Die Stadt des Wahnsinns
Die schmutzige Stadt
Eine einzigartige Sprache
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| Kevin Barry (c) The Guardian |
Subjektive Buchkritik seit 2013
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| Kevin Barry (c) The Guardian |
Inspiriert von tatsächlichen Fällen erzählt Mike Nicol weniger einen durchgängigen Fall, als dass er verschiedene Charaktere und deren Erlebnisse miteinander verwebt. Da ist zum einen der korrupte Ex-Polizeichef Jako Mkezie, der sich vor Gerichten für seine Taten verantworten muss, aber weiterhin in Saus und Braus lebt und im Hintergrund bei kriminellen Machenschaften die Fäden zieht.![]() |
| (c) André Becker |
Schon das großartig gestaltete Cover des Romans Einsame Tiere von Bruce Holbert macht klar – der Western ist nicht tot. Im Programm des Münchner Liebeskind-Verlags wird die Tradition des literarischen Western dankenswerterweise noch hoch gehalten. Autoren wie Pete Dexter, Thomas Willmann oder Donald Ray Pollock interpretieren das alte Genre auf immer neue und faszinierende Weise. Mit Bruce Holbert ist nun ein Debütant ins Programm aufgenommen worden, der zum Einen hervorragend ins Portfolio passt und zum Zweiten neben all diesen anderen Autoren auch noch eine ganz eigene Facette zum Western-Topos dazugibt.
Russell Strawl, meist nur bei seinem Nachnamen gerufen, ist ein alternder Sheriff, der ebenso karg und kantig wie die Natur im Nordwesten Amerikas ist, wo dieser Roman spielt.
Bereits 1997 unter dem Titel „Kalt brennt die Sonne unter Texas“ auf Deutsch erschienen hat der Heyne-Hardcore-Verlag nun eine neue Auflage des Buchs mit neuem Titel, Cover, Übersetzung und zusätzlichem Material (u. a. ein Nachwort von Joe R. Lansdale über die Entstehung des Buchs) auf den Markt gebracht. Grund hierfür ist sicherlich auch die 2014 in den Vereinigten Staaten gestartete Verfilmung des Buchs mit den Stars Michael C. Hall (Dexter), Sam Shepard (Homo Faber) und Don Johnson (Miami Vice). Der Trailer für die Verfilmung findet sich hier:
Stephen Colbert war schuld. In seiner Latenight-Show hypte er Edan Lepuckis Roman California als Gegenentwurf zu Amazon. In der Folge avancierte das Buch zu einem Verkaufsschlager bei den stationären amerikanischen Buchhändlern und wurde zur Erfolgsgeschichte. Nun hat sich der Blumenbar-Verlag die Rechte an der deutschen Version des Buchs gesichtert und bringt den Titel in der Übersetzung von Gesine Schröder für den deutschen Markt heraus.
Die Geschichte, die Edan Lepucki in ihrem Buch erzählt, ist die einer klassischen Dystopie. Die Sozialverbände und bisherigen gesellschaftlichen Strukturen haben sich aufgelöst, Amerika liegt am Boden und die Bevölkerung lebt verstreut in der Wildnis.
Auch Cal und Frida, ein junges Paar, haben den Rückzug in die Natur angetreten und leben ein einfaches, aber autarkes Leben. Anderen Menschen begegnen sie fast nicht und es könnte alles in Ordnung sein – wenn Frida nicht schwanger wäre.
So ist das Paar gezwungen, den Weg aus der Wildnis anzutreten, um sich einer Kommune anzuschließen. Denn in den größeren und abgeschotteten Verbänden gibt es eine bessere Versorgung und höhere Doch Cal und Frida ahnen nicht, wem sie hinter den Mauern der Community begegnen.
California ist ein Buch, das die momentane amerikanische Gesellschaft in Frage stellt. Lepucki sensiblisiert dafür, wie fragil unsere Gesellschaftsordnung doch ist.
Sie zeichnet ein eindrückliches Bild einer Gesellschaft am Boden. Der alte Spruch Homo homini lupus est des römischen Dichters Plautus erhält im Buch der Amerikanerin neue Bedeutung.
Sie zeigt, wozu Menschen in Extremsituationen fähig sein können. Obwohl California nicht zu explizit ist, schafft es die Autorin eine finster dräuende Atmosphäre im Buch heraufzubeschwören. Das Buch ist eine Dystopie und ein Weiterdenken amerikanischer Zustände zu einem beängstigenden Bild, von dem man sich wünscht, es würde nicht wahr werden.
Für einen Debütroman ist dieses Buch doch ganz rund und überzeugend gelungen. Gerade inmitten all der aktuellen Wohlfühlliteratur eine wohltuende Gegenstimme, die mahnt und erinnert, wie brüchig doch alle Idylle ist.