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Adriano Sack – Noto

Sizilien als Sehnsuchts- und Trauerort. Adriano Sack erkundet in seinem Roman Noto die Landschaften der italienischen Insel und zugleich die Seelenlandschaften seines Helden, der einen Todesfall verwinden muss. Es entsteht so ein durchaus stimmiger Roman, dem man die oftmals exaltierten und prätentiösen Figuren am Ende gerne nachsieht.


Italien, altes Sehnsuchtsland. Seit jeher zieht es die Menschen in das Land, in dem die Zitronen blühen und in dem la dolce vita alle anderen Aspekte von organisierter Gewalt bis hin zum politischen Rechtsruck locker in den Schatten stellt. Adriano Sack fügt dieser Facette an Italiensehnsucht einen weiteren Roman hinzu und erzählt zugleich von zwei Figuren, die dieser Italiensehnsucht ebenfalls erlegen sind. Sie haben sich Sizilien als Hort ihrer Träume auserkoren.

Doch mit dem Traum von Italien ist es nicht weit her. Denn Adriano, der sich zusammen mit seinem Mann, dem Ich-Erzähler Konrad, ein Haus dort im Süden des Landes gekauft hat, ist verstorben. Und so bricht der Konrad trauerüberwältigt von seiner Wohnung nahe des Tiber in Rom nach Noto auf, um noch einmal zu jenem Haus zurückzukehren, das für seinen Mann und ihn Fluchtpunkt, Zuhause und Verwirklichung all ihrer Sehnsüchte war. Mit im Gepäck hat er einen Teil der Asche seines verstorbenen Partners, irgendwo auf der italienischen Insel will er diese noch verstreuen, um so Abschied zu nehmen.

Trauer in Sizilien

Während er zurückreist, mit der Autofähre nach Palermo übersetzt und sich auch mit dem Gedanken trägt, das gemeinsame Zuhause zu veräußern, drängen immer wieder die Gedanken an das Leben mit Adriano in seine momentane Trauer. Patenkinder, Bekannte und andere Expats, die dem Traum von Sizilien ebenfalls erlegen sind, besuchen Adriano und langsam entfaltet sich ein Bild des Lebens dort auf jener Insel, die an guten Tagen wie dem berühmten Roman Giuseppe Tomasi di Lampedusas nachempfunden zu sein scheint, wie Konrad einmal bemerkt. Ebenso wird auch die tiefe Liebe zwischen den beiden Männern offenbar, die in ihrer Gegensätzlichkeit zueinander gefunden haben.

So gelingt dem Journalisten und Autor Adriano Sack ein Doppelporträt einer großen, queeren Liebe, und einer Hommage an Sizilien, das bei aller Faszination auch seine Schattenseiten hat. Waldbrände und Müllverbrennung im eigenen Garten, Korruption und Einfluss der Mafia sind nur einige Faktoren, die das Leben dort am Fuße des Ätna trüben.

Zu den Verdiensten von Noto zählt, dass der Roman all das in den Blick nimmt und so ein vielschichtiges Bild der Italiensehnsucht und den Kosten dieser Sehnsucht zeichnet. Auch den Prozess der Trauer und die Verarbeitung des Todes seiner großen Liebe Adriano zeigt Adriano Sack nachvollziehbar und glaubwürdig, indem er auch immer wieder einzelne Erinnerungen oder gegenläufige Stimmen des verstorbenen Partners einflicht und sich Konrad in seinen Erinnerungen verlieren lässt.

Katikatureske Figuren und Gwyneth Paltrow im Bärenkostüm

Diese Stärken wiegen die manchmal schon karikatureske Zeichnung vieler Figuren auf, die von skurrilen Auftritten wie Gwyneth Paltrow im Bärenkostüm am Ätna bis zur queeren CDU-Politikerin Annabelle von Gumppenberg reichen, auf deren reichlich dekadenter Hochzeit nicht nur Pasta mit wildem Fenchel und gehobelter Seeschnecke gereicht werden, sondern sogar ein Double von Mick Jagger auftreten darf.

Der belgische Starkoch hat es sich scheinbar einfach gemacht. Laut dem dem handgeschriebenen Hochzeitsmenü, das an jedem Platz liegt, gibt es Crudo di frutti di mare, als rohe Meeresfrüchte. Diese hier sind allderdings so frisch, dass Donatella dramatisch die Hand vor den Mund hält und ruft: „Oh my god. This is pure sex. I want to eat the chef! Grab him, wash him an bring him in my tent!“

Adriano Sack – Noto, S. 310 f.

Derartig überspannte Ausbrüche, Exaltierheit und prätentiöse Figuren und Gehabe gibt es in Noto reichlich. Sie alle werden aber auch immer wieder gebrochen und treffen auf durchaus amüsante Karikaturen wie etwa den an sich berauschten Großfeuilletonisten, der in seiner Hochzeitsrede während der schon erwähnten sizilianischen Vermählung seine eigene Belesenheit und Weltgewandtheit trefflich ausstellt, dafür aber den Anlass seiner Rede ebenso wie den Namen der Braut völlig aus dem Blick verliert.

