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Sanora Babb – Namen unbekannt

Fast meint man bei der Lektüre den Staub aus den Seiten herausrieseln zu spüren. Eindrucksvoll erzählt die US-Amerikanerin Sanora Babb in ihrem Roman Namen unbekannt aus dem Jahr 1939 vom Elend der amerikanischen Farmer in den Great Plains zur Zeit der Wirtschaftskrise und den empörend Umständen, unter denen Wanderarbeiter ihre Arbeit in Kalifornien verrichten mussten.
Empörend ist auch die Geschichte des Buchs, denn jahrzehntelang stand Namen unbekannt im Schatten des Werks von John Steinbeck. Zu Unrecht, wie diese deutsche Erstausgabe des Buchs zeigt.


Etwas Besseres als den Tod finden wir überall – so befanden es die Bremer Stadtmusikanten am Ende des berühmten Märchens der Gebrüder Grimm, als sie aufbrachen, um an anderer Stelle ihr Glück zu finden. Doch dass solch ein Aufbruch keineswegs Besserung bringen muss, das beweist Sanora Babbs Roman Namen unbekannt beziehungsweise Whose names are unknown, so der englische Originaltitel, auf eindrückliche Art und Weise.

Denn darin verleiht Babb den abertausenden von Farmern und Wanderarbeitern zur Zeit der amerikanischen Wirtschaftskrise ein Gesicht und zeigt, dass zwischen Leben und Sterben kein großer Unterschied sein muss, wie es im Falle ihres Romans die Familie Dunne erleben muss.

Leben und Überleben in der Dust Bowl

Sanora Babb - Namen unbekannt (Cover)

Die Dunnes leben im Gebiet der sogenannten Dust Bowl, der Staubschüssel Amerikas — wobei man besser eigentlich von überleben sprechen müsste. Im Gebiet zwischen Kansas und Oklahoma, Oklahoma Panhandle genannt, bewirtschaften Milt und Julia zusammen mit dem Großvater Konkie Zeit und ihren beiden Töchtern eine Farm unter widrigsten Umständen.

Der Boden ist karg und lässt den Weizen kaum gedeihen, die Farmer sind auf Regen angewiesen, der aber dort im Land der Extreme schnell in Unwetter umschlagen kann, die dann wiederum die Ernte vernichten, von der man eigentlich selbst bei besten Bedingungen kaum leben kann.

Im Falle der Dunnes ist die Lage aber nun besonders bedrohlich. Denn während sich in Europa langsam ein zweiter Weltkrieg abzeichnet und sich die US-amerikanische Wirtschaft auf Talfahrt befindet, ziehen zu allem Überfluss auch noch hartnäckige Staubstürmen über Land, die die sowieso schon karge Ernte restlos vernichten. Hunger, Armut und Perspektivlosigkeit sind die Folge, von denen Sanora Babb höchst anschaulich erzählt und dabei an die Erzähltradition des Naturalismus anknüpft.

Ein Roman in der Tradition des Naturalismus

Das Leid durch die Missernten, die schlechte Versorgung mit Nahrung, die sogar in Totgeburten endet, der durch alle Ritzen kriechende Staub und der trostlose Anblick der Natur, all das schildert die 1907 geborene Autorin sehr eindringlich und ungeschönt.

Der lange schwere Winter setzte ein, entfaltete sich grausam und dumpf, indem er von den Rocky Mountains im Westen in einem einzigen ungebremsten Riesenschwung hohe, schneidende Winde durch die Ebene zu ihnen herüberschickte. Nur gelegentlich milderten und verschönerten Schneefälle die grausame Pracht der Landschaft.

Der heftige Frost hatte kaum die Zweige der Schwarzpappeln, die die Flüsse säumten, geknickt und das Grün aus dem Unkraut gesogen, als der würzige Herbstgeruch aus der Abendluft verschwand und es bitterkalt wurde. Das Grün des zähen Büffelgrases, wie eine dichte, leicht gewellte Decke über der trockenen Ebene ausgebreitet, wandelte sich unmerklich zu Grau. Der Wind löste die starken Wurzeln des Salzkrautes und trieb es vor sich her über die Prärie, bis es in dichten Garben an den Stacheldrahtzäunen hängenblieb.

Sanora Babb – Namen unbekannt, S. 85 .

Das Erzählen Sanora Babbs speist sich auch aus eigener Erfahrung, schließlich wuchs sie unter ähnlich Bedingungen auf, wie sie diese im Roman schildert. Zudem half sie später als Sozialarbeiterin Farmern wie denen der fiktiven Dunnes und erlebte deren Überlebenskämpfe unmittelbar mit. Dies macht Namen unbekannt zu einer solch starken und eindrücklichen Lektüre, die Schicksal ihrer Figuren auch dann noch folgt, als diese ihre letzten Besitztümer verpfänden, um mit einer in ähnlicher Armut lebenden Nachbarin das alte Pionier-Motto „Go West!“ zu beherzigen und gemeinsam nach Kalifornien aufzubrechen.

