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Jennifer Clement – Auf der Zunge

Eine Frau durchstreift New York, begegnet ganz unterschiedlichen Männern und lässt ihre Gedanken schweifen. So knapp könnte man Auf der Zunge, das neue Werk der amerikanischen Schriftstellerin Jennifer Clement, zusammenfassen. Assoziative Prosa aus dem Big Apple.


Tatsächlich zählt Jennifer Clement zu den Autorinnen, denen es gelingt, sich mit jedem Buch neu zu erfinden. So trat sie erstmals auf dem deutschen Buchmarkt mit Gebete für die Vermissten in Erscheinung, dass sich mit dem Schicksal von jungen Mädchen in Mexiko auseinandersetzt. Immer wieder verschwinden dort insbesondere junge Frauen von der Bildfläche und tauchen später allenfalls als Leichen noch irgendwo auf. Ein schreckliches Schicksal, das im mexikanischen Drogenkrieg inzwischen schon zum traurigen Alltag geworden ist und das an vielen Stellen nur noch Schulterzucken auslöst.

Ebenso engagiert und unbequem zeigte sich Jennifer Clement auch in ihrem zweiten Buch, das deutsche Leser*innen entdecken konnten. In Gun Love erzählt die Autorin von einem Mutter-Tochter-Gespann in Florida, das zusammen in einem Ford Mercury lebt. Waffennarren, Prediger, sozial Randständige – hier zeichnet Clement ein ungeschöntes Bild eines Amerika, das wenig mit Hochglanzillusionen gemein hat.

Flanieren durch New York

Geographisch hat sich Jennifer Clement nun mit Auf der Zunge einmal mehr weiter nördlich begeben. Nach dem amerikanisch-mexikanischen Grenzland und Florida ist nun New York der Schauplatz, den die namenlose Protagonistin durchmisst. Die Frau wandert quer durch den Big Apple, von der 2nd Avenue bis zum Tompkins Square Park, vom Buchladen The Strand am Broadway bis zum Fitnesscenter Y auf der 14th Street, von Brooklyn bis Manhattan. Stetes Leitmotiv auf ihren ganzen Erkundungen sind dabei die Feuertreppen, die die namenlose Frau immer und immer wieder begegnen.

Sie ist der Regen des Regenmanns und das Schiff des Schiffsmanns.

Sie läuft durch die Straßen von New York, ein Weg durch einen Wald aus Feuertreppen.

An ihrem Körper klebt der Geruch vom Zug des Zugmanns und vom Feuer des Feuerwehrmanns.

Die Frau läuft und sieht hoch in einen Wald aus Feuertreppen. Die Metallleitern sind draußen an den Häusern montiert und führen vom Bürgersteig hoch, am Haus hoch, bis hoch zum Dach. Die schwarzroten Gerüste, die Stufen und waagrechten Podeste aus Stahlgittern, werfen Schatten an Mauern.

An einem der Absätze hängen drei Paar Jeans und ein Paar rote Socken über dem rostigen Geländer. Auf einem anderen stehen Blumentöpfe. Grün gefleckte schwarze Stöcke, die in ein paar Monaten Blätter und Blüten tragen, strecken in der Erde.

Das Geflecht aus stählernen Treppen umringt und überragt sie, und auch die Tauben, Amseln und Schwalben nisten und hocken im Schatten des Metalls.

Die Frau will die Leitern hoch in den Himmel klettern.

Unter den geriffelten Schatten der Feuertreppen führt ihr Weg sie auf und ab durch die Straßen der Insel.

Während sie das Kreuzundquer der bebuchstabten Avenues und nummerierten Straßen kreuzt, spricht sie mit Fremden. Unbekannte Hände berühren ihre Hände, berühren ihre Wange, berühren ihr Haar, und unbekannte Münder hauchen auf ihr Haar, ihre Wange, ihre Hände.

Jennifer Clement – Auf der Zunge, S. 9f.

