschaftlerin, die Hutchinson mit seiner Erfindung entscheidend unterstützt.

Doch weil die Wissenschaft nur die halbe Miete ist, sammelt der Mediziner auch noch zwei weitere, höchst illustre Gestalten um sich, die ihm bei der Präsentation seines Spirometers unterstützen sollen. Es handelt sich bei ihnen um den jahrmarktgestählten Impresario Sands Maddox und seine Assistentin Rosalind.

Aus dem Blenheim Palace nach Bendigo in Australien

Michael Lichtwarck-Aschoff - Vermessen (Cover)

So beginnt John Hutchinson die Vermarktung seines Spirometers und gastiert damit im nahegelegenen Blenheim Palace, wo er seine Erfindung vor dem Hofstaat des Herzogs von Marlborough vorführen will.
Der Mediziner wandelt auf dem schmalen Grat zwischen Eventisierung seiner Erfindung und der Nutzbarmachung, indem er eine große Versuchsreihe zur Erfassung der Vitalkapazität von Bewohnern der Cotswolds beginnt.

Doch wie das mit schmalen Graten so ist, auf denen man wandelt: immer ist auch ein Absturz möglich, von dem wir in Lichtwarck-Aschoffs Roman schon früh Kenntnis erlangen. Denn Hutchinson findet sich mit Getreuen plötzlich in Bendigo, Australien wieder und es bleibt die große Frage, wie es den Versicherungsmediziner dorthin verschlagen hat.

Allmählich bekommen wir eine Antwort, da uns Maddox, Ethelbert und weitere Figuren alle auf ihre ganz eigene Weise vom Mediziner und seinem Weg bis nach Australien erzählen. Wirkliche Lufthoheit über die Geschichte des Mediziners gewinnt dabei keine der Figuren, was aber auch den Reiz des Romans ausmacht, Denn im Gegensatz zu Hutchinson und dessen unumstößlichen Wahrheiten, die seine Spirometrie zeitigen soll, gibt es in Lichwarck-Aschoffs Roman Raum – oder sollte man besser sagen: Luft – für Vielstimmigkeit, Widerspruch und Interpretation.

Literarisch wendig wie Christine Wunnicke

Suchte man ein literarisches Äquivalent zu Michael Lichtwarck-Aschoffs Schreiben, würde man wohl am ehesten bei der Büchner-Preisträgerin Christine Wunnicke fündig. Denn wie Wunnicke greift sich Lichtwarck-Aschoff immer wieder Figuren und Episoden der Wissenschaftsgeschichte auf, die er mit seinen durchaus humorbegabten Fiktionen umkreist und ausstellt.
Zuletzt widmete er sich der Frage des Rassismus im Werk und Denken Immanuel Kants, indem er den fiktiven hugenottischen Perückenmacher von Königsberg zu Wort kommen ließ oder beleuchtete in Robert Kochs Affe ein dunkles Kapitel aus dem Leben des „Seuchenarztes“ Koch.

Nun also John Hutchinson, dessen Werk die Lungenmedizin bis heute prägt und der doch noch nicht einmal einen Eintrag in der Encyclopaedia Britannica hat, worauf Lichtwarck-Aschoff in seinem ausführlichen Nachwort hinweist – genauso wie auf den nur schwer zu tilgenden Rassismus, der seit den Tagen Hutchinsons die Lehre der Spirometrie prägt und der nur langsam verschwindet. Leichthändig stellt sein umfassendes Nachwort die Verbindung unserer (medizinischen) Gegenwart und dem Wirken des Mediziners im 19. Jahrhundert her und liefert neben der literarischen Freude so noch allerhand Wissenswertes.

Vermessen ist voller Medizingeschichte und Augenzwinkern – und überzeugt durch seine literarische Vielstimmigkeit, mit der Lichtwarck-Aschoff seinen Versicherungsmediziner umtanzt, verrätselt und vorstellt. Wer war dieser Hutch? Ganz sicher vermag man es nach der Lektüre von Vermessen auch nicht zu bestimmen, aber dass die literarische Umkreisung Erkenntnis und gute Unterhaltung hervorbringt, das lässt sich ganz bestimmt sagen!