Von Oklahoma nach Kalifornien

Dass das Leben dort zwar staubfreier, aber ansonsten auch alles andere als leicht für Menschen wie sie ist, das zeigt die zweite Hälfte des Romans. Zwar mag sich die Kulisse für den Überlebenskampf der Familie geändert haben, etwas Besseres als den Tod haben sie aber auch in Kalifornien nicht gefunden, wie die folgenden Ereignisse zeigen.

Aufgrund der Wirtschaftskrise gibt es nämlich ein Überangebot von amerikanischen Arbeitern, die mit Mexikanern und anderen Einwanderer um die spärlichen Jobs konkurrieren, was zu einem Unterbietungswettbewerb in Sachen Lohn und Lebensumstände führt. Sogar für Licht müssen sie in den Baracken zahlen und werden von den Aufsehern und Farmer an allen Stationen niedergehalten, egal ob bei der Baumwollernte oder beim Pflücken von Pfirsichen.

Auch hier zeigt sich, dass die Dunnes die ganze Pazifikküste auf der Suche nach Arbeit bereisen können, bessere Lebensumstände finden sie aber nirgends. Steter Begleiter sind auch hier Hunger und Entbehrung, was bis hin zum Kochen eines Pfeffertees als einziger Nahrungsquelle reicht. Bei diesem handelt es sich um heißes Wasser, das mit Salz und Pfeffer versetzt wird — tageweise die einzige Nahrung, die die Dunnes zu sich nehmen, während sie bis zur Selbstaufgabe schuften, verhöhnt von den Vorarbeitern und Aufseher, für die die Ausbeutung und das Leid der Ärmeren ganz natürliche Umstände sind.

„Es gibt eben auf der ganzen Welt eine Klasse von Menschen, die für diese Art von Arbeit gemacht ist. Denen kann man helfen, wie man will, sie landen immer wieder ganz unten“

Sanora Babb – Namen unbekannt, S. 264

Die Widerstandskraft der Vielen

Gespeist aus ihren persönlichen Erfahrungen ist Namen unbekannt ein kraftvolles Dokument für die Leidensfähigkeit und die Entbehrungen, die die tausenden Wanderarbeiter und Farmer zur Zeit der Wirtschaftskrise erleiden mussten, obgleich das Buch nicht nur in der Beschau des Leids verharrt. Sanft weist Sanora Babbs Werk auch einen Weg, um Unrecht und sozialen Missständen entgegenzutreten, indem immer wieder der Gedanke von Gemeinschaft und gewerkschaftlich organisiertem Widerstand als mögliche Wege aus der Krise aufscheinen.

Wie viele Leben waren nicht schon durch schieres Ertragen vergeudet worden? Wären all diese Leben, wenn sie sich zusammenschlossen, nicht in der Lage, die Welt zu verändern?

Sanora Babb – Namen unbekannt, S. 56

All diese Leben, die in der Geschichtsschreibung keinen Widerhall fanden, sie bekommen von Sanora Babb postum die Würdigung, die ihr Kampf gegen die omnipräsenten Widerstände verdient.

Die unbekannte Sanora Babb

Doch nicht nur die hier gewürdigten Schicksale der Wanderarbeiter sind heute noch weitestgehend unbekannt, auch für Sanora Babb trifft das leider zu. Denn die Autorin stand zeitlebens (1907-2005) im Schatten eines Mannes, der in seinen Romanen ebenfalls vom Schicksal der amerikanischen Wanderarbeiter erzählte und der zeitgleich mit Sanora Babb an einem Roman mit ähnlichem Plot wie Namen unbekannt arbeitete.
Sein Name: John Steinbeck.

Dieser hatte zuvor schon mit seinem Werk Von Mäusen und Menschen für Aufmerksamkeit gesorgt und stand mit dem gleichen Mann in Austausch, mit dem auch Sanora Babb für ihren Roman zusammenarbeitete. Möglicherweise hatte Steinbeck sogar Kenntnis von Babbs Entwürfen, wie die Autorin Mareike Fallwickl in ihrem Nachwort zu Namen unbekannt spekuliert.

So oder so ist die Geschichte bestürzend. Denn während Steinbecks Roman 1939 erschien, lehnten die Verlage auch angesichts des überragenden Erfolgs die Publikation des zeitgleich entstandenen Werks von Sanora Babb ab. Zu gleich seien die Themen der Bücher, als dass die Öffentlichkeit ein zweites, thematisch gleich gelagertes Buch interessieren könne, so das Urteil der Verlage.