Treue, jüdische Identität und Feuerleitern

So hebt der Roman mit dem Kapitel Die Frau an, der im Folgenden nur noch Kapitel wie Der Maler oder Der Polizist folgen, alles Männer, denen die Frau begegnen wird. Und obwohl der Roman mit seiner Hauptfigur eingeführt wird, bleibt diese mehr als blass, wird in ihren Konturen höchstens angedeutet. Einen Namen hat sie nicht, man erfährt, dass sie als Bibliothekarin arbeitet und mit einem Mann verheiratet ist. Recht viel mehr erklärt Jennifer Clement nicht, vielmehr gibt sie ihr indirekt über die Begegnung mit den Männern etwas mehr Kontur.

So kehren die Fragen der Treue, der eigenen (jüdischen) Identität und die Frage von Grenzziehungen immer wieder. Die Frau neigt zu erratischem Verhalten und auch die Begegnungen mit Ärzten, Kerzendreher oder Wissenschaftler sind mal verwirrend, mal erotisch aufgeladen, mal existenziell – und immer wieder blitzen en passant die metallenen Feuerleitern auf.

Durch die maximale Anonymisierung ihrer Protagonisten, die in hunderte Kürzestabsätze zerrupfte Prosa und die Enthebung in den freien interpretatorischen Raum gelingt Jennifer Clement ein Buch, das sich auf viele Arten deuten lässt. Auf der Zunge ist genauso ein poetisch verknappter Flaneusen-Roman wie ein hingetupftes New York-Porträt oder ein Reigen an Begegnungen von Mann und Frau (übersetzt von Nicolai von Schweder-Schreiner).

Fazit

Die Stärke des Buchs liegt in meinen Augen nicht in der nur angedeuteten Rahmenhandlung, sondern in den vielgestaltigen Lesarten, die das Buch erlaubt. Jennifer Clements Buch ist keine wirklich leichte Lektüre, obschon der knappe Umfang von gerade einmal 144 Seiten zu diesem Gedanken verführen könnte. Auf der Zunge ist eher das literarische Äquivalent von Minimal Music, vielleicht auch ein Langgedicht – durchaus fordernd und anstrengend, da die Autorin nur zeigt und nichts erklärt. Final kann ich das Buch tatsächlich weder in ein Genre noch wirklich in eine klare Gütekategorie einordnen – all dem entzieht sich Clements Buch zu geschickt.

Aber auch das ist auch das Glück dieses Blogs hier – ich muss es auch nicht und darf mich mit der Benennung meiner assoziativen Gedanken begnügen, die das Buch in mir geweckt hat. Gespannt wäre ich auf alle Fälle auf andere Lektüreeindrücke oder Interpretationen – wie ordnet ihr das Buch ein, falls ihr es gelesen habt?


  • Jennifer Clement – Auf der Zunge
  • Aus dem Englischen von Nicolai von Schweder-Schreiner
  • ISBN 978-3-518-42994-5 (Suhrkamp)
  • 143 Seiten. Preis: 20,00 €
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Naomi Alderman – Die Lektionen

Manche Bücher finden auf verschlungenen Wegen zu mir. So traf ich auf Naomi Aldermans Roman Die Gabe auf dem Grund einer Grabbelkiste. Für den Betrag von einem Euro konnte ich so der neue Besitzer des Buchs werden. Alderman sorgte im letzten Jahr mit ihrem Roman Die Gabe für Aufsehen. Das Buch fand sich auf Bestsellerlisten, wurde mit vielen Artikeln bedacht und gewann den Baileys Women’s Prize for Fiction. Nur ich habe dieses Werk bis heute nicht gelesen.

Dafür widmete ich mich nun The Lessons, so der Titel des Buchs im Original. Übersetzt wurde das Buch von Christiane Buchner und es spielt in einem Milieu, in dem sich Alderman auskennt: nämlich an der Universität von Oxford. Im Original erschien das Buch 2010, 2012 lag es dann in deutscher Übersetzung vor.

Der Schauplatz Oxford und die Gestaltung sowie der Klappentext des Buchs legen gleich den Verdacht nahe: bei Die Lektionen handelt es sich um einen Campusroman. Das ist nicht wirklich falsch, aber auch nicht ganz zutreffend. Denn Aldermans Roman spielt nur zur Hälfte in Oxford, die zweite Hälfte des Buchs beschäftigt sich mit den Freundschaften, die in Oxford entstanden, sich nun aber teilweise weit von der einstigen Alma Mater entfernt haben.

