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Julia Schoch – Das Vorkommnis

Biografie einer Frau

Zu meinen für das Literaturjahr 2022 geäußerten Wünschen zählte auch der, dass es mit dem autofiktionalen Schreiben ein Ende haben möge. Alle Verlage warfen in letzter Zeit immer Bücher dieser Machart auf den Markt: fiktionalisierte Autobiographien, Memoirs, Autofioktionales, nach wahren oder doch nicht so wahren Begebenheiten Erzähltes. Die Nachfrage war und ist groß. Bei mir allerdings nicht mehr. Denn ich bin eindeutig übersättigt.

Nach dem Knausgard’schen tausendseitigen Mammutzyklus, Eshkol Nevos Selbstinterview, Krachts Schweizerkundung, Alem Grabovacs Kindheit, Julia Francks Welten auseinander, Jan Wilms Schneebuch sowie dutzend anderer Bücher, etwa von Christian Dittloff, Edgar Selge, Helen McDonald, Monika Helfer, Annie Ernaux, Joachim Meyerhoff, Helga Schubert oder Tove Ditlevsen, hoffte ich, dass der Trend des autofiktionalen Schreibens passé sei.

Das Erzählen von Familiengeschichte oder Teilen der (vermeintlich) eigenen Biografie, das Spiel mit Wahrheit und Fiktion, das Hineinschreiben des Alter Egos der Autor*innen in die Texte, all das wirkte in seinem Kreisen um die eigene Befindlichkeit auf mich zunehmend manieriert und kalkuliert. Obschon viele der obigen Autor*innen tolle Geschichten zu erzählen haben und einige Vitae in ihrer literarischen Form zu überzeugen wussen, litt ich einfach an Übersättigung, aus der heraus sich auch mein Wunsch nach einem Ende dieses Trends speiste.

Es geht weiter in Sachen Autofiktion

Julia Schoch - Das Vorkommnis (Cover)

Dass mein Wunsch nach einem Ende des Booms so schnell noch nicht in Erfüllung geht, das zeigt sich nun mit Julia Schochs neuem Buch Das Vorkommnis. Wieder ist es eine Schriftstellerin namens Julia, die aus der Ich-Perspektive ein Erlebnis schildert, das in ihr eine Erschütterung auslöst und zu viel Reflektieren und Nachdenken führt, woran uns Schoch in ihrem Buch ausführlich teilhaben lässt.

So stellt sich der Autorin nach der Lesung beim Signieren eine Frau vor, die sich ihr als Halbschwester offenbart. Die Autorin umarmt die Schwester in einer Übersprungshandlung, die wahren Schockwellen entstehen dann erst aber langsam danach.

Zusammen mit ihren Kindern und ihrer Mutter fliegt die Schriftstellerin in die USA, wo sie in Bowling Green in einem Studentenwohnheim wohnt und Vorlesungen hält. Während ihr Vater daheim mit dem Tod ringt, versucht sie in der Ferne ihr eigenes Verhältnis zu ihrem Vater, ihrer Schwester und ihrer eigenen Familie zu klären und hinterfragt die eigenen Erinnerungen an ihre Beziehungen und ihre Rolle als Mutter.

Das Kreisen um das eigene Ich

In kurzen Kapiteln (72 Stück auf gut 190 Seiten) durchmisst die Erzählerin die eigenen Gedanken und kreist viel um das eigene Ich, während in Sachen äußerer Handlung nur wenig passiert. Was definiert uns als Familienmenschen? Was macht Beziehungen aus? Das sind die Fragen, die Schoch in ihrem Roman umtreiben. So kommt es auch innerhalb des Romans zu einem Nachdenken über das Wesen der Fiktion, die Schoch im Bezug auf Familie hier so beantwortet:

Familie ist Fiktion.

Daran ist nichts Schlimmes. Fiktionen sind keine Täuschungen. Fiktion bedeutet dem Wort nach das Erdenken und Hervorbringen einer neuen Welt. Sie ist eine Möglichkeit, über einen kleinen Umweg in die Wirklichkeit zu gelangen“

Julia Schoch – Das Vorkommnis

Während der Lektüre beschlich mich öfter der Gedanke, dass ich hier eher dem Niederschreiben persönlicher Gedanken und einer Wirklichkeitsfindung als einem wirklich erzählerischen Werk im Sinne eines klar strukturierten und zielgerichteten Text beiwohne. Zwar fliegt die Autorin in die USA und erlebt auf dem Campus Begebenheiten, der Fokus des Buchs liegt für mich aber im assoziativen Aufrufen von Vergangenem und Erinnertem.

Auch ist für mich die Genrezuordnung als Roman wenig treffend, wenngleich dieser Begriff natürlich ein weites Feld ist und verschiedenste Ausformungen erlaubt. Mit meiner Definition des Begriffs des Romans im Sinne eines erzählenden Buchs hat Ein Vorkommnis wenig gemein (und erinnerte mich in manchen Passagen stark an das Buch von Helga Schubert).