  • Michael Lichtwarck-Aschoff – Vermessen
  • ISBN 978-3-99050-305-8 (Amalthea)
  • 224 Seiten. Preis: 26,00 €

Reza Ghassemi – Die nächtliche Harmonie des Holzorchesters

Eine Schicksalsgemeinschaft in einem Pariser Mietshaus und Erlebnisse, denen man nicht entrinnen kann. Der iranische Autor Reza Ghassemi erzählt in seinem Roman Die nächtliche Harmonie des Holzorchesters davon und erlaubt damit einen Blick in die Seele eines Exil-Iraners, der dem Erlebten auch auf einem anderen Kontinent nicht entkommen kann.


Wenn es ein Land gibt, auf das sich gegenwärtig die Augen der Weltöffentlichkeit richten, dann ist es neben der Ukraine und deren Kampf gegen die russischen Besatzer sicherlich der Iran. Kam es vor vier Jahren zu Protesten in Folge des gewaltsamen Todes von Jina Mahsa Amini, so machte das Land daraufhin mit der blutigen Niederschlagung der Proteste Schlagzeilen, die mutmaßlich Tausende von Toten forderten.

Versuchte sich Donald Trump im vergangenen Jahr noch an einem „minimalinvasiven“ Angriff auf die iranischen Atomanlagen, so weitete sich dieser Konflikt in diesem Jahr aus, indem die amerikanische Regierung durch eine militärische Intervention einen Regimewechsel im Land herbeizuführen versuchte.

Es war ein Plan, der spektakulär scheiterte und dessen Folgen in Form der Blockade der Straße von Hormus Auswirkungen auf die ganze Welt hatten und haben, nicht zuletzt auch auf die Preise an den Zapfsäulen hierzulande.
Die Angriffe sorgten für große Debatten um die Rechtmäßigkeit der Angriffe, der Machttektonik der Mullahs, Revolutionsgarden und Einflussfaktoren im Iran und die deutschen Interessen in diesem Konflikt.

Während uns Sachbücher den Iran und seine Geschichte näherbringen und Journalistinnen zunehmend Essays über die Verbindung ihrer Väter zum Iran vorlegen, so mangelt es eklatant an iranischen Romanen, die uns das Land mit den Mitteln der Literatur näherbrächten.

Die große Iran-Umfahrung

Reza Ghassemi - Die nächtliche Harmonie des Holzorchesters (Cover)

Zwar gibt es vereinzelte Initiativen von Kleinverlagen wie dem unabhängigen Glaré-Verlag und dessen Reihe Der andere Orient oder die Büchergilde Gutenberg, die jüngst in ihrer Reihe Weltempfänger den Roman Fereydoun hatte drei Söhne von Abbas Maroufi vorstellte oder in der mittlerweile wieder eingestellten Edition Weltlese den Roman Der letzte Ausweis von Fereidoun M. Esfandiary in der Übersetzung von Ilja Trojanow zugänglich machte.
Große Verlagshäuser scheuen aber – trotz ihrer in Teilen durchaus welthaltigen Programme – den Iran literarisch. Statt das Land in Buchform zu erfahren, umfahren sie es lieber großräumig.

Umso schöner, dass es der C. H. Beck-Verlag da anders hält. Immer wieder stellt der Münchner Verlag den Vorderen Orient in den verlegerischen Mittelpunkt, zuletzt erlaubte uns Rabih Alahmeddine mit Die wirklich wahre Geschichte von Radscha, dem Gutgläubigen (und seiner Mutter) einen Einblick in die aktuelle Lebenswelt im Libanon, vor zwei Jahren publizierte der Verlag mit Die Rose von Nischapur einen Roman des in Teheran geborenen Schriftstellers Amir Hassan Cheheltan, dessen Werke in seinem Heimatland Iran seit zwanzig Jahren nicht mehr erscheinen dürfen.

Nun rückt der Verlag mit Reza Ghassemi den nächsten iranischen Autor in das Licht der Öffentlichkeit und stellt damit jenen Roman vor, der in den Augen der Literaturkenner der jüngeren Generation eindeutig als Favorit gilt, wie Azar Attar in seinem Artikel zur Teheraner Buchmesse im Mai 2005 schrieb.