Nicht immer wie aus dem Bilderbuch: Studieren in Oxford

Im Mittelpunkt steht der Erzähler James Stieff, der von großen Hoffnungen seiner Familie begleitet nach Oxford kommt. Dort muss er allerdings schon recht schnell feststellen, dass es in Oxford nie genügt, gut zu sein. Es geht immer darum, besser als die anderen zu sein. Ein Mensch, der sich diesem Druck nicht beugen will und durch seine Unangepasstheit fasziniert, das ist Mark. Reich, sexy, ein bisschen geheimnisumwittert – da ist es kein Wunder, dass auch James in den Dunstkreis von Mark gerät.

Freundschaften in Oxford

Zusammen mit weiteren Freunden beschließen sie, ein altes Haus im Besitz von Marks Familie zu bewohnen und dort eine WG zu gründen. Chronologisch nach Trimestern geordnet erzählt Alderman in der Folge von den Unternehmungen und Schwierigkeiten der Clique. Der besondere Schwerpunkt liegt dabei klar auf der Freundschaft von Mark und James, die komplex und kompliziert ist. Begehren, Abstoßung und Anziehung über das Ende von Oxford hinaus: als Leser ist man eng in die Freundschaft der beiden Männer eingebunden, die in ihrem Fortschreiten dann sogar etwas an Hanya Yanagiharas Ein wenig Leben erinnert.

DER Campusroman oder DER große literarische Wurf ist Die Lektionen nicht. Dazu ist die Sprache etwas zu gewöhnlich und auch die Figurenzeichnung generell etwas zu oberflächlich. Lediglich James und Mark bekommen so etwas wie Widersprüche und Tiefe verpasst, die restlichen Figuren bleiben Abziehbilder, die Handlung versumpft stellenweise, manchmal wirkt alles etwas bemüht oder unglaubwürdig.

Dennoch unterhält Aldermans zweiter Roman wirklich und ist zumindest partiell ein schöner (queerer) Campusroman, der sich dem Mythos Oxford auf lesenswerte Art und Weise nähert.

Wer Campusromane á la Evelyn Waughs Wiedersehen mit Brideshead oder Donna Tartts Eine geheime Geschichte mochte, der könnte auch hier zugreifen. Allerdings muss man dann eher bei Antiquariaten oder Wühltischen die Augen offen halten, denn das Buch ist im normalen Buchhandel nicht mehr lieferbar und nur noch aus zweiter Hand zu beziehen.

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Willkommen im Dschungel

Friedemann Karig – Dschungel

Nachts, im Dschungel, hört man die ganze Welt, Grillen und Leguane und Geckos, den Wind in den Blättern, ein Rufen von weit, vielleicht einen Affen. Man spürt Moskitos auf der Haut und die Hitze und die feuchte Luft, überall Bäume und Dunkelheit und oben die Sterne, ganz hell. Der Dschungel ist so warm und gefährlich, ohne einen Freund ist man in ihm verloren.

Karig, Friedemann: Dschungel, S. 381

Nicht nur im Dschungel – auch im ganzen Leben ist man ohne einen Freund verloren. Oder der Freund ohne einen selbst. Diese Erkenntnis steht nach der Lektüre von Friedemann Karigs literarischem Debüt Dschungel. Er erzählt darin, wie man sich im Dschungel und auch den eigenen Erinnerungen verstricken kann.

Ausgangspunkt, auf den sich alles zubewegt und von dem sich alles wegbewegt, ist das Verschwinden von Felix. Irgendwo im Dschungel von Kambodscha verlieren sich alle Signale. Es gibt nur einen, der die Spuren von Felix aufnehmen und ihn sicher nach Hause bringen kann. Und das ist sein namenloser Freund, der als Ich-Erzähler dieses Romans fungiert.

Zwischen Erinnerungen und Suche im Dschungel

Immer wieder alternierend zwischen Genese dieser tiefen Freundschaft zwischen Felix und dem Erzähler und der Suche an den Stränden und Dschungeln Kambodschas treibt dieser Roman vorwärts. Karig schafft es, für die adoleszente Freundschaftsgeschichte und die Spurensuche in der Gegenwart einen eigenen und stimmigen Sound zu entwickeln.