Fazit

Komik und Tragik, Präzision und Überschwang, Sehnsucht und Flucht liegen in diesem Roman eng beieinander. Dem Journalisten Adriano Sack gelingt das Bild einer großen queeren Liebe und eine Hommage an das vielschichtige Sizilien. Und diesem Bild verzeiht man da die eine oder andere Karikatur auch gerne, besonders, da der Roman von Lizzo über Beyoncé bis zu den Pure Shores zudem einen exzellenten Soundtrack wachruft.


  • Adriano Sack – Noto
  • ISBN 978-3-312-01314-2 (Nagel & Kimche)
  • 336 Seiten. Preis: 24,00 €
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Annika Reich – Männer sterben bei uns nicht

Drei Generationen Frauen, ein stattliches Anwesen am See und ein Todesfall – beziehungsweise gleich mehrere. Davon handelt Annika Reichs neuer Roman Männer sterben bei uns nicht, die darin eine Welt mit auffällig abwesenden Männern zeichnet.


Als ich die erste tote Frau entdeckte, war ich noch keine zehn Jahre alt und wollte angeln.

Annika Reich – Männer sterben bei uns nicht, S. 9

Was für ein erster Satz, mit dem uns Annika Reich in ihre Geschichte lockt und der den Tod als zentrales Motiv ihres Buchs einführt.

Das Haus am See

Annika Reich - Männer sterben bei uns nicht (Cover)

Als die junge Luise am Ufer des stattlichen Herrenhauses (oder im vorliegenden Fall eigentlich eher Damenhauses) angeln möchte, entdeckt sie eine angeschwemmte Tote, die sich am Steg verkeilt hat. Es wird nicht die letzte Tote im Buch bleiben. Denn die ganze Handlung von Männer sterben bei uns nicht ist um eine Beerdigung herum gruppiert, nämlich die von Luises eigener Großmutter.

Diese führte im stattlichen Haus am See das Regiment, hielt als Matriarchin die Fäden zusammen und bestimmte die Geschicke der Familie, bis in den Tod hinein. Für ihre Beerdigung hat sie der Haushälterin Justyna genaue Anweisungen hinterlassen, und so versammeln sich die Frauen ein letztes Mal, um der Großmutter die Ehre zu erweisen.

Im Laufe der mit Rückblenden gespickten Beerdigung ergibt sich allerdings ein sehr ambivalentes Bild. Denn mit mit all den rauschenden Feste, die sie im Herrenhaus am See gab, mit all der zur Schau getragenen Disziplin und den unverrückbaren Grundsätzen ist es nicht weit her.

Drei Generationen von Frauen

So wurde Luises Schwester Leni in der Kindheit kurzerhand in ein englisches Internat abgeschoben, Luises Mutter begreift den Tod der Schwiegermutter als Befreiung – und im Lauf der Geschichte tauchen immer mehr Personen und Geheimnisse auf, von denen Luise zunächst keine Ahnung hatte, passten sie einfach nicht ins Bild, das sich die Großmutter von ihrer Familie gemacht hatte und diese dann kurzerhand zur Seite schob. All das offenbart sich aber erst langsam in diesem Roman.

In meinem Schrankzimmer standen eine Palme und einer kleiner Tisch, auf dem mein eigener Schmuck lag und silberne Bilderrahmen mit Kinderfotos von Olga und mir. Ich hatte Großmutters Turm in meinem Schrankzimmer nachgebaut. Ich war die Erbin der Steine und des Anwesens, der toten, aussortierten und verschwundenen Frauen, ob ich es wollte oder nicht. Ich ging ins Wohnzimmer und setzte mich an meinen Schreibtisch, dann kniff ich die Augen zusammen wie eine schlechte Schauspielerin. Ich reagierte auf Großmutters Tod so, wie sie auf ihren Tod reagiert hätte. Wir weinten nicht.

Annika Reich – Männer sterben bei uns nicht, S. 78

Das Schweigen und die Abwesenheit von Männern

In kurzen Kapiteln montiert Annika Reich ihre Geschichte, die aus der minutiös geschilderten Beerdigung und dem sich langsam entfaltenden Familienstammbaum besteht. Dabei ist der Tod ein Leitmotiv (im Lauf der Geschichte werden es neben der Toten in der Familie auch die Leichen zweier Frauen sein, die Luise angeschwemmt am Hausstrand findet) und insbesondere auch die Abwesenheit der Männer, über deren Verbleib sich die Großmutter und eigentlich die ganze Familie ebenso ausschweigt wie die Verstrickungen der Familie ins „Dritte Reich“.