Es interessiert mich nur wenig

Und jetzt kommt der Luxus, zu dem mich dieses höchst subjektive Blog befähigt (und in gewisser Weise auch die subjektive Erzählweise von Schochs Buch): insgesamt gesehen interessiert mich das alles allerhöchstens peripher und wusste mich nicht zu überzeugen, obwohl ich dem Buch wirklich eine Chance gab.

Gefühlt schon unzählige Male las oder sah ich Erzählungen, in denen plötzlich ein unbekanntes Familienmitglied auftaucht und in der Folge Fragen darüber entstehen, was man über seine nächsten Mitmenschen eigentlich weiß und zu wissen glaubt (etwa zuletzt bei Michael Robothams Die andere Frau).

Wahrscheinlich bin ich als auf Erzählen und literarische Finesse gepolter Leser einfach die falsche Zielgruppe für dieses Buchs. Aber die recht belanglosen Gedanken, das (für meine Begriffe) überzogene Drama, das aus der Begegnung erwächst, das beständige schriftliche Nachdenken in Verbindung mit einer recht durchschnittlichen Sprache war mir für einen überzeugenden Roman zu wenig. Ich konnte mich – vielleicht auch Mangels völlig anderer Lebenswelt und Erfahrung – in den Kosmos der Ich-Erzählerin einfach nicht einfühlen und betrachtete alles aus einer großen Distanz. Die Erzählerin, die Welt, das Erlebte, es war mir fremd und blieb es das ganze Buch über.

Gewiss, sicher kann man das Nachdenken des Romans als facettierte Darstellung der Gedankenwelt der Protagonistin rühmen, man kann die Biographie einer Frau gelungen finden, man kann Schochs Prosa als genau und reflektiert preisen. Die Spiegelung der eigenen Vita und der brüchigen Familienkonstellation grandios, das Hinterfragen dessen, was man weiß gekonnt und überzeugend ausgeführt. Ein großer Wurf, eine zeitgemäße Reflektion der Rolle der Frau in unserer Gesellschaft.

Alles das wird sicherlich bald in den professionellen Kritiken und Feuilletons zu diesem Buch zu lesen sein, womöglich auch zu Recht und ich war unfähig, das alles aus dem Text zu lesen [Ein kleiner Nachtrag: quod erat demonstrandum]. Aber ich kann es leider wirklich nicht – und es tut mir für das Schochs Buch leid. Aber das ehrliche und persönliche Urteil soll auf diesem Blog stets oberstes Ziel sein.

Fazit

Schochs Vorkommnis hätte ich in Form dieser Verarbeitung nicht lesen müssen. Es lässt mich kalt, löst in mir nichts aus, ist nach dem Zuklappen bei mir schnell in den Hintergrund geraten. Für meinen Geschmack zu banal, literarisch zu uninteressant und erneut ein Beweis, dass es mit mir und dem autofiktionalen Erzählen nichts mehr werden wird. Und so bleibt in Bezug auf diese Art des autofiktionalen Schreibens für mich nur ein Wunsch bestehen, den ich paraphrasiert aus Schochs Text übernehmen möchte:

Ich war wie vor den Kopf geschlagen, gleichzeit wusste ich: Es gibt keine andere Wahrheit als das, was ich sehen und fühlen kann. Und was ich fühlte, war: Es ist vorbei.

Julia Schoch – Das Vorkommnis, S. 134

  • Julia Schoch – Das Vorkommnis
  • ISBN 978-3-423-29021-0 (dtv)
  • 192 Seiten. Preis: 20,00 €

Fatma Aydemir – Dschinns

Im letzten Jahr feierte das Anwerbeabkommen zwischen Deutschland und der Türkei seinen 60. Jahrestag. Medienberichte beschworen noch einmal die Zeit herauf, als Türk*innen als „Gastarbeiter“ gelabelt die deutsche Industrie voranbrachten, ihnen jedoch lange Zeit Anerkennung und Wertschätzung versagt blieb. Als billige Arbeitskräfte waren die Türk*innen in der Wirtschaftswunderzeit willkommen, aber als Mitbürger wollte man sie doch nicht bezeichnen.

Und auch wenn türkisches Leben heute aus Deutschland nicht mehr wegzudenken ist und sichtbarer geworden ist, war es doch ein schwieriger Weg der Assimilierung und der gesellschaftlichen Akzeptanz. Sechzig Jahre ist das Anwerbeabkommen her. Genauso lange hat es auch gedauert, bis ein Deutscher mit türkischem Migrationshintergrund am Kabinettstisch Platz nehmen durfte. Wie lang und steinig dieser Weg war, das lässt sich nun auch in Fatma Aydemirs großartigem neuen Buch Dschinns nacherleben und erfühlen.