Dass dies ausgemachter Unsinn ist, muss man nicht nur angesichts des ökonomischen Erfolgs von austauschbaren Regional- oder Serienmörderkrimis konstatieren, sondern es zeigt sich auf auch dem Buchmarkt in Form von erfolgreichen Doppelung von Romanen wie dem von Caroline Wahl, der auf den inhaltlich kongruenten und sprachlich deutlich besseren Erstling von Annika Büsing folgte.

Es sollte bis ins Jahr 2004 (!) dauern, bis der Roman publiziert werden sollte und Babb ihn in ihren mittlerweile 97 Jahre alten Händen halten durfte, immerhin noch ein Jahr vor ihrem Tod im darauffolgenden Jahr.

Fazit

So fügt sich Namen unbekannt in eine ganze Riege übersehener oder verdrängter Romane aus weiblicher Feder ein, die im Nachhinein zeigen, um wie vieles die Literatur ärmer ist, da man solche literarische Stimmen wie die von Sanora Babb über Jahrzehnte hinweg überging und ignorierte.

Zwar spät, aber nicht zu spät erfolgt nun die Wiederentdeckung dieser Frau und ihres Schreibens, das sowohl durch ihr Schicksal als auch durch die Themen ihres Erzählen zeigt, dass es nie zu spät ist, um sich den scheinbar unverrückbaren Gegebenheiten entgegenzutreten und selbst Widerstand zu leisten, für eine bessere Welt, in der Unterdrückten doch noch Gerechtigkeit widerfährt!


  • Sanora Babb – Namen unbekannt
  • Aus dem amerikanischen Englisch von Sabine Reinhardus
  • Nachwort von Mareike Fallwickl
  • ISBN 978-3-15-011471-1 (Reclam)
  • 304 Seiten. Preis: 25,00 €

Liz Moore – Der andere Arthur

Dass man das Eisen schmieden muss, solange es heiß ist, das hat sich auch der Münchner Verlag C. H. Beck gedacht. Weniger als ein Jahr nach dem großen Bestsellererfolg von Liz Moores Spannungs-Großtat Der Gott des Waldes liefert der Verlag mit Der andere Arthur Nachschub für alle Fans von Liz Moore.
Um ein neues Werk handelt es sich bei dem Buch allerdings nicht, vielmehr stammt Heft, so der Originaltitel, aus der Frühphase der Autorin. Das merkt man dem Buch leider auch ein wenig an…


Im Jahr 2020 ließ Liz Moore hierzulande das erste Mal aufhorchen. Aus dem Nichts präsentierte sie mit Long Bright River einen ebenso spannenden wie gut beobachteten Roman, der von zwei unterschiedlichen Schwestern erzählte. Während die eine als Streifenpolizistin ihren Dienst in den Straßen von Philadelphia versah, verdingte sich die andere als Prostituierte auf ebenjenen Straßen, durch die die Schwester patrouillierte. Eine Serienverfilmung des Stoffs mit Amanda Seyfried in der Rolle der Streifenpolizistin folgte im vergangenen Jahr.

2025 war es auch, dass Liz Moore erneut für literarisches Aufsehen sorgte, als hierzulande in der Übersetzung durch Cornelius Hartz der Roman Der Gott des Waldes erschien. Gekonnt spielte Moore darin mit Rückblenden und Perspektivwechsel, um vom Verschwinden eines jungen Mädchens aus einem Feriencamp in den Adirondacks zu erzählen — bereits der zweite Fall eines Verschwindens dort, das mit der reichen Familie van Laar in Verbindung stand.

Eine Verfilmung dieses Stoffs braucht man hier eigentlich gar nicht, hat Moore das serielle Erzählen und das Erzeugen von Kopfkino in diesem Roman schon zur Perfektion gebracht.

Nachschub von Liz Moore

Auf diesen Bestsellererfolg folgt nun mit Der andere Arthur ein weiterer Roman von Liz Moore, der allerdings dünner ausfällt als der gewichtige, fast 600 Seiten starke Vorgängerroman.

Dick ist hier nur der Protagonist Arthur Opp, der sich in einem Brief auf der ersten Seite gleich einmal so vorstellt:

Das Erste, was du über mich wissen musst Ich bin unglaublich dick. Als wir uns damals kennenlernten, hätte man vielleicht gesagt, ich hätte Übergewicht, aber das trifft es längst nicht mehr. Ich esse, was ich will und vor allem: wann ich will. Seit Jahren gebe ich mir kaum noch Mühe, weniger zu essen, ich habe einfach keinen Grund dazu.

Liz Moore – Der andere Arthur, S. 9

Dieser Arthur Opp hat schon seit Jahren sein Zuhause in Brooklyn nicht mehr verlassen und auch gar keinen Grund dazu. Er hat sich recht komfortabel in seinem Leben eingerichtet, als ihn eine Nachricht seiner ehemaligen Geliebten aus dem kalorienreichen Starre reißt.