Darin ging er auch auf die voltenreiche Geschichte des Buchs selbst ein, das unter ähnlich herausfordernden Umständen wie der Roman von Fereidoun M. Esfandiary das Licht der Öffentlichkeit erblickte. Denn im Alter von 36 Jahren begab sich Reza Ghassemi nach Frankreich, wo er seit 1986 lebt.
Er, der auch als Musiker reüssierte und als Virtuose der Setar gilt, komponierte seinen vielstimmigen Roman im Jahr 1994 fertig. Zwei Jahre später erschien das Buch in einem in den USA beheimateten iranischen Verlag, ehe das Buch dann noch einmal fünf Jahre später ins Französische übersetzt wurde, um dann 2002 dann endlich auch in Ghassemis Heimatland zu erscheinen.

Der lange Weg bis zur Veröffentlichung

Das Ganze erinnert in seinen verwinkelten biografischen und editorischen Details an den russischen Schriftsteller Sascha Sokolow und sein Hauptwerk Die Schule der Dummen, das auch nur über Umwege aus der Sowjetunion nach Österreich geschmuggelt werden konnte und bis zum Fall des Eisernen Vorhangs im 1989 in dessen Heimat Russland ebenfalls nicht erscheinen durfte.
Doch nicht nur die verschlungene Publikationsgeschichte, auch den experimentellen Erzählansatz seiner Prosa teilt Ghassemi mit Sokolows Werk.

So fällt auch hier eine eindeutige Inhaltsbestimmung wie auch thematische Verortung von Die nächtliche Harmonie des Holzorchesters äußerst schwer. Das Buch, das dank Sarah Kiyanrads Übersetzung aus dem Farsi nun auch auf Deutsch vorliegt, erzählt die Geschichte von Yadollah, der im Dachgeschoss eines Pariser Miethauses lebt.

Seine Nächte verbringt er mit dem Porträtieren seines Vermieters Éric-Francois Schmidt, lässt sich durch die Stadt treiben und teilt sein Zuhause mit einer ganzen Reihe exzentrischer Gestalten, die Tür an Tür mit ihm wohnen. Gabique, der gefürchtete Hund seines Vermieters, ein Cellist namens Milos, sein Nachbar Seyyed Alexander oder der „Prophet“, sie alle leben dort unter dem Dach des Hauses und begegnen sich vor allem nachts, da ihnen allen ein gewisser Hang zur Nachtaktivität gemein ist.

Die innere Zerrissenheit Yadollahs

Manchmal lebt Yadollah außerhalb der Zeit, da er immer wieder von einer Krankheit des „Zeitstillstands“ erfasst wird. Und dann ist da auch noch ein Verhör mit „Murnaus Faust“, in das er immer wieder katapultiert wird. Ist er Verdächtiger oder Opfer – und was will man von ihm?

Reza Ghassemis Text stellt viele Fragen, ohne in gleichem Maße auch Antworten zu liefern. Der Text lebt von seiner Zersplitterung und dem Bruch mit der Chronologie und Logik, was Die nächtliche Harmonie des Holzorchesters zu einer herausfordernden Lektüre macht.

Zudem bezieht sich Ghassemi häufig auf Elemente der iranischen Kultur, was von Zitaten aus der persischen Dichtung bis hin zu Gestalten aus Religion, Militär- und Nationalgeschichte reicht. Deren konkrete Bezüge zu Ghassemis Prosa dürften den meisten westlichen Lesern unverständlich bleiben, auch wenn Sarah Kiyanrad als die Übersetzerin und Expertin für iranische Kulturgeschichte mit dem fast dreißig Fußnoten umfassenden Anmerkungsapparat für mehr Klarheit sorgt.

Einblicke in die Lebenswelt des Iran liefert Reza Ghassemi mit seinem Roman dabei weniger, besonders stark ist Die nächtliche Harmonie des Holzorchesters aber, die innere Zerrissenheit Yadollahs nachzuzeichnen und zu zeigen, wie das Leben in der Fremde auf diesen einwirkt und für eine Entwurzelung sorgt, die Ghassemis Text durch die erzählerischen Brüche erfahrbar macht.