Wir riefen nach Arbeitskräften, doch es kamen Menschen

Fatma Aydemir - Dschinns (Cover)

Der berühmte Ausspruch von Max Frisch lässt sich auch auf Aydemirs Buch übertragen, denn hier sind es sechs ganz unterschiedliche Menschen und deren Leben, die die 1986 geborene Autorin in den Mittelpunkt stellt. Den Anfang und das Ende des Buchs bilden dabei Hüseyin und Emine Yilmaz, die die Leben ihrer vier Kinder rahmen. Jedem der vier Kinder ist jeweils ein Kapitel im Mittelteil gewidmet.

Alles beginnt mit Hüseyin, der es endlich geschafft hat. Im Rahmen des Anwerbeabkommens nach Deutschland gekommen hat er zeit seines Lebens hart gearbeitet, um seine Familie zu ernähren. Stets hat ihn dabei der Traum eines eigenen Zuhauses begleitet. Diesen Traum hat er sich nun mit Beginn des Ruhestandes erfüllt. In Zeytinburnu, einem Stadtteil Istanbuls, hat er sich eine Wohnung gekauft und diese mit all dem Luxus versehen, den es in Deutschland in der engen Unterkunft seiner Familie nie gab. Ein Balkon, eine schöne Aussicht, teure Möbel.

Alles ist angerichtet für einen komfortablen Lebensabend in seiner Heimt – doch Hüseyin wird ihn nicht mehr erleben. Noch bevor seine Familie die Wohnung in Augenschein nehmen kann, stirbt Hüseyin in seinen eigenen vier Wänden. Am Totenbett kommen sie nun alle zusammen, seine vier Kinder Ümit, Perihan, Hakan, Sevda und seine Ehefrau Emine. Der Tod bringt die fünf Menschen wieder zusammen – und lässt unterschiedliche Lebensentwürfe auf engstem Raum kollidieren. Denn wenn es etwas gibt, das diese Familie verbindet, dann sind es ihre Unterschiede.

Zwei Eltern, vier Kinder, unzählige Unterschiede

Da ist Sevda, die Erstgeborene, die von ihren Eltern erst spät aus der Türkei nach Deutschland nachgeholt wurde. So etwas wie Mutterliebe hat sie nicht erfahren, eher prägten Unverständnis und Ignoranz von seiten der Eltern das Verhältnis, aus dem sie sich durch Abnabelung befreit hat. Ümit, der jüngste der vier Geschwister, kämpft mit seiner Liebe zu einem gleichaltrigen Jungen und soll therapiert werden. Perihan, genant Peri, stürzt sich eher in Abenteuer, konsumiert Drogen und schreibt eine Arbeit über Nietzsche, während Hakan den unangepassten Revoluzzer gibt. Illegale Graffitis, Breakdance, Widerstand gegen die Obrigkeit und Familie, von der er sich nicht verstanden fühlt.

Alle vier Kinder Hüseyins verkörpern geradezu archetypisch die Biografien vieler Kinder mit Migrationshintergrund, die zu ganz unterschiedlichen Rollen in der Gesellschaft gefunden haben. Anpassung oder Widerstand, tradierte Rollenbilder oder Emanzipation – alle unterschiedlichen Antworten auf diese Fragen sind in der Familie Yilmaz durchdekliniert.

Den Abschluss bildet dann Emine, die vor dann wie all ihre Kinder zuvor einen ganz eigenen Blick auf ihre Beziehung mit Hüseyin und ihre Kinder hat. Unverständnis, ererbte Vorstellung und Hilflosigkeit prägen das Miteinander der ersten und zweiten Generation, das sich vor allem im Streitgespräch zwischen ihr und ihrer Tochter Sevada Bahn bricht. Goßartig gelingt es Fatma Aydemir, diese unterschiedlichen Lebensentwürfte und Sichtweisen miteinander agieren zu lassen.

Sie stellt die Ansichten nebeneinander, enthält sich aber einer Bewertung und überlässt diese den Leser*innen. Alle Sichten haben ihre Existenzberechtigung und so etwas wie einen falschen oder richtigen Lebensentwurf gibt es nicht. Das Leben mit Migrationshintergrund ist pluralistischer und diverser, als es uns in diesen populistischen Zeiten oftmals glauben gemacht werden soll. Damit ist aber längt auch noch nicht gut, denn es gibt viel zu tun, bis der Weg zur Gleichheit und Geichstellung erreicht ist, wie dieses engagierte Buch zeigt.

Von der Akzeptanz des vermeintlich anderen

Noch immer sind Menschen mit (türkischem) Migrationshintergrund in der Öffentlichkeit wenig sichtbar, auch wenn über 2,8 Millionen Menschen einen türkeistämmigen Hintergrund haben (so zumindest der letzte Stand aus dem Jahr 2018). Die Bildungs- und Aufstiegschancen sind geringer – und wer hierzulande eine Wohnung sucht, und Yilmaz oder Hakanoglu heißt, auch der hat es schwerer. Da sind die Worte von Ex-Bundeskanzlerin Merkel im Rahmen des Festaktes zum 60. Jubiläum des Anwerbeabkommens ein hehrer Wunsch, dem die Realität noch nicht standhält.