Erst auf Seite 51, also nach einem verstrichenen Viertels des Romans, findet der erste Mann in Form des verstorbenen Großvaters im Roman Erwähnung. Männer sind in dieser Familie und diesem Roman wirklich nur eine Randerscheinung, wodurch hier ein Roman entsteht, der durchgängig aus weiblicher Perspektive auf die familiären Implikationen über drei Generationen hinweg blickt, die aber eben doch auch nicht frei von patriarchale Mechaniken und Mustern sind.

Das ist durch die erwähnte Doppelstruktur des Romans schnell zu lesen, doch alle Fragen, die Männer sterben bei uns nicht aufwirft, werden im Lauf des Romans nicht wirklich beantwortet. Es bleiben Leerstellen, viel Unausgesprochenes und Nicht-Aufgearbeitetes auch nach den 200 Seiten des Textes bestehen. Mir persönlich hätte ich noch etwas mehr Prägnanz, in sprachlicher und konzeptueller Hinsicht gewünscht, denn so bleibt für mich von dieser so gut wie rein weiblichen Familiensaga über das Ende der Geschichte hinaus das Gefühl einer gewissen Skizzenhaftigkeit bestehen, das Annika Reichs Buch umweht.

Fazit

Wer sich daran nicht stört, der bekommt mit Männer sterben bei uns nicht eine rein weibliche Familiensaga, das Porträt einer eisernen Lady in ihrem Haus am See und eine minutiös geschilderte und geplante Beerdigung zu lesen, die sich doch anders entwickelt, als vorhergesehen. Nicht nur am heutigen Weltfrauentag eine interessante Lektüre.


  • Annika Reich – Männer sterben bei uns nicht
  • ISBN 978-3-446-27587-4 (Hanser Berlin)
  • 208 Seiten. Preis: 23,00 €
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Gabrielle Zevin – Morgen, morgen und wieder morgen

Vor vier Jahren sorgte die Nachricht der damals frischberufenen Leiterin des Deutschen Literaturarchivs in Marbach am Neckar für Aufsehen, als diese verkündete, man wolle künftig auch Computerspiele sammeln und bewahren. Eine überfällige Entscheidung, wie es die SZ nannte, sind Computerspiele doch längst Kulturgut, die in unserer Gegenwart eine größere Breitenwirkung entfalten als so manches Buch. Dass nicht nur die Computerspiele selbst Geschichten zu erzählen haben, sondern auch die dahinterstehenden Entwickler*innen, das zeigt Gabrielle Zevin in ihrem neuen Roman Morgen, morgen und wieder morgen. Dieser erzählt von der Entstehung eines Spieleentwicklerstudios und den kreativen Köpfen dahinter, deren Verhältnis sich sehr komplex gestaltet.


Alles beginnt mit einem ikonischen Videospiel, nämlich Super Mario Brothers. Dieses Spiel zockt der junge Sam Masur in einem Krankenhaus in Los Angeles, als er dort auf Sadie Green trifft, deren Schwester dort ebenfalls im Krankenhaus zur Behandlung ist. Beide Kinder freunden sich über das Videospiel an, da sich Sam als Virtuose an den Controllern erweist. Ihm gelingt es, seine Super Mario-Figur auf der Spitze der Fahnenstange landen zu lassen. Ein Trick, den Sadie bislang noch nirgends beobachtet hat – und der zum Ausgangspunkt der Beziehung der beiden wird.

Sam befindet sich aufgrund eines schweren Autounfalls im Krankenhaus. In den Hügeln Hollywoods kam es zu diesem Unglück, bei dem seine Mutter starb und Sam eine schwere Verletzung am Fuß davontrug. Verletzungen, die ihn zeit seines Lebens zeichnen und belasten werden.

Pflegerinnen und Ärzte fanden bislang kaum Zugang zu ihm – doch im gemeinsamen Spiel mit Sadie kann sich Sam öffnen. Und auch Sadie profitiert, bekommt sie doch für die gemeinsame Zeit mit Sam für ihr soziales Engagement im Rahmen ihrer Bat Mizwat Punkte gutgeschrieben.

Komplexe Dynamiken

Gabrielle Zevin - Morgen, morgen und wieder morgen (Cover)

Doch schon in dieser Frühphase der beiden Kinder an der Schwelle zum Erwachsenenwerden zeigen sich komplexe Dynamiken. Denn nachdem Sam herausfindet, dass das gemeinsame Videospielen Sadie auch zur Auffüllung ihres Punktekontos für die Bat Mizwat diente, erleidet das Verhältnis der beiden einen Riss und wird erst später wieder vom anfänglichen Vertrauen geprägt sein.