Fazit

Wer experimentelle Prosa schätzt, die dem Lesenden eine hermeneutisch offene Begegnung mit dem Geschriebenen abverlangt, der hat an Die nächtliche Harmonie des Holzorchesters sicherlich seine Freude. Wie ein manchmal recht dissonantes Konzert des Holzorchesters wirkt so manches in Ghassemis Roman. Wer sich konkrete Einblicke in die innere Verfasstheit des Iran und seiner Einwohner erwartet, der dürfte mit dieser Prosa freilich weniger zufrieden sein.
Aber allein schon, dass hier Verlag und Übersetzerin unerschrocken dem Iran eine Stimme geben und tief in die iranische Literatur eintauchen lassen, das verdient großes Lob!


  • Reza Ghassemi – Die nächtliche Harmonie des Holzorchesters
  • Aus dem Farsi von Sarah Kiyanrad
  • ISBN 978-3-406-85126-1 (C. H. Beck)
  • 255 Seiten. Preis: 24,00 €

Sarah Wipauer – Fehlende Gespenster

Der Tod, das muss ein Wiener sein. Das wusste schon Georg Kreisler. In Sarah Wipauers Debüt Fehlende Gespenster erlangt man nun Gewissheit – und erhält Kunde von einem unbekannten Beförderungssystem für Tote im Untergrund Wiens.


Wien und die Toten, das ist eine ganz besondere Beziehung. Von Moritaten über Touristenattraktionen wie die Kapuzinergruft mit ihren vielen tausend Totenschädeln bis hin zum berühmten Zentralfriedhof mit seinem Bestattungsmuseum und dem gewitzten Marketingteam (Slogan: Ich turne bis zur Urne auf einem sogenannten „Turnleiberl) – der Tod, er ist untrennbar mit der Stadt verbunden.

Ja, man pflegt ein entspanntes Verhältnis zur Endlichkeit, der auch in der österreichischen Populärkultur fröhlich Urstände feiert, etwa in der Serie Drunter und Drüber, die auf Netflix im vergangenen Jahr ihre Premiere hatte. Darin kommt es nach dem Tod eines Wiener Friedhofchefs (der an seinem Arbeitsplatz stilecht durch eine umgestürzte Engelsstatue erschlagen wird) zu Chaos auf dem Friedhof, was die Serie über und unter der Erde zu schildern weiß.

Wenn Sarah Wipauer nun von einem Beförderungssystem für die Toten im Untergrund Wiens erzählt, begibt sie sich damit auf urwienerisches Terrain.
Angelegt ist Fehlende Gespenster als große Tour durch den Untergrund, auf der wir von Merian begleitet werden, die uns durch diesen kakanischen Quasi-Hades führt.

Merian selbst purzelte dem Vernehmen nach einst aus der Schleuse jenes unterirdischen Beförderungssystems, das doch eigentlich nur für die Toten gedacht ist, die zu ihrer Endstation am Wiener Zentralfriedhof gebracht werden müssen.
Wie jenes pneumatische System funktionierte, das erklärt uns Wipauer auf den folgenden über 360 Seiten ausgiebig, indem es uns in den Untergrund der Donaustadt begeben. Mindestens einmal durch halb Wien führt die Tour, die Merian einer Gruppe von Männern gibt, der wir lesend über die Schulter schauen dürfen.

Die Geschichte der pneumatischen Leichenbeförderung in Wien

Sarah Wipauer - Fehlende Gespenster (Cover)

Einst wurde das Beförderungssystem ersonnen, um die Toten in der Stadt reibungslos zum Zentralfriedhof zu bringen. Heute wird das System nicht mehr genutzt, auch wenn Lieferdienste durchaus Interesse an der Nachnutzung der Röhren hätten. Doch das unterirdische System für die Toten, es selbst ist auf Raten gestorben und lebt nur noch ab und an in Form von Führungen für die Lebenden auf.

Hier waren wir, die letzten Mitarbeiterinnen der Wiener Pneumatischen Leichenbeförderung, die offiziell im Dezember 2003 den Betrieb eingestellt hatte und seither nur noch Liebhaberfahrten im Sonderauftrag der Bestattung Wien durchführte.