Denn die Frage ist: Wie lange muss man, wenn man einen Namen hat, der erkennbar nicht deutschen Ursprungs ist, sich eigentlich integrieren, bevor man integriert ist? Da, finde ich, muss jeder auch die Chance haben, spätestens mit der Erlangung der deutschen Staatsbürgerschaft als Teil dieses Landes angesehen zu werden. Da darf der Name dann keine Rolle mehr spielen.

Angela Merkel in ihrer Rede zum Festakt des Anwerbeabkommens am 31.08.2021

Wie komplex es ist, zwischen zwei Ländern und Ethnien aufzuwachsen, das zeigt sich in Dschinns eindrücklich. Die Kämpfe um einen Platz in der Gesellschaft und die Akzeptanz des eigenen Ichs, sie dekliniert Fatma Aydemir hervorragend durch und zeigt, wie die Frage der Herkunft oftmals noch das entscheidende Kriterium ist, das unser Leben bestimmt. Besonders in der Lebensgeschichte von Peri wird dies klar, da sie besonders die um die Frage ihrer Herkunft und mögliche kurdische Wurzeln ihrer Familie kreist.

Verständnis für das vermeintlich Fremde

Wer Dschinns liest, der bekommt Verständnis für das vermeintlich Fremde und erkennt, wie deplatziert die Abwertung oder Ausgrenzung anderer Menschen ist, die womöglich anders heißen oder aussehen, als man das es selbst kennt. Dieses Buch ist zutiefst humanistisch in seinem Kampf für mehr Verständnis und Toleranz und ein echter Empathie-Booster.

Wer Fatma Aydemirs Buch liest, dem wird klar, dass es die Frage nach dem richtigen Leben, der Emanzipation und dem Finden eigener Werte und eines Kompasses ist, die uns über alle vermeintlichen Grenzen hinaus eint – auch im Kampf mit der eigenen Familie.

Und auch wenn die Handlung des Buchs im Jahr 1999 spielt, so bleibt doch ein Gefühl der Zeitlosigkeit zurück was diese Fragen und unser aller Bedürfnis nach Individualität und einem Platz im Leben angeht.

Zudem ist das Buch auch literarisch spannend gearbeitet. So wählt Fatma Aydemir für die erste und zweite Generation unterschiedliche Erzählperspektiven und lässt auch die Frage stehen, wer die Dschinns nun sind, die das Leben der Yilmazens beeinflussen. Ist es eine Figur, die sich erst spät im Gespräch offenbart, sind es wirklich Geister in der Istanbuler Wohnung oder doch noch einmal eine ganz andere Erzählinstanz? Hier neigt Aydemirs Buch genauso wie in der Bewertung der unterschiedlichen Lebensentwürfe nicht zu einer eindeutigen Antwort – was ich sehr goutiere.

Fazit

So ist Dschinns ein enorm starker Frühjahrstitel, der Lebenswürfe und die Frage der eigenen Identität gekonnt verhandelt. Fatma Aydemir erzählt von einer Familie, die ihre Unterschiede eint und zeigt, welch langer Weg hinter der deutschen und türkischen Gesellschaft in diesem Land liegt – und welcher noch zu gehen ist. Ein literarisch wie thematisch überzeugender Roman mit humanistischem Kern, der zwar anders als Aydemirs 2017 erschienenes Debüt Ellenbogen gearbeitet ist – aber erneut wieder überzeugend um die Frage von Herkunft und Identität von Deutsch-Türk*innen kreist.


  • Fatma Aydemir – Dschinns
  • ISBN 978-3-446-26914-9 (Hanser)
  • 368 Seiten. Preis: 24,00 €

Percival Everett – Erschütterung

Was macht es mit einem, wenn dem eigenen Kind die Diagnose einer tödlichen Krankheit gestellt wird? Percival Everett hat darüber in Erschütterung geschrieben – und ein echtes Highlight in diesem jungen Bücherjahr geschaffen.


Im Mittelpunkt seines Romans steht der Geologieprofessor Zach Wells. Dieser arbeitet am Lehrstuhl seiner Universität und hat sich dem Spezialgebiet der Geologie-Paläobiologie verschrieben. So hält er (nach eigener Einschätzung) im wahrsten Sinne des Wortes knochentrockene Vorlesungen über Sedimentablaberungen und Funde von ausgestorbenen Lebewesen und unternimmt Exkursionen mit seinen Studierenden.

Ich wusste wahnsinnig viel über eine spezielle Höhle namens Naught’s Cave im Grand Canyon und die Vogelwelt, die darin heimisch war. Wie obskur ist das? Nun ja, ich wusste mehr als die meisten Leute. Der Vollständigkeit halber sollte ich darauf hinweisen, dass die meisten Leute über fast alle anderen Dinge mehr wussten als ich.