Auch das Verhältnis Sadies mit einem verheirateten Dozenten im Rahmen ihres Studiums der Spieleentwicklung in Harvard ist nicht dazu angetan, das Zusammenwirken der beiden jungen Menschen zu vereinfachen, im Gegenteil. Von ihrem Geliebten kommt die junge Studentin auch im Folgenden nicht wirklich los. Spätestens, als die beiden im Rahmen der Entwicklung ihres ersten gemeinsamen Computerspiels Ichigo diesen als Entwickler und Zulieferer für ihre Grafikengine einbinden, entsteht hier eine komplexe Gemengelage, in der im Folgenden auch noch Marx mitmischen wird, der vom verständnisvollen Mitbewohner Sams zum Unterstützer und Manager des Entwicklerduos werden wird.

Während Sam und Sadie Spiele entwickeln, sich stets um die künstlerische Ausrichtung streiten ist es im Folgenden Marx, der die beiden zusammenhält und als Produzent Unfair Games, so der Name der Spieleschmiede, für das Funktionieren des komplexen Trios sorgt, bis ein Zwischenfall das bisher gekannte Miteinander völlig auf den Kopf stellt.

Ein Roman aus der Welt der Entwicklerstudios

Gabrielle Zevin, die bislang in Deutschland eher mit Jugendbüchern und (zumindest in der deutschen Aufmachung) recht kitschig aufgemachten Romanen in Erscheinung trat, gelingt hier ein spannendes Buch, das sowohl in der beschriebenen Thematik als auch in seinem Personal durchaus überzeugen kann.

So gibt es Romane über Videospiele inzwischen häufig – aber ein Roman, der die Welt der Entwicklerstudios spielt und die Arbeit des Spieleerfindens und die Realisation der digitalen Welten beschreibt, das ist doch (zumindest für mich) neu.

Zevin zeigt, wie sich seit den Anfangstagen die Spiele fortentwickeln, die Grafiken, Spielmechaniken und Ansprüche der Spiele ausgefeilter werden, Gewissensentscheidungen und komplexe Abwägungen in die Titel hineinfinden – was sich auch im Verhältnis von Sadie, Sam und Marx spiegelt, das im Lauf des Buchs in dem Maße an Wucht und Dramatik gewinnt, wie auch ihre entwickelten Spiele ambitionierter und populärer werden.

Dabei gelingt es der Autorin auch, mit Erzähleinfällen zu überraschen und neue Blickwinkel zu eröffnen.

Ist es zu Beginn der Dozent und Liebhaber von Sadie, der erbarmungslos alle von den Student*innen vorgestellten Titel verreißt und aburteilt, wenn sie ihn nicht überraschen und Neues bieten, so sieht sich das Buch selbst zunächst diesem Vorwurf der linearen Vorhersehbarkeit ausgesetzt.

Aber spätestens ab der Hälfte des Buch gelingt es Gabrielle Zevin dieses Forderungen auch für ihr Buch selbst umzusetzten und die Leser*innen emotional einzubinden (obgleich so manche der vielfach geschilderten Anziehung und Abstoßung, Depressionen und körperliche Pein des Schmerzenmanns Sam und der Schmerzenfrau Sadie dann doch auch etwas an exzessive Prosa Hanya Yanagiharas erinnern).

Bis zur Mitte schnurrt dieser geschmeidig erzählte Roman durchaus vor sich hin, bietet aber wenig Überraschendes oder Neues – was sich dann spätestens ab dem oben erwähnten Zwischenfall ändert. Ab hier kann Gabrielle Zevin mit eigenen Erzähleinfällen überzeugen, wagt ungeahnte Perspektivwechseln und probiert sich am Ende sogar an der Erzählform eines Computerspiels aus, das sie organisch in die Rahmenhandlung einbettet.

Ein bisschen von diesem inszenatorischen Mut der zweiten Hälfte hätte man auch dem ersten Teil von Morgen, morgen und wieder morgen gewünscht.

Aber auch so ist dieser Roman über die erzählten Inhalte hinaus eine gelungene Reflektion über die eigene Vergänglichkeit und die Möglichkeiten, die ein Computerspiel bieten kann und das, was Spiele mit uns machen.

„Was ist ein Spiel“ fragte Marx. „Es ist morgen, morgen, und wieder morgen. Die Möglichkeit einer unendlichen Wiedergeburt und unendlichen Erlösung. Die Vorstellung, dass du, solange du weiterspielst, gewinnen kannst. Kein Verlust ist von Dauer, denn nichts ist von Dauer, niemals.“

Gabrielle Zevin – Morgen, morgen und wieder morgen, S. 471

Denn dass die Endlichkeit schneller auf uns wartet, als es ein Computerspiel mit seiner Illusion der Unsterblichkeit vorgaukelt, dass weiß nicht nur Banquos Geist in Shakespeares Hamlet (dem auch der Buchtitel entlehnt ist). Das weiß auch die Dichterin Emily Dickinson, die zur Inspirationsquelle für Sadie wird und das weiß und zeigt auch Gabrielle Zevin in ihrem Roman mit der Wucht jener großen Welle des japanischen Künstlers Katsushika Hokusai, die nicht nur das Cover des Buchs ziert, sondern auch Sadie und Sam Anregungen für die Entwicklung ihrer ersten Spiele gibt.