Da verzeiht man es dem Autor auch, dass sich die Hälfte des Buchs schon wieder um Jugenderinnerungen und eine Beschwörung von männlicher Freundschaft handelt. Die deutsche Gegenwartsliteratur kennt ja offenbar momentan wirklich kein anderes Thema als dieses Coming-of-Age-Topos. Hier wird es allerdings vom stimmungsvollen zweiten Erzählstrang wirklich gut aufgefangen. Auch ist Karig ein zu guter Erzähler, als dass er es bei einer plumpen Verklärung von Erinnerungen an die Jugendzeit belassen würde. Sein rückblickender Erzählstrang hält durchaus auch Abgründe bereit und weiß sich durch einige erzählerische Kniffe vom öden Jugenderinnerungs-Einerlei wohltuend abzuheben.

Sein Dschungel ist wild, spannend und reißt mit. Zudem besitzt er die genau richtige Länge, die dann in einer schönen Schlusspointe mündet. Zudem ist der Roman eine Reflektion des Reisens, der Sinnsuche und des Dschungels in uns. Ein bemerkenswertes deutschsprachiges Debüt mit grandiosem Cover.

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Hanya Yanagihara – Ein wenig Leben

Freunde fürs Leben

Was für ein wuchtiges und komplexes Stück Literatur – dieser nahezu 1000-seitige Buchmonolith der amerikanischen Autorin Hanya Yanagihara sucht seinesgleichen. Es dürfte bereits jetzt schwer werden, diesem Buch im Laufe des literarischen Jahres 2017 Konkurrenz zu machen hinsichtlich sowohl hinsichtlich seines Umfangs (der neue Roman 4,3,2,1 von Paul Auster einmal ausgenommen) und als auch seiner tiefenscharfen Figurenzeichnung, die in meinen Augen den Reiz dieses außergewöhnlichen Buches ausmacht

Die Hauptrolle spielt im Roman Jude St. Francis und seine Freundschaft zu drei weiteren Männer, die da wären: Malcolm, ein penibler Architekt, Jean-Baptist, genannt JB, ein Maler von figurativer Kunst, und Willem, zunächst noch ein erfolgloser Schauspieler. Yanagihara fungiert nun als Chronistin dieser Freundschaft und beobachtet die Entwicklung der vier Männer von Collegefreunden bis hin ins wirkliche Mannesalter. Fixstern dabei ist und bleibt zu jeder Zeit Jude St. Francis, alle anderen Charaktere und Figuren kreisen um ihn, mal sind die Umlaufbahnen um ihn herum enger, mal weiter, manchmal elliptisch, immer aber bleibt der Bezug zu ihm klar.

Die Journalistin und Autorin geht dabei sehr geschickt vor, in fünf Großkapiteln aufgeteilt erzählt sie weitestgehend chronologisch, verlässt aber diese Chronologie mehrmals, um etappenweise das ganze Schicksal und die Herkunft von Jude St. Francis zu enthüllen. Als Leser bekommt man immer wieder Puzzleteile und Andeutungen serviert, die aber erst nach den 950 Seiten ein komplettes wenn auch nicht erfreuliches Bild enthüllen.

Ein Buch, das für Aufsehen sorgte

Hanya Yanagihara schreibt für das Stilmagazin der New York Times und hat bereits einen Roman veröffentlicht. Ihr zweiter Roman schlug dann in Amerika wie eine Bombe ein – Nominierungen für wichtige Preise, Diskussionen im Feuilleton, Buchscouts, die sich um die Rechte zankten. Nun hat es das Buch mit zwei Jahren Verspätungen zu uns geschafft – und wird wahrscheinlich auch hier das Feuilleton und die Literaturgemeinde beschäftigen. Die Themen, von denen Yanagihara erzählt, sind individuell und zeitlos.

Die literarische Qualität von Ein wenig Leben besteht für mich nach dem Ende seiner Lektüre in der tiefgehenden und intensiven Schilderung von Judes Leben und Leiden. Die Sprache ist hierbei nur Vehikel und (in der von einigen Schludrigkeiten und Fehlgriffen abgesehen passablen Übersetzung von Stephan Kleiner) gehobener Durchschnitt. Doch der Reiz des Buchs liegt in meinen Augen woanders – wie die Autorin das Schicksal von Jude und das seines Umfeldes schildert, das ist von einer großen Genauigkeit, Ernsthaftigkeit und Größe. Normalerweise bin ich mit derartigen Floskeln vorsichtig, hier halte ich sie für angebracht. Die Art und Weise, mit der Hanya Yanagihara ihr Porträt schildert sorgt dafür, dass dieser Jude St. Francis zu Überlebensgröße findet und zumindest in meinem Kopf noch ein geraumes Weilchen herumspukt.