Sarah Wipauer – Fehlende Gespenster

Eine solche Liebhaberfahrt ist nun auch der Gang durch das System vom Währinger Gürtel bis zum außerhalb der einstigen Stadtmauern gelegenen Zentralfriedhof, die Merian mit ihren Besuchern unternimmt. Dabei weiß sie viel zu erzählen, von den ehemaligen Mitarbeiterinnen im Röhrensystem, darunter ihre Mutter, der Verbringung des Leichnams von Niki Lauda per Pneumatischer Leichenbeförderung oder dem Einsturz der Wiener Reichsbrücke, die über die Donau führte.

Expedition in den Untergrund Wiens

Auch erlangt man dank Sarah Wipauers Roman davon Erkenntnis, dass sich am Karlsplatz nicht nur das exzellente Wienmuseum befindet, sondern dass es neben der eh schon weitverzweigten Verkehrsdrehscheibe im Untergrund dort auch noch eine weitere Ebene gibt, die das Depot des Museums mit der Begräbniskapelle der Karlskirche und einem weiteren Museum verbindet, so fabuliert es die Autorin, die mit ihren Texten schon beim Open Mike, dem FM4 Wortlaut-Wettbewerb und dem Klagenfurter Wettlesen vertreten war.

In den 1980ern wurde dann ein Museum in die Station gebaut, das Museum zur Geschichte der Leichenbeförderung und zum Bestattungswesen der Stadt Wien. Die Technikräume benötigten nicht mehr so viel Platz und die zentrale Lage des Karlsplatz schien optimal geeignet, um neben dem Leichentransport ein zweites finanzielles Standbein für die langsam viel zu kostenintensive renovierungsintensive Rohrpost zu schaffen. In einer dunklen Ecke des Museums stand hinter einem dunkelroten Samtband ein Wagen der Pneumatischen, eines der älteren Modelle, über die wir viele Beschwerden hörten. Die Arbeiterinnen sagten, dass sie sich verkeilten, dass die Türen herausfielen und es komisch in ihnen roch. In diesen Wagen wurden Särge gestellt, dunkel gebeizt, geschlossen, aber nicht verriegelt. Alle Kinder, die mit ihren Schulklassen das Museum besuchten, drängelten sich dorthin, sie wollten möglichst nah ran, sie wollten schauen, ob nicht doch jemand drin lag, ob jemand eine Leiche vergessen hatte, ob sie endlich mal einen Toten sehen könnten, ob da alte Särge standen, ob ein Geist drin schlief, ob man Blutflecken sah, ob man Leichenfett, ob…

Sarah Wipauer – Fehlende Gespenster

In die Röhre schauen

Diese eingestreuten Anekdoten und die permanente Frage ob der Zuverlässigkeit von Merians Erzählungen sind tatsächlich auch notwendig. Denn in Sachen eigentlicher Handlungsebene passiert außer dem Spaziergang durch die unterirdischen Röhren so gut wie nichts. Merian läuft, lotst die Gruppe und erzählt und erzählt. Das lässt den Plot zu einer zähen Angelegenheit werden, denn man schaut sprichwörtlich die ganze Zeit über in die Röhre.

Seite um Seite geht es durch diese Röhren voran, Merian erzählt und sinniert der Vergangenheit nach – doch ähnlich linear und spannungslos wie eine Röhre gerät eben auch der Plot, dessen zugrundeliegender – und wirklich schöner Erzähleinfall – sich schnell abnutzt und mit zunehmender Lauflänge immer weiter verflacht.

Als Novelle oder kurze Erzählung hätte Fehlende Gespenster viel Potential mit seinem morbiden, ur-wienerischen Sujet. Für die Länge von 360 Seiten reicht auch die Faszination für den Tod und die kreative Ausgestaltung von Merians Anekdoten und Erinnerungen leider nicht aus, sodass hier nicht die fehlenden Gespenster, sondern die fehlende erzählerischer Spannung das wirkliche Manko ist.