Fazit

Mit Morgen, morgen und wieder morgen gelingt Gabrielle Zevin ein souverän erzählter Roman, der von den Illusionen der Unsterblichkeit, von komplexen Beziehungen und von den Mühen der Spieleentwicklung erzählt. Sie stellt ein komplexes Figurendreieck in den Mittelpunkt ihres Romans und weiß vor allem in der zweiten Hälfte des Romans mit originellen und überraschenden Erzähleinfällen zu punkten, was aus Morgen, morgen und wieder morgen somit eine empfehlenswerte Lektüre macht!


  • Gabrielle Zevin – Morgen, morgen und wieder morgen
  • Aus dem Englischen von Sonia Bonné
  • ISBN 978-3-8479-0129-7 (Eichborn)
  • 560 Seiten. Preis: 25,00 €
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Gabriele Riedle – In Dschungeln. In Wüsten. Im Krieg

Zum Abschied die Erinnerungen. Gabriele Riedle lässt in In Dschungeln. In Wüsten. Im Krieg nach dem Tod eines befreundeten Kriegsfotografen die Gedanken ihrer Erzählerin schweifen. Gedankensplitter und Eindrücke aus dem Alltag einer Kriegsreporterin in Libyen, Lagos, Afghanistan, stets auf der Suche nach dem Weltgeist.


Das Vorurteil, dass es der deutschen Literatur an Welthaltigkeit gebricht, im Falle von Gabriele Riedle lässt sich das nicht bestätigen. Fast im Alleingang nimmt sie die Leser*innen in diesem Buch von an so viele Schauplätze mit, dass es eigentlich für zehn Romane reichen würde, auch wenn es sich hierbei laut Untertitel nur um eine Art Abenteuerroman handelt.

Tod in Misrata

Auslöser dieser Art Abenteuerroman ist der Tod eines befreundeten Kriegsfotografen namens Tim, von dem die namenlose Erzählerin in Berlin im Radio hört. Diese Todesnachricht wirft sie völlig aus der Bahn und löst vielfältige Erinnerungskaskaden aus.

So rauchten und scherzten wir eine ganze Weile, beziehungsweise war es natürlich so, dass nur die Serben rauchten, und sowohl Tim als auch ich begnügten uns inzwischen aus gesundheitlichen Gründen mit billigen Sprüchen, wobei es natürlich besser gewesen wäre, wenn Tim wenigstens erst zehn oder zwanzig Jahre später, aber dann trotzdem noch lange vor der Zeit, beispielsweise an Lungenkrebs verstorben wäre, anstatt schon kurz darauf in Misrata zerfetzt zu werden von der Granate eines schwachsinnigen Gaddafi-Getreuen, eines minderbemittelten Milizionärs oder eines dämlichen Dschihadisten, ich weiß ja bis heute nicht, wer es war, der damals auf Tim feuerte, denn sie hatten aus allen Richtungen geschossen.

Gabriele Riedle – In Dschungeln. In Wüsten. Im Krieg, S. 235

Der Job des Kriegsreporters, er ist einer, der unter ständiger Gefahr stattfindet und bei dem auch der Tod eines permanenter Begleiter ist. Fälle wie der der deutschen Kriegsfotografin Anja Niedringhaus in Afghanistan oder der von Marie Colvin in Syrien zeigen das immer wieder auf bestürzende Art und Weise. Und auch Gabriele Riedle selbst ist Kriegsreporterin, die viele Krisenherde selbst bereiste und für ihre Reportagen aus Saudi-Arabien, Libyen oder Tschetschenien mehrfach ausgezeichnet wurde.

Von Lagos bis Liberia

Gabriele Riedle - In Dschungeln. In Wüsten. Im Krieg. (Cover)

In ihrem Buch zeigt sich die Gefahr auch ständig, auch wenn die Schauplätze des Buchs wechseln mögen. So erinnert sich die namenlose Erzählerin an ihre Einsätze, die sie mit den Taliban-Kriegerin in Afghanistan in Kontakt brachten, erzählt von Reportagen aus den Dschungeln von Papua-Neuguinea oder abtrünnigen Provinzen wie der in Iguschetien. Von Lagos bis Liberia durchmisst die Erzählerin geradezu atemlos die eigenen Erinnerungen.

Besonders letzteres Land unter der damaligen Führung des inzwischen als Kriegsverbrecher verurteilten Charles Taylor hat sich bei ihr tief eingebrannt, verbrachte sie doch Zeit zusammen mit Tim, der sie bei einem jener von den Chefredaktionen in Hamburg oder Manhattan beautragten Einsätzen als Fotograf begleitete. Von diesen Erinnerungen berichtet die Erzählerin genauso wie von den Schwierigkeiten, zuhause zuhause zu sein.