Diese meldet sich per Brief bei ihm, nachdem der Kontakt zu ihr zuletzt völlig eingeschlafen war. Einst war Charlene der Grund, dass Arthur seine Karriere an der Universität aufgab, nun tritt sie mit einem Paukenschlag wieder in sein Leben, nachdem sie jahrelang nichts mehr von sich hat hören lassen. Charlene hat nämlich einen Sohn, wovon Arthur nichts ahnte.

Arthur und Kel

Liz Moore - Der andere Arthur

Dessen Leben zeigt der zweite Erzählstrang des Romans, mit dem sich Liz Moore wie schon in ihrem später folgenden Long Bright River für das Erzählprinzip der Parallelmontage entscheidet. So zeigt sie die Veränderungen im Leben Arthurs, die diese Nachricht auslöst, ebenso wie das Leben von Kel, der als 17-Jähriger ein hoffnungsvolles Baseball-Talent ist, aber mit seiner Herkunft wie auch mit seinem Leben im Dunstkreis einer Eliteschule hadert.

Beide Lebensstränge schildert die US-Amerikanerin aus der Ich-Perspektive und ist damit ganz nah dran, wenn Arthur aus seiner auch emotionalen Katatonie erwacht, während Kel um eine Chance im Leben kämpft und schneller erwachsen werden muss, als das eigentlich gemeinhin der Fall ist.

Für Der andere Arthur verschmilzt Liz Moore Elemente des Sportlerdramas, wie man es auch beispielsweise von Eli Cranor kennt, mit Themen, die auch später ihr Schreiben prägen sollten. Drogenmissbrauch und Drogentod, die Frage von Fürsorge und Einsamkeit scheinen in dem Buch auf. Auch kann man Bezüge finden zum Samuel D. Hunters Theaterstück The Whale, das ebenso wie Moores Roman im Jahr 2012 erschien und elf Jahre später in der Verfilmung durch Darren Aronofsky Brendan Fraser für seine Rolle eines adipösen Englischlehrers den Oscar als bester Hauptdarsteller bescherte.

Neues Altes

Dass es sich bei Der andere Arthur um ein Frühwerk von Liz Moore handelt, das fällt nicht nur beim Blick ins Impressum des Buchs auf.

So ist die Montage des Buchs noch relativ einfach gehalten, wohingegen ihrer späteren Romane durch eine gekonnte Verschachtelung der Erzählebenen auffallen. Beide Erzählstränge laufen bis zum Ende recht unauffällig nebeneinander her, ohne sich gegenseitig in größerem Maße zu beeinflussen oder zueinander zu finden.

Auch bedient sich Moore in diesem Frühwerk noch erzählerischer Klischees wie dem der gewitzten spanischsprachigen Putzhilfe, die Arthurs Leben nicht nur in Sachen wohnlicher Hygiene zum Besseren wendet. Auch fällt die Ausgestaltung von Charlene und ihren Motiven in Sachen Figurenzeichnung hinter die beiden Hauptfiguren zurück. Besonders als Scharnier zwischen den beiden Erzählsträngen hätte es hier aber einer klareren Gestaltung ihrer Figur und Rolle gebraucht.

Sind die späteren Bücher Liz Moores auch frei von leicht stereotypen Figuren und Erzählmustern, fallen diese Schwächen im vorliegenden Buch noch auf.

Fazit

Setzt man das Buch in Vergleich mit den beiden anderen bislang erschienenen Werken, so muss man konstatieren, dass Der andere Arthur der schwächste der drei auf Deutsch vorliegenden Romane von Liz Moore ist.
Das liegt gar nicht am fehlenden Spannungsplot — und ist in Bezug auf das Schreiben von Liz Moore natürlich auch immer relativ zu sehen — aber die Zugkraft ihrer beiden späteren Bücher kann das neue alte Werk nicht entwickeln, auch wenn es natürlich spannend ist, nachzuvollziehen, wie sich das Schreiben von Liz Moore innerhalb von knapp eineinhalb Jahrzehnten entwickelt hat.


  • Liz Moore – Der andere Arthur
  • Aus dem Englischen von Cornelius Hartz
  • ISBN 978-3-406-84333-4
  • 377 Seiten. Preis: 26,00 €

Marina Schwabe – Rift

Ich war noch niemals in New York – Janko und Zuzanna auch nicht. Im Gegensatz zu mir wollen die Geschwister das aber unbedingt ändern und machen sich in Marina Schwabes Debüt Rift gemeinsam auf den Weg, um von dort aus einen Roadtrip durch die USA zu unternehmen.
Was sich auf den ersten Blick nach Unbeschwertheit im Land der unbegrenzten Möglichkeit anfühlt, hat einen ernsten Hintergrund. Denn Janko hat nicht mehr lange zu leben, aber den großen Wunsch, einmal in seinem so endlichen Leben den Pazifik zu sehen. Und so machen sich die Geschwister mit beschränkten Mitteln auf den Weg, damit er wenigstens einmal in seinem kurzen Leben des Meeres ansichtig wird.