Percival Everett – Erschütterung, S. 10

Eine Erschütterung des eigenen Lebens

Percival Everett - Erschütterung (Cover)

Privat ist es vordergründig eine Bilderbuchexistenz, die Zach Wells führt. Mit seiner Frau Meg und Tochter Sarah lebt er in Altadena ind Kalifornien, hat sein gesichertes Auskommen und eigentlich keine größeren Sorgen. Zwar ist die Liebe zu seiner Frau längst einer tolerierenden Ko-Existenz gewichen und der große Sinn im Leben fehlt, doch wirkliche Probleme fühlen sich anders an.

Wie, das muss Wells nach einigen beunruhigenden Zwischenfällen erfahren. So übersieht seine junge Tochter im gemeinsamen Schachspiel eine Figur, die deutlich vor ihr steht. Gravierendere Ereignisse folgen. Die Tochter wirkt wie abwesend und hat zwischendurch Anfälle, die sich weder Zach noch seine Frau erklären können. Eine Konsultation bei Ärzten bringt die niederschmetternde Erkenntnis, dass ihre Tochter am Batten-Syndrom leidet. Hierbei handelt es sich um eine unheilbare Krankheit, die mit Erblindung, Verlust von intellektuellen und motorischen Fähigkeiten und Krampfanfällen einhergeht.

Der Verlust von Sicherheit

Die Diagnose erschüttert die zuvor so sicher geglaubte Lebenswelt des Professors und löst ebenjene titelgebende Erschütterung seiner Existenz aus. So überlegt er während einer gemeinsamen Wanderung in den den nahen Bergen:

Wie schon zuvor betrachtete ich meine Tochter von hinten, studierte ihre schreckliche Schönheit, widmete mich meiner schrecklichen Liebe. (…) Ich erinnerte mich an den Augenblick, in dem das geschehen war. Sarah war drei Monate alt, und obwohl ich bei allen mit dem Vatersein verbundenen Ängsten glücklich war, war mir meine Liebe zu meiner Tochter bis zu diesem Tag abstrakt, amorph, distanziert vorgekommen. Ich wischte mir gerade ihren sauren Speichel vom Hemd, als ich in ihr ziemlich ausdrucksloses kleines Gesicht sah, und es war um mich geschehen. Restlos. Vollständig. Unverzeihlich.

Und nun war ich hier auf diesem öden Berg, in diesen Wäldern,und ging ihr hinterher. Falls ein Bär oder ein Puma aus dem Unterholz käme, würde ich ihn mit bloßen Händen töten, um sie zu beschützen. Meine einzige Aufgabe im Leben bestand darin, dieses kleine Tier am Leben zu halten, und das konnte ich nicht. Hinter ihr auf diesem Pfad überlegte ich nicht, dass ich ein guter Vater, ein liebevoller Vater sein, sondern, dass ich weiterhin Vater bleiben wollte.

Percival Everett – Erschütterung, S. 128

Die Rettung in Form einer Jacke

Inmitten dieser Grenzerfahrung findet Zach Wells eher zufällig Ablenkung und neuen Sinn. In einer auf Ebay bestellten Secondhand-Jacke versteckt sich ein kleiner Zettel mit einem spanischsprachigen Hilferuf. Dieser setzt ihn auf die Fährte amerikanischer Nazis, die auf ihren Anteil am Verschwinden junger Frauen im kalifornisch-mexikanischen Grenzland haben. In diesem Hilferuf findet Wells Sinn und Ablenkung und erfährt damit auch einen neuen Weg aus seiner in Routine und Angst erstarrten Welt.

Erschütterung ist das Psychogramm eines mittelalten Akademikers, dessen sicher geglaubte Existenz gehörig ins Wanken gerät. Und während Richard Russo aus dieser Ausgangslage jüngst ein ironisch-heiteres Porträt zauberte, ist die Registerwahl von Percial Everett eine ganz andere.

Eindringlich und literarisch überzeugend

Zwar kann man Erschütterung auch als Campusroman lesen – es sind alle Zutaten vorhanden, inklusive Unibesetzung mitsamt aktueller Rassismus-Debatte. Aber es ist das Privatleben und die Bindung zu seiner Tochter, die in diesem Roman den größten Raum einnimmt. Everett konzentriert sich ganz unmittelbar auf Zach Wells, der als Ich-Erzähler aus seiner kleinen, abgeschlossenen Welt erzählt. Und dennoch findet sich hier bei allem Kokettieren mit der eigenen Belanglosigkeit Tiefe und Wucht, da es Everett hervorragend gelingt, die seelischen Erschütterungen seines Protagonisten zu vermitteln und fühlbar zu machen. Das Ringen mit den eigenen Gefühlen, Tochterliebe, eheliche Erstarrung – all das schildert Percival eindringlich und literarisch überzeugend.