Dann musste man natürlich auch wissen, wie man wieder zu Hause ankommt, wo und was auch immer das war, wohin gehen wir denn?, immer nach Hause, von wegen!, Novalis!, oder Hardenberg!, oder Ofterdingen!, oder wie immer du heißt auf deiner Reise von Eisenach nach Augsburg, heimzukehren war fast das schwierigste aller Unterfangen, viel schwieriger, als sagen wir, eine Expedition zum heiligen Berg Kailash, nach Afghanistan oder ins Innere von Papua-Neuguinea , außer man flog in einem Militärtransportflugzeug in einem Sarg aus Zink, dann wenigstens ging alles wie von selbst, sie luden einen ein und dann luden sie einen wieder aus, und falls sie wussten, was sich gehörte, salutierten sie sogar, die Hand an der Mützer oder wo auch immer, wobei sich das Salutieren und die Hand an der Mütze nach unserem Geschmack durchaus sparen konnten, denn ebenso wenig wie an das deutsche Reinheitsgebot glaubten wir an das Militär (…)

Gabriele Riedle – In Dschungeln. In Wüsten. Im Krieg, S. 130

Atemlose Satzkaskaden

In Dschungeln. In Wüsten. Im Krieg ist ein eigenwilliges Buch mit einer ganz eigenen Sprache, die hohe Konzentration und keinerlei Ablenkung einfordert. Punkte sind die Sache Gabriele Riedles nicht, wie schon die zwei obigen Zitate zeigen. Ihr genügen zwei, allerhöchstens drei Satzpunkte auf jeder Seite, um ihre Satz- und Erinnerungskaskaden vorzubringen und zu strukturieren.

Dabei springt sie an viele Handlungsorte und lässt jede Menge Anspielungen und Assoziation einfließen, wie etwa im obigen Textbeispiel Novalis‘ berühmtes Zitat. Aber auch der gerade vieldiskutierte Karl May, Hegel und dessen Weltgeist oder Operetten-Anspielungen finden sich immer wieder im Text, bei dem das Zuhause der Erzählerin in der Goethestraße in Berlin zwar kein wirkliches Zuhause ist, ihr auf den Namen West-Östlicher Diwan getauftes Sitzmöbel aber ein schönes Bild für die Pole im Wesen und Arbeiten der Erzählerin darstellt, die stets dem Weltgeist hinterherspürt.

So bringt In Dschungeln. In Wüsten. Im Krieg die weite Welt mit all ihren Konfliktherden ins eigene Lesezimmer. Gerade, da unsere Aufmerksamkeit selten über die tagesaktuellen Nachrichten und ein paar Schlaglichter auf internationale Krisen hinausreicht, bringt Riedles Buch all die globalen Missstände gebündelt aufs Tapet und verschafft einen Eindruck, wie groß die Welt außerhalb des eigenen, westlich zentrierten Blicks doch ist und welche Krisen wir so alles verdrängen.

Fazit

Auf In Dschungeln. In Wüsten. Im Krieg muss man sich einlassen – besonders auf die eigenwillige Prosa Gabriele Riedles. Tut man dies, bekommt man aber ein anspielungsreiches Werk geboten, das das Handwerk des Kriegsreporters aus nächster Nähe schildert und das viele dauerbrodelnde Konfliktherde von Afghanistan bis Libyen in den Blick rückt. Auch ist die Ausstattung dieses Buchs natürlich eine Pracht, wie man es von der Anderen Bibliothek gewohnt ist. Nur muss man jetzt noch zwei Wochen warten, ehe der kostengünstige Extradruck erscheint, der im Vergleich zum bereits vergriffenen Original mit 24 Euro dann doch erschwinglicher ist als die Originalausgabe. Oder man hat eine gut sortierte Bibliothek im Einzugsbereich, die das Buch bereits im Bestand hat.

Schön auf alle Fälle, dass die Jury des Deutschen Buchpreises mit ihrer Nominierung den Fokus auf bereits im Februar erschienene Werk gelegt hat – mir wäre sonst ein stilistisch eigenwillig und thematisch notwendiges und relevantes Buch entgangen!


  • Gabriele Riedle – In Dschungeln. In Wüsten. Im Krieg
  • ISBN 978-3-8477-2050-8 (Die andere Bibliothek)
  • 264 Seiten. Preis: 24,00 Euro, der Originalpreis beträgt 44,00 Euro
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Fatma Aydemir – Dschinns

Im letzten Jahr feierte das Anwerbeabkommen zwischen Deutschland und der Türkei seinen 60. Jahrestag. Medienberichte beschworen noch einmal die Zeit herauf, als Türk*innen als „Gastarbeiter“ gelabelt die deutsche Industrie voranbrachten, ihnen jedoch lange Zeit Anerkennung und Wertschätzung versagt blieb. Als billige Arbeitskräfte waren die Türk*innen in der Wirtschaftswunderzeit willkommen, aber als Mitbürger wollte man sie doch nicht bezeichnen.