Mit fünfzehn Dollar Tagesbudget einmal quer durch die USA? Der Plan der Geschwister Zuzanna und Janko klingt herausfordernd. Aber von den Wagnissen des Alltags lassen sich die beiden jungen Menschen nicht abhalten und fliegen nach New York, um dort ihren Roadtrip zu beginnen, der sie einmal wie einst die Pioniere einmal von Ost nach West durch das Land führen wird.

Da man mit 15 Dollar gerade in den Zeiten der Inflation in einer Großstadt wie New York nicht weit kommt, verlegen sich die Geschwister auf radikale Sparmaßnahmen. So haben sie schon im Vorfeld eine Liste mit günstigen Hostels erstellt. Als sich diese gleich zu Beginn des Roadtrips als wenig praxistauglich erweist, verlegen sich Zuzanna und Janko auf das Prinzip Couchsurfing.

Immer wieder werden sie im Laufe ihres Trips bei fremden Menschen unterkommen, um kurzzeitig mit diesen unter einem Dach zu leben, wie sie es erstmals in New York erproben.

Den Pazifik sehen und sterben

Marina Schwabe - Rift (Cover)

Während der schwerkranke Janko viel Ruhe braucht, durchstreift seine Schwester New York, wandert durch die Straßen Manhattans oder das Metropolitan Museum of Modern Art. Zwar unternimmt man auch gemeinsam Dinge wie die Fahrt mit einer Fähre, die immer schwächer werdende Konstitution lässt sich aber nicht verleugnen, und so ist der Roadtrip der beiden zugleich von einem Gefühl der Dringlichkeit wie auch einem der Entschleunigung gekennzeichnet.

Über Upstate New York, Illinois, Wyoming und Idaho geht es immer weiter für die beiden auf ihrem Roadtrip Richtung Ostküste, bei dem es das Schicksal trotz aller Unbarmherzigkeit auch gut mit ihnen meint. Mal treffen sie eine Familie, die ihnen ein Auto für die Reise überlässt, mal fördert eine ungeplante Übernachtung in einem Motel einen überraschenden Fund zutage, der sie einiger Sorgen auf der Reise enthebt.

Immer weiter geht es für die beiden voran auf ihrer Reise, bei der sie eine USA fernab von Hochglanzbildern, Politikjournalismus und Reportagestrecken erleben. So besuchen die beiden in Utah die Salzseen, um dort das von Robert Smithson erschaffene Kunstwerk Spiral Jetty zu sehen, eine mittlerweile begehbare Spirale, die der Künstler in den Salzseen dort geschaffen hat.

Zwischen Salzseen und Vulkanen

Im Bundestaat Washington entscheiden sich Zuzanna und Janko, mit einem Guide eine Wanderung auf die Aschefelder des Mount St. Helens zu unternehmen. Entstanden ist der Vulkan durch die Tektonik zweier aufeinanderstoßender Erdplatten, die sich immer weiter aufeinander zuschieben und so eine ganze Kette von Bergen geschaffen haben, bei denen der Mount St. Helens das wohl explosivste Ergebnis dieses Aufpralls ist.

Damit stellt der Vulkan das genaue Gegenteil zu einem Rift dar, der Marina Schwabes Buch den Titel gibt. In der Geologie bezeichnet ein Rift das tektonische Auseinanderklaffen zweier Platten, durch das Risse entstehen.

Während die Geschwister nun den beschwerlichen Weg auf den Vulkan antreten, werden auch die Risse zwischen ihnen deutlicher. Jankos Konstitution verschlechtert sich zusehends, der Abschied von ihrem Bruder rückt ebenso wie das Ende ihrer Reise immer näher – und auch die Natur zeigt sich ambivalent.
In die Schönheit der Weite des Landes mischt sich auch hier das Wissen um die Brüchigkeit der Idylle. Der Salzsee in Utah trocknet weiter aus, Waldbrände in Kalifornien verunmöglichen den Gang vor die Haustür. Die Zeichen mehren sich, dass Mensch und Natur endlich sind.

Das arbeitet die 187 in Berlin geborene Autorin in ihrem Buch deutlich heraus, indem sie ganz eng bei der Ich-Erzählerin Zuzanna und Janko bleibt. Die Frage der medizinischen Betreuung oder eines weiteren Umfelds um die beiden Geschwister wird im Roman so gut wie ausgeklammert, stattdessen liegt ihr Hauptaugenmerkt auf dem Roadtrip mit seinen sozialen Dynamiken zwischen Nähe und Distanz, Verbindung und Rift.