Immer wieder zerteilen kleine Schnipsel wie etwa Schachstellungen oder wissenschaftliche Kurzbeschreibungen die Gedanken und Schilderungen von Zach Wells. Er erzählt von seinem universitären Alltag, den Verlockungen und der Suche nach der Wahrheit hinter dem Hilferuf. All das ist bestechend komponiert und entwickelt wirklich einen Sog, der erst mit der letzten Seite abreißt. Hier ist nichts zuviel, keine Belanglosigkeit oder Geschwätzigkeit. Erschütterung ist das Proträt eines Mannes, der sämtliche Gewissheiten verliert und der dennoch das Richtige tun will. Everett vermisst die Seele seines Helden, die Landschaft im amerikanisch-mexikanischen Grenzgebiet und erzählt daneben auch en passant einen Krimi, der neben der Vielzahl von anderen Romanen mit gleichem Schauplatz bestehen kann.

Fazit

Erschütterung ist ein starker Roman, der von Nikolaus Stingl übersetzt nun bei Hanser erschienen ist. Percival Everett gelingt das eindringliche Bild eines Akademikers, dem seine Gewissheit abhandenkommt und der sich mit einem drohenden Verlust abfinden muss, obwohl er sich doch so bequem in seinem Leben eingerichtet hat. Bestechend erzählt und schon jetzt einer dieser Frühjahrstitel, die man unbedingt auf dem Schirm haben sollte.

Und nicht zuletzt ist dieses Buch auch der rare Fall eines Romans, dessen deutscher Titel deutlich treffender als das amerikanische Original namens Telephone ist.

  • Percival Everett – Erschütterung
  • Aus dem Englischen von Nikolaus Stingl
  • ISBN 978-3-446-27266-8 (Hanser)
  • 288 Seiten. Preis: 23,00 €

Una Mannion – Licht zwischen den Bäumen

Noch einmal Coming of Age, noch einmal Rückschau auf die eigene Kindheit und einen entscheidenden Sommer, der alles veränderte. Und auch wenn ich gerade an völliger Übersättigung dieser Art von Romanen leide (siehe hier, hier, hier, hier oder hier) – Licht zwischen den Bäumen ist doch ein prima Roman in High-End-Ausfertigung. Bibliophil gestaltet in der kundigen Übersetzung von Tanja Handels entführt Una Mannions Buch in die Wälder Pennsylvanias in einem Sommer in den 80er Jahren.

Die Ich-Erzählerin Libby Gallagher nimmt uns mit auf den Valley Forge Mountain, auf dem sie zusammen mit ihren vier Geschwistern und ihrer Mutter ein abseits gelegenes Haus bewohnt. Der dicht bewaldete Berg ist bekannt für das Lager, das George Washington damals dort während des amerikanischen Unabhängigkeitskriegs aufschlagen ließ, um den Winter zu überstehen. Fast 2500 Soldaten fanden dort den Tod, verhungerten und erfroren. Nicht weit von diesem historischen Ort entfernt liegt das Haus der Familie, dessen umgebender Wald für Libby eine ideale Spielwiese darstellt.

Eine Familie unter Druck

Una Mannion - Licht zwischen den Bäumen (Cover)

Für das junge Mädchen bedeutet der Wald Rückzug und Entspannung von der Familie. Denn Libbys Familie gleicht oftmals einem unter Druck stehenden Kessel. Alle Geschwister sind höchst unterschiedlich, die Mutter verheimlicht ihren neuen Freund vor der Familie und man streitet und debattiert, bis die Fetzen fliegen. In einer solchen angespannten Lage lernen wir auch die Gallaghers zu Beginn des Buchs kennen, als ein Streit im Auto auf der Rückfahrt nach Hause eskaliert. Libbys Mutter setzt daraufhin Ellen am Straßenrand aus, damit diese zu Fuß nach Hause läuft.

Diese Entscheidung ist der Auslöser aller weiteren Ereignisse im Roman. Denn auf dem langen Weg nach Hause will Ellen per Anhalter etwas erträglicher machen und steigt zu einem Mann ins Auto, dem sie später nur mit Mühe und Not entkommen kann. Die Zeiten sind eh beängstigend für Libby und ihre Geschwister, die Morde von Charles Manson und seiner Gruppe liegen gerade einmal ein paar Jahre zurück, der Vietnamkrieg ebenfalls, das Massaker in Amityville ist auch in den 80er Jahren noch sehr präsent und befeuern die kindliche Fantasie. Als nun auch noch Ellen von dem gruseligen Mann erzählt, in dessen Auto sie sich wiedergefunden hat und in dem sie sexuell belästigt wurde, sitzt der Schock vor allem bei Libby tief.