Und auch wenn türkisches Leben heute aus Deutschland nicht mehr wegzudenken ist und sichtbarer geworden ist, war es doch ein schwieriger Weg der Assimilierung und der gesellschaftlichen Akzeptanz. Sechzig Jahre ist das Anwerbeabkommen her. Genauso lange hat es auch gedauert, bis ein Deutscher mit türkischem Migrationshintergrund am Kabinettstisch Platz nehmen durfte. Wie lang und steinig dieser Weg war, das lässt sich nun auch in Fatma Aydemirs großartigem neuen Buch Dschinns nacherleben und erfühlen.

Wir riefen nach Arbeitskräften, doch es kamen Menschen

Fatma Aydemir - Dschinns (Cover)

Der berühmte Ausspruch von Max Frisch lässt sich auch auf Aydemirs Buch übertragen, denn hier sind es sechs ganz unterschiedliche Menschen und deren Leben, die die 1986 geborene Autorin in den Mittelpunkt stellt. Den Anfang und das Ende des Buchs bilden dabei Hüseyin und Emine Yilmaz, die die Leben ihrer vier Kinder rahmen. Jedem der vier Kinder ist jeweils ein Kapitel im Mittelteil gewidmet.

Alles beginnt mit Hüseyin, der es endlich geschafft hat. Im Rahmen des Anwerbeabkommens nach Deutschland gekommen hat er zeit seines Lebens hart gearbeitet, um seine Familie zu ernähren. Stets hat ihn dabei der Traum eines eigenen Zuhauses begleitet. Diesen Traum hat er sich nun mit Beginn des Ruhestandes erfüllt. In Zeytinburnu, einem Stadtteil Istanbuls, hat er sich eine Wohnung gekauft und diese mit all dem Luxus versehen, den es in Deutschland in der engen Unterkunft seiner Familie nie gab. Ein Balkon, eine schöne Aussicht, teure Möbel.

Alles ist angerichtet für einen komfortablen Lebensabend in seiner Heimt – doch Hüseyin wird ihn nicht mehr erleben. Noch bevor seine Familie die Wohnung in Augenschein nehmen kann, stirbt Hüseyin in seinen eigenen vier Wänden. Am Totenbett kommen sie nun alle zusammen, seine vier Kinder Ümit, Perihan, Hakan, Sevda und seine Ehefrau Emine. Der Tod bringt die fünf Menschen wieder zusammen – und lässt unterschiedliche Lebensentwürfe auf engstem Raum kollidieren. Denn wenn es etwas gibt, das diese Familie verbindet, dann sind es ihre Unterschiede.

Zwei Eltern, vier Kinder, unzählige Unterschiede

Da ist Sevda, die Erstgeborene, die von ihren Eltern erst spät aus der Türkei nach Deutschland nachgeholt wurde. So etwas wie Mutterliebe hat sie nicht erfahren, eher prägten Unverständnis und Ignoranz von seiten der Eltern das Verhältnis, aus dem sie sich durch Abnabelung befreit hat. Ümit, der jüngste der vier Geschwister, kämpft mit seiner Liebe zu einem gleichaltrigen Jungen und soll therapiert werden. Perihan, genant Peri, stürzt sich eher in Abenteuer, konsumiert Drogen und schreibt eine Arbeit über Nietzsche, während Hakan den unangepassten Revoluzzer gibt. Illegale Graffitis, Breakdance, Widerstand gegen die Obrigkeit und Familie, von der er sich nicht verstanden fühlt.

Alle vier Kinder Hüseyins verkörpern geradezu archetypisch die Biografien vieler Kinder mit Migrationshintergrund, die zu ganz unterschiedlichen Rollen in der Gesellschaft gefunden haben. Anpassung oder Widerstand, tradierte Rollenbilder oder Emanzipation – alle unterschiedlichen Antworten auf diese Fragen sind in der Familie Yilmaz durchdekliniert.

Den Abschluss bildet dann Emine, die vor dann wie all ihre Kinder zuvor einen ganz eigenen Blick auf ihre Beziehung mit Hüseyin und ihre Kinder hat. Unverständnis, ererbte Vorstellung und Hilflosigkeit prägen das Miteinander der ersten und zweiten Generation, das sich vor allem im Streitgespräch zwischen ihr und ihrer Tochter Sevada Bahn bricht. Goßartig gelingt es Fatma Aydemir, diese unterschiedlichen Lebensentwürfte und Sichtweisen miteinander agieren zu lassen.