Damit erinnert Rift auch etwas an Richard Fords Roman Valentinstag, in dem dieser seinen Helden Frank Bascombe auf einen Roadtrip mit seinem schwerkranken Sohn in einem Camper schickte, der diese im Gegensatz zu Schwabes Geschwistern aber zum Mount Rushmore führte.

Fazit

Deutlich weniger dialoglastig und anspielungsreich als Ford konzentriert sich Marina Schwabe auf den nahenden Abschied und den genauen Blick der Geschwister aufeinander.

Ihr gelingt mit Rift ein berührender Roadtrip, der von Abschied und der Brüchigkeit unserer Existenz erzählt – und der auf abgenutzte USA-Klischees verzichtet und stattdessen ganz eng bei ihren Geschwistern bleibt, deren Lebenswege auch von einem Rift gekennzeichnet sein wird.


  • Marina Schwabe – Rift
  • ISBN 978-3-96999-492-4 (Steidl)
  • 160 Seiten. Preis: 24,00 €

Maggie Stiefvater – Grand Hotel Avalon

Ein Luxushotel in Appalachen, Ströme von Süßwasser und dazu noch drei Dackel, die der Hoteldirektorin auf Schritt und Tritt folgen. Maggie Stiefvater kreuzt in ihrem Roman Grand Hotel Avalon einen Hotelroman mit Zeitgeschichte und Mysteryelementen. Das Ergebnis? Überzeugt leider nicht vollumfänglich.


Wenn man einen Ort für Luxus sucht, dann ist das Grand Hotel Avalon und Spa sicherlich ein Ort, den man dafür in Betracht ziehen sollte. Denn in dem von Maggie Stiefvater erfundenen Hotel in den Bergen der Appalachen fehlt es sich an nichts. Drei Bibliotheken, eine große Küche, die für die Wünsche der Kunden da ist, dazu vier Badehäuser, genannt Avalon I bis Avalon IV, ein ganzes Heer an Zimmermädchen, Aufzugspersonal und dergleichen mehr, nebst Luxussuiten im Haus und Cottages auf dem Gelände. Als Hotelgast ist man hier wirklich König oder Königin.

Doch selbst eine solch abgelegene Gegend wie die der Appalachen bleibt nicht von den großen Zeitläufen verschont. Das muss die Hoteldirektorin June Hudson feststellen, als die Vorbereitungen zum jährlichen Ball rüde unterbrochen werden. Statt sich weiter den Abstimmungen mit Musik und Service und den an den Lüster des Ballsaals applizierten Gedichte Robert Burns widmen zu können, stehen plötzlich FBI-Beamte vor dem Portal des Hotels, die verfügen, dass normalen Gäste auf Geheiß der Regierung das Avalon sofort verlassen müssen.

Besonderer Besuch im Grand Hotel Avalon

Maggie Stiefvater - Grand Hotel Avalon (Cover)

Anstelle der üblichen Besucher*innen steht dem Hotel nun besonderer Besuch ins Haus. Dreihundert Diplomaten und deren Angehörige sollen im Grand Hotel Avalon einquartiert werden, darunter Japaner, Italiener und Deutsche. Wir schreiben nämlich das Jahr 1942 und der Weltkrieg ist nun in vollem Gange, nachdem Japan kurz zuvor die US-amerikanische Pazifikflotte in Pearl Harbor angegriffen hatte.

An June und ihrem Team ist es nun, die verfeindeten Nationen unter dem Hoteldach zu beherbergen, während die FBI-Agenten von den Internierten Kenntnisse über bevorstehende Angriffe und militärische Winkelzüge ihrer Nationen zu erlangen versuchen. Mit viel Disziplin versucht June vor allem in Form ihres Alter Ego „Hoss“ die Hotelmannschaft auf Linie zu bringen und persönlich für das Wohl des Hauses zu sorgen.

Dieses Wohl, so zeigt es uns Maggie Stiefvater, hängt dabei nicht nur mit der Personalführung zusammen. Auch das Süßwasser, das unter dem Hotel hindurchströmt und in Form von Brunnen der Bäder überall im Hotelkomplex anzutreffen ist, spielt eine entscheidende Rolle und sorgt für die ganz besondere Atmosphäre, die das Grand Hotel Avalon kennzeichnet.

Maggie Stiefvaters literarischer Hintergrund

Neben der realistischen Schilderung des Hotels und seiner Gäste weist Grand Hotel Avalon auch eine hohe Mysterydichte auch. Das rätselhafte Wasser, auf das June einwirken kann, dazu noch Glasschnecken, die überall im Haus anzutreffen sind und die mit dem Wasser in Zusammenhang zu stehen scheinen, sie weisen eher in die Richtung eines Fantasyromans.

Das kommt nicht von ungefähr, denn bislang trat Maggie Stiefvater fast ausschließlich mit Fantasyromanen für jüngere Leserschichten in Erscheinungen.