Coming of Age und Familienporträt

Der Bericht von Ellen setzt Entwicklungen in Gang, die sich nicht mehr so leicht einfangen lassen. In jenem Sommer zwischen Lagerfeuer-Parties, Einbruch ins Schwimmbad und erster Liebe entspinnen sich gefährliche Dynamiken, die für Ellen und ihre Geschwister handfeste Gefahr bedeuten.

Licht zwischen den Bäumen ist ein klassischer Coming-of-Age Roman, das Porträt eines Mädchens, das nach einer Richtung im Leben sucht und der Blick in das turbulente Innere einer Familie.

Aus den klassischen Genre-Zutaten (ein junges Mädchen an der Schwelle zum Erwachsenwerden, ein entscheidender Sommer, der Einbruch von Gefahr und Verderben in die vormals heile Welt) vermengt Una Mannion mit einem genauen Porträt der Familie Gallagher, die seit dem Tod des aus Irland stammenden Vaters zunehmend auseinanderdriftet. Sie erzählt bildreich vom Leben der Familie am Berg dort im County Schuylkill, das sich eher am unteren sozialen Rand abspielt.

Auch wenn man die Familie nicht unbedingt als sozial randständig bezeichnen kann – Armut und Vernachlässigung haben sie trotzdem erfahren. Das Gras wird nicht geschnitten, das Haus nicht mehr gepflegt, die Mutter schleicht sich zu ihrem Liebhaber davon, Libby muss mit Babysitten das Einkommen aufbessern. Alles Anzeichen dafür, dass auch diese Familie unablässig auseinandertreibt, ehe sie die Ereignisse um Ellens Anhaltererlebnis schlussendlich wieder zusammenführen.

Fazit

Irgendwo zwischen den popkulturellen Phänomenen „Stand by me“ oder „Stranger Things“ angesiedelt erzählt Una Mannion eine spannende Geschichte aus dem amerikanischen Hinterland und zeigt eine Familie im Auflösungszustand. Ein unterhaltsames Buch, das einen Sommer in den 80er Jahren dort in Pennsylvania noch einmal zurückholt.

Mehr Meinungen zu Licht zwischen den Bäumen gibt es bei Zeichen&Zeiten und im Blog der Buchhandlung Die Insel.


  • Una Mannion – Licht zwischen den Bäumen
  • Aus dem Englischen von Tanja Handels
  • ISBN 978-3-95829-973-3
  • 344 Seiten. Preis: 24,00 Euro

Christina Walker – Auto

Zu den übergreifenden Themen des Buchmarkts in letzter Zeit gehört unzweifelhaft die Einsamkeit des Einzelnen und die Betrachtung des aus der Gesellschaft herausgelösten Ichs. Schon vor vier Jahren beschrieb der Soziologe Andreas Reckwitz in Die Gesellschaft der Singularitäten die sich stetig ausdifferenzierende aufspaltende Gesellschaft, die eher das Einzigartige denn das Verbindende anstrebt.

Diana Kinnert schlug mit ihrem Buch Die neue Einsamkeit in die gleiche Kerbe und porträtierte eine Gesellschaft, in der der Einzelne nicht mehr in Verbindung mit den anderen tritt, sondern die Einsamkeit um sich greift. Jüngst näherte sich auch Daniel Schreiber dieser Einsamkeit mit seinem Buch Allein an und beschrieb die Spannungen zwischen Individuum und Gesellschaft. Und auch Rüdiger Safranski beleuchtet in Einzeln sein diesen Komplex, bezogen auf die Geschichte der Philosophie.

Neben der Sachliteratur widmet sich auch die Belletristik der Frage des Einzelnen in der Gesellschaft, wie etwa Maarten ´t Hart in seinem Roman Der Nachtstimmer, in der er von einem einsamen Eigenbrötler erzählte, der durch der Auftrag der Stimmung einer Orgel langsam aus seiner Vereinzelung herausfindet. Und auch der Debütroman der in Augsburg lebenden Schriftstellerin Christina Walker lässt sich in diesem Gesamtkontext lesen. Sie betrachtet das Spannungsfeld zwischen Individuum und Gesellschaft, indem sie von einem Verlagsvertreter erzählt, der radikal aussteigt beziehungsweise einsteigt, und zwar in sein Auto.

Flucht ins Auto

Christina Walker - Auto (Cover)

Das Auto ja eine schöne Metapher für den Zustand unserer dauerbeschleunigenden Welt im Kapitalismus. Immer schneller, immer maßloser im Verbrauch, stets auf der Überholspur drängelnd, um irgendwo anzukommen, wo man bald wieder wegmuss oder will. Ohne Tempolimit heizt man über die Autobahnen, Stillstand ist nicht erwünscht. Die einen verkaufen die Dauerbeschleunigung als Freiheit, für die anderen bedeutet dieses Leben nur Stress und Gefahr. Man weiß, das Auto kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein, das Benzin ist endlich, die Ausnutzung der meisten Mobile ineffizient – und doch gilt vielen das Auto und seine damit verbundene Beschleunigung des Lebens als heilig.