Sie stellt die Ansichten nebeneinander, enthält sich aber einer Bewertung und überlässt diese den Leser*innen. Alle Sichten haben ihre Existenzberechtigung und so etwas wie einen falschen oder richtigen Lebensentwurf gibt es nicht. Das Leben mit Migrationshintergrund ist pluralistischer und diverser, als es uns in diesen populistischen Zeiten oftmals glauben gemacht werden soll. Damit ist aber längt auch noch nicht gut, denn es gibt viel zu tun, bis der Weg zur Gleichheit und Geichstellung erreicht ist, wie dieses engagierte Buch zeigt.

Von der Akzeptanz des vermeintlich anderen

Noch immer sind Menschen mit (türkischem) Migrationshintergrund in der Öffentlichkeit wenig sichtbar, auch wenn über 2,8 Millionen Menschen einen türkeistämmigen Hintergrund haben (so zumindest der letzte Stand aus dem Jahr 2018). Die Bildungs- und Aufstiegschancen sind geringer – und wer hierzulande eine Wohnung sucht, und Yilmaz oder Hakanoglu heißt, auch der hat es schwerer. Da sind die Worte von Ex-Bundeskanzlerin Merkel im Rahmen des Festaktes zum 60. Jubiläum des Anwerbeabkommens ein hehrer Wunsch, dem die Realität noch nicht standhält.

Denn die Frage ist: Wie lange muss man, wenn man einen Namen hat, der erkennbar nicht deutschen Ursprungs ist, sich eigentlich integrieren, bevor man integriert ist? Da, finde ich, muss jeder auch die Chance haben, spätestens mit der Erlangung der deutschen Staatsbürgerschaft als Teil dieses Landes angesehen zu werden. Da darf der Name dann keine Rolle mehr spielen.

Angela Merkel in ihrer Rede zum Festakt des Anwerbeabkommens am 31.08.2021

Wie komplex es ist, zwischen zwei Ländern und Ethnien aufzuwachsen, das zeigt sich in Dschinns eindrücklich. Die Kämpfe um einen Platz in der Gesellschaft und die Akzeptanz des eigenen Ichs, sie dekliniert Fatma Aydemir hervorragend durch und zeigt, wie die Frage der Herkunft oftmals noch das entscheidende Kriterium ist, das unser Leben bestimmt. Besonders in der Lebensgeschichte von Peri wird dies klar, da sie besonders die um die Frage ihrer Herkunft und mögliche kurdische Wurzeln ihrer Familie kreist.

Verständnis für das vermeintlich Fremde

Wer Dschinns liest, der bekommt Verständnis für das vermeintlich Fremde und erkennt, wie deplatziert die Abwertung oder Ausgrenzung anderer Menschen ist, die womöglich anders heißen oder aussehen, als man das es selbst kennt. Dieses Buch ist zutiefst humanistisch in seinem Kampf für mehr Verständnis und Toleranz und ein echter Empathie-Booster.

Wer Fatma Aydemirs Buch liest, dem wird klar, dass es die Frage nach dem richtigen Leben, der Emanzipation und dem Finden eigener Werte und eines Kompasses ist, die uns über alle vermeintlichen Grenzen hinaus eint – auch im Kampf mit der eigenen Familie.

Und auch wenn die Handlung des Buchs im Jahr 1999 spielt, so bleibt doch ein Gefühl der Zeitlosigkeit zurück was diese Fragen und unser aller Bedürfnis nach Individualität und einem Platz im Leben angeht.

Zudem ist das Buch auch literarisch spannend gearbeitet. So wählt Fatma Aydemir für die erste und zweite Generation unterschiedliche Erzählperspektiven und lässt auch die Frage stehen, wer die Dschinns nun sind, die das Leben der Yilmazens beeinflussen. Ist es eine Figur, die sich erst spät im Gespräch offenbart, sind es wirklich Geister in der Istanbuler Wohnung oder doch noch einmal eine ganz andere Erzählinstanz? Hier neigt Aydemirs Buch genauso wie in der Bewertung der unterschiedlichen Lebensentwürfe nicht zu einer eindeutigen Antwort – was ich sehr goutiere.

Fazit

So ist Dschinns ein enorm starker Frühjahrstitel, der Lebenswürfe und die Frage der eigenen Identität gekonnt verhandelt. Fatma Aydemir erzählt von einer Familie, die ihre Unterschiede eint und zeigt, welch langer Weg hinter der deutschen und türkischen Gesellschaft in diesem Land liegt – und welcher noch zu gehen ist. Ein literarisch wie thematisch überzeugender Roman mit humanistischem Kern, der zwar anders als Aydemirs 2017 erschienenes Debüt Ellenbogen gearbeitet ist – aber erneut wieder überzeugend um die Frage von Herkunft und Identität von Deutsch-Türk*innen kreist.


  • Fatma Aydemir – Dschinns
  • ISBN 978-3-446-26914-9 (Hanser)
  • 368 Seiten. Preis: 24,00 €

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