Romane wie der Raben-Zyklus um magiebegabte „Ravenboys“ einer Privatschule oder die im Urban-Fantasy-Genre verhafteten Dreamer-Trilogie waren bislang die Domäne von Stiefvater, die nun die Fantasy-Elemente ihres Schreibens mit Zeitgeschichte kreuzt.

Das Ergebnis ist leider etwas halbgar. Denn obschon auf fast jeder Seite das Süßwasser rauscht und June durch die Gänge hastet, plätschert das Buch selbst vor sich hin, ohne auf einen erkennbaren Höhepunkt zuzusteuern.

Rätselhaftes Süßwasser

Die Gäste ziehen ein, das Hotelpersonal gibt sein Bestes, um die Nationen zu beherbergen, ein FBI-Agent ringt um Erkenntnis und June wird zwischen den verschiedenen Parteien aufgerieben, immer drei Dackel im Gefolge, die ihrer Herrin treulich folgen. Dazu kommt noch die Liebe mit ihren unberechenbaren Volten, die June ebenfalls reichlich beschäftigen wird.
Das ist ganz solide geschildert, verschenkt aber enorm viel erzählerisches Potenzial, das in der Grundanlage des Romans stecken würde.

Viele der Figuren bleiben reichlich blass und allzu schematisch gezeichnet. Das deutsche Fliegerass? Gutaussehend. Der Naziarzt mit Spritze? Geheimnisvoll. Einer der FBI-Agenten? Ein Frauenheld.

Über solche Zuschreibungen kommt Maggie Stiefvater in zu vielen Fällen nicht hinaus und belässt die verschiedenen Delegationen zu schemenhaft — dabei wäre das doch eigentlich der spannende Kern des Romans gewesen: das Mit- oder Gegeneinander verschiedener Nationen, die durch den Krieg zu Feinden wurden, nun aber auf engstem Raum irgendwie miteinander auskommen müssen, während die USA als Gastgeber des Ganzen in den Krieg eintreten.

Derlei Dynamiken erkundet der Roman leider fast überhaupt nicht und konzentriert sich auf Junes Hadern mit ihrer Loyalität zur Eignerfamilie des Hotels und ihrer Zerrissenheit zwischen zwei Männern, was mit zunehmender Lauflänge des Romans auch etwas redundant wirkt.

Fazit

Hier bleibt Grand Hotel Avalon leider deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurück. Etwas weniger Süßwasser, mehr Interesse für die Figuren und ihre Interaktionen, das hätte Maggie Stiefvaters Roman deutlich spannender geraten lassen, als sich das Buch nun im Endeffekt präsentiert.


  • Maggie Stiefvater – Grand Hotel Avalon
  • Aus dem Englischen von Sabine Hübner
  • ISBN 978-3-10-397566-6 (S. Fischer)
  • 432 Seiten. Preis: 25,00 €

Percival Everett – Dr. No

Fort Knox, dieser Name besitzt Klang – auch Dank der Verfilmung von Ian Flemings James Bond-Roman Goldfinger. Nach Auric Goldfinger ist es in Percival Everetts Roman Dr. No nun ein absurd reicher Tech-Milliardär, der auf den Spuren von Flemings Schurke wandeln will und sich dafür der Hilfe des Mathematikers Dr. Wala Kuti versichert. Denn dieser soll ihm beim Eindringen in die nationale Schatzkammer helfen, um das Objekt der Begierde zu stehlen: das Nichts.


Inmitten von Fort Knox, abgesichert mit Technik und Bewachern, lagern die nationalen Goldreserven der USA. Diese sind es aber weniger, die den Milliardär John Sill interessieren. Vielmehr will er ran an das große – Nichts:

Meine Expertise in nichts – nichts absolut nichts, sondern eindeutig nichts – führte dazu, dass ich mit einem oder vielmehr für einen gewissen John Milton Bradley Sill arbeitete, einen Selfmade-Milliardär mit einem einzigen Ziel, einem Ziel, das manchen faszinierend, den meisten verwirrend und schräg und allen idiotisch erscheinen mochte, sich aber zumindest leicht in Worte fassen ließ. John Milton Bradley Sill strebte danach, ein Bond-Schurke zu werden, und zwar ungeachtet der Fiktionalität von James Bond. Er formulierte es folgendermaßen: „Ich möchte ein Bond-Schurke sein.“ Ganz einfach

Percival Everett – Dr. No, S. 13

Und so möchte er wie einst Auric Goldfinger hinein ins Fort Knox, wobei ihm Wala Kintu als Mathematikprofessor helfen soll. Dessen Kollegin Eigen spannt Sill ebenfalls ein und beginnt auch noch gleich eine Affäre mit ihr. Jede Menge Bond-Reminszenzen gibt es, von der Schurkenkonferenz, auf der sich Sill eines Mitarbeiters per Haifischtank erledigt bis hin zu namentlichen Anspielungen, etwa beim Charakter Auric Takitall.