  • Sarah Wipauer – Fehelnde Gespenster
  • ISBN 978-3-701-71829-0 (Residenzverlag)
  • 368 Seiten. Preis:26,00 €

Miroslav Hlaučo – Pfingsten. Erinnerungen an ein Ende der Welt

In seinem Roman Pfingsten. Erinnerungen an ein Ende der Welt nimmt uns der tschechische Autor Miroslav Hlaučo mit in ein wunderliches Städtchen namens St. Georg. Dass Menschen dort übers Wasser laufen können, ist dabei noch eines der kleineren Wunder, die sich vor unseren Augen vollziehen.


Noch immer scheint zumindest auf dem deutschen Buchmarkt eine Barriere zwischen Ost und West zu bestehen. Denn während fleißig aus dem Französischen, Englischen oder auch Spanischen übersetzt wird, fristet die vielfältige Literatur Osteuropas und darüber hinaus ein Schattendasein und spiegelt sich kaum in den Programmen der großen Verlagshäuser wieder.
Zwar verstärkt sich, bedingt durch die Rolle Tschechiens als Gastland der Frankfurter Buchmesse, aktuell der Fokus auf die Literaturproduktion in unserem Nachbarland, das Interesse an der Literaturszene dürfte aber schnell wieder abnehmen, spätestens wenn mit Chile das nächste Land im Messefokus 2027 steht.

Umso schöner ist es da, dass es kleinere Häuser wie den Berliner Anthea-Verlag gibt. Diese machen sich von solchen Moden unbeeindruckt stetig um die Förderung von Literatur aus Mittel- und Osteuropa verdient und zeigen, um wie viel ärmer die zeitgenössische Literatur wäre, wenn man sich mit dem Fortbestand dieser imaginären Barriere abfinden und sein lesendes Interesse weiterhin nur westwärts richten würde.

Neben Werken aus dem Slowakischen oder Serbischen hat der seit 2024 unter der Ägide von Ruben Höppner segelnde Verlag schon einige tschechische Autor*innen im Programm, unter ihnen auch Miroslav Hlaučo, der für sein Debüt Pfingsten. Erinnerungen an ein Ende der Welt im vergangenen Jahr den tschechischen Literaturpreis Magnesia gleich in zwei Kategorien gewinnen konnte, nämlich sowohl den Preis für das Debüt des Jahres als auch für den Roman des Jahres.

Es ist eine nachvollziehbare Entscheidung, denn Hlaučo gelingt in seinem Buch das Kunststück, eine ganz eigene Welt zu schildern, die Mechaniken und Marotten jener Welt unterhaltsam zu illustrieren – und sich auch noch erzählerisch in die Tradition des 19. Jahrhunderts zu stellen.

Ein Dorf voller Wunder

Miroslav Hlaučo - Pfingsten. Erinnerungen an ein Ende der Welt (Cover)

Schon die Namen seiner Einwohner des im Mittelpunkt des Romans stehenden Dorfes geben dabei einen Eindruck der Eigenwilligkeit, die in St. Georg herrscht. Da gibt (beziehungsweise gab) es eine Andromeda Vodová, der lokale Totengräber hört ganz in Shakespeare’scher Tradition auf den Namen Yorick Hlína, der Pfarrer heißt Method XLIII. oder die Ehefrau des Müllers von St. Georg hört auf den Namen Hypatia Mlynářová.

Doch nicht nur die Namen der Bewohner von St. Georg sind skurril, das ganze Dorf ist es. Denn während an vielen anderen Stellen des Landes schon die Moderne Einzug gehalten hat, funktioniert vieles im abgeschiedenen Weiler noch nach ganz eigenen Regeln. Menschen können dort übers Wasser gehen, der Fischer fängt Fische nicht per Angel, sondern durch gutes Zureden und der Steinmetz verzichtet im Steinbruch auf Dynamit und bricht die Steine lieber passgenau mithilfe von Flötentönen aus dem Stein.

Ein ganz eigentümlicher Zauber liegt über dem Dorf, der sich aber nun verflüchtigen muss. Denn es hat sich aus der fernen Hauptstadt ein Buchprüfer angekündigt, der sich die Register und Matrikel des Dorfs ganz genau anschauen will. Und so ist es vor allem an Odysseus Pastýř, der als Totgeglaubter in sein Heimatdorf zurückgekehrt ist und der nun dafür sorgen soll, dass die Wunder des Dorfs vor den Augen des Rechnungsprüfers verborgen werden.