Homosexualität, Freundschaft, Kampf mit inneren Dämonen, Missbrauch – die Schilderungen in Ein wenig Leben reißen mit und dürften auch hierzulande für viel Diskussionen sorgen!

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Stuart MacBride – In Blut verbunden

Schottland, kurz hinter Aberdeen, am Rande der Welt. Ein Landstrich, der außer Meer und Wiesen nicht viel zu bieten hat. Die Käffer tragen Namen wie Banff oder MacDuff – und inmitten dieser Ödnis Detective Sergeant Logan McRae. Dieser hat es wieder einmal geschafft, zugleich einen Fall zu lösen und sich damit  ein Stück auf der Karriereleiter hinabzuarbeiten. Nachdem er einen Entführer im Alleingang stellte, droht nun der ganze Fall wie ein Baiser in sich zusammenzufallen. Die Öffentlichkeit und die Interne Ermittlung toben, und so heißt es für Logan – ab aufs Land: Spektakuläre Fälle wie in Schlangenlinien fahrende Autos, verschwundene Senioren oder Brände sind hier an der Tagesordnung, mit denen er sich nun als diensthabender Sergeant herumschlagen darf.

In Blut verbunden von Stuart MacBride

In Blut verbunden von Stuart MacBride

Doch schon bald schlagen McRaes kriminalistische Instinkte an. Immer wieder verschwinden pädophile Männer ohne jegliche Spur in der Region Aberdeenshire. Als dann auch noch in einem verlassenen Strandbad die Leiche eines kleinen Mädchens gefunden wird, lässt sich der schottische Kriminalbeamte auch von Komptenzen oder Kollegen nicht mehr stoppen. Er beginnt zu ermitteln, wobei ihm auch seine alte Nemesis/Busenfreundin DI Roberta Steel zur Seite steht. Schnell wird es für Logan McRae dann auch persönlich, als die Mutter des mutmaßlichen Opfers bei ihm vor der Tür steht. Und dann ist da noch die Interne Ermittlung, die ihm am Zeug flicken will.

In Blut verbunden ist abermals ein Ziegelstein von Buch, wie von Stuart MacBride nicht anders gewohnt. Über 700 Seiten verwendet der schottische Autor, um den Kosmos um Logan McRae erneut einen Besuch abzustatten (dies ist nun auch schon der neunte Band aus der ganzen Reihe, zuletzt erschien Das Knochenband). Neben dem veränderten Setting (hier ist nun statt der granite city Aberdeen das vermeintlich beschauliche Hinterland der Schauplatz) setzt Stuart MacBride wieder auf die bekannten Charaktere und Dynamiken (noch immer zählen die Schlagabtausche zwischen Roberta Steel und McRae zum lustigsten, was die britische Kriminalliteratur derzeit hervorbringt).

Das Buch ist mit seiner gut gelungenen Mischung aus dunklem Humor und Krimi eine nahtlose Fortsetzung der McRae-Reihe und fällt auch in der neunten Fortsetzung nicht ab. Einen stringent durchgehenden Kriminalfall gibt es auch in diesem Buch nicht, zwar dominiert die Suche nach der Identität und des Mörders des Mädchens, doch McBride reichert sein Buch wieder mit allerhand sonstigen Episoden an. So muss hier eine Bande gestellt werden, die Raubüberfälle auf Geldautomaten verübt, Drogen-Ermittlungen laufen, eine Undercover-Ermittlerin wurde erschossen, Steels Gattin wird abermals Mutter, etc. – viel zu tun also für McRae!

Auch im neunten Band um Detective Sergeant Logan McRae lässt sich Stuart McBride nicht lumpen und beschenkt Fans der Reihe um den sturköpfigen Ermittler mit dem Hang zum Griff ins Klo wieder mit einem tollen Buch!

 

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