Der Milliardär und das Nichts

Gewürzt wird der durchgeknallte und alles andere als stringente Plot der Handlung mit vielen Bemerkungen und Einwürfen Wala Kintus, der als Erzähler auf dem Autismus-Spektrum wandelt und als mathematisch geschulter Denker zu umständlichen Ansichten wie Verhaltensweisen und Dialogen neigt. Dabei lässt er beständig Satzbrocken wie den folgenden fallen:

Die Lüge ist das arithmetische Axion, demzufolge x für jedes x auf der Welt gleich x ist. Nur der Glaube lässt dies als unwiderlegbare Wahrheit zu. Selbst wenn ich x als das Ding definiere, das zu einer bestimmten Position in der Zeit eine bestimmte Position im Raum einnimmt. Ich war mir ziemlich sicher, dass der Mann, der vor dem Gebäude, in dem sich mein Büro befindet, eine bestimmte Position im Raum einnahm, John Sill war, und deshalb sprach ich ihn als solchen an.

Percival Everett – Dr. No, S. 52

Geheimdienstler, verschwindende Städte, ein einbeiniger Hund namens Trigo, viel Chaos und Diskussionen, das macht Dr. No aus. Trotz dem mathematischen Sachverstand Wala Kitus ist ein logischer Fortgang der Geschichte nicht immer gegeben, stattdessen beobachtet Percival Everett mit großer Freude, wie Sill seinem Vorbild der Bond-Schurken nacheifert und damit alles in Chaos stürzt. Egal ob im superschnellen U-Boot auf Wettfahrt mit den Behörden oder im Schurkenquartier, das durch eine exzellente Buchauswahl glänzt. Irgendwo zwischen Gru und Ian Fleming oszilliert dieses Buch mit Mut zum Knallchargentum.

Rassismus als werkimmanentes Thema Percival Everetts

Percival Everett - Dr. No (Cover)

Auch umkreist Dr. No wieder, wie schon seine letzten Romane Die Bäume und James das Thema des Rassismus. Großartig etwa die Szene, als Kitu bei einer Polizeikontrolle in seinem Auto angehalten wird und keine Fahrerlaubnis vorweisen kann. Aufgrund der omnipotenten Verfügungsgewalt von Sill über sämtliche Sicherheitsbehörden ist das auch eigentlich kein Problem und Kitu drohen keine Konsequenzen.

Viel interessanter dabei ist aber der Rassismus des anhaltenden Polizeibeamten, der sich immer mehr herausschält. Je verzweifelter der Mann seine behördliche Ohnmacht feststellen muss, umso hilfloser werden seine Versuche, Wala Kitu doch noch festzuhalten, bis zuletzt der einzige und stärkste Grund für die gewollte Festnahme in seinem Sprechen offenbar wird: Wala Kitu ist schwarz und als solcher per se verdächtig.

Hier scheint Everetts Talent zu Komik und gleichzeitiger Gesellschaftsanalyse voll durch. Ingesamt aber ist Dr. No ein Buch, das mit seinem anstrengenden Erzähler und der immanenten Überdrehtheit herausfordert. Natürlich fängt Percival Everett die infolge der Autismus-Diagnose leicht verschobene Wirklichkeitswahrnehmung Wala Kitus bravourös ein und mit dem ins Absurde übersteigerten Techmilliardär auf Schurkenmission knüpft Dr. No auch an die Allmachtsfantasien der im Silicon Valley beheimateten Tech-Bro-Elite an.
Tatsächlich lädt das Buch in seiner ganzen Durchgeknalltheit wunderbar dazu ein, viele Interpretationen zu bemühen und eigene Lesarten anzustrengen. Die Literaturkritik wird dies wieder mit Vergnügen tun – aber dennoch bin ich deutlich weniger begeistert.

Fazit

Für mich ist dieses Buch wieder einmal etwas zu viel des Guten. Allmählich kristallisiert sich im Oeuvre Percival Everetts ein regelmäßiger Amplitudenschlag heraus. Auf ein grandioses Buch folgt immer wieder eine zu überdrehte Satire, die mich nicht überzeugen kann. Das war mit Die Bäume so, das auf das hervorragende Erschütterung folgte – und das ist jetzt mit Dr. No so, das zumindest hierzulande auf das völlig zurecht mit dem Pulitzer-Preis gekrönte Rassismusdrama James folgte (im Original erschien Dr. No bereits 2022, also vor James).

Insofern für mich eher ein No für diesen Tech-Milliardär und seinen mathematischen Adlatus.


  • Percival Everett – Dr. No
  • Aus dem Englischen von Nikolaus Stingl
  • ISBN 978-3-446-28417-3 (Hanser)
  • 319 Seiten. Preis: 26,00 €