Busch ist einer, der dieses Beschleunigen des eigenen Lebens und seines Umfelds nicht mehr mittragen will. Fuhr er früher die Buchhandlungen im süddeutschen Raum von Stuttgart bis Bamberg mit dem Auto an, ist er schon seit längerem auf den Zug umgestiegen, belächelt von den Kollegen. Doch damit ist nun Schluss, Busch ist ausgestiegen aus dem Hamsterrad. Genug von Ansichtsexemplaren in Rollkoffern, von Buchhandlungen, in denen mehr Gin als Bücher verkauft wird, genug von Seminaren zur Effizienzsteigerung und Karriere.

Er hat hingeschmissen und hat Quartier bezogen in seinem alten stillgelegten Mercedes, der im Hof vor seinem Haus steht. Die Wohnung seiner Familie betritt er nur, um zu Duschen oder sich etwas Essen zu holen. Ansonsten ist der Mercedes zu seinem neuen Lebensmittelpunkt geworden, von dem aus er die Welt betrachtet. Er schickt seinem Sohn Morsezeichen oder kommuniziert über Schriftzüge auf der beschlagenen Badezimmerscheibe. Der örtliche Friseur, der demente Mitbewohner im Haus, alle sie lernt er nun aus einer neuen Warte kennen. Er hat sich selbst diverse Regeln auferlegt, nach denen er nun seinen neuen Alltag gestaltet (Regel 4: Sentimentalitäten kurz halten, Regel 2: Alle Eigenbewegung auf das Nötigste und Wichtigste reduzieren).

Mit seiner neuen Lebensweise eckt er schnell an, ruft Argwohn und Ablehnung hervor, andere beneiden Busch insgeheim um sein neues Dasein im Auto. Eine Katze besucht ihn und er übt sich als Fürsprecher und Schützer der Ameisen, die den Hinterhof bevölkern. Wie eine Art mobiler Klausner lebt Busch fortan in seinem Auto, erschließt sich seine unmittelbare Umgebung auf kurzen Ausflügen, wobei das Automobil als Orientierungspunkt und Zuflucht dient. Und auch der Blick auf seine eigene Familie ändert sich und offenbart neue Erkenntnisse.

Eine vieldeutige Lektüre

Mit Auto hat Christina Walker ein Buch geschrieben, das sich auf verschiedene Art und Weise lesen und deuten lässt. Eine Fabel über Karriere und Kapitalismus, die Geschichte einer Persönlichkeitsveränderung, eine Neuinterpretation von Oblomow, eine Groteske über das Aussteigertum? All das lässt sich aus Auto herauslesen und entzieht sich einer ganz genauen Zuordnung, was definitiv eine Stärke dieses Texts ist.

Dies gelingt Christina Walker, indem sie das Bild von Busch wie ein hingetupftes Aquarell zeichnet. Die Sätze sind zumeist kurz, viele Absätze vermischen Vergangenes und Gegenwärtiges. Wie Busch ins Auto kam, was er bei seinem Eremitendasein im Auto so erlebt, das zeigt die Augsburgerin nur in kurzen Skizzen oder Schlaglichter. Übergreifende Erzählbogen oder tiefenscharfe Ausleuchtung der Protagonisten gibt es in diesem gut 200 Seiten starken Buch nicht. Stattdessen fokussiert sie sich stärker auf die Eindrücke und Erlebnisse, die Busch durch den Kopf schießen und die ihn zu seinem Ausstieg beziehungsweise Einstieg ins stillgelegten Auto bewogen haben.

Das befördert die Interpretationsmöglichkeiten dieses Buchs, die von Businessfabel bis zu psychologischer Fallstudie reichen. Dies ist ein Buch, das einlädt, nach der Lektüre in den Austausch zu treten ob der unterschiedlichen Lesearten und dem persönlich grundierten Blick, der aus Auto sicherlich vielgestaltige Lektüreeindrücke entstehen lässt.

Fazit

Die Geschichte dieses modernen Klausners Busch, dem alles zu viel geworden ist, und der in der Einsamkeit seines Autos Trost und Therapie findet ist eine vieldeutige Lektüre. Christina Walkers Debüt erzählt von Einsamkeit, Stillstand und dem Heraustreten aus unserer Hochleistungsgesellschaft. Eine zarte Lektüre, konzentriert und auf viele Arten lesbar. Walker besitzt den Mut, genau hinzuschauen und ihre Geschichte konsequent zu entwickeln. Dass ihr für den Anfang des Romans der Vorarlberger Literaturpreis und im vergangenen Jahr der Schwäbische Literaturpreis zuerkannt wurden, das ist eine kluge Entscheidung, wie dieser Roman beweist.


  • Christina Walker – Auto
  • ISBN 978-3-99200-309-9 (Braumüller)
  • 208 Seiten. Preis: 20,00 €