Auf Verständnis der Dorfbewohner trifft diese geplante Scharade nicht an allen Stellen.

„Die hier, das sind Holzköpfe, aber über dich, den Welterfahrenen, muss ich mich wundern. Siehst du denn nicht, wie sich alle abrackern müssen, bevor etwas getan ist, und uns helfen dabei noch Wunder, aber was ist mit den armen Menschen in der Welt?“, knüpfte Ambroz an Odysseus‘ Antwort an.
„Genau das ist es, bei uns rackern sich alle ab!“
„Aber nicht alle gleich! Und darin liegt das Problem. Jeder nur so, nach seinem Maß, einer hat mehr, einer weniger, einer hat Glück, ein anderer nicht! Das hat überhaupt keine Ordnung! Und das muss geändert werden! Und du bist hierhergekommen, um das zu ändern! Veränderung ist Zukunft!“
„Veränderung ist eine Unvermeidlichkeit, aber auch die hat ihre Grenzen. Ich bin hierhergekommen, um diesen Ort zu retten, nicht, um ihn niederzureißen!“
„Warum auf halbem Wege stehen bleiben, wenn wir die Lokomotive der Geschichte schon in Fahrt gesetzt haben!?“, widersprach der heißagitierte Ambroz.

Miroslav Hlaučo – Pfingsten. Erinnerungen an ein Ende der Welt, S. 198

Was sich nun entfaltet, ist ein komischer Reigen aus Wunderlichkeiten, aus Liebeswerben, aus Verwechslungen und Täuschungen, mit denen Miroslav Hlaučo in der Tradition tschechischer Erzähler von Jaroslav Hašek bis zu Karel Poláček steht.

Widerstand gegen die Moderne

Voller Erzähleinfälle ist seine Welt der Wunder, zu der sich noch das Element einer Liebesgeschichte gesellt. Denn die stumm geglaubte Julia wurde einst fast tot im Wald gefunden und lebt nun als Mündel bei Odysseus‘ Bruder Thomas, der in Hingabe zu der wunderschönen Frau entflammt ist. Doch deren Begehren gilt Odysseus, wodurch sich Hlaučos Geschichte noch um das Element des Liebeswerbens anreichert, was ja auch in der angesprochenen Erzähltradition des 19. Jahrhunderts steht.

Zugleich weist Pfingsten. Erinnerungen an ein Ende der Welt aber auch mit einer richtungsweisenden Frage in die Zukunft. Denn die Frage, ob sich die Moderne aufhalten lässt und welchen Preis sie den Menschen abverlangt, ist vor allem in diesen Tagen eine entscheidende, in der sich der technische Fortschritt immer weiter zu beschleunigen scheint, KI-Firmen schon vor der Potenz ihrer eigenen Schöpfung warnen und manch einer nicht nur politisch am liebsten in vergangene Zeiten zurückmöchte.

Das macht aus dem Roman trotz aller ausgestellten Possierlichkeit und Historismus auch ein aktuelles Buch, das von Raija Hauck in ein reiches Deutsch übertragen wurde, das den Witz von Hlaučos Prosa gelungen überträgt und das nicht zuletzt auch mit seiner äußeren Gestaltung inklusive Fadenheftung zu überzeugen weiß.

Fazit

Es bleibt zu wünschen, dass die Gastlandrolle Tschechiens auch dem Anthea-Verlag und seinem Portfolio mehr Sichtbarkeit beschert, und das am besten über den Herbst hinaus. Denn das die osteuropäische Literatur viele Perlen bereithält, das stellt die Entdeckung von Pfingsten. Erinnerungen an ein Ende der Welt eindrucksvoll unter Beweis.


  • Miroslav Hlaučo – Pfingsten. Erinnerungen an ein Ende der Welt
  • Aus dem Tschechischen von Raija Hauck
  • ISBN 978-3-89998-460-6 (Anthea-Verlag)
  • 426 Seiten. Preis: 26,00 €